GP Belgien 2026: Antonelli schlägt Leclerc nach VSC-Poker
Antonelli gewann in Spa vor Leclerc und Verstappen. Russell schied nach Kontakt mit Hamilton in Runde 1 aus, die WM-Führung wuchs auf 45 Punkte.
GP Belgien 2026: Antonelli siegt in Spa, Russell früh raus
Andrea Kimi Antonelli gewann den GP Belgien 2026 für Mercedes von der Pole-Position. Hinter ihm kamen Charles Leclerc (Ferrari) und Max Verstappen (Red Bull) aufs Podium. Entschieden wurde das Rennen in zwei Phasen: Zwei virtuelle Safety-Car-Phasen in den Runden 18 und 20 bis 21 wirbelten die Boxenstopps durcheinander und brachten Leclerc an die Spitze. In Runde 34 holte sich Antonelli die Führung auf der Strecke zurück. Sein Teamkollege George Russell war da schon lange draußen: Er schied schon in der ersten Runde nach einer Kollision mit Lewis Hamilton aus.
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Start und Safety Car: Russell und Hamilton kollidieren in Kurve 6
Gefahren wurde trocken, bei 16,7 bis 19,3 Grad Luft- und 26,1 bis 37 Grad Streckentemperatur. Am Start war Verstappen von Platz 2 kurz vorn und ging als Erster in die Eau Rouge. Antonelli konterte aber noch in der ersten Runde auf dem Weg hinauf nach Les Combes. Laut Führungsdaten lag der Mercedes-Pilot ab Runde 1 vorn.
Dahinter kam es zum folgenschwersten Moment des Nachmittags. Russell (Startplatz 3) und Hamilton (Startplatz 5) berührten sich in Kurve 6, und der Mercedes landete im Kiesbett. Das Safety Car kam heraus und blieb von Runde 1 bis Runde 5 auf der Strecke. Die Rennkommissare untersuchten die Szene und gaben Hamilton in Runde 9 eine 5-Sekunden-Zeitstrafe wegen Verursachens einer Kollision. Russell blieb ohne eine einzige gewertete Runde und ohne Punkte.
Noch in Runde 1 notierte die Rennleitung auch Alexander Albon (Williams) wegen der Sicherheitsleuchten an seinem Auto. Der Fall sollte erst nach dem Rennen untersucht werden. Mehrere Teams nutzten die Safety-Car-Phase für frühe Reifenwechsel, darunter Isack Hadjar, Oliver Bearman (Haas F1 Team), Valtteri Bottas und Sergio Pérez (Cadillac F1 Team).
Strategie: Wie die VSC-Phasen Leclerc an die Spitze brachten
Fast das ganze Feld fuhr einen Einstopper, die Spitze von Medium auf Hard. Den Unterschied machte das Timing.
- Verstappen kam in Runde 17 als Zweiter zum Wechsel, ohne Neutralisation. Gleich danach rückte das erste VSC aus, und drei Runden nach seinem Stopp lag er nur noch auf Platz 6. Der frühe Stopp kostete ihn also vier Plätze und wohl die Chance auf mehr als Rang 3.
- Antonelli stoppte in Runde 18 unter dem einrundigen VSC (2,6 s Standzeit), fiel aber von Platz 1 auf Platz 3 zurück. Leclerc übernahm ab Runde 19 die Führung.
- Leclerc blieb draußen und kam in Runde 20 herein, als die zweite VSC-Phase (Runden 20 bis 21) begann. Mit 2,3 s hatte er den schnellsten Stopp der Spitze, und drei Runden später war er immer noch Erster. Das war der günstigste Boxenstopp des Tages.
- Lando Norris (McLaren) war auf Hard gestartet und lag deshalb in den Runden 21 und 22 kurz in Führung, bis Leclerc ihn in Runde 23 überholte.
Die Zahlen sind eindeutig: Wer vor den Neutralisationen stoppte, verlor. Arvid Lindblad (RB F1 Team) fiel nach seinem Stopp in Runde 16 von Platz 7 auf Platz 11 zurück. Liam Lawson verlor nach Runde 15 fünf Plätze (von 8 auf 13). Bei Alpine ging es Franco Colapinto (Runde 15, von 9 auf 15) und Pierre Gasly (Runde 14, von 9 auf 14) genauso. Wer unter VSC stoppte, hielt seine Position dagegen meist: Gabriel Bortoleto (Audi) war vor und nach seinem Stopp in Runde 20 Achter und kam auch als Achter ins Ziel.
Rennverlauf: Antonellis Comeback und Hamiltons turbulenter Stopp
Nach den Stopps lag Leclerc vor Antonelli, beide auf harten Reifen. Der Mercedes-Pilot wurde aber immer stärker. In Runde 34 ging er bergauf an Leclerc vorbei und gab die Führung bis zur Zielflagge nach 44 Runden nicht mehr ab. Leclerc rettete Platz 2 und machte zwei Positionen gut. Verstappen kämpfte sich nach seinem unglücklich getimten Stopp bis auf Rang 3 zurück.
Hamilton erlebte den chaotischsten Boxenstopp des Tages. Er lag in Runde 20 auf Platz 2, als er unter VSC hereinkam und dabei seine 5-Sekunden-Strafe absaß. Während des Stopps wollte ein Mechaniker noch kurzfristig den Frontflügel verstellen und wurde beim Losfahren vom Ferrari erfasst. Er blieb unverletzt. Strafe und Zwischenfall ergaben zusammen 10,6 s Standzeit und 32,2 s in der Boxengasse. Drei Runden später war Hamilton nur noch Sechster, am Ende holte er aber noch Platz 4.
