GP Niederlande 2024: Norris bricht Verstappens Serie in Zandvoort
Lando Norris gewann den GP Niederlande 2024 vor Max Verstappen. Nach verlorenem Start holte er sich in Runde 18 die Führung zurück. Leclerc wurde Dritter.
GP Niederlande 2024: Norris siegt vor Verstappen und Leclerc
Lando Norris gewann den GP Niederlande 2024 in Zandvoort und holte für McLaren einen ungefährdeten Sieg. Hinter ihm kamen Max Verstappen von Red Bull und Charles Leclerc von Ferrari ins Ziel. Entschieden war das Rennen in Runde 18: Da holte sich Norris die Führung zurück, die er am Start an Verstappen verloren hatte. Danach kam niemand mehr an ihn heran.
Alle Positionen, Stints und Boxenstopps findest du auf unserer Rennseite zum GP Niederlande 2024. Dort kannst du das Rennen auch in 3D nacherleben.
Rennverlauf in Zandvoort: Wie Norris in Runde 18 die Führung zurückholte
Norris startete von der Pole-Position, aber den Start gewann Verstappen. Der Weltmeister kam besser weg und lag schon vor der ersten Kurve vorn. Dahinter ging George Russell von Mercedes an Oscar Piastri vorbei auf Platz drei. Leclerc überholte Sergio Pérez und lag damit auf Rang fünf.
Es blieb trocken und eher kühl: Die Luft hatte 18,2 bis 19,7 Grad, der Asphalt 27,5 bis 32,4 Grad. Unter diesen Bedingungen kam Verstappen mit seinen Reifen nicht zurecht. Am Funk klagte er über fehlendes Gefühl beim Einlenken. Norris kam immer näher, bekam DRS und ging in Runde 18 innen in Kurve 1 vorbei. Von da an fuhr er an der Spitze ein einsames Rennen.
Die Führung gab Norris nur noch während der Boxenstopps ab. Nach seinem Stopp in Runde 28 übernahm Teamkollege Piastri, der noch auf seinem ersten Reifensatz fuhr, von Runde 29 bis 32 die Spitze. Ab Runde 33 lag wieder Norris vorn, und zwar bis zur Zielflagge nach 72 Runden. In der letzten Runde fuhr er noch die schnellste Rennrunde und nahm damit die volle Ausbeute von 26 Punkten mit.
Bemerkenswert: Es gab im ganzen Rennen kein Safety Car, kein virtuelles Safety Car und keine rote Flagge. Die Plätze wurden also allein auf der Strecke und an der Box vergeben. Mehr über den engen Dünenkurs erfährst du auf unserer Seite zum Circuit Park Zandvoort.
Strategie beim GP Niederlande: Warum Leclercs früher Stopp aufs Podium führte
Fast das ganze Feld fuhr dieselbe Strategie: 16 der 20 Fahrer starteten auf Medium, 14 kamen nur einmal an die Box und wechselten dabei auf Hard. Die Unterschiede entstanden deshalb vor allem durch den Zeitpunkt des Stopps.
An der Spitze reagierte Red Bull zuerst. Verstappen kam in Runde 27 an die Box und lag drei Runden später auf Platz vier. McLaren holte Norris eine Runde danach herein. Drei Runden nach seinem Stopp lag er auf Rang zwei, hinter dem noch nicht gestoppten Piastri und weiter vor Verstappen. Der Undercut brachte Red Bull also nichts, obwohl Verstappen mit 20,7 Sekunden in der Boxengasse sogar 0,8 Sekunden schneller war als Norris mit 21,5 Sekunden. Der Vorsprung, den Norris seit Runde 18 herausgefahren hatte, reichte locker.
Spannender war der Kampf um Platz drei. Leclerc stoppte schon in Runde 24 als Fünfter und fiel zunächst auf Rang sieben zurück. Russell kam eine Runde später als Dritter herein und lag drei Runden danach nur noch auf Platz acht. Leclerc hatte ihn per Undercut überholt. Pérez blieb bis Runde 29 draußen, fiel nach dem Stopp von Platz drei auf sechs zurück und verlor mit 22,9 Sekunden die meiste Zeit in der Boxengasse aller Spitzenfahrer.
Piastri fuhr den längsten ersten Stint der Spitzengruppe. Das ging nicht auf: Er führte zwar bis Runde 32, kam aber nach seinem Stopp in Runde 33 als Fünfter zurück auf die Strecke. Er überholte noch Russell, hing danach aber knapp außerhalb des DRS-Fensters hinter Leclerc fest. Am Ende wurde er Vierter und damit einen Platz schlechter, als er gestartet war. Leclercs früher Stopp war also der bessere Weg aufs Podium.
Mercedes wich als einziges Topteam auf zwei Stopps aus, mit unterschiedlichem Erfolg. Russell holte sich in Runde 54 als Fünfter einen drei Runden alten Satz Soft, lag drei Runden später auf Platz sieben und kam dort auch ins Ziel. Der zweite Stopp brachte ihm nichts. Lewis Hamilton dagegen kam in Runde 48 an die Box, ohne einen Platz zu verlieren: Er war vorher Achter und drei Runden später immer noch Achter. Die letzten 24 Runden fuhr er auf frischen Soft-Reifen.
