Rückblick · erstellt am · Rennen vom 5. Dezember 2021

GP Saudi-Arabien 2021: Hamilton siegt im Chaos, WM-Gleichstand

Lewis Hamilton gewann das erste Formel-1-Rennen in Jeddah nach zwei roten Flaggen und Kollision mit Verstappen – beide reisen punktgleich nach Abu Dhabi.

GP Saudi-Arabien 2021: Hamilton gewinnt, Verstappen Zweiter

Lewis Hamilton gewann für Mercedes den ersten Grand Prix von Saudi-Arabien von der Pole-Position aus und fuhr dazu die schnellste Runde. Hinter ihm kamen Max Verstappen im Red Bull und Valtteri Bottas ins Ziel. Auf dem Jeddah Corniche Circuit gab es zwei rote Flaggen, mehrere virtuelle Safety-Car-Phasen und eine Kollision der beiden Titelrivalen. Erst in Runde 43 übernahm Hamilton die Führung für den Rest des Rennens. Damit fuhren beide punktgleich zum Finale.

Schumacher-Unfall und rote Flagge: Verstappens freier Reifenwechsel

Am Start behielt Hamilton die Führung vor Bottas und Verstappen. Laut Formula1.com wäre Verstappen dabei fast mit seinem Teamkollegen Sergio Pérez aneinandergeraten. Pierre Gasly im AlphaTauri fiel wegen überhitzter Bremsen zurück.

Die erste Wende brachte Mick Schumacher. Nach acht gefahrenen Runden schlug sein Haas in Kurve 23 ein, und das Safety Car kam auf die Strecke. Mercedes holte Hamilton und Bottas in Runde 10 zum Doppelstopp an die Box. Verstappen blieb draußen und übernahm die Führung. Er beschwerte sich, Bottas habe vor ihm gebremst, um den Doppelstopp zu ermöglichen. Kurz darauf unterbrach die Rennleitung das Rennen mit der roten Flagge, damit die Leitplanken repariert werden konnten. So durfte Verstappen seine Reifen kostenlos wechseln. Damit hatte sich der Vorteil der Mercedes-Strategie in Luft aufgelöst.

Zwei Neustarts in Jeddah: Kollisionen und ein Deal mit der Rennleitung

Beim ersten Neustart drängte Hamilton Verstappen nach außen. Der Niederländer kürzte über die Auslaufzone von Kurve 2 ab und blieb vorn, dabei berührten sich die Autos leicht. Hamilton fiel hinter Esteban Ocon zurück. Weiter hinten gab es Chaos: Charles Leclerc im Ferrari traf Pérez und drehte ihn um. Nikita Mazepin fuhr auf den Williams von George Russell auf. Pérez, Russell und Mazepin schieden nach 14 Runden aus, und es gab die zweite rote Flagge.

Während der Unterbrechung kam es zu einem ungewöhnlichen Handel. Rennleiter Michael Masi bot Red Bull an, Verstappen hinter Hamilton starten zu lassen. Red Bull antwortete laut Formula1.com: „We will accept P2 on the basis that Ocon is on pole.“ Am Ende standen Ocon im Alpine, Hamilton und Verstappen in dieser Reihenfolge vorn. Beim zweiten Neustart führte Ocon zunächst und blieb eine Runde lang an der Spitze. Danach setzte sich Verstappen mit einem Manöver innen in Kurve 1 durch und führte ab Runde 17. Kurz darauf ging auch Hamilton an Ocon vorbei.

Die Kollision Hamilton–Verstappen und die Strafen

Danach jagte Hamilton den Red Bull, und ein virtuelles Safety Car folgte auf das nächste. Yuki Tsunoda drehte Sebastian Vettel in Kurve 1 um und bekam dafür fünf Strafsekunden. Später ließ Kimi Räikkönen nach einer Berührung mit Vettel Trümmer auf der Strecke liegen.

In Runde 37 griff Hamilton auf der Zielgeraden mit DRS an. Verstappen bremste spät, kam in Kurve 2 von der Strecke ab und blieb vorn. Red Bull wies ihn an, die Position zurückzugeben. Er bremste daraufhin auf dem hinteren Streckenteil stark ab. Keiner der beiden wollte als Erster über die DRS-Messlinie fahren. Hamilton konnte nicht mehr ausweichen und traf das Heck des Red Bull, dabei wurde sein Frontflügel beschädigt. Kurz darauf drängte Verstappen ihn in Kurve 2 erneut ab und bekam fünf Strafsekunden. In Runde 43 zog Hamilton schließlich vorbei und führte danach bis ins Ziel.

Nach dem Rennen bekam Verstappen weitere zehn Sekunden und zwei Strafpunkte. Die Rennkommissare nannten sein Bremsen „erratic“ und sahen darin die Hauptursache der Kollision. Laut The Race hatte er mit 69 bar Bremsdruck eine Verzögerung von 2,4 g erzeugt. An Platz zwei änderte die Strafe nichts.

Gewinner und Verlierer: Ocon, Ricciardo, Sainz und Pérez

Ocon startete von Platz neun und lag lange auf einem Podestplatz. Wenige Meter vor dem Ziel schnappte ihm Bottas aber noch Platz drei weg: Laut Formula1.com fehlten Ocon 0,102 Sekunden. Platz vier brachte ihm dennoch zwölf Punkte und fünf gutgemachte Positionen. Daniel Ricciardo kam von Startplatz elf auf Rang fünf, er hatte vom Boxenstopp während der ersten Unterbrechung profitiert. Die meisten Plätze, nämlich jeweils sieben, gewannen Carlos Sainz (Achter) und Lance Stroll im Aston Martin (Elfter). Gasly wurde Sechster vor Leclerc. Die letzten Punkte holten Antonio Giovinazzi für Alfa Romeo und Lando Norris für McLaren. Dahinter kamen Nicholas Latifi, Fernando Alonso, Tsunoda und Räikkönen ins Ziel.

Größter Verlierer war Pérez: Er startete von Platz fünf und fiel unverschuldet aus, ein bitterer Schlag für Red Bull im Titelkampf der Konstrukteure. Auch Tsunoda verlor als 14. sechs Plätze. Vettel gab nach 44 Runden mit Schäden aus der Kollision auf.

WM-Stand 2021 nach Jeddah: Gleichstand vor dem Finale in Abu Dhabi

Mit 26 Punkten für Sieg und schnellste Runde zog Hamilton mit Verstappen gleich: Beide hatten nun 369,5 Punkte. Zum ersten Mal in dieser Saison lag der Brite punktgleich mit dem Niederländer, der in der Tabelle aber weiter vorn stand. Bottas blieb mit 218 Punkten Dritter, Pérez mit 190 Vierter. Bei den Konstrukteuren baute Mercedes den Vorsprung auf Red Bull auf 28 Punkte aus (587,5 zu 559,5).

Das Rennen in Jeddah verschärfte den ohnehin hitzigen Titelkampf noch. Hamilton warf Verstappen nach dem Rennen vor, „over the limit“ zu fahren (Motorsport Magazine). Damit musste das Finale in Abu Dhabi die Entscheidung bringen. Alle Tabellen findest du im WM-Stand 2021.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Saudi-Arabien 2021 – formel-1-livestream.de
  2. Hamilton beats Verstappen in controversy-filled first ever Saudi Arabian Grand Prix as title rivals draw equal on points – Formula1.com
  3. Max Verstappen penalised for Saudi GP collision with Lewis Hamilton – Motor Sport Magazine
  4. Verstappen penalised for 'erratic' braking in Hamilton contact – The Race

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