Rückblick · erstellt am · Rennen vom 30. Juni 2019

GP Österreich 2019: Verstappen schnappt Leclerc den Sieg weg

Max Verstappen gewann in Spielberg trotz Fehlstart. In Runde 69 überholte er Leclerc mit Berührung. Es war Hondas erster Sieg seit 2006.

GP Österreich 2019: Verstappen siegt nach Aufholjagd

Max Verstappen gewann für Red Bull den GP Österreich 2019 auf dem Red Bull Ring, obwohl er den Start fast komplett verpatzte. Entschieden wurde das Rennen in Runde 69 von 71: Verstappen ging innen an Polesetter Charles Leclerc vorbei, und dabei berührten sich die Autos. Leclerc wurde im Ferrari Zweiter, Valtteri Bottas holte mit Mercedes Platz drei. Mit dem Sieg endete die Mercedes-Serie zu Saisonbeginn. Für Honda war es der erste Formel-1-Sieg seit dem GP Ungarn 2006 mit Jenson Button. Laut formula1.com war es außerdem Verstappens zweiter Sieg in Folge in Spielberg.

Startaufstellung: Strafen für Hamilton, Magnussen und Sainz

Leclerc holte sich die zweite Pole-Position seiner Karriere. Daneben stand Verstappen, obwohl er im Qualifying nur Dritter geworden war. Grund war eine Strafe für Lewis Hamilton: Er hatte in Q1 Kimi Räikkönen behindert und wurde dafür um drei Plätze nach hinten versetzt. Kevin Magnussen im Haas hatte Platz fünf erreicht, bekam wegen eines außerplanmäßigen Getriebewechsels aber fünf Plätze Strafe. Weil Magnussens Strafe zuerst angewendet wurde, startete Hamilton schließlich von Platz 4 und Magnussen von Platz 10. Carlos Sainz im McLaren und Alexander Albon im Toro Rosso mussten wegen Strafen für Antriebsteile ans Ende des Feldes. Albon ging von Platz 18 ins Rennen, Sainz von Platz 19. George Russell startete im Williams aus der Boxengasse.

Die Startreifen waren unterschiedlich: Leclerc fuhr auf Soft los, Verstappen, Bottas und Hamilton auf Medium. Laut grandprix.com war es vor dem Start sonnig und heiß.

Rennverlauf: Verstappens Fehlstart und Leclercs Führung

Als die Ampeln ausgingen, griff bei Verstappen die Anti-Stall-Funktion ein, und sein Red Bull kam kaum vom Fleck. Hamilton musste ihm ausweichen. Laut formula1.com war Verstappen nach der ersten Runde nur Siebter und lag zeitweise sogar hinter seinem Teamkollegen Pierre Gasly. Leclerc kam dagegen sauber weg und führte das Feld an. Bottas schob sich in Kurve 1 auf Platz zwei. Lando Norris lag im McLaren kurz auf Platz drei, bevor Hamilton ihn zurückeroberte. Sebastian Vettel war von Startplatz 9 losgefahren und nach einer Runde schon Sechster.

In den ersten Runden überholte Verstappen Norris und Räikkönen. Vorne fuhr Leclerc auf seinen Soft-Reifen allein. Hamilton hatte mit dem Verschleiß seiner Medium-Reifen zu kämpfen. Mercedes forderte ihn laut grandprix.com auf, vor den Kurven früher vom Gas zu gehen.

Boxenstopps und Strategie: Vettels Stopp, Hamiltons Frontflügel

Fast alle Fahrer setzten auf einen Stopp. Bottas und Vettel kamen in Runde 21 an die Box. Bei Vettel lagen die harten Reifen nicht bereit, weil es ein Funkproblem gab. Laut FIA stand er rund sechs Sekunden still, bis das linke Vorderrad montiert war. Seine Zeit in der Boxengasse betrug 25,2 Sekunden. Leclerc stoppte eine Runde später in Runde 22. Danach übernahm Hamilton die Führung.

Hamilton hatte allerdings seinen Frontflügel beschädigt, und seine Rundenzeiten wurden immer schlechter. In Runde 30 holte Mercedes ihn herein und wechselte neben den Reifen auch den Flügel. Laut FIA stand er dabei 11 Sekunden still, in der Boxengasse verlor er insgesamt 30,1 Sekunden. Verstappen lag in Runde 31 kurz vorne und wechselte dann ebenfalls auf harte Reifen. Ab Runde 32 führte wieder Leclerc. Das war der Schlüssel zum Rennen: Verstappens harte Reifen waren neun Runden frischer als die von Leclerc. Seinen ersten Reifensatz hatte Verstappen laut formula1.com außerdem mit einem Bremsplatten belastet.

