Rückblick · erstellt am · Rennen vom 23. Oktober 2023

GP USA 2023: Verstappen siegt, Hamilton und Leclerc disqualifiziert

Verstappen gewinnt in Austin von Startplatz 6. Norris und Sainz erben das Podium, da Hamilton und Leclerc wegen abgenutzter Planken disqualifiziert wurden.

GP USA 2023: Verstappen gewinnt von Startplatz 6

Max Verstappen gewann den GP USA 2023 in Austin, obwohl er nur von Startplatz 6 ins Rennen ging. Hinter dem Weltmeister von Red Bull standen Lando Norris im McLaren und Carlos Sainz im Ferrari auf dem Podium. Auf der Strecke fiel die Entscheidung in Runde 28, als Verstappen Norris die Führung abnahm. Am Abend kam dann noch eine Überraschung von den Rennkommissaren: Sie disqualifizierten Lewis Hamilton von Mercedes und Polesetter Charles Leclerc, weil die Unterbodenplanken ihrer Autos zu stark abgenutzt waren.

Auf unserer Rennseite zum GP USA 2023 kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben. Alles zur Strecke findest du auf der Seite zum Circuit of the Americas.

Rennverlauf in Austin: Norris führt, Verstappen schlägt in Kurve 12 zu

Gefahren wurde bei Hitze und trockener Strecke: Die Luft hatte 28,5 bis 31 Grad, der Asphalt bis zu 42,2 Grad. Beim Start kam Leclerc von der Pole schlechter weg als Norris. Der McLaren-Pilot zog von Platz 2 aus bergauf in Kurve 1 vorbei und führte. Hamilton fuhr von Startplatz 3 aus nach vorn. Mit DRS überholte er in Runde 4 Sainz und in Runde 6 Leclerc und lag damit auf Platz 2.

Auch Verstappen kam nach vorn. In Runde 13 notierte die Rennleitung einen Zweikampf zwischen ihm und Leclerc in Kurve 12, ließ ihn aber in Runde 15 ohne weitere Untersuchung fallen. Von den Spitzenfahrern kam Verstappen in Runde 16 als Erster an die Box. Weil die Gegner zu verschiedenen Zeiten stoppten, wechselte die Führung mehrmals: Hamilton lag in den Runden 18 bis 20 vorn, Leclerc in den Runden 21 bis 23. Ab Runde 24 führte wieder Norris.

In Runde 25 leistete sich Norris einen Fehler in Kurve 11. Verstappen kam dadurch heran und bremste sich in Runde 28 in Kurve 12 an ihm vorbei. Danach führte er bis zum Ende, nur in den Runden 36 bis 38 nicht: Da lag Hamilton vorn, der später zu seinem zweiten Stopp kam. Leicht hatte es Verstappen nicht, denn er kämpfte mitten im Rennen mit Problemen an den Bremsen. Hamilton holte auf frischen Medium-Reifen noch Norris ein und überholte ihn in Kurve 1. Für Verstappen reichte es aber nicht mehr.

Strategie beim GP USA: Zwei Stopps schlagen Leclercs Einstopper

Fast das ganze Feld stoppte zweimal. Verstappen fuhr Medium, Medium und Hard und wechselte in den Runden 16 und 35 die Reifen. Nach dem ersten Stopp lag er drei Runden später nur auf Platz 5, vorher war er Dritter. Weil er früh mit frischen Reifen unterwegs war, kam er aber an die Spitze, sobald die anderen gestoppt hatten. Nach dem zweiten Stopp fiel er von Platz 1 auf Platz 3 zurück. Ab Runde 39 führte er wieder, und auf den Hard-Reifen hielt er die Spitze bis ins Ziel.

Norris setzte auf Medium, Hard und Hard und stoppte in den Runden 17 und 34. Vor dem zweiten Stopp war er Zweiter, drei Runden später nur noch Fünfter. Damit lag er im letzten Stint gegen Hamilton nicht mehr ideal.

