Rückblick · erstellt am · Rennen vom 24. September 2023

GP Japan 2023: Verstappen siegt, McLaren-Doppelpodium in Suzuka

Max Verstappen gewann in Suzuka souverän vor Lando Norris und Oscar Piastri. Red Bull holte den Teamtitel, Pérez schied nach zwei Strafen aus.

GP Japan 2023: Verstappen gewinnt vor Norris und Piastri

Max Verstappen gewann den GP Japan 2023 auf dem Suzuka Circuit vom ersten Startplatz aus und fuhr dazu die schnellste Runde. Hinter ihm kam McLaren mit zwei Autos aufs Podium: Lando Norris wurde Zweiter, Oscar Piastri holte als Dritter sein erstes Podium in der Formel 1. Entschieden war das Rennen schon in der ersten Kurve, wo Verstappen die Führung verteidigte. Mit diesem Sieg machte er Red Bull vorzeitig zum Konstrukteursweltmeister.

Auf unserer Rennseite zum GP Japan 2023 kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben.

Rennverlauf in Suzuka: Chaos beim Start, danach Kontrolle durch Verstappen

Beim Start zog Verstappen vor Piastri nach innen. Der McLaren-Rookie musste nach außen ausweichen, und Norris ging innen an ihm vorbei auf Platz zwei. Hinter ihnen kam es zu Kontakt zwischen Carlos Sainz (Ferrari), Sergio Pérez und Lewis Hamilton (Mercedes). Das löste eine Kettenreaktion aus: Valtteri Bottas (Alfa Romeo) wurde von Esteban Ocon (Alpine F1 Team) gegen Alexander Albon (Williams) gedrückt, Guanyu Zhou bekam Trümmerteile ab.

Die Rennleitung schickte schon in Runde 1 das Safety Car auf die Strecke, es blieb bis Runde 5 draußen. Bottas, Albon, Zhou und Ocon kamen am Ende der ersten Runde an die Box, Pérez in Runde 2. In Runde 8 prüften die Rennkommissare die Szene in Kurve 1 und sahen keinen Grund für weitere Ermittlungen.

Nach dem Restart war Verstappen nicht mehr zu halten. Er führte das Rennen bis auf zwei Runden an. In Runde 17 lag Norris vorne, in Runde 18 Sainz, weil die beiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestoppt hatten. Ab Runde 19 führte wieder Verstappen. In Runde 14 gab es kurz ein virtuelles Safety Car.

Auch im Mittelfeld gab es Zweikämpfe. In Runde 18 meldete die Rennleitung einen Vorfall zwischen George Russell und Hamilton in Kurve 14 (anderen Fahrer von der Strecke gedrängt), in Runde 47 einen Vorfall zwischen Charles Leclerc und Russell in Kurve 2 (Vorteil durch Verlassen der Strecke). In beiden Fällen ermittelten die Kommissare nicht weiter. Es blieb das ganze Rennen trocken, bei 26,9 bis 27,7 Grad Lufttemperatur und bis zu 46,7 Grad auf dem Asphalt.

Strategie beim GP Japan: Zwei Stopps schlagen Russells Einstopper

Fast alle Spitzenfahrer stoppten zweimal. Verstappen fuhr Medium, Medium, Hard und wechselte die Reifen in Runde 16 und Runde 37. Vor und drei Runden nach beiden Stopps lag er auf Platz 1. Er brauchte keinen Undercut und kein Risiko, das Tempo reichte.

Bei McLaren zeigte sich, wie teuer ein früher Stopp sein kann. Piastri kam als Erster aus der Spitzengruppe herein, in Runde 13 auf harte Reifen. Davor lag er auf Platz 3, drei Runden später auf Platz 7. Nach seinem zweiten Stopp in Runde 35 rutschte er erneut von Platz 3 auf Platz 5 ab. Norris blieb länger draußen und stoppte in den Runden 17 und 36. Nach dem zweiten Stopp lag er weiter auf Platz 2. Am Ende brachten beide ihre Startplätze ins Ziel, nur in getauschter Reihenfolge.

