GP Ungarn 2025: Einstopper macht Norris zum Sieger vor Piastri
Lando Norris gewinnt in Budapest mit nur einem Boxenstopp vor Oscar Piastri. Pole-Mann Leclerc fällt mit Chassis-Problem auf Rang vier zurück.
GP Ungarn 2025: Norris siegt mit einem Stopp vor Piastri und Russell
Lando Norris hat den GP Ungarn 2025 gewonnen und McLaren einen Doppelsieg vor Oscar Piastri beschert. George Russell holte für Mercedes Platz drei. Entschieden wurde das Rennen an der Box: Norris kam mit einem einzigen Stopp ins Ziel, die Konkurrenz an der Spitze wechselte zweimal. Polesetter Charles Leclerc von Ferrari führte lange, brach im letzten Stint aber ein und wurde Vierter.
Alle Daten zum Rennen findest du auf unserer Rennseite zum GP Ungarn 2025. Dort kannst du das Rennen auch in 3D nacherleben.
Rennverlauf am Hungaroring: Fehlstart von Norris, fünf Führungswechsel
Am Hungaroring blieb es trocken. Die Luft hatte 21,6 bis 22,5 °C, der Asphalt 30,6 bis 36,5 °C, und es gab kaum Wind. Safety Car, VSC und rote Flagge kamen nicht zum Einsatz. Das ganze Rennen lief also unter Grün, und die Strategie entschied über den Sieg.
Leclerc verteidigte beim Start seine Pole und bog als Erster in Kurve 1 ein. Norris dagegen erwischte einen schwachen ersten Umlauf. Er versuchte es innen gegen Piastri, bremste zu früh und verlor dabei Plätze an Russell und Fernando Alonso von Aston Martin. Alonso holte er sich kurz darauf zurück. Die Spitze wechselte im Lauf des Rennens fünfmal:
- Runde 1–19: Leclerc
- ab Runde 20: Norris, der als Einziger der Spitze noch auf seinen ersten Reifen fuhr
- ab Runde 31: wieder Leclerc nach Norris' Stopp
- ab Runde 40: Piastri nach Leclercs zweitem Stopp
- ab Runde 46: Norris bis ins Ziel
Die Liste zeigt es: Fast jeder Führungswechsel kam durch einen Boxenstopp zustande. Auf der Strecke wurde um die Spitze kaum überholt.
Strategie: Warum der Einstopper Norris den Sieg brachte
Fast das ganze Feld startete auf Medium. Piastri kam in Runde 18 als Erster der Spitzengruppe an die Box. Er lag davor auf Platz zwei, drei Runden danach nur noch auf Platz vier. Leclerc und Russell stoppten eine Runde später in Runde 19. Leclerc fiel dabei nur von Platz eins auf zwei zurück, Russell von drei auf fünf.
Norris blieb dagegen draußen und fuhr seine Medium-Reifen bis Runde 31. Nach Aussage von Norris war der Einstopper anfangs gar nicht geplant. Nach dem verpatzten ersten Umlauf sei er aber die einzige Option gewesen, um wieder nach vorn zu kommen. Sein Stopp dauerte 1,9 Sekunden, drei Runden später lag er auf Platz vier. Danach hielten seine harten Reifen 39 Runden bis ins Ziel (Runde 32 bis 70).
Die Zweistopper mussten danach noch einmal an die Box, und erst dabei zeigte sich, was Norris' Plan wert war. Leclerc stoppte in Runde 40 und fiel von Platz eins auf vier. Russell kam in Runde 43 und rutschte von zwei auf vier. Piastri folgte in Runde 45 und fiel von eins auf drei. Ab Runde 46 lag Norris vorn.
Piastri hatte auf frischeren Reifen am Ende noch eine Chance und schloss in den letzten Runden zu Norris auf. Bei einem späten Angriff verbremste er sich und verfehlte seinen Teamkollegen nur knapp. Norris hielt dem Druck stand. Für Piastri ging die Strategie nicht auf. Bei beiden Stopps (Runde 18 und 45) verlor er Plätze, und den Rückstand auf den Einstopper konnte er bis zur Zielflagge nicht mehr aufholen.
