GP Monaco 2025: Norris siegt, Verstappens Poker geht nicht auf
Lando Norris gewinnt den GP Monaco 2025 vor Leclerc und Piastri. Verstappen führt lange ohne zweiten Stopp – und wird nur Vierter. Die Analyse.
GP Monaco 2025: Norris gewinnt von der Pole-Position
Lando Norris hat den GP Monaco 2025 gewonnen. Er startete von der Pole, führte nach 78 Runden vor Charles Leclerc im Ferrari und seinem McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri und fuhr dazu die schnellste Runde. Entschieden wurde das Rennen nicht durch Überholmanöver. Es fiel in den Boxengassen-Fenstern der ersten Pflicht-Saison mit zwei Stopps. Dort verteidigte Norris seine Spitze, während Max Verstappen mit einem riskanten Strategie-Poker 33 Runden lang führte und am Ende doch nur Vierter wurde.
Auf unserer Rennseite kannst du den gesamten GP Monaco in 3D nacherleben: Rennen Monaco 2025 in 3D. Alle Infos zur Strecke findest du auf der Seite zum Circuit de Monaco.
Rennverlauf beim GP Monaco: VSC, frühe Stopps und sechs Führungswechsel
Im Fürstentum blieb es trocken bei 21 bis 23 Grad Luft- und 41 bis 45 Grad Asphalttemperatur. Die ersten vier Startplätze kamen in unveränderter Reihenfolge durch: Norris, Leclerc, Piastri, Verstappen. Dahinter wurde es schon in der ersten Runde unruhig. Die Rennleitung notierte einen Vorfall mit Oliver Bearman (Haas F1 Team) wegen eines „unsicheren Zustands“ und verwies ihn auf eine Untersuchung nach dem Rennen. Von Runde 2 bis 4 war das virtuelle Safety Car draußen.
Mehrere Fahrer von hinten nutzten die erste Runde, um einen der beiden Pflichtstopps abzuhaken: Bearman, Gabriel Bortoleto (Sauber), Yuki Tsunoda (Red Bull) und Pierre Gasly (Alpine F1 Team). Bei Bearman (28,5 Sekunden Standzeit) und Bortoleto (14,6 Sekunden) dauerten diese Stopps ungewöhnlich lange.
An der Spitze wechselte die Führung sechsmal, jeweils nur durch Boxenstopps. Norris führte bis Runde 18 und stoppte in Runde 19. Leclerc übernahm, kam in Runde 22 an die Box, und dann lag Verstappen auf seinen Startreifen der Mischung Hard vorn. Erst nach dessen Stopp in Runde 28 war Norris wieder Erster. Ab Runde 50 führte erneut Verstappen, weil er seinen zweiten Stopp bis in die vorletzte Runde hinauszögerte. In Runde 77 übernahm Norris endgültig.
Strategie: Warum Verstappens Poker in Monaco nicht aufging
Weil in diesem Jahr in Monaco zwei Stopps Pflicht waren, ging es vor allem um das Timing. Red Bull wählte für Verstappen das Gegenteil der Spitzengruppe: Er startete auf Hard, fuhr damit bis Runde 27 und hielt danach 49 Runden auf Medium durch (Runde 28 bis 76). Nach dem ersten Stopp in Runde 28 fiel er von Platz 1 auf Platz 4 zurück. Danach ließ er alle anderen ihren zweiten Stopp machen und führte so von Runde 50 bis 76. Aufgehen konnte diese Rechnung nur mit einer Neutralisierung, die ihm einen billigen Stopp geschenkt hätte. Außer dem VSC in den Runden 2 bis 4 gab es aber keine. Sein Pflichtstopp in Runde 77 (2,2 Sekunden Standzeit) kostete ihn die Führung, und er wurde Vierter. Das war genau sein Startplatz.
McLaren reagierte bei Norris jedes Mal sauber. Beim ersten Stopp in Runde 19 (2,7 Sekunden) wechselte er von Medium auf Hard. Ferrari versuchte beim zweiten Wechsel einen Undercut und holte Leclerc schon in Runde 49. Norris kam eine Runde später (2,2 Sekunden Standzeit) und blieb vor dem Monegassen. Drei Runden nach seinem Stopp lag Norris auf Platz 2 hinter Verstappen, Leclerc auf Platz 3. Damit war das Rennen um den Sieg praktisch gelaufen.
Bei Piastri gab es den Makel im ersten Stopp. Er kam in Runde 20 von Platz 2 aus herein, stand 3,8 Sekunden und war drei Runden später nur noch Vierter. Leclerc stoppte erst in Runde 22, bei ihm reichten 2,0 Sekunden. Piastris früherer zweiter Stopp in Runde 48 brachte ebenfalls nichts: Er kam von Platz 3 und lag danach auf Rang 4. Am Ende blieb es bei Platz 3, also seinem Startplatz.
Lewis Hamilton im zweiten Ferrari fuhr mit Hard, Hard und Medium ein einsames Rennen. Vor und nach beiden Stopps (Runde 18 und 56) lag er auf Platz 5. Er kam von Startplatz 7 nach vorn, weil Alonso ausfiel und Hadjar früh stoppte.
Ausfälle beim GP Monaco: Motorproblem bei Alonso, Kollision bei Gasly
Fernando Alonso (Aston Martin) fiel in Runde 37 aus, nachdem er 36 Runden absolviert hatte. Laut seinem Team hatte er ein Problem mit der Antriebseinheit. Alonso berichtete, dass er schon seit Runde 15 mit einem Motorproblem unterwegs war. Teamchef Andy Cowell zufolge trat der Defekt kurz nach seinem einzigen Stopp in Runde 16 auf, irgendwann musste das Auto abgestellt werden. Alonso war von Platz 6 gestartet und hätte gute Chancen auf Punkte gehabt.
