GP Niederlande 2025: Piastri siegt, Norris scheidet spät aus
Oscar Piastri gewinnt in Zandvoort von der Pole und baut die WM-Führung auf 34 Punkte aus. Norris fällt mit Defekt aus, Hadjar fährt erstmals aufs Podium.
GP Niederlande 2025: Piastri gewinnt, Hadjar jubelt über erstes Podium
Oscar Piastri hat den GP Niederlande 2025 von der Pole-Position aus gewonnen. Er führte alle 72 Runden an und fuhr zusätzlich die schnellste Runde. Hinter ihm kamen Max Verstappen (Red Bull) und Isack Hadjar (Racing Bulls) ins Ziel. Für Hadjar war es das erste Podium in der Formel 1. Entschieden hat sich das Rennen in Runde 64: Piastris Teamkollege Lando Norris lag sicher auf Platz 2, als Rauch aus seinem McLaren aufstieg und er das Auto abstellen musste. Im Circuit Park Zandvoort gab es außerdem drei Safety-Car-Phasen, eine VSC-Phase und einen doppelten Ausfall bei Ferrari. Auf unserer Rennseite zum GP Niederlande kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben.
Rennverlauf in Zandvoort: Piastri hat alles im Griff
Piastri behielt am Start die Führung und gab sie bis zur Zielflagge nicht mehr ab. Dahinter ging es enger zu. Verstappen war von Platz 3 losgefahren und überholte Norris in der ersten Runde außen. In der überhöhten Turn 3 geriet sein Red Bull kurz ins Rutschen, trotzdem behielt er die Position. Norris holte sich Platz 2 in Runde 9 zurück, als er Verstappen in Turn 1 außen überholte.
Danach bestimmten die Safety-Car-Phasen das Rennen. Das Spitzentrio fuhr beide Male unter Safety Car an die Box, in Runde 23 und in Runde 53. Bei beiden Stopps lagen Piastri, Norris und Verstappen vorher auf den Plätzen 1, 2 und 3 und drei Runden später genauso. Die Reihenfolge an der Spitze änderte sich also bis kurz vor Schluss nicht. Mit einer Standzeit von 2,6 Sekunden in Runde 23 bekam Piastri den schnelleren ersten Stopp als Norris, der 4,5 Sekunden stand. Am Abstand zur Spitze änderte das wenig, weil das Feld hinter dem Safety Car zusammengeschoben wurde.
Am Ende ließ Piastri nichts mehr anbrennen. Nach Norris' Ausfall rückte Verstappen auf Platz 2 vor und Hadjar auf Platz 3. Hadjar musste beim letzten Restart nach dem Safety Car (Runden 65 bis 69) George Russell hinter sich halten, der mit seinem Mercedes auf Platz 4 ins Ziel kam.
Ausfälle beim GP Niederlande: Norris, Leclerc und Hamilton
Lewis Hamilton (Ferrari), Ausfall in Runde 23: Lewis Hamilton war von Platz 7 gestartet. Beim Anbremsen der überhöhten Turn 3 verlor er das Heck seines Ferrari und schlug in die Barriere ein. Danach kam in Runde 23 das erste Safety Car auf die Strecke. Schon vor dem Start hatte er Ärger: Auf seiner ersten Aufwärmrunde zur Startaufstellung bremste er an der Boxeneinfahrt unter doppelt geschwenkten gelben Flaggen nicht stark genug ab. Die Rennkommissare untersuchten das nach dem Rennen und gaben ihm eine Rückversetzung um fünf Startplätze beim nächsten Grand Prix sowie zwei Strafpunkte.
Charles Leclerc (Ferrari), Ausfall in Runde 53: Charles Leclerc lag auf Platz 5, als Mercedes einen Undercut gegen ihn versuchte. Andrea Kimi Antonelli kam in Runde 51 an die Box, Ferrari holte Leclerc eine Runde später rein. Kurz danach kollidierten die beiden in Turn 3. Antonelli rutschte in Leclerc hinein, der Ferrari landete in der Barriere, und das zweite Safety Car kam heraus. Die Rennkommissare sahen die Schuld überwiegend bei Antonelli und gaben ihm 10 Sekunden Zeitstrafe.
