GP Emilia-Romagna 2020: Hamilton siegt, Mercedes holt Titel Nr. 7
Lewis Hamilton gewann in Imola dank eines günstigen Stopps unter VSC vor Bottas und Ricciardo. Mercedes holte den siebten Konstrukteurstitel in Folge.
GP Emilia-Romagna 2020: Hamilton gewinnt, Mercedes ist Weltmeister
Lewis Hamilton gewann am 1. November 2020 den GP Emilia-Romagna im Autodromo Enzo e Dino Ferrari vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und Daniel Ricciardo im Renault. Entschieden wurde das Rennen in Runde 30. Hamilton war bis dahin mit seinem ersten Reifensatz draußen geblieben und konnte unter einem virtuellen Safety-Car zum Reifenwechsel fahren. Er verlor dabei weniger Zeit als sonst und kam vor allen anderen wieder auf die Strecke. Mit dem Doppelsieg sicherte sich Mercedes vorzeitig den Konstrukteurstitel, zum siebten Mal in Folge. Das war ein Rekord.
Die Formel 1 fuhr zum ersten Mal seit 2006 wieder in Imola. Wegen der Corona-Pandemie dauerte das Wochenende nur zwei Tage: Am Samstag gab es ein einziges Training von 90 Minuten und danach das Qualifying. Zuschauer waren nicht zugelassen.
Start in Imola: Verstappen überholt Hamilton, Bottas fährt über Trümmer
Bottas war von der Pole-Position gestartet und blieb in Führung. Hamilton kam schlecht weg und verlor Platz zwei an Max Verstappen im Red Bull. Ricciardo fuhr von Startplatz fünf an Pierre Gasly vorbei auf Rang vier.
In der ersten Runde berührten sich Sebastian Vettel im Ferrari und Kevin Magnussen. Der Haas-Pilot drehte sich und fiel ans Ende des Feldes zurück. In Runde 2 fuhr Bottas über Teile, die von diesem Zusammenstoß stammten. Der Unterboden seines Mercedes wurde beschädigt. Laut Autosport verlor Bottas dadurch rund eine Sekunde pro Runde. Vorne wegfahren konnte er deshalb nicht.
Für Gasly endete der Tag früh. Mit Startplatz vier hatte AlphaTauri sein bestes Qualifying als Team erreicht. Schon vor dem Start war sein Auto wegen eines möglichen Problems am Antrieb untersucht worden. Nach 8 Runden musste er mit einem Leck im Kühlsystem aufgeben. Offiziell lautet der Grund „Wasserdruck“.
Boxenstopp-Strategie: Wie Hamilton mit dem VSC die Führung übernahm
Red Bull holte Verstappen in Runde 18 zum Reifenwechsel, Mercedes reagierte eine Runde später mit Bottas. Damit übernahm Hamilton ab Runde 19 die Führung. Er fuhr mit seinem ersten Reifensatz deutlich länger.
In Runde 27 blieb Esteban Ocon mit seinem Renault liegen. Offiziell lautet der Grund „Getriebe“, Berichte vom Renntag sprachen von einem Defekt an der Kupplung. Die Rennleitung schickte daraufhin das virtuelle Safety-Car auf die Strecke. Mercedes holte Hamilton in Runde 30 an die Box. Er kam mit einigen Sekunden Vorsprung auf Bottas und Verstappen wieder auf die Strecke. Motor Sport Magazine rechnete nach: Hamilton hatte vor seinem Stopp rund 28,4 Sekunden Vorsprung. Ein normaler Stopp kostete etwa 27 Sekunden. Möglicherweise hätte Hamilton also auch ohne das VSC gewonnen.
Dahinter griff Verstappen den angeschlagenen Bottas immer wieder an. Laut den Rennnotizen von grandprix.com überholte er ihn in Runde 42 in der DRS-Zone. Zuvor hatte Bottas sich in der Rivazza einen Ausflug über den Randstein geleistet.
Reifenschaden bei Verstappen, Russell verunglückt hinter dem Safety-Car
Nach 50 Runden war Verstappens Rennen vorbei. Hinten rechts platzte ein Reifen, und der Red Bull blieb in der Variante Villeneuve im Kies stecken. Das Safety-Car kam auf die Strecke. Bottas, Sergio Pérez, Daniil Kvyat, Carlos Sainz und Vettel fuhren sofort an die Box. Hamilton folgte in Runde 52 und behielt dabei die Führung.
