Rückblick · erstellt am · Rennen vom 27. August 2023

GP Niederlande 2023: Verstappen trotzt Regenchaos, Gasly auf Podium

Max Verstappen gewann in Zandvoort vor Fernando Alonso. Regen, Rote Flagge und eine Strafe für Pérez brachten Pierre Gasly von Platz 12 aufs Podium.

GP Niederlande 2023: Verstappen gewinnt das Regenrennen von Zandvoort

Max Verstappen (Red Bull) gewann den GP Niederlande 2023 vom ersten Startplatz vor Fernando Alonso (Aston Martin) und Pierre Gasly (Alpine). Entschieden wurde das Rennen zweimal durch die Reifenwahl: Beim Wechsel auf Slicks in Runde 11 holte sich Verstappen die Führung zurück, beim Regenfinale nach der Roten Flagge verteidigte er sie. Damit feierte er seinen dritten Heimsieg in Folge und stellte mit neun Siegen in Serie den Rekord von Sebastian Vettel ein.

Auf unserer Rennseite zum GP Niederlande 2023 kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben. Alles zur Strecke findest du auf der Seite zum Circuit Park Zandvoort.

Rennverlauf: Regenschauer in Runde 1 und Pérez an der Spitze

Verstappen kam sauber vom Start weg, während Alonso in der Steilkurve Turn 3 gleich Lando Norris (McLaren) und George Russell (Mercedes) überholte. Dann setzte schon in der ersten Runde Regen ein, und das Feld zerfiel in zwei Gruppen.

Sergio Pérez holte sich bereits nach Runde 1 Intermediates und lag drei Runden später in Führung. Verstappen kam erst eine Runde später an die Box und fiel von Platz 1 auf Platz 4 zurück. Laut Zeitnahme lag Norris in Runde 2 kurz vorn, ab Runde 3 führte Pérez. Auch Guanyu Zhou (Alfa Romeo) profitierte vom frühen Stopp nach Runde 1: Drei Runden später fuhr er auf Platz 2.

Als die Strecke abtrocknete, drehte Red Bull die Reihenfolge um. Verstappen wechselte in Runde 11 auf Soft und ging von Platz 2 auf Platz 1, Pérez kam erst in Runde 12 und fiel auf Platz 2 zurück. Ab Runde 13 führte wieder Verstappen und gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab. Nach dem Ausfall von Logan Sargeant (Williams) folgte von Runde 16 bis 22 ein Safety Car, beim Restart blieb Verstappen ungefährdet vorn.

Strategie: Wie der Reifenpoker in Zandvoort Sieger und Verlierer machte

Wer in Runde 1 draußen blieb, verlor viel. Norris fuhr bis Runde 3 auf Slicks, nach seinem Stopp lag er nicht mehr auf Platz 1, sondern auf Platz 12. Russell blieb sogar bis Runde 4 draußen und fiel von Platz 2 auf Platz 14. Für beide war das Rennen danach eine Aufholjagd.

Das Gegenmodell fuhr Alexander Albon (Williams). Er blieb den ganzen ersten Regenschauer auf Slicks und fuhr seinen Soft vom Start bis Runde 44. Vor dem Wechsel auf Medium lag er auf Platz 5, drei Runden danach auf Platz 8. Im Ziel war es Platz 8 und damit Punkte. „we stuck to our guns and it worked for us with tyre management“, sagte Albon (Quelle 3). Selbstkritisch fügte er hinzu, sein zweiter Stopp im Regenfinale müsse noch besprochen werden. In Runde 61 fiel er durch diesen Stopp von Platz 6 auf Platz 9.

Pech hatte Oscar Piastri (McLaren). Er stoppte in Runde 15 und fiel von Platz 8 auf Platz 14, eine Runde bevor das Safety Car kam. Dort wechselten Lance Stroll, Nico Hülkenberg (Haas), Valtteri Bottas und Russell in Runde 16 günstiger. Dennoch holte Piastri als Neunter noch Punkte.

Wichtig war auch der richtige Zeitpunkt beim zweiten Regen. Gasly holte sich in Runde 60 Intermediates und ging von Platz 5 auf Platz 3. Lewis Hamilton gewann im gleichen Umlauf einen Platz (von 7 auf 6), Norris drei (von 10 auf 7). Alonso kam eine Runde später und ging von Platz 3 auf Platz 2. Esteban Ocon zog in Runde 61 als Einziger Regenreifen auf, fiel aber von Platz 7 auf Platz 11 zurück. Das ging nicht auf.

Rote Flagge beim GP Niederlande: Zhou-Crash und Pérez-Strafe

In den Schlussrunden kam der Regen mit voller Wucht zurück. Pérez drehte sich in Turn 1 halb, berührte die Streckenbegrenzung und verlor Platz 2 an Alonso. Kurz darauf rutschte Zhou nach 62 Runden in Turn 1 von der Strecke. Er sagte, sein Auto sei beim Bremsen sofort aufgeschwommen. Zhou blieb unverletzt. Zuerst kam in Runde 64 ein virtuelles Safety Car, dann die Rote Flagge.

Nach rund 40 Minuten Pause ging es mit 17 Autos weiter: zwei Runden hinter dem Safety Car, dann fliegender Start. Verstappen verteidigte die Führung gegen Alonso, der als Trostpreis die schnellste Rennrunde fuhr.

