GP Japan 2017: Zündkerze stoppt Vettel, Hamilton siegt knapp
Lewis Hamilton gewann in Suzuka 1,2 Sekunden vor Max Verstappen. Vettel fiel mit Zündkerzendefekt aus, Hamilton führte in der WM nun mit 59 Punkten.
GP Japan 2017 im Überblick: Hamilton gewinnt, Vettel fällt aus
Lewis Hamilton gewann den GP Japan 2017 auf dem Suzuka Circuit von der Pole-Position aus. Im Ziel lag er nur 1,2 Sekunden vor Max Verstappen, der Red Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo wurde Dritter. Den Ausschlag gab aber schon die Anfangsphase: Sebastian Vettel startete als Zweiter und musste seinen Ferrari wegen einer defekten Zündkerze nach vier Runden abstellen. Damit war der WM-Kampf so gut wie entschieden.
Qualifying und Startaufstellung in Suzuka: Strafen mischen das Feld
Hamilton holte in Suzuka die 71. Pole-Position seiner Karriere. Es war seine erste auf dieser Strecke. Laut Motor Sport hatte er damit auf jeder Strecke des damaligen Kalenders mindestens einmal auf Pole gestanden. Neben ihm stand Vettel, Ricciardo und Verstappen bildeten die zweite Reihe.
Dahinter wurde die Startaufstellung kräftig umgebaut. Valtteri Bottas (Mercedes) und Kimi Räikkönen bekamen jeweils fünf Plätze Strafe wegen eines Getriebewechsels. Räikkönen hatte seinen Ferrari am Samstag beschädigt. Deshalb ging Bottas als Sechster ins Rennen und Räikkönen als Zehnter. So rückte Esteban Ocon (Force India) auf Startplatz 5 vor. Wegen gewechselter Antriebsteile wurden außerdem Fernando Alonso (McLaren), Jolyon Palmer (Renault) und Carlos Sainz (Toro Rosso) weit nach hinten versetzt. Alonso startete deshalb als Letzter.
Vettel hatte schon vor dem Start Probleme. Die Ferrari-Mechaniker arbeiteten in der Startaufstellung an seinem Auto und tauschten dabei die Zündkerzen.
Start und Rennverlauf: Vettels Ferrari verliert Leistung
Hamilton kam mit durchdrehenden Rädern schlecht weg, Vettel aber auch. Deshalb blieb der Mercedes-Pilot vorn. Der Ferrari hatte keine volle Leistung: Laut Motor Sport lief der Motor nur auf fünf Zylindern. Verstappen ging in der Haarnadel an Vettel vorbei, danach überholten ihn auch Ocon, Ricciardo und Bottas. Ricciardo hatte selbst einen schwachen Start erwischt und lag zunächst hinter Ocon.
Noch in der ersten Runde flog Sainz von der Strecke und schied aus. Es war sein letztes Rennen für Toro Rosso vor dem Wechsel zu Renault. Nach dem Unfall kam das Safety Car auf die Strecke. Kurz nach dem Neustart holte Ferrari Vettel an die Box und gab das Rennen auf. Offiziell steht ein Zündkerzendefekt als Ausfallgrund fest. Es war sein zweiter Ausfall innerhalb von drei Rennen.
Nach sieben Runden war auch für Marcus Ericsson Schluss. Sein Sauber schlug in der Degner-Kurve in die Barriere ein, deshalb gab es ein virtuelles Safety Car. Ocon konnte Ricciardo und Bottas danach nicht mehr hinter sich halten. Laut grandprix.com holte sich Ricciardo in Runde 11 den dritten Platz zurück, Bottas überholte Ocon eine Runde später. Ricciardo lag da schon rund neun Sekunden hinter Verstappen. Damit lief alles auf ein Duell zwischen Hamilton und Verstappen hinaus.
Boxenstopps und Strategie: Hamilton gegen Verstappen
Alle Spitzenfahrer kamen mit einem Boxenstopp aus. Red Bull holte Verstappen in Runde 21 an die Box, und Mercedes reagierte eine Runde später mit Hamilton. Hamilton war auf Supersoft gestartet und wechselte auf die Soft-Reifen. Auf dieser Mischung fühlte sich sein Mercedes weniger wohl, und Verstappen blieb dicht hinter ihm.
Bottas und Räikkönen fuhren die umgekehrte Strategie: Sie starteten auf Soft und wechselten spät auf Supersoft. Deshalb wechselte die Führung mehrmals. Ricciardo lag von Runde 23 bis zu seinem Stopp in Runde 25 vorn, danach führte Bottas. Hamilton beschwerte sich, dass der Teamkollege ihn aufhalte. Ab Runde 28 lag er wieder in Führung. Bottas hielt danach Verstappen auf, ehe er in Runde 30 selbst zum Reifenwechsel kam.
