GP Katar 2025: Verstappen siegt nach McLaren-Strategiepanne
Max Verstappen gewann den GP Katar 2025, weil McLaren beim Safety Car in Runde 7 nicht stoppte. Piastri wurde Zweiter, Norris nur Vierter.
GP Katar 2025: Verstappen gewinnt, McLaren verzockt sich
Max Verstappen hat für Red Bull den GP Katar 2025 gewonnen. Er startete von Platz 3. Hinter ihm kamen Polesetter Oscar Piastri und Carlos Sainz im Williams aufs Podium. Entschieden wurde das Rennen in Runde 7: Unter dem Safety Car kam fast das ganze Feld an die Box, McLaren ließ beide Autos draußen. WM-Spitzenreiter Lando Norris wurde nur Vierter.
Auf unserer Rennseite zum GP Katar 2025 kannst du das Rennen in 3D nacherleben und jeden Stopp und jedes Überholmanöver selbst nachverfolgen.
Rennverlauf beim GP Katar: Start, Safety Car und sechs Führungswechsel
Auf dem Lusail International Circuit war es trocken: 21,6 bis 23,7 Grad Luft, 25,2 bis 29,8 Grad auf dem Asphalt, kaum Wind. Piastri behielt am Start die Führung. Verstappen schob sich früh an Norris vorbei und lag vor seinem ersten Stopp auf Platz 2. Weiter hinten ging es weniger gut aus. George Russell startete im Mercedes von Platz 4 und war in Runde 7 nur noch Siebter.
In Runde 7 kam die Wende. In Kurve 2 gerieten Nico Hülkenberg und Pierre Gasly aneinander, im selben Umlauf rückte das Safety Car aus. Es blieb bis Runde 11 draußen. Fast alle nutzten die Phase für einen billigen Stopp, McLaren nicht. Danach führte Piastri bis Runde 24. Dann übernahm Norris für eine Runde und Verstappen ab Runde 25.
Nach Verstappens zweitem Stopp lag Piastri ab Runde 33 wieder vorn. Das war aber nur eine Frage der Zeit: Der Australier musste in Runde 42 noch einmal an die Box. Norris führte kurz in Runde 43 und stoppte eine Runde später. Ab Runde 44 lag Verstappen wieder vorn und gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab. Piastri holte sich als Trostpreis die schnellste Runde.
Strategie: Warum der Verzicht auf den Safety-Car-Stopp McLaren den Sieg kostete
Für die Strategie gab es eine Sonderregel: Ein Reifensatz durfte höchstens 25 Runden fahren. Damit musste jedes Auto mindestens zweimal stoppen. Wer in Runde 7 unter Safety Car kam, konnte mit einem zweiten Stopp in Runde 32 bis ins Ziel fahren. Genau so machten es Verstappen, Sainz, Andrea Kimi Antonelli, Russell, Fernando Alonso und viele andere: Medium, Medium, dann Hard ab Runde 33.
McLaren blieb draußen, laut Berichten wollte das Team beim Timing flexibel bleiben. Damit brauchten Piastri und Norris zwei Stopps unter Grün, und jeder kostete eine volle Durchfahrt der Boxengasse. Die Zahlen zeigen das deutlich:
- Piastri: Stopp in Runde 24 (3,1 s Standzeit) von Platz 1 auf Platz 4. Stopp in Runde 42 (1,8 s) von Platz 1 auf Platz 2.
- Norris: Stopp in Runde 25 (2,2 s) von Platz 1 auf Platz 5. Stopp in Runde 44 (2,7 s) wieder von Platz 1 auf Platz 5.
- Verstappen: Stopp unter Safety Car in Runde 7 (4,1 s) kostete nur einen Platz, von 2 auf 3. Der zweite Stopp in Runde 32 (2,5 s) kam, als die Konkurrenz ohnehin noch einmal an die Box musste.
Die Pausen von McLaren waren schnell, daran lag es nicht. Verloren ging das Rennen an der Entscheidung in Runde 7. Am meisten profitierte Sainz. Er stoppte in Runde 7 von Platz 5 aus und lag drei Runden später auf Platz 4. Vor seinem zweiten Stopp war er Zweiter und hielt den Podestplatz bis ins Ziel, vor Norris. Bei Mercedes lief der Safety-Car-Stopp schlecht: Antonelli stand 6,3 Sekunden, Russell 7,2 Sekunden und fiel von Platz 7 auf 8 zurück.
Ausfälle beim GP Katar 2025
- Nico Hülkenberg (Sauber), nach Runde 6: Er versuchte, Gasly außen um Platz 9 zu überholen. Die beiden kollidierten in Kurve 2, für Hülkenberg war das Rennen vorbei. Er nannte es „very frustrating to come away with nothing“ (The Race). Die Rennkommissare untersuchten den Vorfall und verzichteten auf weitere Schritte.
- Oliver Bearman (Haas F1 Team), nach Runde 41: Bearman lag in den Punkten. Dann ging sein zweiter Stopp in Runde 32 schief: 16,3 Sekunden Standzeit, danach lag er auf Platz 18 statt Platz 10. Laut FIA war das linke Hinterrad nicht montiert, als das Auto losfuhr. Nach dem Stopp in Runde 40 mit 11,8 Sekunden Standzeit schied er nach 41 Runden aus ungeklärter Ursache aus.
