Rückblick · erstellt am · Rennen vom 7. September 2025

GP Italien 2025: Verstappen siegt, McLaren tauscht die Plätze

Max Verstappen gewinnt in Monza von der Pole vor Norris und Piastri. Ein langsamer Boxenstopp löst bei McLaren einen umstrittenen Platztausch aus.

GP Italien 2025: Verstappen gewinnt in Monza vor Norris und Piastri

Max Verstappen gewann den GP Italien 2025 für Red Bull von der Pole Position aus. Das Podium komplettierten die beiden McLaren-Fahrer Lando Norris und Oscar Piastri. Entschieden wurde das Rennen auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Runde 4: Da überholte Verstappen Norris in der ersten Schikane und gab die Führung danach nur noch während der Boxenstopps ab. Für Gesprächsstoff sorgte ein langsamer Stopp bei Norris, nach dem McLaren die Plätze zwei und drei tauschen ließ. Auf unserer Rennseite zum GP Italien kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben.

Rennverlauf in Monza: Startduell und Verstappens Konter in Runde 4

Das Rennen blieb trocken. Die Luft hatte 25,9 bis 27,4 Grad, der Asphalt bis zu 45,9 Grad. Es gab weder Safety Car noch virtuelles Safety Car oder rote Flagge. Deshalb entschieden allein Pace, Duelle und Strategie.

Norris kam besser vom Start weg und bremste sich vor der ersten Schikane innen neben Verstappen. Der Red Bull drückte ihn Richtung Gras und kürzte dabei selbst die Schikane ab. Norris beschwerte sich am Funk: „He put me in the grass and cut the corner.“ (formula1.com). Verstappen führte zwar nach Runde 1, gab den Platz aber in Runde 2 zurück, um einer möglichen Strafe zu entgehen. Die Rennkommissare prüften die Szene und sahen danach keinen Grund für eine weitere Untersuchung.

Norris führte nur zwei Runden lang. In Runde 4 ging Verstappen außen in der ersten Schikane an ihm vorbei. Danach führte er bis zu seinem Boxenstopp und fuhr Schritt für Schritt einen Vorsprung heraus. Dahinter blieben die Positionen von Piastri, Charles Leclerc im Ferrari und George Russell im Mercedes lange unverändert. Alle vier kamen am Ende genau auf ihrem Startplatz ins Ziel. Lewis Hamilton ging wegen einer Rückversetzung um fünf Plätze nur von Rang 10 ins Rennen.

Boxenstopps: Langsamer Norris-Stopp und McLarens Platztausch

Verstappen wechselte in Runde 37 von Medium auf Hard. Die Standzeit betrug 2,3 Sekunden. Drei Runden später lag er auf Platz drei, weil beide McLaren auf ihren Medium-Reifen draußen blieben. Ab Runde 38 führte Norris.

McLaren wollte mit diesem Overcut Druck aufbauen. Die Rechnung ging aber nicht auf. Piastri kam in Runde 45 an die Box, stand nur 1,9 Sekunden und bekam gebrauchte Softs. Norris folgte eine Runde später, doch am vorderen linken Rad hakte es. Mit 5,9 Sekunden stand er mehr als dreimal so lang wie sein Teamkollege. Das brachte Piastri auf Platz zwei. Ab Runde 47 führte wieder Verstappen.

Dann griff das McLaren-Team ein: Piastri sollte Norris wieder vorbeilassen, weil der Positionsverlust nur durch den Stopp entstanden war. Der Australier gehorchte. Danach waren beide frei zum Kämpfen, doch Piastri fehlte der Speed für einen Angriff. Auch die frischeren Softs reichten nicht, um Verstappen auf Hard noch gefährlich zu werden. Norris holte sich mit der schnellsten Runde wenigstens einen kleinen Trost. Unterm Strich verlor McLaren das Rennen nicht in der Box, sondern auf der Strecke: Verstappens Pace war an diesem Tag schlicht höher.

Strategie beim GP Italien: Wer mit dem Einstopper gewann und wer verlor

Alle Fahrer, die ins Ziel kamen, stoppten genau einmal. Die meisten wechselten von Medium auf Hard. Spannend wurde es bei den Stopp-Zeitpunkten und bei den umgekehrten Strategien.

  • Ferrari: Leclerc stoppte in Runde 33 und fiel von Platz vier auf sechs zurück. Am Ende holte er Rang vier zurück. Hamilton fuhr länger, stoppte in Runde 38 von Platz vier aus und lag drei Runden später auf Platz acht. Mit frischen Hards arbeitete er sich bis auf Rang sechs vor.
  • Mercedes: Russell stoppte in Runde 27 als Erster aus der Spitzengruppe und rutschte von Platz fünf auf elf ab, weil viele Autos noch draußen waren. Am Ende lag er wieder auf Platz fünf. Andrea Kimi Antonelli kam eine Runde später, fiel von Platz sieben auf 13 und wurde nach seiner Strafe Neunter.
  • Umgekehrte Strategie: Alexander Albon im Williams startete auf Hard und fuhr damit bis Runde 41. Vor dem Stopp lag er auf Platz vier, danach auf neun. Mit den Mediums am Ende holte er Rang sieben. Isack Hadjar im RB F1 Team fuhr bis Runde 32 auf Hard und schaffte es mit Mediums vom 19. Startplatz bis in die Punkte.
  • Zu lange draußen: Esteban Ocon im Haas F1 Team fuhr 51 Runden auf Hard und lag vor seinem Stopp auf Platz sieben. Mit 8,6 Sekunden Standzeit, in die seine Fünf-Sekunden-Strafe fiel, rutschte er auf Rang 15 und eine Runde zurück. Lance Stroll im Aston Martin lag vor seinem Stopp in Runde 49 auf Platz acht. Nach 16,2 Sekunden Standzeit war er nur noch 18. Pierre Gasly im Alpine F1 Team stoppte ebenfalls erst in Runde 49 und fiel von Platz 12 auf 16.
  • Früh gestoppt: Gabriel Bortoleto im Sauber kam in Runde 20 und stand 4,0 Sekunden. Er fiel von Platz sieben auf 16, holte am Ende aber trotzdem Rang acht. Yuki Tsunoda stoppte in Runde 19 und fiel von Platz zehn auf 19. Davon erholte er sich nur bis Rang 13. Liam Lawson startete als Einziger auf Soft, wechselte schon in Runde 9 auf Hard und wurde 14.