An diesem Tag war die Strecke so heiß wie an keinem anderen des Wochenendes, laut Motor Sport rund 42 Grad. Hamilton schonte deshalb seine Reifen und kontrollierte das Tempo. Sein Kommentar: „I was just trying to manage the pace, manage the tires.“ (grandprix.com). Verstappen musste ebenfalls haushalten, weil sich an seinem linken Vorderreifen eine Blase bildete.
Spannende Schlussphase: Virtuelles Safety Car, Überrundete und 1,2 Sekunden
Kurz vor Schluss wurde es noch einmal eng. Am Williams von Lance Stroll versagte vorne rechts ein Bauteil, und das Auto schoss in den S-Kurven von der Strecke. Nach 45 Runden war sein Rennen zu Ende, offiziell wegen eines Defekts am Rad. Wieder kam das virtuelle Safety Car. Als das Rennen zu Beginn von Runde 50 wieder freigegeben wurde, bekam Hamilton seine abgekühlten Reifen nur schwer auf Temperatur. Er klagte außerdem über Vibrationen.
In den letzten Runden stand die Spitze plötzlich im Verkehr. Alonso und Felipe Massa (Williams) kämpften um Platz 10 und hielten zuerst Hamilton und dann Verstappen auf. Zeitweise betrug der Abstand weniger als eine Sekunde. Verstappen sagte hinterher, ein Überholmanöver wäre ohnehin nicht möglich gewesen. Er sei nur herangekommen, weil Hamilton im Verkehr gesteckt habe. Alonso bekam laut Motor Sport eine Verwarnung, weil er blaue Flaggen missachtet hatte.
Im Ziel lag Hamilton 1,2 Sekunden vorn. Dahinter rettete Ricciardo seinen dritten Platz 0,9 Sekunden vor dem anstürmenden Bottas. Der Finne fuhr in Runde 50 mit 1:33,144 Minuten die schnellste Runde des Rennens.
Gewinner und Verlierer: Räikkönen, Alonso und die Haas-Piloten
- Kimi Räikkönen: Er fuhr von Startplatz 10 auf Rang 5 vor. Dabei überholte er unter anderem Massa, Sergio Pérez und Nico Hülkenberg.
- Fernando Alonso: Mit neun Plätzen machte er die meisten Positionen gut. Er kam als Elfter ins Ziel, 0,8 Sekunden hinter Massa, der den letzten Punkt holte.
- Haas F1 Team: Kevin Magnussen überholte Massa in Runde 43 in Kurve 2. Wenig später kam auch Romain Grosjean vorbei, als Massa weit von der Ideallinie abkam. Haas holte die Plätze 8 und 9 und zog in der Konstrukteurswertung mit einem Punkt Vorsprung an Renault vorbei.
- Force India: Ocon wurde Sechster vor Pérez. Pérez wollte seinen Teamkollegen angreifen, durfte aber nicht.
- Sebastian Vettel: Er war der große Verlierer des Tages. Gestartet von Platz 2, ging er ohne Punkte nach Hause.
- Nico Hülkenberg: Lange fuhr er in den Punkterängen, dann fiel er nach 40 Runden aus. Offiziell steht ein Defekt am Frontflügel als Grund in der Wertung. Die Berichte von damals beschreiben dagegen eine klemmende DRS-Klappe am Heckflügel nach seinem Boxenstopp. Palmer wurde im zweiten Renault Zwölfter.
Dahinter kamen Pierre Gasly (Toro Rosso) als 13., Stoffel Vandoorne (McLaren) als 14. und Pascal Wehrlein (Sauber) als 15. ins Ziel.
WM-Stand 2017 nach Suzuka: Hamilton greift nach dem Titel
Für Hamilton war es der vierte Sieg beim GP Japan, der achte der Saison und der 61. seiner Karriere. Im WM-Stand 2017 hatte er jetzt 306 Punkte, Vettel 247. Das waren 59 Punkte Vorsprung, und es standen nur noch vier Rennen mit maximal 100 Punkten aus. Bottas lag mit 234 Punkten auf Rang 3 vor Ricciardo mit 192.
Bei den Konstrukteuren kam Mercedes auf 540 Punkte und lag damit 145 Zähler vor Ferrari (395). Red Bull folgte mit 303 Punkten als Dritter. Nach den Rückschlägen in Singapur und Malaysia war es für Ferrari der nächste schwere Tag. Motor Sport schrieb, Hamilton habe nach diesem Rennen schon eine Hand am Titel.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Japan 2017 – formel-1-livestream.de
- Race: Hamilton holds off Verstappen as Vettel retires – Formula 1
- Japanese GP 2017 – Race analysis: Not easy but massive – how Hamilton won – grandprix.com
- Japanese GP 2017 – Race notes: Hamilton wins again at Suzuka – grandprix.com
- 2017 Japanese Grand Prix – Race report – Motor Sport Magazine