Ferrari setzte auf lange Stints mit zwei Medium-Sätzen. Leclerc stoppte in den Runden 17 und 34 und kam als Vierter ins Ziel, also auf seinem Startplatz. Sainz blieb am längsten draußen, Stopps in Runde 18 und Runde 38. Er führte dadurch kurz, fiel aber nach beiden Stopps von Platz 2 auf Platz 6 bzw. 7 zurück und wurde Sechster, genau wie er gestartet war.

Der einzige Einstopper in den Punkten war Russell. Er fuhr 24 Runden auf Medium und danach 29 Runden auf Hard. Vor seinem Stopp in Runde 24 lag er auf Platz 2, drei Runden danach auf Platz 7. Gegen Ende fehlte ihm der Grip. Mercedes ließ Hamilton per Teamorder vorbei, Leclerc und Sainz kamen ebenfalls durch. Russell wurde Siebter, einen Platz besser als beim Start. Der Plan, die Zweistopper mit nur einem Boxenbesuch zu schlagen, ging nicht auf. Hamilton dagegen kam mit zwei Stopps (Runden 16 und 34) von Startplatz 7 auf Rang 5.

Am besten nutzte Ocon das Safety Car. Er wechselte schon in Runde 1 auf Hard und lag drei Runden später auf Platz 15. Danach musste er nur noch einmal regulär an die Box (Runde 28). Er wurde Neunter und machte von Startplatz 14 aus fünf Plätze gut. Fernando Alonso (Aston Martin) startete auf gebrauchten Softs und stoppte früh in Runde 11, wodurch er von Platz 6 auf Platz 11 zurückfiel. Am Ende wurde er Achter, zwei Plätze besser als beim Start.

Strafen beim GP Japan: Ein Rennen zum Vergessen für Pérez

Für Pérez lief der Tag von Anfang an schief. Bei der Kollision in Kurve 1 brach sein Frontflügel, deshalb kam er unter dem Safety Car zum Wechsel an die Box. Auf dem Weg in die Boxengasse überholte er Alonso, obwohl das Safety Car draußen war. Dafür bekam er in Runde 9 eine 5-Sekunden-Zeitstrafe wegen Verstoßes gegen die Safety-Car-Regeln.

Auf der Aufholjagd krachte es dann an der Haarnadel (Kurve 11): Pérez traf Kevin Magnussen (Haas F1 Team). Die Kommissare gaben ihm die Hauptschuld und verhängten in Runde 15 eine weitere 5-Sekunden-Strafe wegen Verursachens einer Kollision. Laut der Begründung hatte Pérez das Manöver nicht „in a safe and controlled manner“ zu Ende gebracht (RaceFans). Wieder war der Frontflügel beschädigt, und Red Bull stellte das Auto ab. Viel später schickte das Team Pérez noch einmal auf die Strecke, damit er die offene Zeitstrafe absitzen konnte. Sonst hätte ihm eine Strafe für das nächste Rennen gedroht. Danach stellte er das Auto endgültig ab. Zu den beiden Zeitstrafen kamen noch Strafpunkte.

Auch Logan Sargeant wurde bestraft. Er bremste sich an der Haarnadel mit blockierenden Vorderrädern ein, traf Bottas und bekam in Runde 9 ebenfalls 5 Sekunden wegen Verursachens einer Kollision. Der Williams-Pilot sah den Fehler laut seinem Team bei sich.

