GP Monaco 2022: Pérez siegt, Ferrari verzockt sich im Regen
Sergio Pérez gewann den Regen-GP von Monaco 2022, weil Red Bull die Reifenwechsel perfekt timte. Ferrari patzte, Polesetter Leclerc wurde nur Vierter.
GP Monaco 2022 im Überblick: Pérez gewinnt das Strategie-Duell
Sergio Pérez gewann den Großen Preis von Monaco 2022 für Red Bull vor Carlos Sainz (Ferrari) und seinem Teamkollegen Max Verstappen. Entschieden wurde das Rennen beim Wechsel von Regen- auf Trockenreifen: Red Bull traf jede Entscheidung zur richtigen Zeit, Ferrari verlor dagegen den Überblick. Polesetter Charles Leclerc fiel bei seinem Heimrennen auf Rang vier zurück. Nach der Zieldurchfahrt trennten die ersten vier laut FIA keine drei Sekunden.
Regen in Monte Carlo: Verspäteter Start hinter dem Safety Car
Kurz vor dem geplanten Start setzte über dem Circuit de Monaco heftiger Regen ein. Die Rennleitung verschob den Start deshalb um mehr als eine Stunde. Danach ging es hinter dem Safety Car auf nasser Strecke mit einem fliegenden Start los. Leclerc führte vor Sainz, Pérez und Verstappen, und so blieb die Reihenfolge auch, als das Feld freigegeben wurde.
Der Regen ließ bald nach, die Piste trocknete ab, und alles drehte sich um eine Frage: Wann ist der richtige Moment für den Reifenwechsel? Pierre Gasly (AlphaTauri) wagte als einer der Ersten den Wechsel auf Intermediates und kam laut FIA so von Startplatz 17 nach vorn. Alexander Albon (Williams) kritisierte danach, dass das Feld auch nach der späteren Unterbrechung nicht stehend gestartet wurde. Im Verkehr habe er rund 30 Sekunden auf die anderen verloren.
Boxenstopps in Monaco: Wie Red Bull Ferrari ausspielte
Den ersten Schritt machte Pérez. Er wechselte in Runde 16 von Regenreifen auf Intermediates. Leclerc und Verstappen folgten in Runde 18. Beide kamen hinter dem Mexikaner wieder auf die Strecke, und Sainz übernahm die Führung. Der Spanier hatte die erste Aufforderung seines Teams zum Stopp ignoriert. Er wollte direkt auf Slicks wechseln und tat das in Runde 21 mit harten Reifen.
Dabei passierte Ferrari der entscheidende Fehler. Das Team holte Leclerc in derselben Runde zum Doppelstopp hinter Sainz, nur drei Runden nach seinem ersten Wechsel. Der Funkspruch, der ihn doch draußen halten sollte, kam zu spät. Leclerc war schon in der Boxengasse, musste hinter Sainz warten und bekam ebenfalls harte Reifen. Red Bull holte Pérez und Verstappen in Runde 22 gemeinsam für Slicks herein. Pérez kam als Führender zurück, Verstappen schob sich vor Leclerc auf Platz drei.
Sainz hatte dabei Pech mit dem Verkehr. Auf seiner Ausfahrtrunde hing er hinter dem überrundeten Nicholas Latifi fest, der ihn erst am Tunnel vorbeiließ. Genau die verlorenen Sekunden reichten Pérez, um Sainz mit seinem späteren Stopp zu überholen (Overcut). Sainz sah das Rennen dadurch verloren. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto räumte schlechte Entscheidungen am Kommandostand ein.
Rote Flagge nach Schumacher-Unfall an der Piscine
Kaum hatte sich die neue Reihenfolge eingependelt, verlor Mick Schumacher im schnellen Schwimmbad-Abschnitt auf einer noch feuchten Stelle das Heck seines Haas. Der Wagen schlug heftig in die Barrieren ein und brach auseinander. Schumacher stieg schnell aus und blieb unverletzt. Er wurde nach 24 Runden gewertet. Weil die Leitplanken repariert werden mussten, folgten zuerst ein virtuelles Safety Car, dann das echte Safety Car und schließlich die rote Flagge.
In der Pause zog Red Bull bei beiden Autos frische Medium-Reifen auf. Ferrari ließ Sainz und Leclerc auf ihren gebrauchten harten Reifen. Wieder gestartet wurde hinter dem Safety Car, in der Reihenfolge Pérez, Sainz, Verstappen, Leclerc.
