GP Österreich 2023: Verstappen siegt, Pérez stürmt von 15 auf 3
Max Verstappen gewinnt den GP Österreich 2023 vor Charles Leclerc. Sergio Pérez fährt von Startplatz 15 aufs Podium – im Rennen der Track-Limits-Strafen.
GP Österreich 2023: Verstappen gewinnt vor Leclerc und Pérez
Max Verstappen gewann den GP Österreich 2023 auf dem Red Bull Ring von der Pole aus vor Charles Leclerc im Ferrari. Sergio Pérez machte das Red Bull-Ergebnis mit Platz drei komplett, obwohl er nur von Startplatz 15 losgefahren war. Entschieden wurde das Rennen in der Strategiephase: Unter dem Virtual Safety Car blieb Verstappen draußen. Leclerc lag deshalb zwischenzeitlich vorn, doch ab Runde 35 führte wieder der Weltmeister. Auf unserer Rennseite zum GP Österreich 2023 kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben.
Rennverlauf: Safety Car in Runde 1, VSC und Leclercs Führung
Verstappen verteidigte beim Start die Führung, Leclerc folgte auf Platz zwei. Schon in der ersten Runde kam das Safety Car auf die Strecke. Yuki Tsunoda hatte sich in Kurve 1 nach einem Kontakt mit Esteban Ocon das Auto beschädigt, und auf der Strecke lagen Trümmerteile. Die Rennkommissare schauten sich die Szene in Kurve 1 an, verzichteten aber auf eine weitere Untersuchung. Ungewöhnlich war, wie es weiterging: In Runde 2 führte die Rennleitung das Safety Car samt Feld durch die Boxengasse. Tsunoda und Kevin Magnussen nutzten die Neutralisierung für echte Reifenwechsel. Nach Runde 4 war das Rennen wieder freigegeben.
In Runde 14 folgte ein Virtual Safety Car, das bis Runde 16 dauerte. Ausgelöst hatte es der Ausfall von Nico Hülkenberg im Haas, der mit qualmendem Auto stehen geblieben war. Fast das ganze Feld kam an die Box, nur die beiden Red Bull blieben draußen. Leclerc wechselte in Runde 15 auf frische Mediums und behielt Platz zwei. Verstappen fuhr seinen ersten Stint bis Runde 24 und kam danach als Zweiter zurück auf die Strecke. Von Runde 25 bis 34 führte deshalb Leclerc. Ab Runde 35 lag wieder Verstappen vorn, und diese Führung gab er bis zur Zielflagge in Runde 71 nicht mehr ab.
Zum Schluss ging Verstappen noch ein Risiko ein. Laut grandprix.com hielt das Team einen weiteren Stopp für „not worth the risk“. Verstappen kam in Runde 69 trotzdem an die Box, holte sich gebrauchte Softs, blieb in Führung und fuhr die schnellste Runde. Das brachte ihm den Extrapunkt, insgesamt holte er 26 Punkte.
Strategie: Warum der VSC-Stopp Ferrari nicht den Sieg brachte
Auf den ersten Blick sah der VSC-Stopp für Ferrari wie ein Volltreffer aus, denn Leclerc übernahm wenig später die Führung. Seinen Vorsprung hatte er aber nur, weil Verstappen noch nicht gestoppt hatte. Der Red-Bull-Pilot fuhr seine Mediums bis Runde 24 und wechselte dann auf Hard. Mit diesen Reifen überholte er Leclerc auf der Strecke, denn ab Runde 35 führte er wieder. Leclerc musste seinen zweiten Satz Mediums bis Runde 47 fahren, bevor er auf Hard wechselte. Verstappen konterte zwei Runden später mit frischen Mediums, und drei Runden nach seinem Stopp lag er weiter an der Spitze. Der Plan von Red Bull ging also auf. Verstappen verzichtete auf den billigeren Stopp unter VSC und hatte dafür im Mittelteil und am Ende die frischeren Reifen.
Für Carlos Sainz ging der VSC-Stopp in Runde 15 nach hinten los. Ferrari holte beide Autos in derselben Runde herein. Sainz brauchte 26,2 Sekunden durch die Boxengasse, Leclerc 23,4 Sekunden, und Sainz fiel dadurch von Platz drei auf fünf zurück. Ähnlich erging es Aston Martin: Lance Stroll stoppte in derselben Runde wie Fernando Alonso und war drei Runden danach nicht mehr Siebter, sondern Fünfzehnter. Er musste am Ende viermal an die Box (Runden 2, 15, 36 und 54, der erste davon die Fahrt durch die Boxengasse hinter dem Safety Car) und wurde Neunter.
Alonso selbst startete als einer der wenigen auf Hard und wechselte unter dem VSC auf Medium. Mit zwei Medium-Stints machte er zwei Plätze gut und kam als Fünfter ins Ziel. Lando Norris holte für McLaren mit zwei Hard-Stints nach dem VSC-Stopp in Runde 14 einen starken vierten Platz und landete genau dort, wo er gestartet war.
