GP Katar 2023: Verstappen siegt, McLaren-Doppelpodium in der Hitze
Max Verstappen gewann den GP Katar 2023 von der Pole. Piastri und Norris holten ein McLaren-Doppelpodium, Hamilton schied schon in Kurve 1 aus.
GP Katar 2023: Verstappen siegt, McLaren holt Platz 2 und 3
Max Verstappen gewann den GP Katar 2023 auf dem Lusail International Circuit im Red Bull. Er startete von der Pole, führte jede Runde an und fuhr auch die schnellste Rennrunde. Dahinter feierte McLaren ein Doppelpodium: Oscar Piastri kam von Startplatz 6 auf Rang 2, Lando Norris von Startplatz 10 auf Rang 3. Entschieden war der Kampf um den Sieg schon in Kurve 1. Dort kollidierten die beiden Mercedes, und Verstappens Nebenmann aus der ersten Reihe, George Russell, fiel weit zurück.
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Rennverlauf: Mercedes-Crash in Kurve 1 und Safety Car
Schon vor dem Start schrumpfte das Feld: Carlos Sainz trat für Ferrari nicht an. Verstappen kam sauber weg, hinter ihm wurde es eng. Lewis Hamilton wollte von Startplatz 3 außen an seinem Teamkollegen Russell vorbei. Russell steckte zwischen Hamilton und Verstappen fest, und die beiden Mercedes berührten sich. Hamilton landete mit beschädigtem rechten Hinterrad im Kies, für ihn war das Rennen sofort vorbei. Russell schleppte sich an die Box und holte sich einen neuen Frontflügel. Der Stopp kostete ihn 39,6 Sekunden in der Boxengasse, drei Runden später lag er nur noch auf Platz 14.
Das Safety Car war von Runde 1 bis 5 im Einsatz. Einige Fahrer nutzten die Neutralisation in Runde 3 für einen frühen Wechsel. Valtteri Bottas im Alfa Romeo, Kevin Magnussen im Haas und Liam Lawson im AlphaTauri legten ihre Soft-Reifen ab. Lance Stroll im Aston Martin wechselte von Medium auf Medium.
Nach dem Restart war die Spitze geklärt. Verstappen gab die Führung bis zur Zielflagge nicht mehr ab, einen Führungswechsel gab es nicht. Spannend wurde es dahinter, und die Hitze spielte dabei eine Hauptrolle. Die Luft hatte zwischen 30,8 und 32,3 °C, der Asphalt zwischen 34,8 und 38,5 °C, Regen gab es keinen. In den Cockpits wurde es extrem: Fernando Alonso klagte über einen überhitzten Sitz und bat darum, Wasser in sein Cockpit zu schütten.
Strategie beim GP Katar 2023: Warum alle dreimal stoppen mussten
Für die Taktik galt eine Sonderregel: Pirelli und die FIA hatten aus Sicherheitsgründen begrenzt, wie viele Runden ein Reifensatz höchstens fahren durfte. Deshalb stoppte jeder Fahrer, der ins Ziel kam, dreimal.
Verstappen teilte sein Rennen fast mathematisch auf: Medium bis Runde 17, Medium bis Runde 34, Hard bis Runde 51 und zum Schluss sechs Runden auf neuen Medium. Seine Stopps dauerten 28,2, 28,1 und 29,7 Sekunden in der Boxengasse. Drei Runden nach jedem Stopp lag er wieder auf Platz 1, ein Undercut der Konkurrenz griff nie.
McLaren setzte bei beiden Autos auf drei Medium-Stints und Hard zum Schluss. Beide gingen früher an die Box als Verstappen. Piastri stoppte in Runde 12, 25 und 43 und lag vor jedem Stopp auf Platz 2. Drei Runden nach dem ersten Stopp war er auf Platz 7 zurückgefallen, nach dem zweiten nur noch auf Platz 5, nach dem dritten nur auf Platz 3. Sein Vorsprung auf das Mittelfeld wuchs also von Stint zu Stint. Norris stoppte in Runde 13, 27 und 44. Nach dem ersten Stopp fiel er noch auf Platz 11 zurück, vor seinem zweiten und dritten Stopp lag er aber jeweils auf Platz 2. Die Strategie ging auf: Aus den Startplätzen 6 und 10 wurden die Ränge 2 und 3.