Schlussphase: Pérez rettet abgefahrene Reifen ins Ziel
Nach dem Neustart wurde es eng. Laut FIA hatte Pérez in Runde 43 gerade einmal 2,2 Sekunden Vorsprung auf Sainz. Ab Runde 50 bauten seine Medium-Reifen durch Graining stark ab, und Sainz kam bis Runde 54 auf 0,7 Sekunden heran. Die drei Verfolger hofften auf einen Fehler, doch in den Straßen von Monte Carlo fand niemand einen Weg vorbei. Weil das Zeitlimit erreicht war, kam die Zielflagge schon nach 64 Runden. Pérez gewann mit 1,154 Sekunden Vorsprung auf Sainz, Verstappen lag 1,491 und Leclerc 2,922 Sekunden zurück.
Dahinter wurde George Russell (Mercedes) Fünfter. Wie Sainz war er direkt von Regenreifen auf Slicks gewechselt und kam so an Lando Norris (McLaren) vorbei. Norris wurde trotz einer Mandelentzündung Sechster und fuhr die schnellste Runde. Fernando Alonso (Alpine) hielt mit Platz sieben Lewis Hamilton hinter sich. Hamilton war zuvor in Ste. Dévote mit Esteban Ocon zusammengestoßen und hatte sich den Frontflügel beschädigt. Ocon bekam dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe. Die letzten Punkte holten Valtteri Bottas (Alfa Romeo) als Neunter und Sebastian Vettel (Aston Martin) als Zehnter.
Nach dem Rennen legte Ferrari Protest gegen beide Red Bulls ein. Pérez und Verstappen sollen bei der Boxenausfahrt die gelbe Linie überfahren haben. Die Rennkommissare wiesen beide Proteste ab. Bei Pérez gab Ferrari selbst zu, dass kein Reifen links der Linie war. Bei Verstappen werteten die Kommissare das Berühren der Linie nicht als Überfahren, und das Ergebnis blieb bestehen.
Ausfälle, Gewinner und Verlierer beim GP Monaco 2022
Nur drei Autos kamen nicht ins Ziel:
- Kevin Magnussen (Haas) schied nach 19 Runden mit Problemen beim Wasserdruck aus.
- Mick Schumacher (Haas) wurde nach seinem Unfall mit 24 Runden gewertet. Für Haas war das ein Rennen ohne Ankunft.
- Alexander Albon (Williams) stellte seinen Wagen nach 48 Runden mit einem technischen Defekt ab.
Gewinner des Tages war neben Pérez vor allem Gasly. Er fuhr von Startplatz 17 auf Rang 11 und machte damit sechs Plätze gut, so viele wie kein anderer. Lance Stroll, Latifi und Guanyu Zhou gewannen je vier Positionen, blieben aber ohne Punkte.
Verlierer waren Leclerc, der von der Pole drei Plätze verlor, und Yuki Tsunoda, der von Startplatz 11 auf Rang 17 zurückfiel. Immerhin sah Leclerc in Monaco zum ersten Mal in seiner Karriere die Zielflagge.
WM-Stand nach Monaco: Verstappen baut die Führung aus
Für Pérez war es der dritte Sieg seiner Karriere, und er zeigte, dass er in dieser Saison mehr als ein Helfer war. Die Titelfolgen waren für Ferrari aber noch bitterer als die Niederlage selbst. Im WM-Stand 2022 führte Verstappen nun mit 125 Punkten vor Leclerc mit 116 und Pérez mit 110. Dahinter lagen Russell mit 84 und Sainz mit 83 Punkten.
Auch in der Konstrukteurswertung wuchs der Abstand. Red Bull hatte 235 Punkte, Ferrari 199, Mercedes 134. Ferrari war in Monaco das schnellste Team gewesen und hatte die erste Startreihe belegt, verließ das Fürstentum aber mit dem Gefühl, einen sicheren Sieg verschenkt zu haben. Danach musste sich das Team vor allem eine Frage gefallen lassen: Konnte sein Kommandostand mit Red Bull mithalten, wenn das Rennen kompliziert wurde?
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Monaco 2022 – formel-1-livestream.de
- F1 – Perez wins Monaco ahead of Sainz and Verstappen – FIA
- Perez wins Monaco GP as Red Bull outfoxes Ferrari – The Race
- Perez keeps Monaco GP win after Ferrari protests dismissed – The Race
- Sainz delay behind lapped Latifi crucial in Perez Monaco F1 win – Autosport
- Albon questions FIA rolling-start logic – GPFans
- Perez wins chaotic Monaco GP, Ferrari blows it for Leclerc – Associated Press (via News4JAX)
- MUST-SEE: Schumacher walks away from massive Piscine crash – Formula 1