Auch bei der Arbeit an der Box war McLaren stark. Die Standzeiten lagen bei 1,9 bis 2,1 Sekunden. Russell dagegen stand bei beiden Stopps 2,9 Sekunden.
Leclerc mit Chassis-Problem, Strafe im Duell mit Russell
Bis zu seinem zweiten Stopp in Runde 40 sah Leclerc wie der Sieger aus. Im letzten Stint verlor er dann massiv an Tempo. Erst ging Piastri an ihm vorbei, später auch Russell. Ferrari vermutete hinter dem Einbruch ein Problem am Chassis. Teamchef Frédéric Vasseur sagte am Tag nach dem Rennen, die ersten 40 Runden habe Ferrari im Griff gehabt, der letzte Stint sei aber völlig danebengegangen. Die genaue Ursache kannte das Team da noch nicht.
Der Kampf um Platz drei wurde hitzig. In Runde 63 notierte die Rennleitung einen Vorfall zwischen Leclerc und Russell in Kurve 1. Russell beschwerte sich am Funk, Leclerc habe beim Bremsen die Linie gewechselt. Beim nächsten Versuch kam der Mercedes-Pilot vorbei. Die Rennkommissare gaben Leclerc in Runde 69 fünf Sekunden Zeitstrafe wegen unberechenbaren Fahrens. Rang vier behielt er trotzdem. Russell holte sich zum Podium noch die schnellste Runde des Rennens.
Strafen und Vorfälle beim GP Ungarn
Auch im Mittelfeld hatten die Rennkommissare viel zu tun:
- Fehlstart Hülkenberg: Nico Hülkenberg von Sauber hatte sich vor dem Signal bewegt. Dafür bekam er in Runde 9 fünf Sekunden Zeitstrafe. Bei seinem Teamkollegen Gabriel Bortoleto prüfte die Rennleitung ebenfalls einen Fehlstart, sah in Runde 8 aber keinen Grund für weitere Ermittlungen.
- Verstappen gegen Hamilton: Max Verstappen von Red Bull griff Lewis Hamilton in Kurve 4 innen an. Hamilton wich in die Auslaufzone aus. Die Rennleitung notierte den Vorfall in Runde 32 und verschob die Untersuchung auf die Zeit nach dem Rennen. Dort stellten die Kommissare fest, dass sich die Autos nicht berührt hatten und Verstappen Hamilton nicht von der Strecke gedrängt hatte. Sie verzichteten auf eine Strafe.
- Hülkenberg und Tsunoda: Ein Zweikampf von Hülkenberg mit Yuki Tsunoda in Kurve 1 (Runde 52) blieb ohne Folgen. Die Kommissare verzichteten in Runde 58 auf weitere Maßnahmen.
- Gasly gegen Sainz: Pierre Gasly von Alpine verschätzte sich in Kurve 2 beim Bremsen und traf Carlos Sainz von Williams. Die Rennkommissare gaben Gasly in Runde 67 zehn Sekunden Zeitstrafe, weil er die Kollision verursacht hatte. Gasly wurde 19., Sainz 14.
Ausfälle beim GP Ungarn: Bearman mit beschädigtem Unterboden
Es gab nur einen Ausfall: Oliver Bearman von Haas stellte sein Auto nach 48 Runden ab. Er war von Platz 11 gestartet und lag vor seinem Stopp in Runde 30 auf Platz neun. Drei Runden nach dem Stopp war er nur noch 19. Schon vorher hatte ihm die Rennleitung eine Rundenzeit aus Runde 21 gestrichen, weil er in Kurve 14 die Streckenbegrenzung überfahren hatte.
