Rückblick · erstellt am · Rennen vom 4. November 2019

GP USA 2019: Bottas siegt, Hamilton holt sechsten WM-Titel

Bottas gewann den GP USA 2019 in Austin, Lewis Hamilton holte als Zweiter seinen sechsten WM-Titel. Entscheidend: Bottas' Überholmanöver in Runde 52.

GP USA 2019 kurz zusammengefasst: Bottas gewinnt, Hamilton ist Weltmeister

Valtteri Bottas gewann den Großen Preis der USA 2019 auf dem Circuit of the Americas in Austin von der Pole-Position. Hinter ihm wurde sein Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton Zweiter und sicherte sich damit seinen sechsten Weltmeistertitel. Max Verstappen im Red Bull wurde Dritter. Entschieden wurde das Rennen durch zwei verschiedene Strategien: Bottas fuhr mit zwei Stopps, Hamilton mit nur einem. Hamiltons Reifen hielten am Ende nicht mehr durch, und Bottas zog in Runde 52 an ihm vorbei.

Qualifying und Start in Austin: Chaos in Kurve 1

Bottas holte sich die Pole-Position nur um gut eine Hundertstelsekunde vor Sebastian Vettel im Ferrari. Hamilton stand nur auf Startplatz 5: Laut Motor Sport Magazine hatte er im Q3 die Abdeckung seines Bremsbalance-Schalters abgestoßen, sodass sich die Bremsbalance während seiner Runden verstellte. Charles Leclerc startete von Platz 4, Alexander Albon von Platz 6.

Beim Start blieb Bottas vorn. Die beiden Ferraris kamen schlecht weg, und Verstappen zog in Kurve 1 neben Vettel auf Platz 2. Dabei berührte Verstappens linker Frontflügel das rechte Hinterrad von Bottas und verlor ein Teil der Endplatte. Weiter hinten traf es Albon härter: Er berührte am Kurvenausgang den McLaren von Carlos Sainz, sein Red Bull hob kurz ab. Albon kam nach der ersten Runde mit beschädigtem Frontflügel und Unterboden an die Box und reihte sich am Ende des Feldes wieder ein.

Hamilton ging im ersten Umlauf an Vettel vorbei, Leclerc tat es ihm am Haarnadelkurve 11 gleich, wobei sich die beiden Ferraris leicht berührten. Nach Runde 1 lag Bottas vor Verstappen, Hamilton, Leclerc, Lando Norris und Vettel.

Vettels Aufhängungsbruch und weitere Ausfälle beim GP USA

Für Vettel war das Rennen schnell vorbei. Sein Ferrari hatte von Beginn an kaum Grip an der Vorderachse. Nach sieben Runden brach am Ausgang von Kurve 9 die rechte hintere Aufhängung. Der Deutsche rollte noch einige Kurven auf drei Rädern und stellte dann ab. Vettel vermutete, das Teil sei „maybe broken from the start“ (Motor Sport Magazine), also vielleicht schon seit dem Start beschädigt gewesen. Vom zweiten Startplatz auf den letzten Rang: Mit 18 verlorenen Plätzen war er der große Verlierer des Tages.

Die übrigen Ausfälle:

  • Robert Kubica (Williams) gab nach 31 Runden wegen eines Ölverlusts auf.
  • Kevin Magnussen (Haas F1 Team) drehte sich in der vorletzten Runde nach einem Bremsdefekt ins Kiesbett. Er wurde nach 52 Runden als 18. gewertet.
  • Pierre Gasly (Toro Rosso) berührte sich laut Wikipedia im Kampf um Platz 9 mit Sergio Pérez und beschädigte sich dabei die Aufhängung. Nach einem zusätzlichen Boxenstopp gab er auf. Er wurde nach 54 Runden als 16. gewertet.

Strategie-Duell bei Mercedes: Zwei Stopps gegen einen

Die hohen Temperaturen sorgten für starken Reifenverschleiß, und die meisten Teams entschieden sich für zwei Stopps. Bottas konnte sich vorn absetzen, auch weil Verstappen laut Motor Sport Magazine um Runde 5 ein Stück Unterboden verlor und sein Auto schwerer zu fahren war.

Verstappen wechselte in Runde 13 als Erster, Bottas folgte eine Runde später auf harte Reifen. Damit lag Hamilton vorn, der auf einen einzigen Stopp setzte. Mit frischen Reifen war Bottas aber deutlich schneller und holte Hamilton schnell ein. Das Team wollte Hamilton hereinholen, damit er Bottas nicht aufhält. Hamilton blieb jedoch draußen, weil er meinte, seine Reifen würden länger halten. In Runde 24 ging Bottas auf der Gegengeraden vorbei, erst danach kam Hamilton an die Box.