Gasly schaffte nur sieben Runden. Beim Anbremsen der Nouvelle Chicane (Kurve 10) fuhr er Tsunoda ins Heck. Dabei brach seine Radaufhängung, und er rollte über die Auslaufzone, bevor er an der Box aufgab. Am Funk meldete er „I got no brakes“. Für die Bergung der Teile reichten gelbe Flaggen, ein Safety Car gab es nicht. Tsunoda fuhr weiter.
Strafen beim GP Monaco: Durchfahrt für Russell, Verwarnung für Gasly
Für Aufregung sorgte George Russell (Mercedes). Von Startplatz 14 hing er auf Hard hinter den beiden Williams fest. In Runde 50 kürzte er die Nouvelle Chicane ab, ging so an Alexander Albon vorbei und gab den Platz absichtlich nicht zurück. Seinem Renningenieur hatte er gesagt, er nehme lieber die Strafe in Kauf, als die restlichen Runden hinterherzufahren. Die Rennkommissare verhängten in Runde 53 eine Durchfahrtsstrafe wegen Verlassens der Strecke mit Vorteil. Russell wurde Elfter. Nach dem Rennen bezeichnete er das System als fehlerhaft, weil die Strafe ihn am Ende nicht weiter zurückgeworfen habe, als er ohnehin gelandet wäre. Laut Russell hatte Mercedes selbst geplant, das Feld einzubremsen, um Boxenstopps herauszufahren. Williams und die Racing Bulls hätten das aber ebenfalls gemacht.
Den Zusammenstoß zwischen Tsunoda und Gasly untersuchten die Kommissare nach dem Rennen. Sie sahen Gasly als hauptverantwortlich und sprachen eine Verwarnung aus. Den Einwand von Alpine, Tsunoda habe beim Bremsen nicht genug Platz gelassen, wiesen sie zurück. Tsunoda sei auf seiner üblichen Linie gefahren. Laut Telemetrie hatten Gaslys Hinterräder beim Bremsen kurz blockiert. Weitere Vorfälle blieben folgenlos: Antonelli gegen Bortoleto in Kurve 8 (Runde 5) und Nico Hülkenberg gegen Lance Stroll in der letzten Runde.
Gewinner und Verlierer beim GP Monaco 2025
Gewinner:
- Racing Bulls (RB F1 Team): Isack Hadjar wurde Sechster und Liam Lawson Achter, zusammen 12 Punkte. Hadjar setzte auf zwei frühe Stopps in Runde 14 und 19, fiel dadurch kurz auf Platz 8 zurück und holte sich die Plätze zurück, als die anderen an die Box kamen. Lawson fuhr seinen ersten Stint auf gebrauchten Mediums bis Runde 30.
- Haas: Esteban Ocon machte vier Punkte gegenüber seinem Startplatz gut und fuhr von Platz 8 auf Platz 7.
- Oliver Bearman: Er machte die meisten Plätze des Tages gut, nämlich acht, von Startplatz 20 auf Rang 12. Das gelang trotz eines Stopps in Runde 1, der mit 50,2 Sekunden in der Boxengasse sehr lange dauerte.
- Franco Colapinto: Er verbesserte sich um fünf Plätze von 18 auf 13. Damit war er für Alpine an einem schwierigen Tag der Lichtblick.
- Williams: Albon (9.) und Carlos Sainz (10.) holten beide Punkte. Sainz fuhr dafür seinen ersten Stint bis Runde 47.
Verlierer:
- Mercedes: Beide Autos blieben ohne Punkte. Andrea Kimi Antonelli fuhr bis Runde 68 auf Hard, stoppte dann in Runde 69 und 71 kurz hintereinander und wurde Achtzehnter, drei Runden zurück.
- Alonso: Er fiel von Platz 6 liegend aus und verlor damit 13 Plätze.
- Tsunoda: Er startete auf Soft von Platz 12 und wurde nach dem Pflichtstopp in Runde 1 und einem sehr langen Stint auf Hard bis Runde 72 nur Siebzehnter (minus 5 Plätze).
WM-Stand nach dem GP Monaco: Norris rückt bis auf drei Punkte an Piastri heran
Der Sieg bringt Spannung in den McLaren-Zweikampf. Piastri führt die Fahrer-WM mit 161 Punkten weiter an, Norris hat jetzt 158. Da Norris 25 und Piastri 15 Punkte holte, ist der Abstand von 13 auf 3 Punkte geschrumpft. Verstappen ist mit 136 Punkten weiter Dritter vor Russell (99) und Leclerc (79). Hadjar kommt dank Platz 6 auf 15 Punkte und springt um vier Plätze auf Rang 10.
In der Konstrukteurswertung liegt McLaren mit 319 Punkten deutlich vorn. Dahinter ist es sehr eng: Mercedes hat trotz der Nullrunde 147 Punkte, Red Bull 143 und Ferrari nach 28 Punkten in Monaco 142. Im Mittelfeld hat Williams 54 Punkte, Haas 26 und das RB F1 Team 22.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Monaco 2025 – formel-1-livestream.de
- WATCH: Gasly forced to retire from Monaco Grand Prix after collision with Tsunoda – formula1.com
- The Debrief by Aramco: 2025 Monaco Grand Prix – Aston Martin Aramco F1 Team
- Russell jokes Albon will 'get the dinner bill' after Monaco GP battle and penalty – formula1.com
- FIA announce Pierre Gasly punishment after 'so dangerous' Monaco GP incident – PlanetF1
- 2025 F1 Monaco Grand Prix - Race Results – Crash.net