GP Österreich 2026: Russell hält Verstappen und Antonelli in Schach
George Russell gewinnt den GP Österreich 2026 von der Pole vor Max Verstappen und Kimi Antonelli. Ferrari bricht ein, Cadillac fällt doppelt aus.
Russell gewinnt den GP Österreich 2026
George Russell hat den GP Österreich 2026 gewonnen. Er startete von der Pole Position und war nach 71 Runden auch als Erster im Ziel. Hinter dem Mercedes-Fahrer kamen Max Verstappen im Red Bull und Russells Teamkollege Andrea Kimi Antonelli aufs Podium. Entschieden hat sich das Rennen bei den zweiten Boxenstopps. Russell kam in Runde 43 als Erster des Spitzentrios herein. Als Verstappen und Antonelli ihre langen Stints beendet hatten, lag er wieder vorn. Auf unserer Rennseite zum GP Österreich 2026 kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben.
Rennverlauf am Red Bull Ring: Start, Duelle und fünf Führungswechsel
In Spielberg war es heiß: Die Luft hatte 33,4 bis 35,1 Grad, der Asphalt auf dem Red Bull Ring bis zu 53,3 Grad. Regen gab es nicht. Russell kam beim Start sauber weg und blieb vorn. Dahinter ging Lewis Hamilton im Ferrari an seinem Teamkollegen Charles Leclerc vorbei, der von Platz zwei gestartet war.
Antonelli war von Rang vier gestartet und kam in Runde 3 sowohl in Kurve 1 als auch in Kurve 3 von der Strecke ab. Die Rennkommissare sahen sich beide Szenen an und untersuchten sie nicht weiter. Verstappen nutzte die Unruhe und überholte schon in Runde 2 in Kurve 4 Antonelli und Leclerc. Danach lieferte er sich mit Hamilton mehrere harte Duelle. Einen Zweikampf in Kurve 6 in Runde 15 notierte die Rennleitung als möglichen Fall von Abdrängen, sie untersuchte ihn aber nicht weiter.
Die Führung wechselte an diesem Nachmittag fünfmal, und jedes Mal lag es an den Boxenstopps. Russell führte bis Runde 19. Danach lag Antonelli vorn, weil er draußen blieb, bis er in Runde 24 an die Box kam. Ab Runde 25 führte wieder Russell. Sein zweiter Stopp brachte in Runde 43 Verstappen an die Spitze. Nach dessen Stopp führte ab Runde 49 Antonelli. Ab Runde 52 lag dann wieder Russell vorn, und das bis zur Zielflagge. In der Schlussphase setzten ihn Verstappen und Antonelli unter Druck, aber Russell hielt stand. Es war sein erster Sieg seit dem Saisonauftakt beim GP Australien.
Strategie: Warum Russells früher zweiter Stopp das Rennen entschied
Russell, Verstappen und Antonelli fuhren alle denselben Plan mit zwei Stopps: Medium, dann zweimal Hard. Den Unterschied machte der Zeitpunkt der Stopps.
Erster Stopp: Verstappen kam in Runde 18 als Erster herein. Drei Runden später war er von Platz zwei auf Platz vier zurückgefallen. Russell folgte in Runde 19 und war danach Zweiter. Antonelli fuhr bis Runde 24 und führte dabei fünf Runden lang. Der späte Stopp brachte ihm aber nichts: Drei Runden danach lag er nur auf Platz vier. Außerdem kam er genau eine Runde vor dem ersten virtuellen Safety Car (VSC) in den Runden 25 und 26 an die Box. Unter dem VSC wäre ein Stopp günstiger gewesen.
Zweiter Stopp: Hier fiel die Entscheidung. Russell kam in Runde 43 aus der Führung an die Box und war drei Runden später Dritter. Verstappen blieb auf seinen Hards draußen. Sein zweiter Stint dauerte 31 Runden (Runde 19 bis 49), und in dieser Zeit führte er das Rennen an. Nach seinem Stopp in Runde 49 kam er aber nur als Zweiter zurück, hinter Russell. Antonelli versuchte es noch länger und kam erst in Runde 51 herein. Drei Runden später war er Dritter.