Dahinter entschied sich das Podium am grünen Tisch. Pérez rutschte bei seinem Stopp in der überfluteten Boxengasse in die Mauer und war dabei zu schnell. In Runde 67 bekam er dafür 5 Sekunden Strafe. Er kam vor Gasly ins Ziel, fiel durch die Strafe aber auf Platz 4 zurück. Gasly fuhr damit vom 12. Startplatz auf Platz 3, obwohl auch er in Runde 17 eine 5-Sekunden-Strafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse bekommen hatte. Carlos Sainz (Ferrari) verteidigte Platz 5 gegen Hamilton.

Ausfälle, Unfälle und Strafen beim GP Niederlande

  • Logan Sargeant (Williams), Ausfall nach Runde 14: Er war als Einziger ohne Boxenstopp auf Soft geblieben und bekam in den Runden 7 bis 10 mehrfach blaue Flaggen. Am Ausgang von Turn 8 schlug er in die Barriere ein. Nach seiner Aussage verlor er nach einem Kontakt mit dem Randstein Hydraulik und Servolenkung. Williams untersuchte die genaue Ursache noch. Danach kam das Safety Car.
  • Charles Leclerc (Ferrari), Ausfall nach Runde 41: Schon der erste Stopp ging schief, als Charles Leclerc nach Runde 1 hereinkam, lagen die Reifen noch nicht bereit. Seine Zeit in der Boxengasse betrug 32,6 Sekunden, bei Pérez im selben Umlauf waren es 22,6 Sekunden. Bei einer Berührung mit Piastri in Runde 1, die als Rennunfall gewertet wurde, wurden Frontflügel und Unterboden beschädigt. Der Schaden am Unterboden wurde nach Aussage des Teams von Runde zu Runde schlimmer, deshalb stellte Ferrari das Auto ab.
  • Guanyu Zhou (Alfa Romeo), Ausfall nach Runde 62: Unfall durch Aquaplaning in Turn 1, unverletzt.
  • Liam Lawson: 10 Sekunden Strafe, weil er Magnussen in der Boxengasse behinderte. Sein Team AlphaTauri hatte beide Autos direkt hintereinander abgefertigt. Liam Lawson (AlphaTauri) fuhr trotzdem von Startplatz 19 auf Platz 13.
  • Yuki Tsunoda: 5 Sekunden Strafe, weil er in Runde 54 in Turn 1 mit Russell kollidierte. Yuki Tsunoda wurde Fünfzehnter.
  • Norris gegen Russell: In Runde 68 berührten sich die beiden in Turn 11 im Kampf um Platz 7. Die Rennkommissare ermittelten nicht weiter. Russell bekam einen Reifenschaden, musste an die Box und fiel von Platz 8 auf Platz 17 zurück.
  • Kevin Magnussen: Kevin Magnussen (Haas) startete aus der Boxengasse und wurde Sechzehnter. Bei Rennende prüften die Kommissare noch einen möglichen Regelverstoß beim Restart.

Gewinner und Verlierer des Tages in Zandvoort

Gewinner: Gasly machte die meisten Plätze gut, nämlich neun, und stand für Alpine auf dem Podium. Sein Teamkollege Ocon fuhr von Platz 16 auf Platz 10 und holte einen Punkt. Hamilton machte von Startplatz 13 sieben Plätze gut, Lawson sechs. Alonso stand mit Platz 2 und der schnellsten Runde erstmals seit Kanada wieder auf dem Podium und wurde zum Fahrer des Tages gewählt.

Verlierer: Russell startete als Dritter und wurde nur Siebzehnter, also 14 Plätze schlechter. Norris fiel von Startplatz 2 auf Platz 7 zurück, verlor also fünf Plätze, vor allem wegen seines späten Wechsels auf Intermediates in Runde 3. Pérez verlor das Podium durch seine Strafe. Für Ferrari war der Tag mit dem Ausfall von Leclerc und Platz 5 für Sainz ernüchternd. Sainz sagte, die Pace habe am ganzen Wochenende gefehlt.

WM-Stand nach dem GP Niederlande 2023

Im WM-Stand 2023 führt Verstappen nun mit 339 Punkten, 138 Punkte vor Pérez (201). Alonso bleibt mit 168 Punkten Dritter vor Hamilton (156). Sainz springt mit 102 Punkten zwei Plätze nach vorn auf Rang 5. Leclerc und Russell haben beide 99 Punkte und fallen jeweils einen Platz zurück. Gasly steht mit 37 Punkten jetzt auf Platz 10.

Bei den Teams führt Red Bull mit 540 Punkten klar vor Mercedes (255). Aston Martin (215) hat 14 Punkte Vorsprung auf Ferrari (201). Dahinter folgen McLaren (111) und Alpine (73).

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Niederlande 2023 – formel-1-livestream.de
  2. 2023 Dutch Grand Prix race report and highlights: Verstappen overcomes wet-weather chaos – Formula 1
  3. What the teams said – Race day in the Netherlands 2023 – Formula 1
  4. Leclerc bemoans DNF after ‘crazy race’ with Sainz left searching for answers on Ferrari’s poor pace – Formula 1

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