Gewinner und Verlierer: Hamilton, Sainz und Albon machten Boden gut
Gewinner des Tages:
- Lewis Hamilton machte die meisten Plätze gut (+6). Wegen einer Rückversetzung um drei Plätze, weil er Pérez im Qualifying behindert hatte, startete er nur von Platz 14. Er ging als einer von wenigen auf Soft ins Rennen, fiel nach seinem ersten Stopp in Runde 23 von Platz neun auf 15 zurück und kämpfte sich anschließend auf Rang acht nach vorn.
- Carlos Sainz fuhr von Platz zehn auf fünf (+5). Er blieb mit seinen Medium-Reifen bis Runde 30 draußen und lag vor dem Stopp sogar auf Platz zwei. Danach war er Siebter und überholte auf den Hard-Reifen noch zwei Konkurrenten.
- Alexander Albon machte für Williams ebenfalls fünf Plätze gut, von 19 auf 14. Zu Punkten reichte es trotz zwei Stopps aber nicht.
- Charles Leclerc fuhr dank des frühen Stopps von Startplatz sechs aufs Podium (+3).
Verlierer des Tages:
- Yuki Tsunoda verlor am meisten (-6). Der Fahrer vom RB F1 Team startete von Platz elf auf Soft, stoppte zweimal und kam nur als 17. ins Ziel.
- Lance Stroll fiel bei Aston Martin von Platz acht auf 13 zurück (-5). Dazu kam eine Zeitstrafe (siehe unten).
- Russell und Fernando Alonso verloren je drei Plätze. Alonso rettete als Zehnter immerhin noch einen Punkt.
- Sauber erlebte erneut einen Tag zum Vergessen: Valtteri Bottas und Guanyu Zhou wurden mit zwei Runden Rückstand 19. und 20.
Im Mittelfeld holte Pierre Gasly als Neunter zwei Punkte für Alpine. Nico Hülkenberg vom Haas F1 Team wurde Elfter und verpasste die Punkte knapp. Sein sehr früher Stopp in Runde 14 hatte ihn zunächst von Platz zwölf auf 17 zurückgeworfen. Dahinter folgten Daniel Ricciardo auf Rang zwölf, Esteban Ocon auf 15 und Logan Sargeant auf 16. Kevin Magnussen startete als Letzter aus der Boxengasse, rutschte gleich in der ersten Kurve ins Kiesbett und kam als 18. ins Ziel. Er war als Einziger auf Hard gestartet und fuhr bis Runde 40 auf diesem Satz.
Ausfälle, Strafen und Vorfälle beim GP Niederlande
Ausfälle gab es keine: Alle 20 Autos kamen ins Ziel. Nur die ersten acht fuhren die volle Distanz von 72 Runden. Ab Gasly auf Platz neun wurden alle überrundet, die beiden Sauber sogar zweimal.
Strafe gegen Stroll: Stroll fuhr in der Boxengasse zu schnell. Die Rennleitung meldete den Vorfall in Runde 37, und schon in Runde 38 sprachen die Rennkommissare eine Zeitstrafe von 5 Sekunden aus. Gestoppt hatte er in Runde 30. Am Ergebnis änderte die Strafe wenig, denn Stroll lag als 13. ohnehin weit außerhalb der Punkte.
Unsafe Release bei Gasly: In Runde 35 meldete die Rennleitung eine mögliche unsichere Freigabe bei Gasly. Er war zu früh aus seiner Box losgefahren und hätte dabei fast einen Alpine-Mechaniker erwischt. Die Kommissare sahen sich den Fall an und entschieden in Runde 37, nicht weiter zu ermitteln.
Abgesehen davon blieb das Rennen auffallend sauber: keine Kollisionen, die die Kommissare beschäftigten, und keine Unterbrechung.
WM-Stand nach dem GP Niederlande 2024: Norris verkürzt auf 70 Punkte
In der Fahrerwertung führt Verstappen weiter, aber sein Polster schrumpft. Er hat jetzt 295 Punkte, Norris folgt mit 225 Punkten. Der Abstand beträgt damit 70 Punkte, vor dem Rennen waren es noch 78. Dahinter liegen Leclerc (192), Piastri (179) und Sainz (172) eng beisammen. Es folgen Hamilton (154), Pérez (139) und Russell (122). Die Reihenfolge der Top 10 hat sich durch dieses Rennen nicht verändert.
Spannender wird es in der Konstrukteurswertung. Red Bull führt mit 434 Punkten, McLaren hat mit 404 Punkten nur noch 30 Punkte Rückstand. In Zandvoort holte McLaren 38 Punkte, Red Bull nur 26. Ferrari liegt mit 370 Punkten auf Platz drei vor Mercedes mit 276. Sauber hat als einziges Team noch keinen Punkt.
Die komplette Tabelle findest du im WM-Stand 2024.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Niederlande 2024 – formel-1-livestream.de
- Dutch GP: Lando Norris crushes Max Verstappen to inflict first defeat at Zandvoort – PlanetF1