Entscheidung in Runde 69: Verstappen gegen Leclerc in Kurve 3

Mit den frischeren Reifen kam Verstappen schnell nach vorne. Laut FIA und formula1.com überholte er Vettel in Runde 50 und kurz darauf in Runde 56 mit DRS auch Bottas, und zwar vor Kurve 3. Dabei gab es kurz Sorgen wegen eines Sensors am Auspuff. Danach holte er Runde für Runde auf Leclerc auf, der laut formula1.com zwischenzeitlich rund fünf Sekunden Vorsprung hatte.

In Runde 68 bremste Verstappen Leclerc in Kurve 3 erstmals aus. Leclerc konterte aber außen und lag vor Kurve 4 wieder vorne. Eine Runde später versuchte Verstappen es an derselben Stelle wieder. Diesmal ließ er Leclerc am Ausgang keinen Platz, die Räder berührten sich, und der Ferrari musste neben die Strecke. Verstappen fuhr ins Ziel und holte mit der schnellsten Runde 26 Punkte. Laut formula1.com hatte er am Ende 2,724 Sekunden Vorsprung.

Endgültig stand der Sieg erst rund drei Stunden nach dem Rennen fest, als die Rennkommissare ihre Untersuchung abgeschlossen hatten. Sie entschieden, dass keiner der beiden ganz oder überwiegend schuld war, und sprachen keine Strafe aus: „We consider that this is a racing incident.“ (FIA)

Gewinner und Verlierer beim GP Österreich

  • Carlos Sainz: Er gewann mehr Plätze als jeder andere, nämlich elf, und kam von Startplatz 19 auf Rang 8. Dafür fuhr er einen sehr langen ersten Stint bis Runde 41.
  • Lando Norris: Er kam als Sechster ins Ziel und hielt dabei Gasly im Red Bull hinter sich. McLaren holte so mit beiden Autos Punkte.
  • Sebastian Vettel: Er verbesserte sich von Platz 9 auf Platz 4. Ferrari holte ihn in Runde 50 ein zweites Mal herein und gab ihm Soft-Reifen. In der Schlussphase überholte er damit Hamilton.
  • Antonio Giovinazzi: Als Zehnter holte er laut formula1.com den ersten WM-Punkt seiner Karriere. Sein Teamkollege Räikkönen wurde Neunter, damit punktete Alfa Romeo doppelt.
  • Lewis Hamilton: Sein Frontflügel war beschädigt und er verlor viel Zeit beim Stopp. Am Ende blieb Platz fünf, laut formula1.com sein erstes Ergebnis der Saison außerhalb der Top zwei.
  • Kevin Magnussen: Er verlor mehr Plätze als jeder andere, nämlich neun, und kam von Startplatz 10 nur als 19. ins Ziel. Er war dreimal an der Box, in den Runden 11, 13 und 62. Warum er so früh zweimal stoppen musste, konnten wir nicht klären. Romain Grosjean im zweiten Haas fiel ebenfalls weit zurück, von Platz 11 auf Platz 16.

Ausgefallen ist niemand: Alle 20 Fahrer kamen ins Ziel. Als Letzter wurde Robert Kubica im Williams gewertet, mit drei Runden Rückstand.

WM-Stand 2019 nach dem GP Österreich und Einordnung

Im WM-Stand 2019 führte Hamilton weiter. Er hatte 197 Punkte, Bottas 166. Verstappen kam auf 126 Punkte und überholte damit Vettel (123) für Platz drei. Leclerc lag mit 105 Punkten auf Rang fünf. Bei den Teams führte Mercedes deutlich mit 363 Punkten vor Ferrari (228) und Red Bull (169).

Das Rennen bedeutete mehr als einen Sieg. Mercedes hatte in dieser Saison bis dahin jedes Rennen gewonnen, und diese Serie war jetzt vorbei. Honda gewann zum ersten Mal seit 13 Jahren, und Verstappen feierte den sechsten Sieg seiner Karriere. Leclerc dagegen hatte zum zweiten Mal in dieser Saison einen sicher geglaubten ersten Sieg verloren. Die Rennkommissare bewerteten die Berührung als Rennzwischenfall, und das war damals ein Zeichen: Harte Zweikämpfe wurden wieder eher toleriert. Die Zahlen zum Rennen findest du auf der Ergebnisseite zum GP Österreich 2019.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Österreich 2019 – formel-1-livestream.de
  2. Austrian Grand Prix 2019: Race report and highlights – formula1.com
  3. F1 – Verstappen keeps thrilling Austrian Grand Prix win following stewards' investigation – FIA
  4. F1 – Leclerc takes pole in Austria, Hamilton gets grid penalty – FIA
  5. Austrian GP 2019 – Race notes – grandprix.com

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