Ausfälle, Strafen und Vorfälle beim GP Italien

Nico Hülkenberg fuhr gar nicht erst los. Bei Nico Hülkenberg trat ein Hydraulikproblem auf. Sauber rief ihn am Ende der Einführungsrunde an die Box, um das Auto abzustellen. Startplatz 12 blieb deshalb leer.

Fernando Alonso war das zweite Opfer des Tages. Fernando Alonso war von Startplatz acht losgefahren. Nach seinem Stopp in Runde 20 (3,2 Sekunden) lag er auf Platz 15. Nach Runde 24 war Schluss: Beim Rausfahren aus der Ascari-Schikane fuhr er über die Randsteine, danach brach offenbar die Aufhängung. Außerdem notierte die Rennleitung bei ihm und bei Stroll einen Verstoß gegen die Vorgaben für Probestarts an der Boxenausfahrt. Beide Fälle sollten nach dem Rennen untersucht werden.

Strafen der Rennkommissare:
- Ocon: fünf Sekunden Zeitstrafe, weil er Stroll in Kurve 4 von der Strecke gedrängt hatte. Der Vorfall passierte in Runde 6, die Strafe kam in Runde 9.
- Carlos Sainz: Verwarnung, weil er die Vorgaben der Rennleitung für die Auslaufzone in Kurve 4 missachtet hatte.
- Oliver Bearman: zehn Sekunden Zeitstrafe für die Kollision mit Sainz in Kurve 5, die die Rennleitung in Runde 42 notierte. Am Ende lag Sainz auf Platz 11, Bearman auf 12. Beide verpassten die Punkte knapp.
- Antonelli: fünf Sekunden Zeitstrafe wegen unberechenbaren Fahrens. In Runde 46 hatte er in Kurve 3 Albon aufs Gras gedrängt. Durch die Strafe fiel er hinter Bortoleto auf Platz neun zurück.

Ein Zwischenfall zwischen Tsunoda und Hamilton in Kurve 1 in Runde 4 hatte dagegen keine Folgen. Die Rennkommissare sahen nach der Prüfung keinen Anlass für eine Untersuchung.

Gewinner und Verlierer des GP Italien 2025

Gewinner:
- Hadjar machte die meisten Plätze gut: Er kam von Platz 19 auf Rang zehn, neun Positionen weiter vorn, und holte einen Punkt.
- Albon fuhr mit seiner umgekehrten Reifenstrategie von Platz 14 auf sieben und machte damit sieben Plätze gut.
- Hamilton machte die Strafversetzung wett und kam von Rang zehn auf sechs. Um je vier Plätze verbesserten sich auch Lawson und Gasly.
- Bortoleto holte trotz seines langsamen Stopps Platz acht und damit Punkte, die Sauber nach Hülkenbergs Aus gut gebrauchen konnte.

Verlierer:
- Aston Martin ging komplett leer aus: Alonso schied aus, Stroll fiel nach seinem langen Stopp vom Punkterang auf Platz 18 zurück.
- Tsunoda fiel von Startplatz neun auf Rang 13 zurück, während sein Teamkollege gewann.
- Antonelli verlor bei seinem Heimrennen drei Plätze und kassierte zusätzlich eine Strafe.
- Ocon lag lange auf Kurs in die Punkte, kam am Ende aber nur als 15. ins Ziel, eine Runde zurück.

WM-Stand nach dem GP Italien: Piastri bleibt vorn

Durch den Platztausch blieb Norris' Rückstand kleiner. Nach Monza führte Piastri die Fahrer-WM mit 324 Punkten an, Norris folgte mit 293 Punkten, also 31 Zähler dahinter. Verstappen blieb mit 230 Punkten Dritter, vor Russell (194) und Leclerc (163). Hamilton lag mit 117 Punkten auf Rang sechs. Weiter hinten gab es zwei Verschiebungen: Albon (70) überholte Antonelli (66) und lag nun auf Platz sieben. Hadjar (38) zog an Hülkenberg (37) vorbei auf Rang neun.

In der Konstrukteurs-WM führte McLaren mit 617 Punkten weiterhin klar vor Ferrari (280), Mercedes (260) und Red Bull (239). Den kompletten WM-Stand 2025 findest du in unserer Übersicht. Alle Daten zum Rennen und die 3D-Wiederholung gibt es auf der Rennseite GP Italien 2025.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Italien 2025 – formel-1-livestream.de
  2. Verstappen charges to Italian GP win over Norris and Piastri – formula1.com
  3. Hulkenberg DNS in Monza was 'massive disappointment' as Bortoleto 'hungry' for more after P8 finish – formula1.com

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