Ausfälle beim GP Japan 2023: Fünf Autos nicht im Ziel

Fünf Fahrer sahen die Zielflagge nicht. Die meisten Ausfälle gingen auf Schäden aus der ersten Runde zurück:

  • Valtteri Bottas (Alfa Romeo), nach 7 Runden: Beim Start wurde er beschädigt und musste schon in Runde 1 an die Box. Danach traf ihn Sargeant an der Haarnadel, und der Finne gab auf.
  • Sergio Pérez (Red Bull), nach 15 Runden: Nach der Kollision mit Magnussen war der Frontflügel erneut beschädigt, Red Bull nahm ihn aus dem Rennen. Später kam er nur noch einmal heraus, um die Strafe abzusitzen.
  • Lance Stroll (Lance Stroll, Aston Martin), nach 20 Runden: Ein Defekt am Heckflügel. Stroll war von Startplatz 17 aus auf Kurs Richtung Punkte, als das Team das Problem bemerkte und ihn zur Vorsicht hereinholte.
  • Logan Sargeant (Williams), nach 22 Runden: Er startete aus der Boxengasse und war in die Kollision mit Bottas verwickelt. Nach dem Absitzen seiner Strafe holte Williams ihn an die Box, weil sich der Schaden am Unterboden verschlimmert hatte.
  • Alexander Albon (Williams), nach 26 Runden: Er bekam kurz nach dem Start einen heftigen Schlag auf die rechte Seite ab. Auch bei ihm wurde der Unterbodenschaden immer schlimmer, Williams stellte das Auto ab.

Williams verlor also beide Autos durch Schäden aus Kollisionen.

Gewinner und Verlierer in Suzuka

Gewinner: Die meisten Plätze machte Zhou gut. Trotz Trümmerschaden und Reparaturstopp in Runde 1 fuhr er von Startplatz 19 auf Rang 13, sechs Plätze nach vorn. Ocon gewann fünf Plätze und holte als Neunter Punkte. Sein Teamkollege Pierre Gasly kam von Startplatz 12 auf Rang 10, damit punktete Alpine doppelt. Nico Hülkenberg machte mit drei Stopps vier Plätze gut (18 auf 14). Für McLaren war es mit den Plätzen 2 und 3 einer der stärksten Tage der Saison.

Verlierer: Pérez verlor 14 Plätze und ist damit der große Verlierer des Tages. Beim Heimrennen von Yuki Tsunoda (AlphaTauri) ging es von Startplatz 9 auf Rang 12 zurück, keine Punkte. Teamkollege Liam Lawson wurde Elfter, genau auf seinem Startplatz, und verpasste die Punkte knapp. Russell machte zwar einen Platz gut, hatte aber vor seinem Stopp auf Platz 2 gelegen und kam am Ende nur als Siebter ins Ziel.

WM-Stand nach dem GP Japan 2023: Verstappen 177 Punkte vorn

In der Fahrer-WM steht Verstappen jetzt bei 400 Punkten. Pérez blieb ohne Zähler und hat als Zweiter 223 Punkte, damit liegt Verstappen 177 Punkte vorn. Hamilton ist mit 190 Punkten Dritter vor Alonso (174), Sainz (150) und Leclerc (135).

Durch Platz 2 zog Norris an Russell vorbei auf Rang 7, beide haben 115 Punkte. Piastri sprang zwei Plätze nach vorn auf Rang 9 (57 Punkte). Stroll fiel nach seinem Ausfall auf Rang 10 zurück (47 Punkte).

In der Teamwertung liegt Red Bull mit 623 Punkten weit vor Mercedes (305) und ist nicht mehr einzuholen. Dahinter wird es spannend: Mercedes liegt im Kampf um Platz 2 nur noch 20 Punkte vor Ferrari (285). Es folgen Aston Martin (221) und McLaren (172).

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Japan 2023 – formel-1-livestream.de
  2. Report: Double retirement at the Japanese GP – Williams Racing
  3. The Debrief by Aramco: Japanese GP – Aston Martin Aramco F1 Team
  4. Perez given four penalty points for two incidents in Japanese Grand Prix – RaceFans
  5. Japanese Grand Prix: Max Verstappen wins the race and the teams’ title, Perez implodes – PlanetF1

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