Lando Norris (McLaren), Ausfall nach Runde 64: Norris lag sicher auf Platz 2, als er über einen seltsamen Geruch im Cockpit klagte. Kurz darauf stieg Rauch aus seinem Auto auf, und er stellte es am Streckenrand ab. Nach dem Rennen sprach er von einem Ölleck. Das Auto musste geborgen werden, deshalb kam in Runde 65 das dritte Safety Car. In der Wertung steht Norris auf Platz 18, ohne Punkte.
Unfälle und Strafen: Antonelli doppelt bestraft, Sainz verärgert
Nach dem Neustart in Runde 27 berührten sich Carlos Sainz (Williams) und Liam Lawson in Turn 1. Beide mussten mit Schäden an die Box. Lawson stand 6,7 Sekunden und fiel von Platz 7 auf Platz 19 zurück. Sainz stand 13,2 Sekunden und rutschte von Platz 8 auf Platz 18. Die Rennkommissare gaben Sainz in Runde 33 eine 10-Sekunden-Strafe, weil er die Kollision verursacht habe. Sainz wollte Lawson eigener Aussage nach nur von der Ideallinie drängen und nannte die Strafe unerklärlich. Laut Rennleitung saß er die Strafe ab, bei seinem Stopp in Runde 51 stand er 15,3 Sekunden. Kurz nach der Kollision gab es in den Runden 31 und 32 eine VSC-Phase, weil auf der Start-Ziel-Geraden Trümmer lagen.
Antonelli erwischte es gleich doppelt. Für die Kollision mit Leclerc bekam er 10 Sekunden, dazu kamen in Runde 62 noch 5 Sekunden, weil er in der Boxengasse zu schnell war. Drei Runden nach seinem letzten Stopp lag er noch auf Platz 7. Mit insgesamt 15 Strafsekunden fiel er in der Wertung auf Platz 16 zurück.
Der Zweikampf zwischen Leclerc und Russell um Platz 5 in Turn 12 wurde nach dem Rennen untersucht. Die Rennkommissare sprachen keine Strafe aus. Ob Leclerc dabei die Strecke verlassen hatte, ließ sich nicht klar belegen. Am Ende stuften sowohl die Rennkommissare als auch beide Fahrer die Szene als normalen Rennzwischenfall ein. Nach dem Rennen untersucht wurden auch noch zwei weitere Vorfälle: ein mögliches Überschreiten der Maximalzeit hinter dem Safety Car in Runde 1 durch Nico Hülkenberg (Sauber), Sainz, Verstappen und Norris sowie ein „unsicherer Zustand“ am Auto von Gabriel Bortoleto. Die Kontakte zwischen Lance Stroll und Bortoleto (Runde 6) und zwischen Yuki Tsunoda und Pierre Gasly (Runde 71) schauten sich die Rennkommissare an, untersuchten sie aber nicht weiter.
Strategie: Wer vom Safety Car profitierte und wer nicht
Die vorderen Fahrer machten zwei Stopps, beide unter Safety Car. Piastri wechselte von Medium auf zwei Sätze Hard. Verstappen fuhr als einziger aus den Top 3 die Reihenfolge Soft, Medium, Soft. Hadjar und Russell gingen für den Schlussstint auf gebrauchte Softs, die zwei beziehungsweise drei Runden alt waren. Plätze gewinnen konnte damit vorne niemand, weil jeder an der Spitze dasselbe Timing wählte.