Russell fuhr nach seinem Notstopp in Runde 1 im Versatz zur Spitze. Vor seinen Stopps in Runde 32 und 50 lag er jeweils auf Platz 2, drei Runden danach auf Platz 4. Für die letzten sieben Runden bekam er drei Runden alte Soft-Reifen, kam damit aber nicht mehr an den McLaren vorbei. Trotzdem war der Weg von Platz 14 nach dem Safety Car auf Rang 4 eine starke Aufholjagd.
Charles Leclerc und Alonso wählten die umgekehrte Reihenfolge: Hard im dritten Stint, Medium zum Schluss. Leclerc lag vor seinem letzten Stopp in Runde 43 auf Platz 5 und kam auch dort ins Ziel. Alonso fiel nach seinem Stopp in Runde 44 von Platz 6 auf 7 zurück und holte sich Rang 6 am Ende zurück. Mit dem weicheren Reifen kamen beide nicht an die McLaren auf Hard heran.
Eine eigene Geschichte schrieb Guanyu Zhou. Seinen ersten Stint auf Medium zog er bis Runde 18 und lag dabei zwischenzeitlich auf Platz 4. Danach folgten zwei Stints auf Hard. In Runde 52 holte er sich neue Soft-Reifen und rutschte zunächst auf Platz 12 ab. Auf frischen Reifen fuhr er noch bis auf Rang 9 nach vorn, gestartet war er von Platz 19.
Strafen und Vorfälle beim GP Katar: Track Limits, Alonso und Hamilton
Die Rennkommissare hatten vor allem mit den Streckenbegrenzungen zu tun. Für Track-Limits-Verstöße verteilten sie zehn Zeitstrafen von je fünf Sekunden:
- Sergio Pérez (Red Bull): drei Strafen, in Runde 27, 38 und 57
- Pierre Gasly (Alpine): drei Strafen, in Runde 44, 46 und 57
- Lance Stroll (Aston Martin): zwei Strafen, in Runde 43 und 54
- Alexander Albon (Williams): zwei Strafen, in Runde 47 und 49
Bei Pérez fällt etwas auf: Seine Stopps in Runde 31 und 43 dauerten 33,2 und 33,1 Sekunden in der Boxengasse. Das waren rund fünf Sekunden mehr als bei seinem ersten Stopp mit 27,8 Sekunden, was zu den Strafen aus Runde 27 und 38 passt. Gasly kosteten die Strafen viel: Er fiel von Startplatz 7 auf Rang 12 zurück.
Nico Hülkenberg (Haas) bekam schon in Runde 6 eine Zeitstrafe von zehn Sekunden, weil er auf einer falschen Startposition gestanden hatte. Sein erster Stopp in Runde 13 dauerte 39,8 Sekunden in der Boxengasse, die beiden späteren nur 28,2 und 28,5 Sekunden. Nach diesem ersten Stopp fiel er von Platz 5 auf 18 zurück und kam als 16. ins Ziel.
In Runde 34 kam Alonso in Kurve 2 von der Strecke ab. Über die Auslaufzone kehrte er mit hohem Tempo direkt vor Leclerc auf die Strecke zurück. Leclerc musste zwar nicht ausweichen, die Kommissare werteten Tempo und Winkel aber als unsicher und sprachen eine Verwarnung aus. Ein Zweikampf zwischen Gasly und Stroll in Kurve 1 in Runde 53 wurde wegen Vorteilsnahme abseits der Strecke untersucht und blieb ohne Folgen.
Nach dem Rennen ging es noch um Hamilton. Für die Kollision mit Russell sahen die Kommissare von einer Strafe ab und sprachen von einem typischen Vorfall in der ersten Kurve der ersten Runde. Strenger fiel das Urteil für seinen Rückweg zur Box aus: Hamilton hatte die laufende Strecke überquert und den Rand nur Sekunden vor dem heranrasenden Russell erreicht. Dafür bekam er eine Verwarnung und eine Geldstrafe, die zur Hälfte zur Bewährung ausgesetzt ist.
