GP Österreich 2025: Norris gewinnt McLaren-Duell gegen Piastri
Lando Norris siegt in Spielberg vor Oscar Piastri und Charles Leclerc. Verstappen scheidet nach Antonellis Fehler in Runde 1 aus, Williams ohne Punkte.
GP Österreich 2025: Norris siegt vor Piastri und Leclerc
Lando Norris hat den GP Österreich 2025 von der Pole-Position aus gewonnen. Er führte 70 Runden lang einen Doppelsieg für McLaren an, vor Teamkollege Oscar Piastri und Charles Leclerc im Ferrari. Entschieden wurde das Rennen in einem harten Stallduell der beiden McLaren-Piloten und bei den Boxenstopps. Norris kam nach beiden Stopps wieder vor Piastri heraus. Zuvor hatte ein Unfall in Kurve 3 schon in der ersten Runde zwei Favoriten aus dem Rennen genommen.
Auf unserer Rennseite zum GP Österreich 2025 kannst du das Rennen in 3D nacherleben, Runde für Runde und mit allen Positionen. Alles zur Strecke findest du auf der Seite zum Red Bull Ring.
Start in Spielberg: Abbruch, Feuer und Crash in Kurve 3
Schon vor dem eigentlichen Start ging es turbulent zu. Der erste Startversuch wurde abgebrochen, weil Carlos Sainz seinen Williams für die Einführungsrunde nicht vom Startplatz bekam. Als er die Boxengasse erreichte, fingen seine Bremsen Feuer. Die Schäden durch den Brand und das Löschen waren so groß, dass Sainz das Rennen nicht aufnehmen konnte.
Beim Start selbst wehrte Norris einen Angriff von Leclerc in der ersten Kurve ab. Piastri ging von Startplatz 3 aus an Leclerc vorbei und lag damit auf Platz 2. Dahinter kam es zum Unfall: Andrea Kimi Antonelli im Mercedes blockierte beim Anbremsen von Kurve 3 die Hinterräder und rutschte in den Red Bull von Max Verstappen. Beide Autos blieben liegen, das Safety Car kam heraus und blieb von Runde 1 bis Runde 4 auf der Strecke. Isack Hadjar vom RB F1 Team nutzte die Neutralisation und wechselte in Runde 2 von Soft auf Medium. Es war der einzige Stopp des Rennens unter Safety Car.
Die Rennkommissare untersuchten den Unfall nach dem Rennen und gaben Antonelli die volle Schuld. Die mildere Bewertung, die für Zwischenfälle in der ersten Runde üblich ist, wendeten sie nicht an, weil kein anderes Auto beteiligt war. Nach ihrer Einschätzung war es kein absichtliches Hineinstechen. Antonelli sei nach dem Verbremsen ausgewichen. Dafür bekam er eine Rückversetzung um drei Startplätze für den GP Großbritannien und zwei Strafpunkte. Piastri wurde in Runde 1 wegen der vorgeschriebenen Delta-Zeit unter Safety Car kurz überprüft, die Kommissare ermittelten aber nicht weiter.
Norris gegen Piastri: So hielt Norris die Führung
Nach dem Restart zog sich das McLaren-Duo von Ferrari ab und lieferte sich einen packenden Zweikampf. Piastri blieb im ersten Stint dicht an Norris und kam kurz an ihm vorbei. Norris konterte aber sofort. Laut Führungsdaten lag Norris bis zu seinem ersten Stopp in Runde 20 vorne.
Dann ging es um die Strategie. McLaren holte Norris zuerst herein: von Medium auf Hard, 3,1 Sekunden Standzeit. Drei Runden später lag er auf Platz 4, weil Piastri, Leclerc und Lewis Hamilton noch draußen waren. Piastri führte von Runde 20 an, ging aber erst in Runde 24 an die Box (3,4 Sekunden Standzeit) und kam als Zweiter wieder heraus. Der Overcut brachte ihm also nichts. Hamilton übernahm für eine Runde die Führung, dann holte Ferrari ihn in Runde 26 herein, und Norris war wieder vorne.
Das zweite Kräftemessen folgte im letzten Drittel. Norris stoppte in Runde 52 mit 2,5 Sekunden Standzeit und wechselte wieder auf Medium. Piastri blieb noch eine Runde draußen, führte kurz und kam in Runde 53 mit dem schnellsten Stopp der Spitzengruppe herein (2,0 Sekunden). Trotzdem lag Norris ab Runde 54 wieder vorne. Gleich danach kam Piastri neben Franco Colapinto auf die Strecke zurück und wurde in Kurve 3 ins Gras gedrängt. Das kostete ihn Zeit, und Colapinto bekam fünf Sekunden Strafe. Piastri fuhr zwar die schnellste Runde, kam aber nicht mehr vorbei. Norris freute sich nach dem Rennen: „Ein Doppelsieg ist das perfekte Ergebnis für uns als Team.“ (übersetzt, Quelle 5)
Strategie: Einstopper bringen Lawson und Alonso nach vorn
An der Spitze fuhren alle Topteams zwei Stopps mit Medium, Hard und Medium. Bei Lufttemperaturen bis 31,3 °C und bis zu 51,9 °C Asphalttemperatur hielten die Reifen nicht lange. Bei Ferrari stoppte Leclerc in den Runden 25 und 49, Hamilton in den Runden 26 und 50. Danach lagen beide auf denselben Plätzen wie vorher, 3 und 4. Gegen McLaren reichte das Tempo nicht. Leclerc gab offen zu, McLaren sei an diesem Tag einfach schneller gewesen.
