GP Abu Dhabi 2025: Verstappen siegt, Norris wird Weltmeister
Max Verstappen gewann das Finale in Abu Dhabi von der Pole, doch Lando Norris holte mit Platz drei den WM-Titel – mit zwei Punkten Vorsprung.
GP Abu Dhabi 2025: Verstappen gewinnt, Norris holt den Titel
Max Verstappen gewann den GP Abu Dhabi 2025 für Red Bull von der Pole-Position. Zum Titel reichte das trotzdem nicht. Lando Norris wurde hinter seinem McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri Dritter und ist mit 423 Punkten Weltmeister, zwei Zähler vor Verstappen. Entschieden wurde das Saisonfinale ganz ohne Safety Car: durch den Start, die unterschiedlichen Reifenstrategien und Norris' Aufholjagd durchs Mittelfeld nach seinem ersten Stopp.
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Rennverlauf: Start, Führungswechsel und Verstappens Sieg
Auf dem Yas Marina Circuit kam Verstappen gut weg und hielt die Führung. Dahinter verlor Norris schon in der ersten Runde Platz zwei an Piastri, der von Startplatz drei losgefahren war. Charles Leclerc ging im Ferrari am Start an George Russell vorbei auf Platz vier und machte Norris im ersten Stint Druck. Weil Leclerc im Windschatten des McLaren seine Reifen verschliss, konnte sich Norris aber ein wenig absetzen.
In Runde 23 holte Red Bull Verstappen von Platz eins an die Box und wechselte von Medium auf Hard. Der Stopp dauerte 2,3 Sekunden. Piastri war auf Hard gestartet, blieb draußen und führte ab Runde 24. Drei Runden nach dem Stopp lag Verstappen auf Platz zwei. Piastri fuhr bis Runde 41 an der Spitze und stoppte dann für Medium. Ab da führte wieder Verstappen und gab die Spitze bis zur Zielflagge in Runde 58 nicht mehr ab.
In der Schlussphase kam Norris auf frischen Reifen an Piastri heran. Laut FIA bekam er aber die Anweisung, es ruhig angehen zu lassen, und verzichtete auf einen Angriff. Bei angenehmen 25,9 bis 27,5 Grad Luft, trockener Strecke und kaum Wind blieb das Rennen ohne Safety Car, VSC oder rote Flagge.
Strategie: Einstopper gegen Zweistopper an der Spitze
Die Teams an der Spitze lagen strategisch weit auseinander. Verstappen fuhr einen klassischen Einstopper von Medium auf Hard. Mit 35 Runden auf dem harten Reifen kam er problemlos ins Ziel. Er war vorher Erster und lag danach nur kurz auf Platz zwei, die Strategie ging also auf.
Piastri setzte als einziger aus der Spitzengruppe auf den umgekehrten Plan: 41 Runden auf Hard, dann Medium. Das brachte ihm 17 Runden Führung. Sein Stopp kam aus Platz eins, drei Runden später war er Zweiter. Gegen Verstappen hat der Overcut nichts gebracht, Piastri gewann aber einen Platz gegenüber seinem Startplatz und kam vor Norris ins Ziel. Gemessen an seiner Ausgangslage lohnte sich die Strategie.
Norris und Leclerc stoppten zweimal. Beide kamen in Runde 16 zum ersten Mal an die Box. Norris fiel von Platz drei auf fünf, Leclerc von vier auf acht. Norris arbeitete sich danach auf Hard an Andrea Kimi Antonelli, Alexander Albon, Lance Stroll und Yuki Tsunoda vorbei. Ferrari holte Leclerc in Runde 39 ein zweites Mal herein, auf einen drei Runden alten Medium. McLaren reagierte eine Runde später mit Norris. Beide kamen auf ihrer Position wieder heraus, Leclerc als Vierter, Norris als Dritter. Damit hatte McLaren den Undercut-Versuch von Ferrari abgewehrt und Norris' Titelplatz gesichert.
Russell ging für Mercedes schon in Runde 14 an die Box und fiel von Platz fünf auf elf zurück. Danach fuhr er 44 Runden auf Hard und wurde Fünfter, einen Platz schlechter als gestartet. Fernando Alonso verlor bei seinem Stopp in Runde 16 mit 4,1 Sekunden Standzeit viel Zeit und fiel von Platz fünf auf 13. Weil sein Einstopper auf Hard trug, wurde er für Aston Martin trotzdem Sechster.
Tsunoda gegen Norris: Die Strafe im Titelduell
Die heikelste Szene im Titelkampf kam in Runde 24 in Kurve 5. Tsunoda war wie Piastri auf Hard gestartet und lag dadurch vor dem nachrückenden Norris. Laut formula1.com wollte Tsunoda den McLaren aufhalten, um Verstappen im Titelkampf zu helfen. Er wechselte beim Verteidigen mehrmals die Richtung, Norris musste neben die Strecke und überholte dort.