Hamilton wählte als Einziger in der Spitze Medium, Hard und Medium. Er blieb länger draußen und stoppte in den Runden 20 und 38. Vor beiden Stopps führte er, drei Runden danach war er jeweils Vierter. So hatte er für die letzten 18 Runden frische Medium-Reifen. Auf der Strecke ging die Strategie fast auf, denn er kam als Zweiter ins Ziel.

Leclerc war der einzige Fahrer mit nur einem Stopp. Er kam in Runde 23 als Führender an die Box und war drei Runden später nur noch Sechster. Danach musste er 33 Runden auf Hard-Reifen fahren. Gegen Ende strich die Rennleitung ihm in kurzer Folge drei Rundenzeiten wegen Verstößen gegen die Track Limits. Auf der Strecke wurde er nur Sechster, also ging die Strategie für den Polesetter nicht auf.

Gut lief es dagegen für Sergio Pérez. Er stoppte erst in Runde 37 zum zweiten Mal, nachdem er sich auf Platz 2 vorgearbeitet hatte. Nach dem Stopp lag er auf Platz 6, am Ende wurde er von Startplatz 9 aus Vierter. Bei George Russell fiel die Bilanz schwächer aus: Nach seinem ersten Stopp in Runde 21 rutschte er von Platz 3 auf Platz 7 ab und wurde am Ende Fünfter, also genau auf seinem Startplatz. Sainz kam mit Stopps in den Runden 17 und 35 nie über Platz 4 bis 6 hinaus. Weil zwei Fahrer vor ihm disqualifiziert wurden, stand er trotzdem auf dem Podium.

Disqualifikation: Warum Hamilton und Leclerc ihre Ergebnisse verloren

Nach dem Rennen prüfte die FIA die Unterbodenplanken von vier Autos: von Hamilton, Leclerc, Verstappen und Norris. Bei Hamilton und Leclerc war die Planke zu dünn. Damit verstießen sie gegen Artikel 3.5.9 e) des Technischen Reglements. Neu muss die Planke 10 Millimeter dick sein, durch Abnutzung darf sie auf 9 Millimeter schrumpfen. Beide Teams bestritten die Messung nicht. Als Erklärung nannten sie die holprige Strecke und das Sprint-Format, bei dem wenig Zeit bleibt, das Setup abzustimmen. Die Kommissare stellten klar, dass jedes Team selbst dafür sorgen muss, dass sein Auto jederzeit regelkonform ist. Die übliche Strafe dafür ist die Disqualifikation. Dass die Teams absichtlich gehandelt hätten, unterstellte niemand.

Für Hamilton war der Tag damit doppelt bitter: Er verlor Platz 2, und in der letzten Runde hatte er wegen Track Limits schon die schwarz-weiße Flagge gesehen. Leclerc ging von der Pole aus leer aus. Durch die Disqualifikationen rückten alle dahinter auf: Norris wurde Zweiter, Sainz Dritter, und Logan Sargeant holte bei seinem Heimrennen auf Platz 10 seinen ersten WM-Punkt.

Ausfälle beim GP USA 2023: Ocon, Piastri und Alonso

  • Esteban Ocon (Alpine), Aus nach Runde 6: In der ersten Runde stieß Ocon mit Oscar Piastri zusammen. Der Schaden an seinem Auto war so groß, dass er kurz danach aufgeben musste. Er war von Startplatz 8 losgefahren.
  • Piastri (McLaren), Aus nach Runde 10: Auch für ihn hatte die Berührung mit Ocon Folgen. Laut Teamchef Andrea Stella wurde dabei das Kühlsystem beschädigt. Piastri selbst sprach von einem Wasserleck, und am Ende überhitzte der Motor. Er war von Startplatz 10 gestartet und hatte noch keinen Boxenstopp gemacht.
  • Fernando Alonso (Aston Martin), Aus nach Runde 49: Aston Martin hatte nach dem Sprint das Setup grundlegend geändert. Deshalb musste Alonso aus der Boxengasse starten. Er arbeitete sich in die Punkteränge vor und lag vor seinem zweiten Stopp in Runde 42 auf Platz 7. Dann zwang ihn ein Schaden am Unterboden zur Aufgabe. Es war sein erster Ausfall in dieser Saison.