- Isack Hadjar (Racing Bulls), nach Runde 55: Hadjar fuhr lange auf Platz 6 oder 7. Kurz vor Schluss löste sich vorne links eine Radabdeckung, und er hatte einen Reifenschaden. Er wird als 18. gewertet. Die Kommissare prüften nach dem Rennen, ob das Auto in einem unsicheren Zustand war. Laut The Race fanden sie keinen Regelverstoß.
- Lance Stroll (Aston Martin), nach Runde 55: Stroll wird als 17. gewertet, das offizielle Ergebnis führt ihn aber nach 55 Runden als ausgeschieden. Warum er nicht bis ins Ziel fuhr, ist ungeklärt. Aston Martin sprach von Funkproblemen und einer Strategie, die nicht aufging (mehr dazu unten).
Strafen und Vorfälle: Was die Rennkommissare entschieden
Gasly fiel schon vor der Kollision auf. In Runde 4 kam er in Kurve 14 auf unsichere Weise auf die Strecke zurück und bekam in Runde 6 die schwarz-weiße Verwarnungsflagge. Nach dem Stopp unter Safety Car lag er nur noch auf Platz 18, von Platz 9 aus. Am Ende wurde er 16.
Esteban Ocon bekam für einen Frühstart 5 Sekunden Strafe. Er stoppte in den Runden 8 und 9 zweimal direkt hintereinander, mit Standzeiten von 8,3 und 8,6 Sekunden. Die Kommissare prüften, ob er die Strafe richtig abgesessen hatte, und ließen es dabei. Am Ende wurde er 15.
Stroll bekam 5 Sekunden Strafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse. Aston Martin setzte auf eine andere Strategie und hoffte auf ein spätes Safety Car. Das kam nicht. Erst in Runde 49 holte das Team ihn zum dritten Mal herein, saß die Strafe ab und zog Soft-Reifen auf. Die Standzeit lag bei 10,1 Sekunden, er fiel von Platz 10 auf 18. Stroll sagte dazu: „It was always going to be challenging gaining back positions at this track.“ (Aston Martin/Stroll)
Bearman bekam eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe für die Freigabe ohne montiertes Rad. Nach Ansicht der Kommissare sehen die Regeln dafür eine feste Strafe vor. Ohne Folgen blieben eine mögliche unsichere Freigabe bei Yuki Tsunoda in Runde 36 und mögliche Gelbflaggen-Verstöße von Stroll, Gabriel Bortoleto und Alexander Albon in Runde 16.
Gewinner und Verlierer in Lusail
Gewinner: Verstappen war der klare Sieger des Tages. Platz 3 im Startfeld reichte ihm, weil Red Bull in Runde 7 richtig entschied. Sainz fuhr von Platz 7 aufs Podium und kletterte in der WM auf Platz 9. Die meisten Plätze machten Bortoleto im Sauber und Franco Colapinto im Alpine gut, jeweils sechs. Sie starteten von Platz 19 und 20 und wurden 13. und 14. Lewis Hamilton gewann im Ferrari fünf Plätze (von 17 auf 12), blieb aber ohne Punkte. Ebenfalls fünf Plätze holte Tsunoda, von 15 auf 10, und damit noch einen Punkt. Auch Liam Lawson (von 12 auf 9) und Charles Leclerc (von 10 auf 8) punkteten, Alonso wurde Siebter.
Verlierer: McLaren hatte den Startplatz 1 und 2 und holte damit nur 30 Punkte. Hadjar verlor durch den Reifenschaden zwölf Plätze und damit sichere Punkte. Hülkenberg (minus neun) und Gasly (minus sieben) belasteten sich mit ihrer Kollision beide selbst. Bei Haas ruinierte der verpatzte Boxenstopp Bearmans Rennen.
WM-Stand nach dem GP Katar: Dreikampf vor dem Finale
Im WM-Stand führt Norris mit 408 Punkten. Verstappen ist mit 396 Punkten auf Platz 2 vorgerückt, Piastri hat 392 Punkte und ist jetzt Dritter. Vor dem Finale beim GP Abu Dhabi liegen damit drei Fahrer innerhalb von 16 Punkten. Für den Sieg gibt es 25 Punkte. Norris kann sich also aus eigener Kraft absichern: Mit Platz 3 hätte er 423 Punkte, mehr als jeder Verfolger noch erreichen kann.
Bei den Teams führt McLaren mit 800 Punkten. Um Platz 2 bleibt es spannend: Mercedes hat 459 Punkte, Red Bull 426. Ferrari folgt mit 382 Punkten, Williams mit 137. Racing Bulls hat 92 Punkte, Aston Martin 80, Haas 73, Sauber 68 und Alpine 22.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Katar 2025 – formel-1-livestream.de
- Qatar GP 2025 – Race Notes: Verstappen takes Qatar GP – GrandPrix.com
- Winners and losers from F1's 2025 Qatar Grand Prix – The Race
- 2025 Qatar Grand Prix – Infringement – Car 87 – Released in an unsafe condition – FIA
- Qatar Grand Prix: A lack of opportunities in Lusail – Lance Stroll / Aston Martin
- Formula 1 Qatar Airways Qatar Grand Prix 2025 – Race Result – Formula 1