Ausfälle beim GP Katar 2023: Hamilton, Sainz und Sargeant
- Lewis Hamilton (Mercedes), Runde 1: Nach der Kollision mit Russell in Kurve 1 blieb er mit beschädigtem rechten Hinterrad im Kiesbett stecken. Er absolvierte keine einzige Runde.
- Carlos Sainz (Ferrari), nicht gestartet: In der Vorbereitung auf das Rennen trat ein Defekt am Kraftstoffsystem auf, der bis zum Start nicht zu beheben war. Ferrari ging deshalb nur mit Leclerc ins Rennen.
- Logan Sargeant (Williams), nach 40 Runden: Er funkte mehrfach, dass es ihm nicht gut gehe, und stellte sein Auto an der Box ab. Laut Williams litt er unter starker Dehydrierung, verstärkt durch grippeähnliche Symptome früher in der Woche. Teamkollege Albon kam zwar ins Ziel, doch Williams-Ingenieur Dave Robson fasste die Bedingungen so zusammen: „very physical for the drivers and led to them both ending the race dehydrated“ (Williams).
Gewinner und Verlierer beim GP Katar
Gewinner: Die meisten Plätze machten Zhou und Pérez gut, jeweils zehn. Pérez musste nach seinem Unfall im Sprint aus der Boxengasse starten, weil Red Bull unter anderem das Chassis getauscht hatte. Wegen der drei Strafen reichte es aber nur für Platz 10 und einen Punkt. Norris gewann sieben Plätze, Stroll fünf, Piastri und Magnussen je vier. Alfa Romeo holte mit Bottas auf Platz 8 und Zhou auf Platz 9 sechs Punkte. Esteban Ocon verbesserte sich von Startplatz 8 auf Rang 7 und holte sechs Punkte für Alpine.
Verlierer: Mercedes erlebte einen bitteren Abend. Hamilton fiel in Kurve 1 aus, Russell kam nach dem Start von Platz 2 nur als Vierter ins Ziel. Gasly verlor fünf Plätze, Yuki Tsunoda fiel von Startplatz 11 auf Rang 15 zurück und wurde überrundet. Ferrari war nur mit einem Auto unterwegs, und Alonso kam nach Startplatz 4 als Sechster ins Ziel.
WM-Stand nach dem GP Katar 2023
Seinen dritten WM-Titel hatte Verstappen schon am Samstag im Sprint perfekt gemacht. Mit dem Sieg wuchs sein Konto auf 433 Punkte, Pérez bleibt mit 224 Punkten Zweiter. Hamilton hielt trotz Nullrunde mit 194 Punkten Platz 3, Alonso liegt aber mit 183 Punkten nur noch 11 Zähler dahinter. Es folgen Sainz (153), Leclerc (145), Norris (136) und Russell (132). Piastri ist mit 83 Punkten Neunter. In den Top 10 änderte sich keine Position.
Bei den Konstrukteuren führt Red Bull mit 657 Punkten. Dahinter liegt Mercedes mit 326 Punkten 28 Zähler vor Ferrari (298). Spannend bleibt das Duell um Rang 4: McLaren holte in Katar 33 Punkte und hat mit 219 Punkten nur noch 11 Zähler Rückstand auf Aston Martin (230). Alle Tabellen findest du im WM-Stand 2023.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Katar 2023 – formel-1-livestream.de
- Verstappen cruises to Qatar GP victory over Piastri and Norris after Mercedes drivers collide – Formula 1
- Stewards hand out reprimand and fine to Hamilton after Qatar Grand Prix – Formula 1
- Sainz ruled out of Qatar Grand Prix due to pre-race technical issue – Formula 1
- Report: A physical fight in Lusail – Williams Racing
- 2023 Qatar Grand Prix – Infringement – Car 14 – Leaving the track and rejoining unsafely – FIA