Rückblick · erstellt am · Rennen vom 20. April 2025

GP Saudi-Arabien 2025: Piastri siegt nach Verstappen-Strafe

Oscar Piastri gewann in Jeddah und übernahm die WM-Führung. Verstappens Fünf-Sekunden-Strafe vom Start entschied das Duell, Norris fuhr von 10 auf 4.

GP Saudi-Arabien 2025: Piastri gewinnt und übernimmt die WM-Führung

Oscar Piastri gewann für McLaren den GP Saudi-Arabien 2025 vor Polesetter Max Verstappen von Red Bull und Charles Leclerc im Ferrari. Entschieden wurde das Rennen schon in Kurve 1: Verstappen kürzte ab, behielt so die Führung und bekam dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe. Die saß er beim Boxenstopp ab, und danach lag Piastri vorne. Auf unserer Rennseite zum GP Saudi-Arabien kannst Du das ganze Rennen in 3D nacherleben.

Start in Jeddah: Verstappens Abkürzung, Safety Car nach Crash in Kurve 5

Auf dem Jeddah Corniche Circuit war es trocken, die Luft hatte 28,3 bis 31,7 Grad, der Asphalt 35,9 bis 39,4 Grad. Piastri kam von Startplatz 2 besser weg und schob sich auf der Innenseite neben Verstappen. Der Red-Bull-Pilot bremste spät, fuhr durch die Auslaufzone von Kurve 1 und kam vorne wieder auf die Strecke. Piastri meldete sich sofort am Funk und verlangte, dass Verstappen ihm die Position zurückgibt. Die Rennleitung notierte den Vorfall in Runde 2 und nahm in Runde 3 die Ermittlungen auf. Noch in derselben Runde kam das Urteil: 5 Sekunden Zeitstrafe für Verstappen, weil er die Strecke verlassen und sich einen Vorteil verschafft hatte.

Kurz dahinter krachte es. Yuki Tsunoda im zweiten Red Bull und Pierre Gasly im Wagen des Alpine F1 Team kollidierten in Kurve 5 und landeten beide in der Mauer. Daraufhin kam von Runde 1 bis Runde 4 das Safety Car auf die Strecke. Lando Norris war vom zehnten Startplatz losgefahren und rückte durch den Unfall direkt um zwei Plätze vor.

Drei Fahrer aus dem hinteren Feld nutzten die Neutralisation für einen Wechsel von Medium auf Hard: Esteban Ocon vom Haas F1 Team, Jack Doohan von Alpine und Gabriel Bortoleto von Sauber. Alle drei stoppten in Runde 1.

Ausfälle beim GP Saudi-Arabien: Tsunoda und Gasly früh raus

Es gab nur zwei Ausfälle, und beide gehen auf denselben Unfall zurück:

  • Pierre Gasly (Alpine), Aus in Runde 0: Nach der Kollision mit Tsunoda in Kurve 5 war sein Auto zu stark beschädigt. Gasly blieb an der Unfallstelle stehen. Er nahm es gelassen: „that is racing and just the way it goes sometimes“ (F1Technical).
  • Yuki Tsunoda (Red Bull), Aus nach Runde 1: Er schleppte sein Auto noch an die Box. Dort stellten die Mechaniker fest, dass das Heck zu stark beschädigt war, vor allem der Heckflügel, und Red Bull zog das Auto zurück. Tsunoda sagte, Gasly sei direkt vor ihm gewesen und in der engsten Kurve der Strecke sei „there was just nowhere for me to go“ (F1Technical).

Die Rennleitung notierte den Vorfall in Runde 4 wegen des Verdachts, eine Kollision verursacht zu haben. In Runde 7 kündigten die Rennkommissare an, ihn erst nach dem Rennen zu untersuchen. Dabei verhängten sie keine Strafe: Keiner der beiden sei allein oder überwiegend schuld gewesen. Sie werteten den Unfall als typischen Vorfall in der ersten Runde, auch weil die Strecke dort eng ist und Carlos Sainz im Williams mit der Nummer 55 direkt vor Tsunoda fuhr.

Strategie: Wie Verstappens Strafe beim Boxenstopp Piastri den Sieg brachte

Fast alle im Spitzenfeld starteten auf Medium und wechselten einmal auf Hard. Es war also ein Einstopprennen, und entscheidend war der Moment des Stopps. Piastri kam als Erster der Spitzengruppe in Runde 19 an die Box: 3,4 Sekunden Standzeit, vorher Platz 2, drei Runden später Platz 3. Verstappen blieb bis Runde 21 draußen. Weil er dabei seine Strafe absaß, stand er 8,3 Sekunden, insgesamt war er 26,0 Sekunden in der Boxengasse. Drei Runden nach seinem Stopp lag er auf Platz 4 und damit hinter Piastri. Der Vergleich zeigt, wie viel die Strafe kostete: Verstappen stand fast fünf Sekunden länger als Piastri, und um diese Zeit drehte sich das Duell um den Sieg.

Ab Runde 34 übernahm Piastri die Führung endgültig. Über die zweite Rennhälfte hielt er Verstappen auf dem Hard hinter sich, bis zur Zielflagge nach 50 Runden. George Russell startete im Mercedes von Platz 3. Er stoppte in Runde 20 und rutschte danach von Platz 3 auf Platz 5 zurück, dort kam er auch ins Ziel.