Hinter dem Safety-Car passierte dann ein bitterer Fehler. George Russell lag nach Verstappens Ausfall in den Punkterängen und hätte die ersten Punkte des Jahres für Williams holen können. Er wollte seine Reifen aufwärmen und traf dabei nahe der Acque Minerali eine Bodenwelle. Sein Auto schlug in die Mauer ein. Russell sprach danach laut Autosport von „dem größten Fehler, den ich je gemacht habe“.
Kurz zuvor war schon Magnussen ausgeschieden. Der offizielle Grund lautet „Krankheit“. Nach Angaben von Haas schaltete das Getriebe ruckartig hoch, und die harten Schläge lösten bei Magnussen starke Kopfschmerzen aus. Nach 47 Runden holte das Team ihn an die Box. Teamchef Guenther Steiner erklärte, eine Reparatur der Sensoren hätte eine Strafe nach sich gezogen.
Restart: Kvyat stürmt auf Platz 4, Albon dreht sich
In Runde 58 gab die Rennleitung das Rennen wieder frei. Hamilton fuhr an der Spitze davon, holte sich in der letzten Runde die schnellste Runde und den Zusatzpunkt und gewann vor Bottas. Spannender war der Kampf ums Podium. Kvyat überholte beim Restart Alexander Albon und danach Charles Leclerc. Damit war der AlphaTauri-Pilot Vierter und setzte Ricciardo unter Druck. Der Australier hielt jedoch stand und rettete Platz drei ins Ziel. Kvyat fuhr mit Rang vier sein bestes Ergebnis der Saison ein.
Albon erlebte dagegen einen schwarzen Tag. Er wehrte sich in der Variante Villeneuve gegen Pérez und drehte sich dabei. Von Startplatz sechs kam er nur als 15. ins Ziel. Pérez verlor durch seinen Stopp unter dem Safety-Car den vierten Platz und wurde Sechster.
Gewinner und Verlierer in Imola
Gewinner des Tages:
- Antonio Giovinazzi gewann die meisten Plätze. Er fuhr von Startplatz 20 auf Rang zehn und holte damit den letzten WM-Punkt.
- Sein Teamkollege Kimi Räikkönen fuhr von Startplatz 18 auf Rang neun. Beide Autos von Alfa Romeo kamen damit in die Punkte. Räikkönen hatte nur einen Stopp gemacht und lag vor seinem Reifenwechsel in Runde 48 sogar auf Platz vier.
- Kvyat gewann vier Plätze und wurde Vierter.
- Pérez kam von Startplatz elf auf Rang sechs.
- Nicholas Latifi gewann acht Plätze. Als Elfter verpasste er die Punkte knapp.
Verlierer des Tages:
- Gasly startete als Vierter und schied früh aus.
- Verstappen lag sicher auf Platz zwei, bis der Reifen platzte.
- Albon verlor neun Plätze.
- Russell verunglückte, als die Punkte für Williams schon zum Greifen nah waren.
Für McLaren wurden Sainz Siebter und Lando Norris Achter. Lance Stroll im Racing Point beschädigte in der ersten Runde seinen Frontflügel an Ocons Auto und kam nur als 13. ins Ziel. Romain Grosjean vom Haas F1 Team wurde 14.
WM-Stand nach dem GP Emilia-Romagna 2020
Für Hamilton war es der neunte Saisonsieg und der 93. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Im WM-Stand hatte er nun 282 Punkte, 85 mehr als Bottas mit 197. Bei vier ausstehenden Rennen fehlte ihm nur noch wenig zu seinem siebten Titel. Verstappen blieb ohne Punkte und lag mit 162 Zählern auf Rang drei. Ricciardo festigte mit 95 Punkten Platz vier vor Leclerc mit 85. Sainz rückte mit 65 Punkten auf Rang acht vor, knapp vor Albon mit 64 und Gasly mit 63.
In der Teamwertung war Mercedes mit 479 Punkten uneinholbar vorne. Red Bull folgte mit 226 Punkten. Um Platz drei kämpften drei Teams fast punktgleich: Renault hatte 135 Punkte, McLaren und Racing Point jeweils 134. Auch nach dem Rennen in Imola blieb dieser Kampf offen.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Emilia-Romagna 2020 – formel-1-livestream.de
- 2020 Emilia Romagna Grand Prix – Wikipedia
- How it happened: 2020 Emilia Romagna Grand Prix at Imola – Motor Sport Magazine
- Emilio Romagna GP 2020 – Race notes – grandprix.com
- 10 things we learned from the F1 Emilia Romagna Grand Prix – Autosport
- Haas couldn't fix K-Mag's car without a penalty – PlanetF1