Rückblick · erstellt am · Rennen vom 13. September 2026

GP Spanien 2026: VSC-Stopp ebnet Antonelli den Weg zum Sieg

Andrea Kimi Antonelli gewann die Madring-Premiere vor Verstappen und Norris. Der Stopp unter VSC war der Schlüssel, Leclercs Poker ging nicht auf.

GP Spanien 2026: Antonelli gewinnt auf dem Madring

Andrea Kimi Antonelli hat den GP Spanien 2026 auf dem Madring in Madrid gewonnen und Mercedes einen weiteren Sieg beschert. Auf dem Podium standen außerdem Max Verstappen von Red Bull und Polesetter Lando Norris von McLaren. Entschieden wurde das Rennen beim virtuellen Safety Car in den Runden 14 und 15. Auf unserer Rennseite zum GP Spanien kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben.

Rennverlauf beim GP Spanien: Norris führt, Hamilton fällt früh aus

Es war trocken und heiß: Die Luft hatte bis zu 31,7 Grad, der Asphalt bis zu 54,9 Grad. Norris verteidigte am Start die Führung. Antonelli kürzte bei seinen Angriffen laut formula1.com zweimal die erste Schikane ab. Dahinter ging es eng zu: Verstappen schob sich zwischenzeitlich auf Platz zwei. Auf Rat seines Renningenieurs ließ er Antonelli und Lewis Hamilton aber wieder vorbei, damit er keine Strafe riskierte. Die Rennkommissare notierten den Vorfall in Kurve 1 in Runde 4 und verzichteten kurz darauf auf weitere Ermittlungen.

Für Hamilton und Ferrari war der Tag schnell gelaufen. Von Startplatz vier aus kämpfte der Brite mit den Bremsen und musste den Wagen nach nur sechs Runden abstellen. In Runde 12 war auch für Lance Stroll Schluss. Sein liegengebliebenes Auto löste in den Runden 14 und 15 das virtuelle Safety Car aus, und damit kam die entscheidende Phase des Nachmittags.

Danach lag ab Runde 16 überraschend Charles Leclerc vorn. Er war als Einziger der Spitzengruppe noch nicht an der Box gewesen. Antonelli verfolgte ihn als virtuell Führender. Zwischendurch meldete er am Funk, das Lenkrad fühle sich seltsam an, laut formula1.com fand Mercedes in den Daten aber nichts Auffälliges. Leclerc stoppte erst nach Runde 48, ab da führte Antonelli und gab die Spitze bis ins Ziel nach 57 Runden nicht mehr her. Norris arbeitete sich bis auf Platz drei vor und griff Verstappen in der Schlussphase in Kurve 5 noch einmal an. Vorbei kam er aber nicht. Die Rennleitung notierte in der letzten Runde einen Ausflug Verstappens in Kurve 5 und ermittelte nicht weiter.

Strategie: Warum der VSC-Stopp Antonelli den Sieg brachte und Leclercs Poker scheiterte

Fast alle Spitzenfahrer fuhren nur einen Stopp, und der richtige Zeitpunkt entschied das Rennen. Antonelli kam in Runde 14 unter VSC von Medium auf Hard. Mit 31,8 Sekunden in der Boxengasse lag er drei Runden später weiter auf Platz zwei, hinter Leclerc, der noch nicht gestoppt hatte. Danach fuhr er 43 Runden auf demselben Hard-Satz bis ins Ziel. Verstappen, der auf drei Runden alten Soft-Reifen gestartet war, stoppte ebenfalls in Runde 14 unter VSC. Er brauchte 31,0 Sekunden und hielt Platz drei.

Norris verlor beim Stopp die Führung: Der McLaren-Pilot kam erst in Runde 15. Laut formula1.com war die VSC-Phase da schon zu Ende, außerdem dauerte der Reifenwechsel zu lange. Das zeigen auch die Daten: 35,1 Sekunden Boxengasse statt rund 31 Sekunden bei der Konkurrenz. Er fiel von Platz eins auf Platz fünf zurück. Dass er am Ende noch Dritter wurde, spricht für seinen Speed auf den Hard-Reifen. Den Sieg kostete ihn aber der Stopp.

Leclercs Gamble: Der Ferrari-Fahrer startete von Platz fünf auf Hard und blieb während der VSC-Phase draußen. Laut formula1.com hoffte er auf ein echtes Safety Car oder eine rote Flagge. Beides kam nicht. Leclerc führte zwar von Runde 16 bis 47, nach seinem Stopp in Runde 48 auf Soft lag er drei Runden später aber nur noch auf Platz vier. Dort kam er auch an. Die 32 Führungsrunden machten sich gut, unter dem Strich brachte ihm die Strategie aber nur einen Platz gegenüber dem Start.

Russells Zweistopper: George Russell startete von Platz sechs auf Hard und wechselte unter VSC auf Medium. Das brachte ihn von Platz fünf auf vier. Der zweite Stopp in Runde 28 warf ihn wieder auf Platz sechs zurück. Am Ende wurde er Fünfter und holte die schnellste Runde. Ein Podiumsplatz war mit dem zusätzlichen Stopp nicht drin.

Lange erste Stints im Mittelfeld: Liam Lawson fuhr bis Runde 44 auf Hard, rutschte beim Stopp nur von Platz sechs auf sieben und kam von Startplatz acht auf Rang sechs. Oscar Piastri versuchte es ähnlich, stoppte in Runde 42 und fiel dabei von Platz sieben auf zehn. Mit Rang acht verlor er einen Platz gegenüber dem Start. Franco Colapinto vom Alpine F1 Team fiel nach seinem VSC-Stopp zunächst von Platz sieben auf zehn zurück, holte das aber auf und wurde Siebter.