In Runde 34 stoppte Verstappen ein zweites Mal und wechselte auf Medium-Reifen. Mercedes reagierte und holte Bottas in Runde 35 herein. Hamilton führte nun wieder, mit rund 14 Sekunden Vorsprung, aber auf Reifen, die schon über 20 Runden alt waren. Zwei Stopps oder einer: Damit war die Frage gestellt, die das Rennen entscheiden würde.

Die Entscheidung in Runde 52: Bottas überholt Hamilton

Runde für Runde schrumpfte der Abstand: von 3 Sekunden auf 2,5, dann auf 1,8, 1,5 und 1,2 Sekunden. In Runde 50 war Bottas in DRS-Reichweite. Mercedes bot Hamilton an, noch einmal an die Box zu kommen und sich mit Platz 2 zufriedenzugeben. Er lehnte ab und blieb draußen.

In Runde 51 griff Bottas am Ende der Gegengeraden vor Kurve 12 an. Hamilton drängte ihn nach außen, Bottas kam von der Strecke ab. Eine Runde später versuchte er es erneut, diesmal auf der Innenseite, und das Manöver gelang. Bottas gewann mit 4,148 Sekunden Vorsprung. Es war sein vierter Saisonsieg und der siebte seiner Karriere.

Verstappen kam am Ende noch bis auf 0,854 Sekunden an Hamilton heran. Wegen Magnussens Ausfall standen in den letzten Runden aber gelbe Flaggen, und sein geplanter Angriff in der letzten Runde fiel aus. „Without that, I'm sure I'd have passed him“, meinte der Niederländer, also: Ohne die gelben Flaggen hätte er Hamilton sicher noch überholt (Motor Sport Magazine). Er stand zum zweiten Mal in Folge in Austin auf dem Podium.

Gewinner und Verlierer: Albon, Räikkönen, Ricciardo und das Mittelfeld

Ferrari erlebte einen gebrauchten Tag. Leclerc hatte das ganze Rennen über kaum Grip, beim ersten Stopp in Runde 20 klemmte das linke Hinterrad. Er wurde Vierter, aber mit 52,239 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Immerhin holte er sich mit einem späten Wechsel auf Soft-Reifen die schnellste Runde.

Albon kämpfte sich nach seinem Stopp in Runde 1 vom Ende des Feldes zurück. Er überholte unter anderem Sainz, Norris und Daniel Ricciardo und wurde am Ende Fünfter. Ricciardo hatte sich schon in Runde 8 mit DRS an Norris vorbeigeschoben. Mit einem Stopp holte er im Renault Platz 6, drei Plätze besser als sein Startplatz. Dahinter kamen Norris und Sainz für McLaren sowie Nico Hülkenberg im zweiten Renault ins Ziel.

Die meisten Plätze von allen machte Kimi Räikkönen gut: Der Alfa Romeo-Pilot fuhr von Startplatz 17 auf Rang 11 vor. Pérez musste aus der Boxengasse starten, weil er im zweiten Training ein Zeichen zum Wiegen ignoriert hatte. Er holte trotzdem den letzten Punkt für Racing Point. Möglich wurde das, weil Daniil Kvyat ihn in der letzten Runde beim Kampf um Platz 10 abschoss. Kvyat bekam dafür nach dem Rennen eine Fünf-Sekunden-Strafe und fiel auf Platz 12 zurück. Ohne Punkte blieben unter anderem Lance Stroll (13.), Antonio Giovinazzi (14.), Romain Grosjean (15.) und George Russell (17.).

WM-Stand nach dem GP USA 2019: Hamiltons sechster Titel

Nach dem Rennen hatte Hamilton im WM-Stand 381 Punkte, Bottas 314. Zwei Rennen vor Schluss waren das 67 Punkte Vorsprung, und so viele Punkte konnte Bottas nicht mehr aufholen. Damit stand Hamilton als Weltmeister 2019 fest. Mit seinem sechsten Titel überholte er Juan Manuel Fangio, mehr Titel hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch Michael Schumacher. Außerdem war es Hamiltons 150. Podestplatz. Er selbst nannte 2019 „the hardest year“, also sein schwerstes Jahr, auch wegen des Todes von Niki Lauda (Motor Sport Magazine).

Im Kampf um Platz 3 hielt Leclerc (249 Punkte) seine Position. Dahinter tauschten Verstappen (235) und Vettel (230) die Plätze. Albon verbesserte sich auf Rang 6 (84), Gasly fiel nach seinem Ausfall auf Platz 8 zurück. In der Teamwertung führte Mercedes mit 695 Punkten vor Ferrari (479) und Red Bull (366).

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP USA 2019 – formel-1-livestream.de
  2. Hamilton crowned F1 world champion for sixth time as Bottas wins in Austin – Formula 1
  3. Hamilton denied race win as he claims sixth F1 title: 2019 United States Grand Prix report – Motor Sport Magazine
  4. 2019 United States Grand Prix – Wikipedia

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