Fazit: Das Überholen durch langes Draußenbleiben (Overcut) klappte weder für Verstappen noch für Antonelli. Zum Schluss hatte Russell die ältesten Reifen des Spitzentrios: 28 Runden alt, bei Verstappen 22 und bei Antonelli 20. Antonelli fuhr mit den frischesten Reifen sogar die schnellste Rennrunde. Russells Vorsprung reichte trotzdem bis ins Ziel.
Ferrari und McLaren: Leclerc verliert sechs Plätze, Piastri gewinnt drei
Bei Ferrari ging die Strategie nicht auf. Beide Fahrer kamen sehr früh zum ersten Stopp. Hamilton fiel in Runde 12 von Platz zwei auf Platz neun zurück, Leclerc in Runde 13 von Platz fünf auf Platz elf. Beide mussten danach dreimal an die Box. Hamilton nutzte das VSC in Runde 25 für den Wechsel auf Soft, fiel dabei aber von Platz vier auf Platz sieben. Leclerc beschädigte sich laut formula1.com in einem Duell mit Oscar Piastri den Frontflügel. Mit einem letzten Stopp in Runde 59 holte er sich noch einmal Soft-Reifen, die schon drei Runden alt waren, und fiel von Platz sieben auf acht. Am Ende wurde Hamilton Fünfter (zwei Plätze verloren), Leclerc Achter (sechs Plätze verloren). Das war der größte Absturz unter allen, die das Ziel erreichten.
Bei McLaren lief es unterschiedlich. Oscar Piastri stoppte in den Runden 19 und 42 und fiel jedes Mal von Platz vier auf Platz sechs zurück. Auf der Strecke holte er die Plätze aber wieder auf und wurde Vierter, drei Plätze besser als beim Start. Lando Norris fuhr seinen ersten Stint bis Runde 21 und lag deshalb zwischenzeitlich auf Platz zwei. Nach dem Stopp war er nur noch Achter. Nach dem zweiten Stopp in Runde 47 fiel er ebenfalls von Platz vier auf Platz acht zurück. Er wurde Siebter, einen Platz schlechter als beim Start.
Isack Hadjar fuhr im zweiten Red Bull zuerst zweimal Medium und erst am Ende Hard. Er verbesserte sich von Platz acht auf sechs. Das RB F1 Team holte mit Liam Lawson auf Platz neun und Arvid Lindblad auf Platz zehn mit beiden Autos Punkte. Beide kamen genau dort ins Ziel, wo sie gestartet waren.
Ausfälle beim GP Österreich: Cadillac-Bremsen, Sainz und Stroll
- Valtteri Bottas (Cadillac F1 Team), Aus nach Runde 2: Die Bremsen überhitzten. Laut crash.net hatten die Hitze am Renntag und die kurze Fahrt im Verkehr die Bremsen überlastet. Bottas sagte, es habe vorher keine Warnung gegeben.
- Sergio Pérez (Cadillac F1 Team), Aus nach Runde 4: Auch bei ihm überhitzten die Bremsen. Pérez nannte die Probleme mit der Zuverlässigkeit „totally unacceptable“ (crash.net), also völlig inakzeptabel. Außerdem untersuchen die Kommissare nach dem Rennen einen möglichen Frühstart von ihm.
- Carlos Sainz (Williams), Aus nach Runde 23: Kurz nach seinem ersten Stopp ging sein Williams auf der Start-Ziel-Geraden plötzlich aus. Das Team vermutet einen Elektrikdefekt, Sainz selbst sprach von einem Problem an der Power Unit. Weil das Auto liegen blieb, gab es das erste VSC in den Runden 25 und 26.
