GP Großbritannien 2023: Verstappen siegt, Norris hält Hamilton auf
Max Verstappen siegte in Silverstone vor Norris und Hamilton. Das Safety Car nach Magnussens Motorschaden kostete Rookie Piastri das Podium.
GP Großbritannien 2023: Verstappen gewinnt vor Norris und Hamilton
Max Verstappen gewann den GP Großbritannien 2023 von der Pole-Position. Er holte dazu die schnellste Runde und damit 26 Punkte. Neben dem Red Bull-Piloten standen Lando Norris im McLaren und Lewis Hamilton im Mercedes auf dem Podium. Entschieden wurde das Rennen in Runde 5, als Verstappen die Führung zurückholte. Die Neutralisation ab Runde 33 brachte Hamilton dann von Startplatz 7 auf Rang 3.
Alle Positionen, Stints und Boxenstopps findest du auf unserer Rennseite zum GP Großbritannien 2023. Dort kannst du das Rennen auch in 3D nacherleben.
Rennverlauf in Silverstone: Norris führt, Verstappen schlägt in Runde 5 zurück
Das Rennen auf dem Silverstone Circuit blieb trocken. Die Luft hatte 20 bis 22,5 Grad, der Asphalt erreichte bis zu 38,2 Grad. Verstappen kam nicht gut weg, und Norris ging von Startplatz 2 aus in Führung. Vier Runden lang führte der Brite vor seinem Heimpublikum. In Runde 5 holte Verstappen sich die Spitze per DRS auf der Geraden vor Brooklands zurück und gab sie danach nicht mehr ab.
Dahinter hielt Oscar Piastri im zweiten McLaren von Startplatz 3 aus lange Anschluss an die Spitze. Die beiden Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Carlos Sainz waren von den Plätzen 4 und 5 gestartet. George Russell ging als Einziger aus der Spitzengruppe mit drei Runden alten Softs ins Rennen. Die meisten Topfahrer setzten auf Medium.
Im Mittelfeld wurde es früh eng. Nico Hülkenberg berührte laut Haas in Kurve 4 den Red Bull von Sergio Pérez. Wenig später verlor er ein großes Stück seines Frontflügels. Der Reparaturstopp in Runde 7 kostete ihn 41,9 Sekunden in der Boxengasse. Er fiel von Platz 16 auf Platz 19 zurück und kam am Ende als 13. ins Ziel.
Safety Car beim GP Großbritannien: Hamilton profitiert, Piastri verliert das Podium
Die Strategie entschied über die Plätze hinter Verstappen. Russell kam in Runde 28 von Platz 4 an die Box und wechselte auf Medium. Drei Runden später lag er auf Rang 8. Piastri wechselte in Runde 29 von Platz 3 aus auf Hard und lag drei Runden danach auf Rang 5, weil einige Fahrer vor ihm noch nicht gestoppt hatten. Nach den Stopps hätte ihm Platz 3 wohl gehört, denn bis dahin sah es nach seinem ersten Podium aus.
Dann blieb der Haas von Kevin Magnussen mit Motorschaden liegen. In Runde 33 kam zuerst das virtuelle Safety Car, danach das echte, das bis Runde 39 auf der Strecke blieb. Die Fahrer, die noch nicht gestoppt hatten, kamen jetzt deutlich billiger an die Box. Verstappen, Norris und Hamilton stoppten in Runde 33 unter dem VSC und behielten ihre Plätze 1, 2 und 3. Verstappen und Hamilton bekamen drei Runden alte Softs, Norris frische Hards. Für Piastri war das bitter. Sein Stopp kam vier Runden vor der Neutralisation, und Hamilton, der schon vor seinem Stopp Dritter war, kam vor dem Australier zurück auf die Strecke. Piastri wurde Vierter und blieb damit einen Platz unter seinem Startplatz.
Beim Neustart lag Norris auf den härteren Reifen schlechter als Hamilton auf Soft. Der McLaren-Pilot verteidigte sich aber, und Hamilton überhitzte beim Angriff seine Reifen. Für Fernando Alonso im Aston Martin half der VSC-Stopp in Runde 33 dagegen nicht. Er fiel von Platz 4 auf Platz 6 zurück und wurde am Ende Siebter.
Noch mehr Pech mit dem Zeitpunkt hatten andere: Pierre Gasly stoppte in Runde 31 als Fünfter und lag drei Runden später nur noch auf Platz 11. Alexander Albon stoppte in Runde 32 und fiel von 7 auf 9. Trotzdem holte er als Achter Punkte für Williams, genau von seinem Startplatz aus.