Anders sah es dahinter aus. Leclerc kam in Runde 22 an die Box, eine Runde bevor Hamiltons Unfall das Safety Car auslöste. Er rutschte dadurch von Platz 5 auf Platz 6. Tsunoda (Runde 19, von Platz 11 auf 18), Franco Colapinto (Runde 19, von 15 auf 19) und Hülkenberg (Runde 19, von 16 auf 20) erging es mit ihren frühen Stopps noch schlimmer. Auch beim zweiten Safety Car fehlte manchen nur eine Runde: Esteban Ocon war in Runde 52 an die Box gekommen und fiel von Platz 10 auf 14 zurück, Stroll im selben Umlauf von 9 auf 12.
Den besten Plan hatte Haas. Oliver Bearman war nach einem Wechsel an der Antriebseinheit aus der Boxengasse gestartet. Er fuhr 53 Runden auf Hard und stoppte nur einmal, und zwar unter dem zweiten Safety Car. Unmittelbar danach lag er auf Platz 11. Auf frischen Medium-Reifen arbeitete er sich in der Schlussphase bis auf Platz 6 nach vorn. Das ist sein bestes Ergebnis in der Formel 1. Mercedes probierte bei Antonelli in Runde 51 den Undercut, doch Ferrari reagierte sofort. Was dann folgte, kostete beide Teams alle Punkte aus diesen Autos.
Gewinner und Verlierer des GP Niederlande
Gewinner:
- Oliver Bearman: Von Startplatz 20 auf Platz 6. Mit 14 gutgemachten Plätzen holte niemand mehr.
- Lance Stroll: Von Platz 19 auf Platz 7, also 12 Plätze nach vorn. Aston Martin holte zehn Punkte, weil auch Fernando Alonso von Platz 10 auf Platz 8 fuhr.
- Alexander Albon: Alexander Albon machte zehn Plätze gut, von 15 auf 5. Sein Teamkollege Sainz verlor dagegen nach Kollision und Strafe vier Plätze und wurde 13.
- Isack Hadjar: Er startete auf Platz 4 und stand am Ende zum ersten Mal auf dem Podium. Damit holte er 15 Punkte für die Racing Bulls.
Verlierer:
- Lando Norris: Von Startplatz 2 in Runde 64 ausgefallen, null Punkte.
- Ferrari: Beide Autos ausgefallen, null Punkte.
- Andrea Kimi Antonelli: Nach dem Restart lag er noch auf Punktekurs, dann kosteten ihn 15 Strafsekunden alles und er wurde 16.
- Liam Lawson: Lag nach dem ersten Stopp auf Platz 7, fiel nach der Kollision mit Sainz weit zurück und wurde 12.
WM-Stand nach dem GP Niederlande: Piastri baut Vorsprung aus
Im WM-Stand liegt Piastri jetzt mit 309 Punkten 34 Zähler vor Norris (275). Verstappen bleibt mit 205 Punkten Dritter, dahinter folgen Russell (184), Leclerc (151) und Hamilton (109). Antonelli und Albon haben jeweils 64 Punkte. Hadjar ist um drei Plätze auf Rang 10 geklettert und hat mit 37 Punkten genauso viele wie Hülkenberg.
Bei den Teams führt McLaren mit 584 Punkten. Spannender ist der Kampf um Platz 2: Ferrari ging leer aus und hat mit 260 Punkten nur noch 12 Zähler Vorsprung auf Mercedes (248). Red Bull folgt mit 214 Punkten. Im Mittelfeld liegt Williams mit 80 Punkten vorn. Dahinter liegen Aston Martin (62), die Racing Bulls (60), Sauber (51), Haas (44) und Alpine (20) dicht beieinander.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Niederlande 2025 – formel-1-livestream.de
- Piastri wins as Norris faces late-race retirement in dramatic Dutch Grand Prix – Formula 1
- What the teams said – race day in the Netherlands 2025 – Formula 1
- Hamilton gets Monza grid penalty for unusual pre-race yellow flag offence – The Race
- Leclerc escapes penalty for his incident with Russell – F1Technical