Die Rennkommissare ermittelten gegen beide. In Runde 29 bekam Tsunoda fünf Sekunden Zeitstrafe für mehr als einen Richtungswechsel. Gegen Norris gab es in Runde 30 keine weiteren Schritte wegen Verlassens der Strecke. Tsunoda saß die Strafe bei seinem einzigen Stopp in Runde 32 ab. Er stand 7,9 Sekunden und fiel von Platz sechs auf 17 zurück. Am Ende wurde er 14., nach Startplatz zehn. Tsunoda sagte danach: „I tried to hold him up, but he was pretty fast, and then I ended up with a frustrating penalty.“ (formula1.com)
Strafen und Vorfälle beim GP Abu Dhabi – keine Ausfälle
Alle 20 Autos kamen ins Ziel, Ausfälle gab es beim GP Abu Dhabi keine. Die Rennkommissare hatten trotzdem viel zu tun und verhängten sechs Zeitstrafen von je fünf Sekunden:
- Liam Lawson (RB F1 Team) wegen unberechenbaren Fahrens im Duell mit Oliver Bearman in Kurve 8, ausgesprochen in Runde 14. Bei seinem Stopp in Runde 21 stand Lawson 8,9 Sekunden und fiel von Platz sechs auf 20 zurück.
- Tsunoda wegen mehr als eines Richtungswechsels gegen Norris (Runde 29).
- Albon (Williams) wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse (Runde 38).
- Pierre Gasly (Alpine F1 Team) wegen Verstößen gegen die Track Limits (Runde 46).
- Stroll wegen mehr als eines Richtungswechsels gegen Carlos Sainz in Kurve 8, ausgesprochen nach der Zielflagge in Runde 58.
- Bearman (Haas F1 Team) ebenfalls wegen mehr als eines Richtungswechsels, im Duell mit Stroll in Kurve 8 (Runde 58).
Mehrere weitere Szenen schauten sich die Kommissare an, bestraften aber niemanden. Dazu gehörten ein möglicher Fehlstart von Franco Colapinto, Ausflüge neben die Strecke von Lewis Hamilton und Albon (Kurve 7) sowie von Antonelli und Stroll (Kurve 6) und die Berührung zwischen Gasly und Nico Hülkenberg in Kurve 5. Auch Leclercs Duell mit Russell in Kurve 9, wo es um eine Bewegung beim Bremsen ging, blieb ohne Folgen.
Gewinner und Verlierer beim Saisonfinale in Abu Dhabi
Gewinner: Hülkenberg gewann mit neun Positionen die meisten Plätze. Er startete von 18, fuhr den ersten Stint nur sieben Runden auf Soft und danach 35 Runden auf Hard. Mit Platz neun holte er im letzten Rennen von Sauber unter diesem Namen noch zwei Punkte. Hamilton kam von Startplatz 16 auf Platz acht und machte acht Positionen gut, obwohl er zweimal stoppte und jedes Mal weit zurückfiel (in Runde 8 von 13 auf 18, in Runde 31 von acht auf 16). Stroll fuhr 42 Runden auf seinem ersten Hard-Satz und kam trotz Strafe von 15 auf zehn. Esteban Ocon fuhr seinen ersten Stint bis Runde 19, lag zwischendurch sogar auf Platz drei und brachte Haas als Siebter in die Punkte.
Verlierer: Isack Hadjar verlor am meisten. Er fiel von Startplatz neun auf 17 zurück und wurde überrundet. Auch Lawson landete nach seinem Strafstopp überrundet auf Platz 18. Bei Sauber wurde Gabriel Bortoleto von Startplatz sieben nur Elfter. Antonelli blieb mit der Hard-Medium-Strategie als 15. ohne Punkte, und bei Red Bull kam Tsunoda wegen seiner Strafe nicht über Platz 14 hinaus.
WM-Stand 2025 nach dem GP Abu Dhabi: Norris ist Weltmeister
Im WM-Stand 2025 endete das Titelrennen denkbar knapp. Norris kam auf 423 Punkte, Verstappen auf 421 und Piastri auf 410. Auch der Sieg im letzten Rennen reichte Verstappen nicht. Dahinter folgten Russell (319), Leclerc (242), Hamilton (156) und Antonelli (150). Alonso verbesserte sich mit Platz sechs um zwei Positionen auf Rang zehn (56 Punkte).
Bei den Teams hatte McLaren mit 833 Punkten schon vorher als Konstrukteursweltmeister festgestanden. Um Platz zwei ging es enger zu: Mercedes kam auf 469 Punkte, Red Bull auf 451, Ferrari wurde mit 398 Vierter. Dahinter folgten Williams (137), RB F1 Team (92), Aston Martin (89), Haas (79), Sauber (70) und Alpine (22).