Der Mann von McLaren auf dem Podium-Jagd war Oscar Piastri, der auf Platz 5 ins Ziel kam. Sein Stopp in Runde 20 (2,8 s) kostete ihn nur einen Platz, von 4 auf 5. Norris zog seinen ersten Stint auf Hard bis Runde 30 durch. Sein Stopp dauerte allerdings 7,8 s, und er fiel von Platz 4 auf Platz 7 zurück. Den behielt er bis ins Ziel und holte sich in der Schlussrunde noch die schnellste Rennrunde.
Ausfälle beim GP Belgien: Russell, Pérez und Stroll
Drei Fahrer kamen in Spa nicht ins Ziel:
- George Russell (Mercedes), Runde 1: Nach dem Kontakt mit Hamilton in Kurve 6 steckte er im Kiesbett fest. Das war der Auslöser für das Safety Car.
- Sergio Pérez (Cadillac F1 Team), nach 13 Runden: Er musste wegen eines Defekts an der Hinterradaufhängung aufgeben. Zuvor hatte er schon in Runde 1 unter Safety Car und erneut in Runde 12 gestoppt.
- Lance Stroll (Aston Martin), nach 25 Runden: Aston Martin stellte das Auto wegen eines vermuteten Getriebeproblems ab. Stroll erklärte, er habe gegen Ende „started to feel something with the gearbox“ (Honda Racing). Vorher hatte er in Runde 17 einen langen Stopp mit 11,0 s Standzeit und Wechsel auf Soft.
Strolls Teamkollege Fernando Alonso kam von Startplatz 22 nach zwei Stopps mit zwei Runden Rückstand als 19. ins Ziel. Bottas wurde für Cadillac 18., mit einer Runde Rückstand.
Strafen und Entscheidungen der Rennkommissare in Spa
Neben Hamiltons 5-Sekunden-Strafe beschäftigten mehrere Szenen die Rennkommissare:
- Leclerc gegen Piastri (Kurve 5): In Runde 9 notiert, ab Runde 11 untersucht, in Runde 16 kam die Entscheidung: keine weiteren Maßnahmen.
- Lindblad gegen Lawson (Kurve 5): Der Vorwurf, Lawson in Runde 20 von der Strecke gedrängt zu haben, wurde geprüft und nicht weiter verfolgt. Ein Stallduell beim RB F1 Team ohne Folgen.
- Bortoleto gegen Lindblad (Kurve 18): Einen möglichen Vorteil durch Verlassen der Strecke in Runde 40 prüften die Kommissare und untersuchten den Fall nicht weiter. Bortoleto blieb Achter, Lindblad Neunter.
- Hamiltons Unsafe Release: Den Vorfall aus Runde 20 nahmen sich die Kommissare nach dem Rennen vor. Sie werteten die Freigabe als unsicher und bestraften Ferrari mit einer Geldstrafe von 30.000 Euro, davon 10.000 Euro auf Bewährung. Hamilton selbst bekam keine weitere Strafe, weil er sofort angehalten und dabei Zeit verloren hatte. Damit behielt er Platz 4.
Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Belgien
Gewinner des Tages war Isack Hadjar. Nach einem Wechsel der Antriebseinheit startete er nur von Platz 21. Mit Stopps in den Runden 1 und 2 unter Safety Car und einem dritten Stopp unter VSC in Runde 20, bei dem er Siebter blieb, fuhr er bis auf Platz 6 vor. Das waren 15 gewonnene Plätze, so viele wie bei keinem anderen. Norris machte nach seiner Rückversetzung um zehn Plätze wegen eines Batteriewechsels sechs Positionen gut. Carlos Sainz (Williams) gewann trotz 14,4 s Standzeit drei Plätze und wurde 16. Colapinto holte als Zehnter einen Punkt für Alpine.
Verlierer war vor allem Russell, der von Startplatz 3 ohne Punkte blieb. Auch Lawson (−3 Plätze, Rang 12) und Lindblad (−2, Rang 9) zahlten für ihre frühen Stopps. Bei Nico Hülkenberg (Audi) dauerte die Fahrt durch die Boxengasse 26,1 s, er wurde 13.
In der WM-Wertung baute Antonelli seinen Vorsprung aus: Er hat jetzt 204 Punkte. Hamilton ist mit 159 Punkten neuer Zweiter und verdrängte Russell (154) auf Rang 3. Leclerc bleibt mit 126 Punkten Vierter, dahinter folgen Norris (103), Piastri (94) und Verstappen (91). Bei den Teams führt Mercedes mit 358 Punkten vor Ferrari (285) und McLaren (197).
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Belgien 2026 – formel-1-livestream.de
- Belgian GP 2026 – Race Notes – GrandPrix.com
- 2026 Belgian Grand Prix: Russell out on Lap 1 after contact with Hamilton – Formula 1
- 'Unfortunate' – Perez retires from Belgian GP due to rear suspension failure – Formula 1
- Alonso finishes 19th as Stroll retires in the Belgian Grand Prix – Honda Racing
- Lewis Hamilton keeps fourth in F1 Belgian GP as mechanic escapes unhurt – Autosport