Gewinner und Verlierer: Pérez' Aufholjagd, Ferraris Absturz
Gewinner des Tages war Sergio Pérez. Er kam von Startplatz 15 auf Rang 6 und machte neun Plätze gut, mehr als jeder andere. Red Bull holte ihn in Runde 28 von Platz 8 aus an die Box und gab ihm frische Softs, auf denen er die letzten 24 Runden fuhr. Drei Runden nach dem Stopp lag er noch auf Platz 12. Danach arbeitete er sich nach vorne. Fast genauso stark war Valtteri Bottas im Alfa Romeo. Er startete auf Hard, fuhr damit bis Runde 32 und kam von Platz 20 auf Platz 12. Hamilton machte vier Plätze gut, Logan Sargeant im Williams drei, er wurde Elfter.
Auch McLaren gehörte mit den Plätzen 2 und 4 klar zu den Gewinnern. Schon in Runde 5 zeigte Norris, dass das Team in Silverstone ganz vorne mitfahren konnte.
Verlierer war Ferrari. Leclerc und Sainz verloren je fünf Plätze und wurden nur Neunter und Zehnter. Leclerc fuhr als einer der wenigen in den Punkten zwei Stopps. Nach dem ersten in Runde 18 fiel er von Platz 4 auf Platz 12. Den zweiten machte er in Runde 32, nur eine Runde vor dem VSC. So bezahlte er beide Stopps zum vollen Preis. Sainz stoppte nur einmal, in Runde 26 von Platz 5 aus, und lag drei Runden später auf Rang 11. Beide waren schon an der Box gewesen, als die Neutralisation kam, und konnten daraus keinen Vorteil ziehen.
Bei Alfa Romeo probierte Guanyu Zhou einiges aus. Er stoppte dreimal, zweimal davon während der Neutralisation, und kam von Startplatz 17 auf Rang 15.
Ausfälle und Strafen beim GP Großbritannien
Für drei Fahrer endete das Rennen vorzeitig:
- Esteban Ocon (Alpine) schied nach 9 Runden aus. An seinem A523 war Hydraulikflüssigkeit ausgetreten. Er war von Platz 13 auf Soft gestartet.
- Kevin Magnussen (Haas) gab nach 31 Runden auf. Die Antriebseinheit seines Haas ging auf dem Wellington Straight kaputt, und das Auto fing Feuer. Magnussen sprach danach von „another engine issue – so not the best weekend for us“ (Haas F1 Team). Vorher waren ihm schon zwei Rundenzeiten wegen Verstößen gegen die Streckenbegrenzung gestrichen worden, in Runde 14 in Kurve 9 und in Runde 20 in Kurve 15.
- Pierre Gasly (Alpine) musste nach einer Kollision mit Lance Stroll aufgeben. Er hatte 46 Runden absolviert und wurde als 18. gewertet.
Dem Unfall ging ein Duell zwischen den beiden voraus. In Runde 40 notierte die Rennleitung, dass Stroll in Kurve 15 die Strecke verlassen und sich so einen Vorteil verschafft hatte. In Runde 43 entschieden die Rennkommissare, das nicht weiter zu untersuchen. In Runde 46 stießen die beiden dann in Kurve 16 zusammen. Laut den Rennkommissaren lag Gasly am Scheitelpunkt vorne und durfte die Linie am Ausgang für sich beanspruchen. Stroll hielt trotzdem dagegen, musste neben die Strecke ausweichen und kam in einem Winkel zurück, der zur Berührung führte. Dabei brach an Gaslys Alpine die Aufhängung. Stroll bekam in Runde 50 eine Zeitstrafe von 5 Sekunden und wurde am Ende 14. Alpine fuhr damit mit zwei Ausfällen und ohne Punkte aus Silverstone ab.
WM-Stand nach dem GP Großbritannien 2023
In der Fahrerwertung liegt Verstappen nach diesem Sieg mit 255 Punkten vorne. Sein Teamkollege Pérez hat als Zweiter 156 Punkte, der Abstand beträgt also 99 Punkte. Alonso (137) und Hamilton (121) bleiben auf den Plätzen 3 und 4. Dahinter gab es Bewegung: Russell zog mit 82 Punkten an Leclerc (74) vorbei auf Rang 6 und liegt nur noch einen Punkt hinter Sainz (83). Norris sprang mit 18 Punkten aus Silverstone auf Platz 9 (42 Punkte), Ocon fiel nach seinem Ausfall auf Rang 10 (31) zurück.
Bei den Teams führt Red Bull mit 411 Punkten mehr als doppelt so viele wie Mercedes (203). Aston Martin (181) und Ferrari (157) folgen. McLaren hat mit 59 Punkten jetzt Alpine (47) überholt und liegt auf Platz 5. Williams und Haas haben je 11 Punkte, Alfa Romeo 9 und AlphaTauri 2. Die komplette Tabelle findest du im WM-Stand 2023. Weiter geht es mit dem GP Ungarn.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Großbritannien 2023 – formel-1-livestream.de
- Verstappen wins British GP, McLaren back on the podium – The Race
- British Grand Prix – Race Recap – MoneyGram Haas F1 Team
- A weekend to forget for Esteban and Alpine at the British Grand Prix – Esteban Ocon (offizielle Website)
- 2023 British Grand Prix – Infringement – Car 18 – Causing a Collision – FIA