Rückblick · erstellt am · Rennen vom 9. März 2024

GP Saudi-Arabien 2024: Verstappen siegt, Bearman glänzt beim Debüt

Max Verstappen führte in Jeddah den Red-Bull-Doppelsieg an. Das Safety Car in Runde 7 prägte die Strategie, Oliver Bearman fuhr bei seinem Debüt auf Platz 7.

GP Saudi-Arabien 2024: Verstappen gewinnt vor Pérez und Leclerc

Max Verstappen gewann den GP Saudi-Arabien 2024 von der Pole-Position und holte mit Sergio Pérez den nächsten Doppelsieg für Red Bull. Charles Leclerc wurde für Ferrari Dritter und fuhr die schnellste Runde. Entschieden wurde das Rennen durch das Safety Car von Runde 7 bis 10: Fast das ganze Feld wechselte damals von Medium auf Hard und fuhr damit bis ins Ziel. Wer draußen blieb, verlor später fast immer.

Auf unserer Rennseite zum GP Saudi-Arabien 2024 kannst du das Rennen in 3D nacherleben und jede Phase noch einmal anschauen.

Rennverlauf in Jeddah: Safety Car, Norris an der Spitze und Verstappens Antwort

Bei trockenem, ruhigem Wetter (Luft 25,2 bis 25,9 °C, Asphalt 29,1 bis 33,6 °C) behielt Verstappen am Start auf dem Jeddah Corniche Circuit die Führung. Die Rennleitung prüfte einen möglichen Frühstart von Lando Norris von McLaren, stellte das Verfahren in Runde 14 aber ohne weitere Maßnahmen ein.

Die Wende kam früh: Lance Stroll touchierte im Aston Martin die Mauer und schlug in den Barrieren ein. In Runde 7 meldete die Rennleitung sein Auto stehend in Kurve 23 und schickte das Safety Car auf die Strecke. Verstappen, Pérez, Leclerc und fast alle anderen nutzten die Gelegenheit zum Reifenwechsel. Norris und Lewis Hamilton blieben draußen, und so führte Norris ab Runde 8 das Rennen an.

Lange hielt das nicht. Nach dem Restart in Runde 10 ging Verstappen auf frischen Hards an Norris vorbei und lag ab Runde 13 wieder vorn. Danach gab er die Führung bis zur Zielflagge nach 50 Runden nicht mehr ab. Pérez arbeitete sich nach seinem Stopp wieder nach vorn. Drei Runden nach dem Wechsel lag er auf Platz 4, am Ende war er Zweiter.

Ausfälle beim GP Saudi-Arabien: Gasly und Stroll

Nur zwei Autos kamen nicht ins Ziel:

  • Pierre Gasly (Alpine F1 Team) gab nach der ersten Runde auf. Er fuhr mit einem Getriebeschaden an die Box und war damit der erste Ausfall der Saison.
  • Stroll (Aston Martin) ging von Platz 10 ins Rennen. Laut The Race streifte er in der sechsten Runde in Kurve 22 die Innenmauer und krachte danach in die Barrieren. Wertungsmäßig schied er nach fünf Runden aus. Mit minus 9 Plätzen war er der größte Verlierer des Tages, und sein Unfall löste die einzige Safety-Car-Phase aus.

Strafen und Vorfälle: Pérez, Magnussen und Tsunoda vor den Kommissaren

Beim Boxenstopp unter Safety Car ließ Red Bull Pérez direkt in den Weg von Fernando Alonso fahren. In Runde 15 gaben die Rennkommissare ihm dafür 5 Sekunden Zeitstrafe wegen Unsafe Release. Seinen zweiten Platz kostete ihn das nicht, denn er hatte im Ziel genug Vorsprung auf Leclerc.

Der Mann im Mittelpunkt des Mittelfelds war Kevin Magnussen vom Haas F1 Team. Er bekam zwei Zeitstrafen von je 10 Sekunden:

  • In Runde 16 für die Kollision mit Alexander Albon von Williams in Kurve 4 (Runde 13).
  • In Runde 22 für das Verlassen der Strecke mit Vorteilsnahme gegen Yuki Tsunoda in Kurve 4 (Runde 20).

Magnussen stoppte nur einmal und musste die Strafen deshalb nicht an der Box absitzen. Sie wurden auf seine Zeit im Ziel aufgeschlagen. Er wurde Zwölfter.

Tsunoda vom RB F1 Team war schon vor dem Start auffällig: Das Team hatte ihn in der Aufwärmrunde unsicher aus der Garage fahren lassen, Norris musste ausweichen. Die Kommissare untersuchten das nach dem Rennen und verhängten eine Zeitstrafe, aber keinen Strafpunkt, weil der Vorfall nicht im eigentlichen Rennen passiert war. Im Ergebnis steht Tsunoda auf Platz 15. Norris wurde in Runde 40 außerdem noch wegen Schlangenlinien auf der Geraden notiert. Eine Strafe dafür ist nicht verzeichnet.