Besonders gut ging die Einstopp-Strategie auf. Liam Lawson fuhr auf Medium bis Runde 32, fiel nach dem Wechsel auf Hard von Platz 5 auf Platz 11 zurück und kam am Ende trotzdem als Sechster ins Ziel. Das ist sein bestes Ergebnis in der Formel 1. Teamchef Laurent Mekies lobte die mutige Entscheidung. Fernando Alonso im Aston Martin machte es ähnlich: Er stoppte einmal in Runde 33, fiel von Platz 5 auf Platz 12 zurück und wurde Siebter. Von Startplatz 11 aus hat er damit vier Plätze gutgemacht. Fast das ganze Rennen lang setzte er Lawson unter Druck, kam aber nicht vorbei.
George Russell setzte als einer der wenigen auf zwei Medium-Stints und erst am Ende auf Hard. Nach beiden Stopps fiel er weit zurück (in Runde 18 von Platz 5 auf Platz 10, in Runde 45 von Platz 5 auf Platz 9). Am Ende kam er auf seinem Startplatz 5 ins Ziel. Mehr war für Mercedes nicht drin.
Ausfälle, Strafen und Vorfälle beim GP Österreich
Vier Autos kamen nicht ins Ziel:
- Carlos Sainz (Williams): nicht gestartet. Die Bremsen hatten vor dem Start Feuer gefangen.
- Max Verstappen (Red Bull): in der ersten Runde ausgeschieden, nachdem Antonelli ihn in Kurve 3 getroffen hatte.
- Andrea Kimi Antonelli (Mercedes): ebenfalls in der ersten Runde ausgeschieden, beim Unfall, den er selbst verursacht hatte.
- Alexander Albon (Williams): nach Runde 15 mit einem technischen Defekt aufgegeben. Albon war gut gestartet und auf Platz 7 vorgefahren. Kurz nach seinem ersten Stopp musste er das Auto abstellen. Laut Williams ähnelte der Defekt dem Problem beim Rennen in Kanada. Albon vermutete, dass die hohen Temperaturen eine Rolle spielten.
Damit ging Williams leer aus. Ohne die Ausfälle hätte das Team laut Teamchef James Vowles das Tempo für einen sicheren sechsten Platz gehabt.
Bei den Strafen erwischte es Yuki Tsunoda am härtesten. Für eine Kollision mit Colapinto in Kurve 4 bekamen er zehn Sekunden Zeitstrafe. Er brauchte einen neuen Frontflügel, hatte zwei sehr lange Boxenstopps (10,6 und 13,6 Sekunden Standzeit) und kam nur als Sechzehnter ins Ziel. Tsunoda nahm die Schuld auf sich. Colapinto fiel mehrmals auf: Die Zwischenfälle mit Oliver Bearman und Esteban Ocon ließen die Kommissare ohne Folgen. Für das Abdrängen von Piastri bekam er dagegen fünf Sekunden Strafe. Auch eine Berührung zwischen Tsunoda und Lance Stroll in Kurve 3 blieb ohne Strafe.
Gewinner und Verlierer des GP Österreich
Gewinner war neben Norris vor allem Sauber. Nico Hülkenberg startete als Letzter von Platz 20 und wurde Neunter. Mit elf gewonnenen Plätzen war das der stärkste Vorstoß des Tages. Er startete auf Soft, stoppte früh in Runde 12 und fuhr danach lange auf Medium. Gabriel Bortoleto hielt seinen Startplatz 8 und holte seine ersten Punkte in der Formel 1. Damit punkteten beide Sauber. Auch Ocon im Haas F1 Team überzeugte: Er fuhr von Startplatz 17 auf Platz 10 und gewann sieben Plätze. Lawson feierte als Sechster sein bestes Formel-1-Ergebnis.
Verlierer waren Williams mit dem doppelten Ausfall und Verstappen, der ohne eigenes Verschulden keine einzige Runde beendete. Bei Alpine lief wenig zusammen. Pierre Gasly startete auf gebrauchten Soft-Reifen, fiel nach dem ersten Stopp von Platz 7 auf Platz 13 zurück und verlor gegenüber seinem Startplatz drei Positionen. Colapinto blieb mit seiner Strafe als Fünfzehnter ebenfalls ohne Punkte.
WM-Stand nach dem GP Österreich 2025
In der Fahrer-WM bleibt Piastri mit 216 Punkten vorne. Norris liegt mit 201 Punkten nur noch 15 Zähler dahinter. Verstappen bleibt trotz seines Nullers mit 155 Punkten Dritter, vor Russell (146), Leclerc (119) und Hamilton (91). Hülkenberg rückt mit 22 Punkten auf Platz 10 vor.
In der Konstrukteurs-WM baut McLaren mit 417 Punkten den Vorsprung weiter aus. Dahinter wird es eng: Ferrari hat 210 Punkte, Mercedes 209, nur ein Punkt Unterschied. Red Bull folgt mit 162 Punkten. Alle Zahlen findest du im aktuellen WM-Stand 2025.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Österreich 2025 – formel-1-livestream.de
- Race start: Norris narrowly holds the lead in Austria as Antonelli and Verstappen crash – formula1.com
- Antonelli handed three-place grid penalty for Silverstone after Verstappen collision in Austria – formula1.com
- REPORT: Double DNF in Austria – Williams Racing
- What the teams said – Race day in Austria 2025 – formula1.com
- Report: Early retirement ends Alex's Austrian GP – alexalbon.com