GP Belgien 2025: Piastri siegt nach Kemmel-Manöver gegen Norris
Oscar Piastri gewinnt den Regen-GP in Spa vor Lando Norris. Der Schlüssel: sein Überholmanöver nach dem Restart. Hamilton fährt aus der Boxengasse auf Platz 7.
GP Belgien 2025: Piastri gewinnt in Spa vor Norris und Leclerc
Oscar Piastri hat den GP Belgien 2025 gewonnen. Er siegte vor seinem McLaren-Teamkollegen Lando Norris, Dritter wurde Charles Leclerc im Ferrari. Entschieden war das Rennen eigentlich schon in Runde 5: Als das Safety Car abbog, ging Piastri auf der Kemmel-Geraden an Norris vorbei und gab die Führung danach nur für zwei Runden während der Boxenstopps ab. Auf unserer Rennseite zum GP Belgien kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben.
Rennverlauf: Regen, Rote Flagge und Safety-Car-Start in Spa
Spa machte seinem Ruf alle Ehre. Kurz vor dem geplanten Start zog heftiger Regen über den Circuit de Spa-Francorchamps, und der Start verzögerte sich deutlich. Die Rennleitung schickte das Feld für die Einführungsrunde hinter das Safety Car, alle Fahrer waren auf Intermediates unterwegs. Weit kam das Feld nicht. Wegen der starken Gischt zeigte die Rennleitung noch in der ersten Runde die Rote Flagge. Norris hatte zuvor gefunkt, dass er hinter dem Safety Car kaum etwas sehe.
Nach einem weiteren Regenschauer und einer langen Wartezeit ging es bei aufklarendem Himmel weiter. Auch der Rennstart erfolgte hinter dem Safety Car. Erst nach mehreren Runden gab die Rennleitung das Rennen frei. Bei Lufttemperaturen zwischen 14,5 und 19 Grad und einer Streckentemperatur, die von 20,7 auf 27,6 Grad stieg, trocknete die Piste schnell ab. Danach blieb es ruhig: Bis zur Zielflagge nach 44 Runden gab es weder ein weiteres Safety Car noch ein virtuelles Safety Car.
Vier Fahrer starteten aus der Boxengasse: Lewis Hamilton, Andrea Kimi Antonelli vom Team Mercedes, Carlos Sainz von Williams und Fernando Alonso von Aston Martin. Laut Formel 1 hatten ihre Teams am Antrieb und an der Abstimmung gearbeitet.
Duell der McLaren: Wie Piastri Norris auf der Kemmel-Geraden schlug
Norris war von der Pole gestartet und führte das Feld hinter dem Safety Car an. Beim fliegenden Start in Runde 5 hatte Piastri aber den besseren Plan. Laut seinem Team hatte Norris in La Source einen kleinen Rutscher, während Piastri durch Eau Rouge bewusst weniger lupfte als sein Teamkollege. Mit dem höheren Tempo zog er auf der Kemmel-Geraden vorbei und schloss das Manöver ab, lange bevor sie zum Bremsen vor Les Combes kamen. Ab Runde 5 lag Piastri vorn.
In der Boxenstopp-Phase führte Norris kurz. Piastri kam in Runde 12 als Führender zum Wechsel auf Slicks, Norris blieb eine Runde länger draußen und stoppte in Runde 13. Den Vorteil konnte er nicht nutzen: Sein Stopp dauerte 3,5 Sekunden, Piastris dagegen nur 2,8 Sekunden. Laut Formel 1 hakte es beim Wechsel des linken Vorderrads. Ab Runde 14 führte wieder Piastri.
Danach drehte sich das Duell um die Reifenwahl. Piastri fuhr auf Medium bis ins Ziel, Norris auf der härteren Mischung. Norris kam gegen Rennende zwar näher, machte aber Fehler. In Runde 26 rutschte er in Pouhon von der Linie. In der vorletzten Runde bremste er sich in La Source zu weit hinein, und die Attacke war vorbei. Piastri brachte den Sieg nach Hause und sagte zu seinem Manöver am Start: „I committed and managed to make it work.“
Strategie beim GP Belgien: Warum der frühe Wechsel auf Slicks Plätze brachte
Fast alle Fahrer kamen genau einmal an die Box, für den Wechsel von Intermediates auf Slicks. Entscheidend war der Zeitpunkt, und die Zahlen sind eindeutig: Wer früh kam, gewann Plätze. Wer zu lange draußen blieb, fiel zurück.
- Hamilton stoppte als Erster in Runde 11 auf Platz 13. Drei Runden später war er Siebter, so weit wie keiner sonst.
- Nico Hülkenberg von Sauber stoppte ebenfalls in Runde 11 und verbesserte sich dadurch von Platz 15 auf Platz 9.
- Alonso stoppte in Runde 11 auf Platz 19 und lag drei Runden später auf Platz 13.
- Pierre Gasly von Alpine kam in Runde 11 von Platz 14 auf Platz 11, obwohl sein Stopp 3,9 Sekunden dauerte.