Pérez' Aufholjagd: Von Startplatz 15 aufs Podium
Den größten Sprung des Tages schaffte Pérez mit zwölf gewonnenen Plätzen. Er blieb wie Verstappen unter dem VSC draußen und rückte so bis auf Platz vier vor. Erst in Runde 25 kam er an die Box, fiel auf Platz neun zurück und fuhr danach auf frischen Mediums wieder nach vorn. Weil er seinen zweiten Stopp als einer der Letzten einlegte, lag er vor Runde 50 sogar auf Platz zwei. Nach dem Wechsel auf Hard war er zunächst Fünfter. In den letzten 21 Runden arbeitete er sich noch auf Platz drei vor. Für den Mexikaner war das nach einem verkorksten Qualifying ein wichtiges Ergebnis: Red Bull holte einen Doppelsieg auf dem Podium, und Pérez sicherte seinen zweiten WM-Platz ab.
Strafen und Ausfall beim GP Österreich: Der Tag der Track Limits
Im Rennen verteilten die Rennkommissare zehn Zeitstrafen, acht davon wegen Track Limits. Fünf Sekunden kassierten Lewis Hamilton (Runde 17), Tsunoda (Runde 18), Sainz (Runde 29), Alexander Albon (Runde 34), Pierre Gasly (Runde 42), Logan Sargeant (Runde 65) und Magnussen (Runde 67). Tsunoda bekam in Runde 53 zusätzlich zehn Sekunden für sieben Vergehen. Die Rennleitung prüfte außerdem, ob er eine Strafe korrekt abgesessen hatte, ließ die Sache aber auf sich beruhen.
Zwei weitere Strafen hatten andere Gründe. Ocon bekam fünf Sekunden für ein Unsafe Release in der Boxengasse, bei dem es um Sargeant ging. Nyck de Vries wurde in Runde 39 mit fünf Sekunden bestraft, weil er Magnussen in Kurve 6 von der Strecke gedrängt hatte. Ein ähnliches Duell der beiden in Kurve 4 in Runde 8 war noch ohne Folgen geblieben.
Die Strafen wirkten sich auf das Ergebnis aus. Hamilton brauchte bei seinem zweiten Stopp in Runde 42 27,7 Sekunden durch die Boxengasse, beim ersten Stopp waren es 21,9 Sekunden. Er fiel von Platz vier auf sieben zurück und wurde am Ende Achter. Bei Sainz zeigt sich dasselbe Bild: 28,5 Sekunden beim zweiten Stopp, im Ziel nur Platz sechs nach Startplatz drei.
Es gab nur einen Ausfall, und der traf Nico Hülkenberg. Der Haas-Pilot war von Platz acht gestartet und hatte in Runde 11 seinen Pflichtstopp auf Hard eingelegt. Nach zwölf Runden war Schluss: Laut Haas hatte die Power Unit ein Problem, und das Auto verlor Leistung. Teamchef Guenther Steiner sprach von „another PU failure on Nico's car“.
Gewinner und Verlierer des Tages in Spielberg
Gewinner:
- Sergio Pérez: Mit zwölf gewonnenen Plätzen schaffte er es von Startplatz 15 aufs Podium.
- Guanyu Zhou und Logan Sargeant: Beide machten fünf Plätze gut und wurden 12. und 13. Zhou ging dabei für Alfa Romeo schon in Runde 8 früh auf Hard.
- George Russell: Er fuhr von Startplatz 11 auf Rang sieben und landete damit vor seinem Mercedes-Teamkollegen Hamilton.
- Lando Norris: Mit Platz vier holte er zwölf Punkte für McLaren.
Verlierer:
- Nico Hülkenberg: Er schied wegen eines Power-Unit-Defekts aus und lag am Ende zwölf Plätze hinter seinem Startplatz.
- Carlos Sainz, Lewis Hamilton und Lance Stroll: Alle drei verloren drei Plätze, Sainz und Hamilton auch wegen ihrer Strafen.
- Oscar Piastri: Er wurde von Startplatz 13 nur 16. Sein zusätzlicher Stopp in Runde 22 dauerte 29,9 Sekunden in der Boxengasse und warf ihn von Platz 15 auf 19 zurück.
- Valtteri Bottas: Sein Stopp in Runde 21 dauerte 31,7 Sekunden in der Boxengasse. Er wurde 15.
- AlphaTauri: De Vries kam als 17. ins Ziel, Tsunoda als 19. Beide wurden bestraft.
Williams hatte mit Albon auf Platz elf die Punkte knapp vor Augen. Alpine holte mit Gasly auf Platz zehn immerhin einen Punkt. Aston Martin punktete dagegen mit beiden Autos.
WM-Stand nach dem GP Österreich 2023
Verstappen führt den WM-Stand mit 229 Punkten an. Pérez hat als Zweiter 148 Punkte und liegt damit 81 Zähler zurück. Dahinter folgen Alonso mit 131, Hamilton mit 106 und Sainz mit 82 Punkten. Leclerc hat nach seinem zweiten Platz 72 Punkte, genauso viele wie Russell, und überholt ihn in der Wertung auf Platz sechs. Norris klettert mit 24 Punkten auf Rang zehn.
In der Teamwertung liegt Red Bull mit 377 Punkten weit vorn. Dahinter ist es eng: Mercedes kommt auf 178 Punkte, Aston Martin auf 175 und Ferrari auf 154. Wenn du einzelne Szenen wie die Fahrt durch die Boxengasse hinter dem Safety Car noch einmal sehen willst, kannst du sie auf der Rennseite zum GP Österreich 2023 in 3D nacherleben.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Österreich 2023 – formel-1-livestream.de
- Austrian Grand Prix – Race Recap – Haas F1 Team
- Austrian GP 2023 – Race Notes – grandprix.com
- F1 Austrian GP – Live commentary and updates (Race) – Autosport