Nicht jeder Stopp lief glatt. Sainz stand 6,4 Sekunden und fiel von Platz 7 auf Platz 12 zurück, sein Teamkollege Alexander Albon verlor bei 5,0 Sekunden Standzeit fünf Plätze. Beide Williams kämpften sich danach wieder in die Punkte: Sainz wurde Achter, Albon Neunter.

Leclerc und Norris: Lange erste Stints zahlten sich aus

Hinter Piastri lieferten die Fahrer mit dem langen ersten Stint die stärksten Rennen. Leclerc fuhr seine Medium-Reifen bis Runde 29. Nach Verstappens Stopp führte er von Runde 22 bis 29. Sein Stopp dauerte nur 2,0 Sekunden, er fiel danach auf Platz 5 zurück. Mit den deutlich frischeren Hard-Reifen holte er Russell aber wieder ein und überholte ihn in Runde 38. So machte er von Startplatz 4 aus einen Platz gut und stand auf dem Podium.

Norris ging den umgekehrten Weg. Er startete als einer von wenigen auf Hard und fuhr damit bis Runde 34. Von Runde 30 bis 33 lag er sogar in Führung. Nach dem Wechsel auf Medium (2,6 Sekunden Standzeit) war er zunächst Fünfter. Auf den weicheren und frischeren Reifen ging er noch an Russell vorbei und wurde Vierter, dazu fuhr er die schnellste Rennrunde. In Runde 40 notierte die Rennleitung, dass er bei der Boxenausfahrt die Linie überfahren haben könnte. In Runde 43 hieß es dann: keine weitere Untersuchung.

Genauso ging es für Isack Hadjar auf: Der Fahrer des RB F1 Team fuhr seinen Hard-Startreifen ebenfalls bis Runde 34 und kam von Startplatz 14 auf Platz 10, das war ein WM-Punkt. Die Mercedes-Strategie ging dagegen nicht auf. Andrea Kimi Antonelli stoppte schon in Runde 19 und fiel von Platz 5 auf 9 zurück. Am Ende wurde er Sechster. Lewis Hamilton blieb bis Runde 23 draußen, verlor danach vier Positionen und kam auf seinem Startplatz 7 ins Ziel.

Strafen, Vorfälle sowie Gewinner und Verlierer in Jeddah

Neben Verstappen bekam auch Liam Lawson eine Strafe. Nach einem Zwischenfall mit Doohan in Kurve 1 in Runde 31 erhielt er in Runde 38 10 Sekunden Zeitstrafe, weil er die Strecke verlassen und sich einen Vorteil verschafft hatte. Er wurde Zwölfter. Ein Zwischenfall zwischen Bortoleto und Fernando Alonso von Aston Martin in Kurve 1 in Runde 26 blieb ohne Folgen. Alonso verpasste als Elfter knapp die Punkte.

Gewinner des Tages:

  • Oscar Piastri: Sieg und WM-Führung.
  • Lando Norris: sechs Plätze gutgemacht, die meisten im Feld, dazu die schnellste Runde.
  • Esteban Ocon: Mit dem frühen Stopp unter Safety Car kam er von Startplatz 19 auf Platz 14, also fünf Plätze nach vorne.
  • Isack Hadjar: vier Plätze gutgemacht und ein Punkt.

Verlierer des Tages:

  • Max Verstappen: Pole, Führung, dann kostete ihn die Strafe den Sieg.
  • George Russell: von Startplatz 3 auf Platz 5, von Leclerc und Norris spät überholt.
  • Yuki Tsunoda und Pierre Gasly: schon in der ersten Runde ausgefallen.

Auch Oliver Bearman (Platz 13), Nico Hülkenberg (15), Lance Stroll (16), Doohan (17) und Bortoleto (18) blieben ohne Punkte.

WM-Stand nach dem GP Saudi-Arabien: Piastri vor Norris und Verstappen

Mit dem Sieg übernahm Piastri die Spitze der Fahrer-WM. Er hat jetzt 99 Punkte, 10 mehr als Norris mit 89. Verstappen bleibt mit 87 Punkten in Schlagdistanz auf Platz 3, dahinter folgen Russell (73) und Leclerc (47). Antonelli hat 38 Punkte, Hamilton 31. In der Konstrukteurs-WM baute McLaren den Vorsprung aus: 188 Punkte, Mercedes hat 111, Red Bull 89 und Ferrari 78. Alle Platzierungen findest Du im aktuellen WM-Stand 2025, das komplette Rennen zum Nacherleben in 3D auf der Seite zum GP Saudi-Arabien.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Saudi-Arabien 2025 – formel-1-livestream.de
  2. RACE START: Verstappen retains Saudi Arabian GP lead from Piastri but is hit with penalty while Gasly and Tsunoda crash – formula1.com
  3. F1 – Piastri wins in Jeddah to take title lead as Verstappen penalised – FIA
  4. Tsunoda and Gasly escape penalty for their first-lap incident in Jeddah – F1Technical
  5. "It was painful to collide" with Gasly, claims Tsunoda after his short Jeddah race – F1Technical
  6. Gasly left to rue his fortunes after race-ending collision with Tsunoda – F1Technical

Weitere News

Alle News