GP China 2025: Piastri siegt, Ferrari doppelt disqualifiziert
Oscar Piastri gewann den GP China 2025 von der Pole vor Lando Norris und George Russell. Danach wurden Hamilton, Leclerc und Gasly disqualifiziert.
GP China 2025: Piastri gewinnt, Ferrari verliert alles
Oscar Piastri gewann den GP China 2025 auf dem Shanghai International Circuit von der Pole-Position. Er führte fast das ganze Rennen und holte für McLaren den ersten Saisonsieg. Teamkollege Lando Norris wurde Zweiter und fuhr die schnellste Runde, obwohl seine Bremse am Ende nachließ. George Russell machte für Mercedes das Podium komplett.
Nach der Zielflagge wurde es noch einmal turbulent: Die Rennkommissare disqualifizierten beide Ferrari-Piloten und Pierre Gasly von Alpine wegen technischer Verstöße. Davon profitierte vor allem Haas. Auf unserer Rennseite zum GP China 2025 kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben.
Rennverlauf in Shanghai: Start, Führung und Boxenstopps
Das Rennen fand bei trockenem Wetter statt, die Luft hatte 26,4 bis 28,1 Grad, der Asphalt erreichte bis zu 43 Grad. Am Start behauptete Piastri die Führung. Russell griff ihn vom zweiten Startplatz aus in Kurve 1 an, musste aber am Scheitelpunkt zurückstecken. Norris nutzte das und ging vom dritten Startplatz aus an Russell vorbei. Dahinter überholten Lewis Hamilton und Charles Leclerc beide Max Verstappen. Die beiden Ferrari berührten sich in der ersten Runde, dabei wurde Leclercs Frontflügel beschädigt.
Die Führungswechsel kamen nur durch die Boxenstopps zustande. Piastri stoppte in Runde 14, Norris übernahm für eine Runde die Spitze. Nach dessen Stopp in Runde 15 führte Alexander Albon im Williams in Runde 16. Er war noch nicht an der Box gewesen. Ab Runde 17 lag wieder Piastri vorn und gab die Führung bis zur Zielflagge nach 56 Runden nicht mehr ab.
Das Duell um Platz zwei war nach den Stopps kurz offen. Russell war wie Piastri in Runde 14 an die Box gekommen, Norris erst eine Runde später. So kam Russell per Undercut vorbei. Norris kehrte drei Runden nach seinem Stopp auf Platz drei zurück, holte sich Rang zwei aber in Runde 18 mit DRS zurück. Danach kontrollierte er den Abstand. In der Schlussphase meldete er, dass das Bremspedal immer länger wurde. McLaren riet ihm, das Problem zu managen. Er brachte Platz zwei mit 1,3 Sekunden Vorsprung auf Russell ins Ziel.
Verstappen kämpfte lange hinter den Ferrari. Er war vor seinem Stopp in Runde 13 nur Sechster. In Runde 53 ging er schließlich an Leclerc vorbei und kam auf der Strecke als Vierter ins Ziel. Diese Position blieb auch nach den Disqualifikationen.
Strategie beim GP China: Einstopper als Standard, Haas mit Gegenplan
Shanghai war ein klares Einstopp-Rennen. Die Spitze startete auf Medium und wechselte auf Hard: Piastri und Russell in Runde 14, Norris in Runde 15, Verstappen in Runde 13. Piastris Standzeit war mit 3,8 Sekunden die langsamste der Topfahrer, Norris stand nur 2,2 Sekunden. Gekostet hat das Piastri nichts. Er lag vor dem Stopp auf Platz eins und drei Runden danach wieder auf Platz eins. Sein Vorsprung war groß genug, um den langsameren Service auszugleichen.
Die interessanteste Strategie fuhr Haas. Esteban Ocon setzte auf einen frühen Stopp in Runde 11. Er fiel dadurch vom zehnten auf den 14. Platz zurück, hielt dann aber 45 Runden auf Hard durch. Auf der Strecke wurde er Siebter, in der Wertung Fünfter. Oliver Bearman machte es genau andersherum: Er startete auf Hard, fuhr damit bis Runde 26 und wechselte dann auf Medium. Nach dem Stopp lag er auf Platz 17, danach überholte er mit den frischeren Reifen eine Reihe von Autos. Am Ende wurde er Achter.
Ähnlich mutig war Aston Martin mit Lance Stroll. Er blieb 36 Runden auf Hard und fiel nach dem Wechsel auf Medium vom siebten auf den 13. Platz zurück. Trotzdem holte er als Neunter zwei Punkte. Albon wartete mit seinem Stopp bis Runde 20. Er fiel von Platz drei auf Platz 13 zurück und kämpfte sich bis auf Rang sieben nach vorn. Diesmal brachte also auch der späte Stopp Punkte.
Bei Ferrari gingen die Strategien auseinander. Hamilton stoppte zweimal, in Runde 13 und 37. Leclerc blieb nach seinem Stopp in Runde 15 bei einem Stopp. Das sollte nach dem Rennen noch eine Rolle spielen.
Ausfälle und Disqualifikationen beim GP China
Im Rennen schied nur ein Fahrer aus:
- Fernando Alonso (Aston Martin), nach Runde 4: Die Bremsen überhitzten, Alonso meldete per Funk, dass er nicht mehr bremsen könne. Er war von Startplatz 13 losgefahren.