Strategie: Warum der Stopp unter Safety Car das Rennen entschied

Am Ende war es fast überall ein Einstopper, und den Ausschlag gab der Stopp in Runde 7. Das Safety Car machte den Reifenwechsel günstig. Die Spitzengruppe verlor dabei nur wenige Plätze: Verstappen fiel von Platz 1 auf 2, Pérez von 2 auf 4, Leclerc von 3 auf 5. Danach hielten die Hards 43 Runden lang.

Die Fahrer, die draußen blieben, zahlten später drauf:

  • Norris fuhr seine Mediums bis Runde 37, kam dann von Platz 4 an die Box und lag drei Runden später nur noch auf Platz 8. Am Ende wurde er Achter. Gestartet war er von Platz 6, unterm Strich also minus 2.
  • Hamilton (Mercedes) stoppte in Runde 36 auf Platz 5 und war drei Runden danach Neunter. So kam er auch ins Ziel, einen Platz hinter seinem Startplatz 8.
  • Sein Teamkollege George Russell nahm den Stopp unter Safety Car mit. Er fiel kurz von 7 auf 9 zurück, wurde aber Sechster. Auch Oscar Piastri holte so Platz 4.

Die Strategie ging aber nicht für jeden schief, der draußen blieb. Bei Nico Hülkenberg klappte sie: Er fuhr bis Runde 33 auf Medium und lag nach seinem Stopp nur einen Platz tiefer, auf Rang 11. Möglich machte das Magnussen, der laut The Race das Mittelfeld hinter sich aufhielt und Hülkenberg so den nötigen Abstand verschaffte. Am Ende holte Hülkenberg Platz 10 und den ersten Punkt der Saison für Haas.

Anders lief es für Guanyu Zhou. Er blieb bis Runde 41 draußen und lag dabei auf Platz 10. Sein Stopp dauerte allerdings 46,3 Sekunden in der Boxengasse, danach war er nur noch Achtzehnter. Beim RB-Team ging der Doppelstopp in Runde 7 daneben: Daniel Ricciardo stand 63,3 Sekunden in der Boxengasse und fiel von Platz 14 auf 18 zurück. Ein Dreher kurz vor Schluss kam noch dazu, er wurde Sechzehnter. Valtteri Bottas von Sauber war der einzige Zweistopper und wurde Siebzehnter.

Gewinner und Verlierer des GP Saudi-Arabien 2024

Gewinner:

  • Oliver Bearman fuhr bei seinem Formel-1-Debüt für Ferrari anstelle von Carlos Sainz. Er startete von Platz 11, überholte im Rennen unter anderem Tsunoda, Zhou und Hülkenberg und wurde Siebter. Das waren plus 4 Plätze und 6 WM-Punkte im ersten Rennen.
  • Hülkenberg machte von Startplatz 15 aus fünf Plätze gut und holte den ersten Punkt für Haas.
  • Logan Sargeant kam von Platz 19 auf 14, ebenfalls plus 5. Esteban Ocon verbesserte sich von 17 auf 13.
  • Red Bull zeigte mit dem Doppelsieg erneut, wie stark das Team ist.

Verlierer:

  • Stroll schied mit minus 9 Plätzen aus.
  • Tsunoda startete als Neunter und wurde nur Fünfzehnter, minus 6. Nach dem Safety-Car-Stopp lag er auf Platz 12, später steckte er hinter Magnussen fest.
  • Norris führte zwar fünf Runden, aber das späte Stoppen kostete ihn Plätze, im Ziel war er Achter.
  • Zhou und Ricciardo verloren beide durch lange Standzeiten jede Chance.

WM-Stand nach dem GP Saudi-Arabien 2024

Verstappen führt den WM-Stand 2024 mit 51 Punkten an. Dahinter liegt Pérez mit 36 Punkten, die Reihenfolge an der Spitze blieb also gleich. Leclerc rückte mit 28 Punkten auf Platz 3 vor. Russell ist mit 18 Punkten Vierter. Piastri sprang dank Platz 4 um drei Ränge auf Platz 5 (16 Punkte). Sainz fiel nach dem verpassten Rennen von Platz 3 auf 6 (15 Punkte). Alonso und Norris haben beide 12 Punkte, Hamilton 8, und Bearman steht nach seinem ersten Rennen mit 6 Punkten auf Platz 10.

Bei den Teams führt Red Bull mit 87 Punkten deutlich vor Ferrari (49). Dahinter folgen McLaren (28), Mercedes (26) und Aston Martin (13). Haas hat jetzt 1 Punkt. Williams, Sauber, RB und Alpine haben noch keinen Punkt.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Saudi-Arabien 2024 – formel-1-livestream.de
  2. Red Bull makes easy work of Saudi Arabian GP – The Race
  3. Saudi Arabian GP 2024 – Race Notes – GrandPrix.com
  4. 2024 Saudi Arabian Grand Prix – Infringement – Car 22 – Unsafe release – FIA

Weitere News

Alle News