Rückblick · erstellt am · Rennen vom 1. Dezember 2019

GP Abu Dhabi 2019: Hamiltons Grand Slam zum Saisonfinale

Lewis Hamilton gewann das Saisonfinale 2019 in Abu Dhabi von der Pole bis ins Ziel. Bottas fuhr von Startplatz 20 auf Rang 4, Verstappen wurde Zweiter.

GP Abu Dhabi 2019: Hamilton beendet die Saison mit einem Start-Ziel-Sieg

Beim Saisonfinale in Abu Dhabi ließ der bereits feststehende Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes niemanden an sich heran: Pole-Position, Führung in jeder Runde und dazu die schnellste Runde. Hinter ihm fuhren Max Verstappen im Red Bull und Charles Leclerc im Ferrari aufs Podium. Entschieden war das Rennen schon in der ersten Runde. Interessant blieb es dahinter, im Kampf um Platz zwei und bei der Aufholjagd von Valtteri Bottas.

Start auf dem Yas Marina Circuit: Leclerc überholt Verstappen, Gasly fällt zurück

Auf dem Yas Marina Circuit kam Hamilton von Startplatz eins sauber weg. Laut Motor Sport Magazine hatte er nach der ersten Runde 1,6 Sekunden Vorsprung, danach baute er ihn um etwa eine halbe Sekunde pro Runde aus. Leclerc überholte Verstappen noch in der ersten Runde auf der Gegengeraden und war damit Zweiter. Sebastian Vettel griff Verstappen ebenfalls an, doch der Niederländer hielt ihn hinter sich.

Weiter hinten im Feld gab es die erste Kollision: Lance Stroll im Racing Point traf Pierre Gasly. Der Toro Rosso-Pilot brauchte deshalb einen neuen Frontflügel und fiel ans Ende des Feldes zurück. Am Ende wurde Gasly mit zwei Runden Rückstand 18., nachdem er von Platz elf gestartet war. Er verlor sieben Plätze, so viele wie kein anderer Fahrer, der ins Ziel kam.

Dazu kam ein technisches Problem: Ein Server der Rennleitung war abgestürzt, und deshalb konnte im ersten Teil des Rennens niemand DRS benutzen. Die Quellen nennen dafür unterschiedliche Rundenzahlen, Motor Sport Magazine spricht von den ersten 16 Runden. Überholen war dadurch deutlich schwerer.

Boxenstopps und Strategie: Ferrari stoppt zweimal, Verstappen holt sich Platz zwei

Ferrari holte Leclerc und Vettel schon in Runde 12 gleichzeitig an die Box. Bei Vettel klappte der Radwechsel nicht. Laut unseren Daten brauchte er 25,8 Sekunden für die Fahrt durch die Boxengasse, Leclerc nur 21,7 Sekunden. Alexander Albon kam eine Runde später an die Box, kam aber laut Motor Sport Magazine knapp hinter Vettel wieder auf die Strecke. Der frühe Stopp brachte ihm also nichts.

Verstappen fuhr länger auf den ersten Reifen und wechselte erst in Runde 25, Hamilton eine Runde danach. Dass Verstappen dabei an Leclerc vorbeikam, gelang laut Motor Sport Magazine nicht. Ihm fehlten etwa fünf Sekunden. Außerdem hatte er Probleme mit der Leistung des Motors: Er beklagte sich über eine „massive“ Verzögerung der Leistung bei halbem Gas, die das Team nicht beheben konnte. Trotzdem war er auf frischen Reifen klar schneller. In Runde 32 überholte er Leclerc mit DRS innen am Ende der ersten Gegengeraden. Leclerc versuchte in der nächsten Bremszone, außen zurückzukommen, schaffte es aber nicht (Autosport).

Ferrari änderte daraufhin die Taktik und holte Leclerc in Runde 38 noch einmal für frische Soft-Reifen herein. Verstappen konnte er damit nicht mehr angreifen. Auch die schnellste Runde holte er sich nicht. Die fuhr Hamilton in 1:39,283 Minuten (Grandprix.com) und bekam dafür den Zusatzpunkt. Am Ende hatte Hamilton laut Autosport 16,772 Sekunden Vorsprung auf Verstappen und 43,435 Sekunden auf Leclerc.

Bottas fährt von Startplatz 20 bis kurz hinter das Podium

Der Gewinner des Tages im Feld war Bottas. Weil er einen neuen Motor bekommen hatte, musste er von ganz hinten starten. Am Ende wurde er Vierter und hatte 16 Plätze gutgemacht. Am Anfang kam er nur mühsam voran, weil DRS fehlte. Laut Motor Sport Magazine verlor er dadurch rund fünf Sekunden, und eine Weile hing er hinter Nico Hülkenberg im Renault fest. Bottas wechselte die Reifen erst in Runde 29 und überholte danach die Fahrer, die nur einmal stoppten. In Runde 40 war er an Albon vorbei und Vierter (Formula1.com). Dann durfte er mehrere Runden lang mit dem Qualifying-Motormodus fahren und kam Leclerc näher. Ferrari stellte aber ebenfalls auf mehr Leistung um. Im Ziel fehlten Bottas laut den Abständen bei Autosport weniger als eine Sekunde auf Platz drei.

