Rückblick · erstellt am · Rennen vom 1. Dezember 2024

GP Katar 2024: Verstappen siegt, Strafe kostet Norris Platz 2

Max Verstappen gewann den GP Katar 2024 vor Leclerc und Piastri. Drei Safety Cars und eine Stop-and-Go-Strafe warfen Norris von Platz 2 auf Rang 10.

GP Katar 2024: Verstappen gewinnt vor Leclerc und Piastri

Max Verstappen hat den GP Katar 2024 auf dem Lusail International Circuit gewonnen und die Führung vom Start bis ins Ziel nicht abgegeben. Neben dem Piloten von Red Bull standen Charles Leclerc von Ferrari und Oscar Piastri von McLaren auf dem Podium. Entschieden wurde das Rennen in Kurve 1 und dann in der Schlussphase: Eine Stop-and-Go-Strafe warf Lando Norris von Platz 2 zurück.

Rennverlauf in Lusail: Verstappen schnappt sich Russell in Kurve 1

George Russell startete für Mercedes von der Pole, behielt die Führung aber nur bis zur ersten Kurve. Verstappen war nach einer Rückversetzung um einen Platz von Startplatz 2 losgefahren. In Kurve 1 ging er an Russell vorbei, und auch Norris schob sich am Mercedes vorbei. Danach gab Verstappen die Spitze nicht mehr ab: Laut Rennleitung war er der einzige Führende des Abends. Das Wetter spielte keine Rolle. Es blieb trocken, bei 18,2 bis 19,7 Grad Lufttemperatur und höchstens 23,8 Grad auf dem Asphalt.

Weiter hinten krachte es sofort. Nico Hülkenberg vom Haas F1 Team startete als 18. auf harten Reifen und geriet in Kurve 1 mit Esteban Ocon vom Alpine F1 Team und Franco Colapinto von Williams aneinander. Ocon und Colapinto blieben liegen, deshalb kam schon in Runde 1 das Safety Car, das bis Runde 5 auf der Strecke blieb. Hülkenberg holte sich unter Safety Car einen neuen Satz harter Reifen ab (Standzeit 6,3 Sekunden).

In der Anfangsphase berührten sich außerdem Lance Stroll von Aston Martin und Alexander Albon in Kurve 4. Der Williams drehte sich von der Strecke. Nach dem Restart ging Piastri an Leclerc vorbei auf Platz 4. Vorn spielten Verstappen und Norris Katz und Maus, doch der McLaren fand keinen Weg vorbei. Russell verlor seine Podestchance an der Box: Er kam in Runde 23 als Dritter herein, stand 7,0 Sekunden und war drei Runden später nur noch Elfter.

Safety Car und Norris-Strafe: Ein Spiegel entscheidet den GP Katar

Die entscheidende Phase begann mit einem kleinen Teil. Von Albons Williams löste sich auf der Start-Ziel-Geraden der Rückspiegel und blieb mitten auf der Fahrbahn liegen. Valtteri Bottas von Sauber traf das Teil und verteilte die Trümmer über die Strecke. Kurz darauf hatten Carlos Sainz und Lewis Hamilton jeweils einen Reifenschaden vorne links. Beide mussten in Runde 34 an die Box. Hamilton stand 10,4 Sekunden und rutschte von Platz 7 auf Platz 16 ab. Sainz stand 9,8 Sekunden und fiel von Platz 5 auf Platz 8 zurück. In Runde 35 kam das Safety Car.

Beim Restart in Runde 40 ging es direkt weiter. Sergio Pérez lag zu diesem Zeitpunkt aussichtsreich auf Platz 5 und drehte sich. Hülkenberg verlor in einer schnellen Passage die Kontrolle und strandete im Kies. Erst kam das virtuelle Safety Car, dann noch in Runde 40 wieder das echte, das bis Runde 43 draußen blieb.