Die Gegenbeispiele kamen erst in Runde 13 an die Box. Yuki Tsunoda von Red Bull fiel dadurch von Platz 6 auf Platz 12. Laut seinem Team gab es ein Missverständnis am Funk, und Tsunoda verpasste die Einfahrt zur Box. Esteban Ocon vom Haas F1 Team stürzte von Platz 11 auf Platz 20 ab. Haas sprach von einem Fehler im Ablauf, und Ocon sagte: „We stayed two laps too long on the inters.“
Weiter vorn änderten die Stopps kaum etwas. Leclerc, Max Verstappen, George Russell und Alexander Albon stoppten alle in Runde 12 und behielten ihre Plätze 3 bis 6. Verstappen blieb trotz einer Standzeit von 4,8 Sekunden Vierter. Er hing aber den ganzen Tag hinter Leclerc fest. Red Bull hatte das Auto auf Regen abgestimmt, und Verstappen gab zu: „We set up for the wet and ultimately we didn't do a wet race.“
Ein zweiter Stopp lohnte sich für niemanden. Hülkenberg wechselte in Runde 32 auf Platz 10 liegend erneut die Reifen, weil seine Vorderreifen stark abbauten. Er fiel auf Platz 14 zurück und wurde am Ende Zwölfter. Antonelli in Runde 30, Alonso in Runde 29, Franco Colapinto in Runde 28 und Sainz in Runde 26 kamen mit ihren zweiten Stopps ebenfalls nicht in die Punkte.
Ausfälle, Strafen und Pechvögel beim GP Belgien
Trotz der Bedingungen gab es keinen einzigen Ausfall: Alle 20 Autos wurden gewertet. Die Rennkommissare sprachen auch keine Strafen aus. Sainz bekam laut Formel 1 lediglich die schwarz-weiße Verwarnungsflagge für Verstöße gegen die Streckenbegrenzung in Eau Rouge.
Der größte Pechvogel war Isack Hadjar von den Racing Bulls. Er startete von Platz 8, fiel nach seinem Stopp in Runde 13 auf Platz 16 zurück und wurde am Ende überrundet Zwanzigster. Laut seinem Team hatte er fast das ganze Rennen über ein technisches Problem und verlor auf den Geraden Tempo. Er sagte: „we had an issue with the car for almost the whole race.“ Ein zweiter Stopp in Runde 20 half auch nicht mehr.
Auch bei Williams lief es nicht für beide Fahrer. Sainz stand bei seinem ersten Stopp 6,2 Sekunden. Das war mit Abstand der langsamste Stopp des Tages, und er fiel von Platz 15 auf Platz 19 zurück. Am Ende wurde er Achtzehnter. Oliver Bearman verlor laut Haas durch ein Motorproblem Plätze und verpasste als Elfter knapp die Punkte.
Gewinner und Verlierer des Tages in Spa
Gewinner: Hamilton machte 11 Plätze gut, mehr als jeder andere. Er startete aus der Boxengasse, fuhr bis auf Platz 7 nach vorn und biss sich am Ende an Albon fest. Russell überholte Albon im Regen und holte als Fünfter nach eigener Aussage das Maximum. Liam Lawson wurde mit gutem Reifenmanagement Achter. Gabriel Bortoleto holte als Neunter Punkte, nachdem Sauber die Positionen seiner beiden Fahrer getauscht hatte. Gasly gewann 3 Plätze und rettete den letzten Punkt als Zehnter. Antonelli fuhr nach dem Start aus der Boxengasse die schnellste Runde des Rennens, kam aber hinter Ocon nicht über Platz 16 hinaus.
Verlierer: Hadjar verlor 12 Plätze, Tsunoda 6 und Ocon 4. Bei allen dreien lag das an Technik oder dem zu späten Wechsel auf Slicks. Auch Colapinto fiel um 4 Plätze auf Rang 19 zurück. Aston Martin hatte wie Williams auf Regen gesetzt, aber das Rennen war größtenteils trocken. Lance Stroll wurde Vierzehnter, Alonso Siebzehnter.
WM-Stand nach dem GP Belgien: Piastri baut seine Führung aus
Mit seinem Sieg hat Piastri jetzt 266 Punkte und führt die WM mit 16 Punkten vor Norris (250) an. Dahinter kommen Verstappen mit 185, Russell mit 157 und Leclerc mit 139 Punkten. Hamilton liegt mit 109 Punkten auf Platz 6. In den Top 10 hat sich nichts verschoben.
In der Teamwertung hat McLaren 516 Punkte und liegt weit vor Ferrari (248), Mercedes (220) und Red Bull (192). Alle Platzierungen findest du im aktuellen WM-Stand 2025.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Belgien 2025 – formel-1-livestream.de
- Piastri wins wet-dry Belgian GP after late pressure from title rival Norris – Formula 1
- What the teams said – Race day in Belgium 2025 – Formula 1