Vettel brauchte nach seinem langsamen Boxenstopp und einem zweiten Stopp in Runde 38 lange, um Albon einzuholen. Erst in Runde 54 kam er an ihm vorbei und wurde Fünfter. Albon wurde Sechster.

Mittelfeld: Pérez überholt Norris in der letzten Runde, Sainz holt WM-Platz sechs

Spannend war das Rennen im Mittelfeld. Sergio Pérez startete von Platz zehn und fuhr lange auf den ersten Reifen. Erst in Runde 37 kam er an die Box. Danach überholte er laut Motor Sport Magazine zuerst Daniel Ricciardo und dann Hülkenberg. In der letzten Runde fuhr er außen in Kurve 11 an Lando Norris im McLaren vorbei und wurde Siebter. Norris sagte danach selbstkritisch: „I was just too polite.“ (Motor Sport Magazine).

Daniil Kvyat fuhr mit nur einem Stopp von Startplatz 13 auf Platz neun. In der letzten Runde überholte Carlos Sainz noch Ricciardo und Hülkenberg und holte damit Platz zehn. Dieser eine Punkt brachte ihm Platz sechs in der Fahrer-WM. Die beiden Renault-Fahrer kamen ohne Punkte als Elfter und Zwölfter ins Ziel. Kimi Räikkönen im Alfa Romeo machte zwar vier Plätze gut, wurde aber nur 13.

Robert Kubica im Williams hatte gleich zweimal Kontakt mit anderen Autos. In der ersten Runde berührte ihn sein Teamkollege George Russell, später stieß er mit Antonio Giovinazzi zusammen. Die Rennkommissare unternahmen nach dem Zusammenstoß mit Giovinazzi nichts. Kubica kam als 19. mit zwei Runden Rückstand ins Ziel. Für das Haas-Team (Haas F1 Team) wurden Kevin Magnussen 14. und Romain Grosjean 15.

Ausfall und Strafe: Stroll scheidet aus, Ferrari muss zahlen

Lance Stroll war der einzige Fahrer, der nicht ins Ziel kam. Er gab nach 45 Runden auf, der offizielle Grund waren Probleme mit den Bremsen. Laut Grandprix.com hatte er nach dem Zusammenstoß mit Gasly über Schäden am Auto berichtet.

Außerdem gab es Ärger um den Sprit bei Ferrari. Bei einer Kontrolle vor dem Rennen stellte die FIA fest, dass in Leclercs Auto deutlich mehr Benzin war, als Ferrari angegeben hatte. Laut Crash.net betrug der Unterschied 4,88 Kilogramm. Nach dem Rennen musste Ferrari zu den Rennkommissaren. Diese bestraften das Team mit 50.000 Euro für die falsche Angabe, Leclerc selbst bekam keine Strafe. Er durfte Platz drei also behalten.

WM-Stand 2019 und Einordnung: Hamiltons Rekordsaison

Mit diesem Sieg beendete Hamilton die Saison mit 413 Punkten, mehr hatte er in einer Saison noch nie geholt. Bottas wurde mit 326 Punkten Zweiter, Verstappen mit 278 Dritter. Dahinter folgten Leclerc (264) und Vettel (240). Im Kampf um Platz sechs ging es ganz knapp zu: Sainz hatte am Ende 96 Punkte, Gasly 95. Bei den Teams lag Mercedes mit 739 Punkten klar vor Ferrari (504) und Red Bull (417). McLaren wurde mit 145 Punkten Vierter. Den kompletten Stand findest du beim WM-Stand 2019.

Für Hamilton war es laut Grandprix.com der elfte Saisonsieg 2019 und der 84. Sieg seiner Karriere. Laut Formula1.com war es außerdem sein 50. Sieg von der Pole-Position. Und mit dem 19. Start-Ziel-Sieg zog er mit Ayrton Senna gleich. Mercedes hatte in Abu Dhabi seit 2014 jedes Rennen gewonnen. Hamilton sagte nach dem Rennen, er habe selbst nicht mit einem so großen Vorsprung gerechnet (Motor Sport Magazine).

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Abu Dhabi 2019 – formel-1-livestream.de
  2. Hamilton dominates F1 Abu Dhabi GP, Verstappen beats Leclerc to P2 – Autosport
  3. Hamilton crowns F1 title with crushing win: 2019 Abu Dhabi Grand Prix report – Motor Sport Magazine
  4. Abu Dhabi Grand Prix 2019 – Race report and highlights – Formula1.com
  5. Abu Dhabi GP 2019 – Race notes – GrandPrix.com
  6. Leclerc escapes penalty after Ferrari fuel investigation – Crash.net

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