Den Grund für den Ausfall nannte Teamchef Ayao Komatsu noch am Abend: Bearman hatte sich in Kurve 4 den Unterboden beschädigt, laut Komatsu schon zum dritten Mal an diesem Wochenende. Zuvor hatte Bearman am Funk über starkes Übersteuern und fehlenden Abtrieb geklagt. Haas holte ihn deshalb an die Box.
Gewinner und Verlierer des Tages
Gewinner:
- Norris: Sein Plan war mutig, und er hat ihn sauber umgesetzt.
- Andrea Kimi Antonelli: Er startete von Platz 15 und holte als Zehnter einen Punkt. Er stoppte nur einmal, in Runde 21, und fuhr danach 48 Runden auf harten Reifen (Runde 22 bis 69). Mit diesen alten Reifen hielt er mehrere Autos hinter sich.
- Hülkenberg: Trotz Strafe kam er von Platz 18 auf 13 und gewann damit ebenfalls fünf Plätze. Bei seinem zweiten Stopp in Runde 41 verbrachte er 28,7 Sekunden in der Boxengasse und fiel von Platz 10 auf 19. In Runde 44 meldete die Rennleitung die Strafe als abgesessen.
- Aufholer hinten: Alexander Albon kam von 19 auf 15, Tsunoda von 20 auf 17.
- Starkes Mittelfeld: Bortoleto wurde Sechster und holte acht Punkte für Sauber, mit nur einem Stopp in Runde 40. Aston Martin fuhr mit Alonso auf Platz fünf und Lance Stroll auf Platz sieben in die Punkte. Liam Lawson wurde für Racing Bulls Achter und gewann einen Platz.
Verlierer:
- Bearman: Mit dem Ausfall verlor er neun Positionen.
- Franco Colapinto: Er fiel von 14 auf 18 zurück. Seine Stopps dauerten 11,1 und 7,2 Sekunden, Alpine sprach von Problemen bei beiden Stopps.
- Leclerc: Von der Pole fiel er auf Platz vier zurück und verlor drei Plätze.
- Gasly: Auch er verlor drei Plätze.
- Verstappen: Seine Zweistopp-Strategie brachte nichts. Nach dem frühen Stopp in Runde 17 fiel er von Platz sieben auf 15, nach dem zweiten in Runde 48 von fünf auf neun. Am Ende wurde er Neunter, einen Platz hinter seinem Startplatz.
- Hamilton: Er startete auf harten Reifen und stoppte erst in Runde 42. Dabei fiel er von Platz sieben auf 16 zurück und kam als Zwölfter ins Ziel, genau auf seinem Startplatz.
- Weitere: Isack Hadjar verpasste als Elfter die Punkte knapp. Esteban Ocon wurde 16.
WM-Stand nach dem GP Ungarn: Norris rückt bis auf neun Punkte an Piastri heran
Mit dem Sieg verkürzte Norris den Rückstand auf Piastri. Im WM-Stand führt Piastri mit 284 Punkten vor Norris mit 275, der Abstand beträgt nur noch neun Punkte. Dahinter folgen Verstappen mit 187, Russell mit 172 und Leclerc mit 151 Punkten. An der Reihenfolge der Top 10 änderte sich nichts.
Bei den Teams führt McLaren mit 559 Punkten, mehr als doppelt so viele wie Ferrari mit 260. Spannender ist der Kampf um Platz zwei: Ferrari liegt nur 24 Punkte vor Mercedes (236). Red Bull folgt mit 194 Punkten.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Ungarn 2025 – formel-1-livestream.de
- 2025 Hungarian Grand Prix race report and highlights: Lando Norris holds off Oscar Piastri in thrilling battle to win Hungarian Grand Prix – Formula 1
- What the teams said – Race day in Hungary 2025 – Formula 1
- Fred Vasseur admits Ferrari must find answer for 'quite strange' chassis issue that led to 'disaster' in Hungarian Grand Prix – Formula 1
- Hungarian GP: Max Verstappen says investigation into move on Lewis Hamilton was difficult to understand – Sky Sports