Nach dem Rennen strichen die Rennkommissare drei weitere Fahrer aus der Wertung:
- Charles Leclerc (Ferrari), auf der Strecke Fünfter: Das Auto war zu leicht. Mit dem eingesammelten Teil der Endplatte und einem Ersatz-Frontflügel wog es 800,5 Kilogramm. Nach dem Absaugen von zwei Litern Benzin nach Ferraris eigenem Verfahren waren es nur noch 799 Kilogramm, ein Kilogramm unter dem Minimum. Ferrari erklärte das mit dem hohen Reifenverschleiß bei Leclercs Einstopp-Strategie.
- Lewis Hamilton (Ferrari), auf der Strecke Sechster: Die Bodenplatte war zu stark abgeschliffen. Gemessen wurden 8,6 Millimeter links und in der Mitte und 8,5 Millimeter rechts, erlaubt sind mindestens 9 Millimeter. Ferrari sprach von einer knappen Fehleinschätzung des Verschleißes.
- Pierre Gasly (Alpine), auf der Strecke Elfter: Auch sein Auto war zu leicht. Nach dem Absaugen von 1,1 Kilogramm Benzin zeigte die Waage 799 Kilogramm.
Nach Angaben der Kommissare bestritten weder Ferrari noch Alpine die Messungen. Für Ferrari war es ein bitterer Tag: Das Team verlor die Punkte für die Plätze fünf und sechs und damit 18 Zähler.
Strafen und Vorfälle: Doohan bekommt zehn Sekunden
Die einzige Strafe im Rennen bekam Jack Doohan von Alpine. In Runde 47 drängte er in Kurve 14 Isack Hadjar von den Racing Bulls von der Strecke. Die Kommissare ermittelten ab Runde 48 und verhängten in Runde 50 eine Zeitstrafe von 10 Sekunden. In Runde 52 wurde Doohan in Kurve 1 erneut gemeldet, diesmal wegen Bewegung auf der Bremse. Nach einer Prüfung entschieden die Kommissare, dass keine weitere Untersuchung nötig sei. Doohan kam als 13. ins Ziel.
Schon in der ersten Runde notierte die Rennleitung Verstöße beim Übungsstart vor dem Rennen. Betroffen waren Gabriel Bortoleto, Albon, Yuki Tsunoda und Nico Hülkenberg. Die Fälle sollten erst nach dem Rennen untersucht werden.
Tsunoda hatte zudem Pech mit seinem Auto. Auf der Start-Ziel-Geraden löste sich sein Frontflügel, deshalb musste er in Runde 46 ein drittes Mal an die Box. Die Standzeit betrug 17,6 Sekunden. Er fiel vom 14. auf den 19. Platz zurück und wurde am Ende mit einer Runde Rückstand 16.
Gewinner und Verlierer des GP China 2025
Gewinner:
- Oliver Bearman: Mit neun gutgemachten Plätzen fuhr er von Startplatz 17 auf Rang acht. Das war der größte Sprung des Tages.
- Esteban Ocon: Von Startplatz elf auf Rang fünf, sechs Plätze besser. Er holte 10 Punkte und kletterte in der WM um sechs Plätze auf Rang sieben.
- Haas F1 Team: Mit beiden Autos in den Punkten und 14 WM-Zählern zog das Team in der Konstrukteurs-WM auf Platz sechs.
- Liam Lawson: Der Red Bull-Pilot startete von Platz 20 und machte acht Plätze gut. Er stoppte zweimal und wurde Zwölfter, Punkte gab es dafür aber nicht.
- Andrea Kimi Antonelli und Williams: Antonelli wurde von Startplatz acht aus Sechster. Albon (Siebter) und Carlos Sainz (Zehnter, fünf Plätze gutgemacht) holten zusammen sieben Punkte.
Verlierer:
- Ferrari: Zwei Autos in den Top sechs, am Ende null Punkte.
- Yuki Tsunoda: Er startete von Platz neun und kam als 16. ins Ziel, sieben Plätze schlechter.
- Isack Hadjar: Er startete vom siebten Platz und stoppte zweimal, in Runde 12 und 33. Er wurde Elfter und verpasste die Punkte knapp.
- Fernando Alonso: Nach dem Bremsdefekt hatte er nach zwei Rennen weiterhin keine Punkte.
WM-Stand nach dem GP China: Norris vorn, Piastri rückt auf
In der Fahrer-WM führte Norris nach dem zweiten Saisonrennen mit 44 Punkten. Dahinter ging es eng zu: Verstappen hatte 36 Punkte, Russell 35. Piastri sprang mit dem Sieg um fünf Plätze auf Rang vier und hatte 34 Zähler. Antonelli war mit 22 Punkten Fünfter, Albon mit 16 Punkten Sechster.
Bei den Teams baute McLaren mit 78 Punkten seinen Vorsprung aus. Mercedes folgte mit 57 Punkten, Red Bull hatte 36. Ferrari war wegen der doppelten Disqualifikation mit 17 Punkten nur Fünfter, punktgleich mit Williams auf Platz vier. Alle Tabellen findest du im WM-Stand 2025.