- Lance Stroll (Aston Martin), Aus nach Runde 45: Das Team holte ihn vom letzten Platz an die Box und stellte das Auto ab. Als Grund nannte es ein vermutetes Problem mit dem Energierückgewinnungssystem (ERS).
Das zweite VSC in den Runden 52 und 53 verursachte Alexander Albon. Er traf in Kurve 3 einen Markierungspfosten am Kurveneingang und riss ihn los. Die Streckenposten mussten ihn von der Ideallinie holen.
Strafen und Untersuchungen beim GP Österreich
Im Rennen gab es nur eine Strafe. Fernando Alonso bekam in Runde 41 fünf Sekunden Zeitstrafe, weil er in der Boxengasse zu schnell war. Laut Rennleitung hat er die Strafe abgesessen.
Einige Fälle untersuchen die Kommissare erst nach dem Rennen:
- Pérez: möglicher Frühstart
- Lawson: Verstoß bei den Probestarts vor dem Rennen
- Piastri: maximale Rundenzeit (Delta) nicht eingehalten
- Albon: mögliches Missachten gelber Flaggen
- Alonso und Stroll: mögliches Missachten blauer Flaggen
Ob daraus Strafen werden, ist noch offen.
Viele andere Szenen hakte die Rennleitung ohne weitere Untersuchung ab. Dazu gehörten das Duell zwischen Gabriel Bortoleto (Audi) und Pierre Gasly (Alpine F1 Team) in Kurve 5, ein Zweikampf zwischen Hadjar und Esteban Ocon (Haas F1 Team) in Runde 48, Ocons mögliches Missachten gelber Flaggen und ein Verstoß von Norris in der Boxengasse.
Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Österreich
Gewinner: Russell holte sich nicht nur den Sieg, sondern auch Platz zwei in der WM zurück. Verstappen und Piastri machten je drei Plätze gut. Red Bull holte 26 Punkte (18 von Verstappen, 8 von Hadjar). Ganz hinten gewann auch Alonso trotz Zeitstrafe drei Plätze (von 21 auf 18). Nico Hülkenberg verbesserte sich im Audi von Platz 14 auf 12, direkt hinter Bortoleto auf Platz 11.
Verlierer: Ferrari mit Leclercs Absturz von Platz zwei auf acht. Cadillac mit zwei Ausfällen wegen der Bremsen in den ersten vier Runden. Und Williams: Sainz fiel aus, Albon kam nur als 17. ins Ziel. Gasly wurde 13., dahinter folgten Oliver Bearman (14.), Franco Colapinto (15.) und Ocon (16.).
WM-Stand: Antonelli führt die Fahrerwertung mit 171 Punkten an. Russell liegt mit 131 Punkten wieder auf Platz zwei, 40 Punkte dahinter. Hamilton ist mit 125 Punkten jetzt Dritter. Piastri springt mit 82 Punkten zwei Plätze nach vorn auf Rang vier. Norris (79) ist Fünfter. Leclerc hat genauso viele Punkte, fällt aber zwei Plätze auf Rang sechs zurück. Verstappen bleibt mit 73 Punkten Siebter. Bei den Teams liegt Mercedes mit 302 Punkten klar vor Ferrari (204), McLaren (161) und Red Bull (118). Den kompletten WM-Stand 2026 findest du hier.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Österreich 2026 – formel-1-livestream.de
- Russell seals victory in thrilling Austrian Grand Prix ahead of Verstappen and Antonelli – Formula 1
- Austria Lowdown: All the key moments as Russell triumphs, Verstappen impresses and Ferrari struggle – Formula 1
- 2026 Austrian Grand Prix Results – Russell sees off Hamilton, Verstappen challenges to win – PlanetF1
- Sergio Perez brands Cadillac unreliability unacceptable after worst weekend at F1 Austrian GP – Crash.net
- A difficult weekend in Austria – Lance Stroll
- Carlos Sainz race Austrian GP F1 2026 – Carlos Sainz