Strafen und Vorfälle: Stroll, Albon und Russell

Schon vor dem Start gab es Ärger. Lance Stroll sollte aus der Boxengasse starten, fuhr nach den Runden zur Startaufstellung aber an der Boxeneinfahrt vorbei bis zur Startaufstellung. Sein Team schob das Auto danach zurück in die Box. Die Kommissare stellten fest, dass der übliche Ablauf nicht eingehalten wurde. Gegen eine Regel habe Stroll aber nicht verstoßen. Absicht sahen sie auch nicht, deshalb gab es keine Strafe.

In Runde 28 untersuchten die Kommissare einen Zweikampf zwischen Stroll und Sargeant in Kurve 12. In Runde 33 entschieden sie, dass keine Maßnahmen nötig sind. Auch Russells Ausflug in Kurve 1 in der zweiten Runde blieb ohne Folgen. Bestraft wurde nur Alexander Albon: Weil er mehrfach die Track Limits verletzt hatte, bekam er eine 5-Sekunden-Strafe. Seinen neunten Platz behielt er trotzdem. Die Track Limits waren überhaupt ein großes Thema, denn die Rennleitung strich unter anderem Hamilton, Leclerc, Alonso und Ocon Rundenzeiten.

Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP USA

Gewinner des Tages war neben Verstappen vor allem Stroll. Er startete als 20. und wurde Siebter, das sind 13 Plätze mehr als beim Start und der beste Wert im Feld. Als einer von wenigen ging er auf Hard-Reifen ins Rennen, die er bis Runde 20 fuhr. Danach wechselte er zweimal auf Medium. Williams holte mit Albon (Platz 9) und Sargeant (Platz 10) drei Punkte, beide hatten 6 Plätze gutgemacht. Yuki Tsunoda von AlphaTauri wurde Achter. Mit einem dritten Stopp in Runde 54 auf Soft-Reifen holte er sich zusätzlich die schnellste Runde. Pierre Gasly fuhr für Alpine auf Platz 6. Nico Hülkenberg machte für Haas 7 Plätze gut, als Elfter verpasste er die Punkte aber knapp. Bei Daniel Ricciardo ging der lange erste Stint nicht auf: Vor seinem Stopp in Runde 22 war er Achter, danach 16., und am Ende wurde er 15.

Verlierer waren Leclerc und Hamilton, die wegen der Disqualifikation leer ausgingen. Dazu kommen Ocon, der 10 Plätze verlor, und Piastri, die beide nach der Kollision in Runde 1 aufgeben mussten. Auch Alonso gehört dazu, denn ein Defekt kostete ihn seine Punkte.

Im WM-Stand 2023 baute Verstappen seinen Vorsprung aus. Er hat jetzt 466 Punkte, Pérez folgt mit 240. Trotz null Punkten blieb Hamilton mit 201 Punkten Dritter, vor Alonso mit 183 und Sainz mit 171. Norris (159) zog an Leclerc (151) vorbei auf Platz 6, Gasly rückte mit 56 Punkten auf Platz 10 vor. Bei den Teams führt Red Bull mit 706 Punkten. Dahinter liegen Mercedes (344) und Ferrari (322) nur 22 Punkte auseinander. Noch enger ist es zwischen McLaren mit 242 und Aston Martin mit 236 Punkten.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP USA 2023 – formel-1-livestream.de
  2. EXPLAINED: Why Hamilton and Leclerc were disqualified from the United States GP – Formula 1
  3. 6 Winners and 5 Losers from the USA – Formula 1
  4. 2023 United States Grand Prix – McLaren
  5. 2023 United States Grand Prix – Decision – Car 18 – Not entering Pit Lane – FIA
  6. Verstappen outruns Hamilton to win United States GP from sixth on grid – RaceFans

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