Dann folgte der Schlag für Norris. Er hatte bei den doppelt geschwenkten gelben Flaggen wegen des Spiegels nicht ausreichend verlangsamt. Die Rennleitung notierte den Vorfall in Runde 41, in Runde 44 kam das Urteil: 10 Sekunden Stop-and-Go. Norris trat die Strafe in Runde 45 an, stand 10,8 Sekunden und war drei Runden später nur noch 14. Leclerc rückte auf Platz 2 vor, Piastri auf Platz 3. Verstappen fuhr den Sieg ungefährdet nach Hause. Norris holte sich mit frischen harten Reifen noch die schnellste Runde und kämpfte sich auf Platz 10 zurück.

Strategie beim GP Katar: Wer vom Safety Car profitierte und wer nicht

Fast das gesamte Spitzenfeld setzte auf einen Stopp von Medium auf Hard. Den Ausschlag gab, wer erst unter Safety Car wechselte.

  • Verstappen: Er wechselte in Runde 35 unter Safety Car bei einer Standzeit von 2,5 Sekunden und blieb Erster. Strategisch hatte er damit nichts zu verlieren.
  • Piastri gegen Leclerc: Piastri kam schon in Runde 34 von Platz 3 an die Box, eine Runde vor dem Safety Car (Standzeit 3,3 Sekunden). Drei Runden später war er Vierter. Leclerc dagegen wechselte in Runde 35 unter Safety Car und behielt Platz 3. Nach Norris' Strafe wurde daraus Platz 2 für den Ferrari. Piastris früher Stopp kostete ihn also genau den Platz, der am Ende zwischen Rang 2 und Rang 3 entschied.
  • Russell: Der langsame erste Stopp in Runde 23 kostete ihn acht Plätze. Den zweiten Stopp in Runde 35 unter Safety Car (2,6 Sekunden) machte er von Platz 8 aus. Bis Runde 40 lag er wieder auf Platz 5, am Ende wurde er trotz einer 5-Sekunden-Strafe Vierter. Ohne den verpatzten Stopp wäre mehr drin gewesen.
  • Kevin Magnussen: Der Haas-Pilot stoppte in Runde 27 von Platz 8 aus und fiel auf Platz 16. Danach blieb er auf seinen harten Reifen draußen. Die Safety-Car-Phasen brachten ihn wieder ans Feld heran, am Ende sprang Platz 9 heraus.
  • Fernando Alonso: Alonso wechselte unter Safety Car zweimal, in Runde 35 auf Hard und in Runde 36 auf einen gebrauchten Medium. Mit diesem Reifen fuhr er von Platz 9 auf Platz 7.
  • RB F1 Team: Yuki Tsunoda und Liam Lawson vom RB F1 Team holten sich in Runde 40 unter Safety Car noch Softs. Aufgegangen ist das nicht: Tsunoda fiel von Platz 11 auf Platz 13 zurück und kam auch dort ins Ziel. Lawson wurde 14.

Ausfälle beim GP Katar 2024

Fünf Fahrer kamen nicht ins Ziel.

  • Esteban Ocon (Alpine), Runde 1: Er schied bei der Kollision mit Hülkenberg und Colapinto in Kurve 1 aus. Die Rennkommissare prüften die Szene, ermittelten aber nicht weiter.
  • Franco Colapinto (Williams), Runde 1: Er war im selben Unfall eingeklemmt und kam ebenfalls keine Runde weit.
  • Lance Stroll (Aston Martin), nach Runde 8: Für die Kollision mit Albon bekam er 10 Sekunden Zeitstrafe. Schon in Runde 7 hatte er einen zweiten Stopp mit 15,2 Sekunden Standzeit eingelegt. Kurz darauf stellte er das Auto aus ungeklärter Ursache ab.
  • Sergio Pérez (Red Bull), nach Runde 38: Beim Restart drehte er sich von Platz 5 aus. Pérez erklärte, der Motor habe beim Aufwärmen der Reifen plötzlich zu viel Leistung abgegeben. Auf kalten Reifen habe er das Auto nicht mehr halten können: „I had a massive over delivery from the engine“, sagte er (Quelle: formula1.com). Die Rennleitung notierte später einen Vorfall in Kurve 14 mit seinem Auto, zunächst wegen unsicheren Zurückfahrens auf die Strecke, dann wegen gefährlichen Fahrens. Die Rennkommissare untersuchen das nach dem Rennen.
  • Nico Hülkenberg (Haas), nach Runde 39: Nach dem Startunfall war er weitergefahren. Beim Restart drehte er sich in einer schnellen Kurve und blieb im Kies stecken.

