GP Australien 2023: Verstappen gewinnt Rote-Flaggen-Chaos
Max Verstappen gewinnt in Melbourne vor Hamilton und Alonso. Mehrere Rote Flaggen, ein Chaos-Neustart und eine Strafe für Sainz prägten das Rennen.
GP Australien 2023: Verstappen siegt nach drei Unterbrechungen
Max Verstappen hat den GP Australien 2023 gewonnen. Auf der Rennseite kannst Du das ganze Rennen in 3D nacherleben. Zweiter wurde Lewis Hamilton im Mercedes, Dritter Fernando Alonso im Aston Martin. Verstappen fuhr für Red Bull und holte sich die Führung in Runde 12 auf der Strecke. Mehr Spannung brachte das Ende: Nach drei Roten Flaggen und einem chaotischen stehenden Neustart rollte das Feld in Runde 58 hinter dem Safety Car ins Ziel.
Rennverlauf in Melbourne: Russell führt, Hamilton erbt, Verstappen übernimmt
Auf dem Albert Park Grand Prix Circuit war es trocken und kühl, die Luft hatte zwischen 16,8 und 18,1 Grad. Schon der Start ging für den Polesetter schief: George Russell ging von Startplatz 2 aus an Verstappen vorbei und übernahm die Führung. Auch Hamilton zog an Verstappen vorbei, sodass der Weltmeister die erste Runde nur als Dritter beendete.
In der ersten Runde schied außerdem Charles Leclerc im Ferrari aus. Er war mit Lance Stroll kollidiert und im Kies gelandet. Die Rennkommissare sahen sich die Szene an und verzichteten auf eine weitere Untersuchung. Bis Runde 4 lief das Rennen hinter dem Safety Car.
In Runde 7 crashte Alexander Albon im Williams heftig, zunächst kam das Safety Car. Russell bog sofort an die Box ab, Hamilton übernahm die Führung. Weil Kies und Trümmer über der Ideallinie lagen, brach die Rennleitung das Rennen in Runde 8 ab. Nach dem Neustart setzte Verstappen Hamilton unter Druck und ging in Runde 12 an ihm vorbei. Danach gab er die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab. Laut Berichten vom Renntag hatte er in Runde 54 über acht Sekunden Vorsprung.
Strategie beim GP Australien: Wie die Rote Flagge Russell und Sainz bestrafte
Entschieden wurde das Rennen vor allem durch das Timing in den Runden 7 und 8. Russell, Carlos Sainz und Kevin Magnussen wechselten in Runde 7 unter Safety Car von Medium auf Hard. Kurz danach kam die Rote Flagge. Damit durften alle anderen die Reifen kostenlos in der Boxengasse wechseln, ohne Zeit zu verlieren. Der Stopp war also umsonst:
- Russell lag vor seinem Stopp in Führung und war beim Neustart nur noch Siebter.
- Sainz war vor dem Stopp Vierter und drei Runden später nur noch Zehnter.
- Magnussen fiel nach seinem Stopp von Platz 12 auf Platz 14 zurück.
Verstappen, Hamilton und Alonso wechselten dagegen erst während der Unterbrechung auf Hard. So hielten sie ihre Plätze 2, 1 und 3, und die Spitze fuhr praktisch einen Einstopper. Die harten Reifen hielten von Runde 8 bis Runde 55, also bis zur nächsten Roten Flagge. Für die Schlussrunden gab es dann Softs. Der echte Unterschied entstand auf der Strecke: Mit seinem Überholmanöver in Runde 12 und dem anschließenden Tempo machte Verstappen den Sieg klar.
Russell konnte sich nach dem Neustart bis auf Platz 5 vorarbeiten. In Runde 18 ging aber sein Mercedes-Motor in Flammen auf, und er musste aufgeben. Der Defekt löste ein virtuelles Safety Car in den Runden 18 und 19 aus. „It's just such a shame“, sagte Russell danach gegenüber formula1.com.
Chaos-Neustart: Magnussen-Crash, Rote Flaggen und Sainz-Strafe
Drei Runden vor Schluss kehrte das Chaos zurück. In Runde 53 berührte Magnussen im Haas F1 Team in Kurve 2 die Streckenbegrenzung und riss sich das rechte Hinterrad ab. Erst kam das Safety Car, wegen der Trümmer in Runde 55 dann die zweite Rote Flagge.
Danach ließ die Rennleitung stehend neu starten. In der ersten Kurve rammte Sainz Alonso und drehte ihn um. Am Ausgang von Kurve 2 stießen die beiden Alpine von Pierre Gasly und Esteban Ocon zusammen. Außerdem fuhr Logan Sargeant im Williams Nyck de Vries im AlphaTauri ins Auto. Das war in Runde 57 die dritte Rote Flagge.