Ausfälle beim GP Spanien: Hamilton, Stroll, Pérez und Sainz

Vier Autos kamen nicht ins Ziel:

  • Lewis Hamilton (Ferrari), nach Runde 6: Laut formula1.com wurden die Bremsprobleme immer schlimmer, bis Ferrari das Auto zurückzog. Davor hatte die Rennleitung ihm mehrere Rundenzeiten wegen Tracklimits in den Kurven 1, 5 und 20 gestrichen und in Runde 6 die schwarz-weiße Flagge gezeigt.
  • Lance Stroll (Aston Martin), nach Runde 12: ebenfalls Bremsprobleme. Er stellte sein Auto laut formula1.com in Kurve 20 ab und löste damit das virtuelle Safety Car aus.
  • Sergio Pérez (Cadillac F1 Team), nach Runde 31: Laut formula1.com vermutlich ein Problem mit dem Wassersystem. Vorher waren ihm schon zwei Rundenzeiten wegen Tracklimits in Kurve 15 gestrichen worden.
  • Carlos Sainz (Williams), nach Runde 43: Bei einer Berührung mit Yuki Tsunoda in Kurve 1 kurz nach dem Start wurde der Unterboden seines Autos beschädigt. Laut seiner eigenen Website fehlte ihm danach viel Abtrieb. Trotz zweier Stopps war das Auto zu stark beschädigt, um weiterzufahren. Die Rennkommissare hatten die Kollision mit Tsunoda geprüft und nicht weiter ermittelt.

Strafen und Vorfälle: Sainz und Gasly bestraft

Sainz bekam außerdem eine 5-Sekunden-Strafe. In Kurve 5 war er in Runde 16 mit Fernando Alonso aneinandergeraten. Laut formula1.com fühlte sich Alonso an die Mauer gedrückt, und die Rennkommissare gaben ihm recht. Sainz selbst sagte, in die Kurve hätten nicht zwei Autos gepasst. Er stoppte in Runde 23 und war 46,3 Sekunden in der Boxengasse. Die Strafe galt in Runde 27 als abgesessen. Auch Alonsos erster Stopp unter VSC war mit 43,8 Sekunden auffällig lang.

Pierre Gasly bekam in der letzten Runde ebenfalls 5 Sekunden wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse. Seine Strategie war ohnehin nicht aufgegangen: Er fuhr bis Runde 55 auf Hard und lag vor seinem Stopp auf Platz sieben. Am Ende reichte es nur für Rang zwölf.

Andere Vorfälle blieben ohne Folgen. Die Rennkommissare ermittelten nicht weiter wegen möglicher Verstöße gegen die gelbe Flagge bei Piastri und Arvid Lindblad, wegen eines Vorfalls zwischen Pérez und Tsunoda in Kurve 5, wegen eines Ausflugs von Colapinto in Kurve 17 und wegen eines Duells zwischen Lindblad und Nico Hülkenberg in Kurve 1 in der letzten Runde. Gegen Gabriel Bortoleto leiteten sie in Runde 49 eine Untersuchung ein, weil er sich beim Bremsen in Kurve 5 bewegt haben soll. Eine Strafe ist dazu bislang nicht verzeichnet.

Gewinner und Verlierer am Madring

Gewinner:

  • Antonelli: Der Stopp zum richtigen Zeitpunkt, danach 43 Runden auf einem Satz Reifen ohne Fehler. Ein Sieg, den er sich mit seiner Reifenpflege verdient hat.
  • Oliver Bearman (Haas F1 Team): Er startete als Letzter von Platz 22 und kam mit zwei Stopps auf Rang 16. Mit sechs Plätzen gewann er an diesem Tag die meisten Positionen.
  • Lawson und Colapinto: Beide machten zwei Plätze gut und holten als Sechster und Siebter wichtige Punkte.
  • RB F1 Team und Audi: Lindblad wurde Neunter, Hülkenberg holte als Zehnter den letzten Punkt.

Verlierer:

  • Hamilton: Ausfall nach nur sechs Runden, null Punkte.
  • Norris: Von der Pole aus wurde es nur Platz drei. Dafür reichte ein langsamer Boxenstopp.
  • Leclerc: 32 Runden lang Führender, am Ende Vierter.
  • Gasly: Von Platz sieben vor dem späten Stopp auf zwölf zurückgefallen, dazu eine Strafe.

Knapp hinter den Punkten kamen Esteban Ocon als Elfter, Bortoleto als 13., Tsunoda als 14. und Alexander Albon als 15. ins Ziel. Alonso wurde 17., Valtteri Bottas Letzter auf Rang 18.

WM-Stand nach dem GP Spanien: Antonelli baut Vorsprung aus

Im WM-Stand führt Antonelli jetzt mit 292 Punkten. Sein Teamkollege Russell hat als Zweiter 211 Punkte und damit 81 Punkte Rückstand. Hamilton blieb mit 191 Punkten zwar Dritter, Norris ist ihm mit 186 Punkten aber bis auf fünf Zähler nahegekommen. Dahinter folgen Leclerc mit 167 und Verstappen mit 145 Punkten.

Auch bei den Konstrukteuren liegt Mercedes klar vorn: 503 Punkte gegenüber 358 bei Ferrari, ein Vorsprung von 145 Punkten. Dahinter folgen McLaren mit 306 und Red Bull mit 230 Punkten. Das Cadillac F1 Team hat nach diesem Rennen weiterhin keinen Punkt.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Spanien 2026 – formel-1-livestream.de
  2. Antonelli clinches victory over Verstappen and Norris in Spanish GP – formula1.com
  3. Carlos Sainz’s first race at the Madring ends in retirement – carlossainz.es

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