Strafen und Vorfälle: Die Entscheidungen der Rennkommissare in Lusail

Die Rennkommissare hatten in Katar viel zu tun und sprachen sieben Strafen aus:

  • Stroll: 10 Sekunden für die Kollision mit Albon (Runde 8)
  • Lawson: 10 Sekunden für die Kollision mit Bottas in Kurve 1 (Runde 11)
  • Hamilton: 5 Sekunden für einen Frühstart (Runde 14), dazu eine Durchfahrtsstrafe wegen zu hohen Tempos in der Boxengasse (Runde 47). Die Durchfahrt warf ihn von Platz 11 auf Platz 15 zurück, ins Ziel kam er als Zwölfter.
  • Norris: 10 Sekunden Stop-and-Go, weil er bei gelben Flaggen nicht verlangsamt hatte (Runde 44)
  • Albon: 10 Sekunden für die Kollision mit Magnussen in Kurve 1 (Runde 54). Er wurde mit einer Runde Rückstand 15.
  • Russell: 5 Sekunden wegen eines Verstoßes in der Safety-Car-Phase (Runde 57). Platz 4 behielt er trotzdem.

Ohne weitere Ermittlungen blieben das Duell zwischen Tsunoda und Magnussen in Kurve 1 und Alonsos Rückkehr auf die Strecke in Kurve 14. Nach dem Rennen untersuchen die Kommissare noch einen Vorfall an der Boxeneinfahrt in Runde 1, an dem Piastri beteiligt war.

Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Katar

Gewinner des Tages war neben Verstappen vor allem Pierre Gasly. Er startete als Elfter, kam als Fünfter ins Ziel und machte damit sechs Plätze gut, mehr als jeder andere. Mit nur einem Stopp unter Safety Car in Runde 35 kam er von Platz 7 auf Platz 6 und profitierte danach vom Ausfall von Pérez und der Strafe gegen Norris. Seine 10 Punkte bringen Alpine mit 59 Zählern auf Platz 6 der Teamwertung, vor Haas mit 54 und RB mit 46. Ebenfalls stark war Guanyu Zhou: Von Startplatz 12 fuhr er auf Platz 8 und holte die ersten 4 Punkte für Sauber in dieser Saison. Leclerc gewann von Startplatz 5 aus drei Plätze.

Verlierer waren Norris (sieben Plätze verloren), Hamilton (sechs Plätze verloren, null Punkte), Pérez mit seinem Ausfall von Platz 5 aus und Russell. Der Polesetter landete nach dem verpatzten Boxenstopp nur auf Rang 4.

Im WM-Stand führt Verstappen mit 429 Punkten deutlich vor Norris (349) und Leclerc (341). Leclerc liegt im Kampf um Platz 2 nur noch 8 Punkte hinter Norris. In der Konstrukteurswertung holte Ferrari in Katar 26 Punkte, McLaren nur 17. Damit liegt McLaren mit 640 Punkten noch 21 vor Ferrari (619), Red Bull folgt mit 581. Die Entscheidung fällt beim GP Abu Dhabi.

Auf unserer Rennseite zum GP Katar 2024 findest du alle Daten und kannst das Rennen in 3D nacherleben.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Katar 2024 – formel-1-livestream.de
  2. Qatar GP 2024 – Race Notes – GrandPrix.com
  3. Verstappen wins Qatar GP (Race Report) – ESPN
  4. Perez explains reasons behind his Qatar GP spin as promising start ended in retirement – formula1.com
  5. Qatar Grand Prix: Verstappen wins on a night of high drama – GrandPrix247

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