Die Rennleitung setzte die Reihenfolge danach auf die Startaufstellung des letzten Neustarts zurück. Nur Autos, die nicht mehr fahren konnten, fielen heraus. So erhielt Alonso seinen dritten Platz zurück. Die letzte Runde fuhr das Feld hinter dem Safety Car. Sainz bekam für die Kollision mit Alonso eine 5-Sekunden-Strafe. Er hatte den Neustart als Vierter aufgenommen und fiel damit auf Platz 12 zurück, ohne Punkte. Haas protestierte gegen die Rückführung der Reihenfolge, doch die Rennkommissare wiesen den Protest ab. Ihre Begründung: Der Rennleiter habe unter Zeitdruck und mit den verfügbaren Daten richtig entschieden.
Weitere Vorfälle bewerteten die Kommissare ohne Folgen: die Berührung zwischen de Vries und Ocon in Runde 12 und die zwischen Yuki Tsunoda und Oscar Piastri in Runde 17.
Ausfälle beim GP Australien 2023
- Charles Leclerc (Ferrari), Runde 1: Kollision mit Stroll, Ausfall im Kiesbett.
- Alexander Albon (Williams), Runde 7: Unfall in Kurve 7. Er kam ins Kiesbett und schlug in die Barriere ein, blieb aber unverletzt.
- George Russell (Mercedes), Runde 18: Antriebsdefekt mit Feuer.
- Kevin Magnussen (Haas), Runde 53: Kontakt mit der Begrenzung in Kurve 2, dabei verlor er das rechte Hinterrad.
- Pierre Gasly und Esteban Ocon (Alpine), Runde 57: Kollision der Teamkollegen beim Neustart in Kurve 2. Die Kommissare ermittelten zu dem Vorfall.
- Nyck de Vries (AlphaTauri) und Logan Sargeant (Williams), Runde 57: Kollision beim Neustart in Kurve 1.
Gasly, Ocon, de Vries und Sargeant wurden mit 56 Runden noch auf den Plätzen 13 bis 16 gewertet. Für Gasly war das besonders bitter: Er war vor dem Stopp unter der Roten Flagge in Runde 55 Fünfter gewesen.
Gewinner und Verlierer: Pérez' Aufholjagd, starker Tag für Aston Martin
Gewinner: Sergio Pérez startete von Platz 20 und wurde Fünfter. Mit 15 gutgemachten Plätzen war er der Aufsteiger des Tages und fuhr außerdem die schnellste Runde. Vor der Roten Flagge in Runde 8 lag er auf Platz 14, vor dem Stopp in Runde 55 schon auf Platz 7. Aston Martin holte mit Alonso (Platz 3) und Stroll (Platz 4, von Startplatz 6) gemeinsam 27 Punkte. Bei McLaren fuhr Lando Norris von Startplatz 13 auf Platz 6. Piastri ging von Platz 16 ins Rennen und holte als Achter seine ersten WM-Punkte. Nico Hülkenberg wurde mit Platz 7 belohnt (Start 10). Guanyu Zhou machte im Alfa Romeo acht Plätze gut und wurde Neunter. Tsunoda sicherte AlphaTauri mit Platz 10 einen Punkt. Valtteri Bottas gewann ebenfalls acht Plätze, ging als Elfter aber leer aus.
Verlierer: Ferrari fuhr ohne Punkte nach Hause, weil Leclerc früh ausfiel und Sainz nach seiner Strafe nur Zwölfter war. Mercedes verlor Russell nach dem unglücklichen Stopp-Timing auch noch durch einen Motorschaden. Für das Alpine F1 Team endete das Rennen mit einer teaminternen Kollision kurz vor Schluss doppelt bitter.
WM-Stand nach dem GP Australien 2023
Verstappen führt den WM-Stand jetzt mit 69 Punkten an. Teamkollege Pérez folgt mit 54 Punkten, also 15 dahinter. Alonso bleibt mit 45 Punkten Dritter. Hamilton steigt mit 38 Punkten auf Platz 4 auf. Sainz und Stroll haben beide 20 Punkte, Russell fällt mit 18 Punkten auf Platz 7 zurück. Norris macht zwölf Plätze gut und ist jetzt Achter.
Bei den Teams baut Red Bull mit 123 Punkten den Vorsprung aus. Aston Martin ist mit 65 Punkten Zweiter vor Mercedes mit 56. Ferrari bleibt mit 26 Punkten Vierter, dahinter folgt McLaren mit 12 Punkten. Nach drei Rennen spricht vieles für Red Bull. Hinter dem Weltmeister-Team hat sich Aston Martin aber als erster Verfolger festgesetzt.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Australien 2023 – formel-1-livestream.de
- 'It's just such a shame' says Mercedes' Russell after retiring with power unit issue in Australia – formula1.com
- Williams' Alex Albon crashes out of promising sixth place in the Australian Grand Prix – formula1.com
- Haas protest results of 2023 Australian Grand Prix – formula1.com
- F1 Australian GP red flagged after hefty Albon crash – The Race
- Aus GP: Max Verstappen overcomes Mercedes to win a manic and thrice red-flagged Australian GP – PlanetF1