GP Italien 2006: Schumachers Sieg und Abschied in Monza
Michael Schumacher gewann in Monza vor Räikkönen und Kubica. Alonsos Motor platzte, danach verkündete der Ferrari-Star seinen Rücktritt.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Italien 2006: Schumacher gewinnt in Monza
Michael Schumacher gewann den Großen Preis von Italien 2006 im Ferrari. Er startete von Platz 2 und siegte vor Polesetter Kimi Räikkönen (McLaren) und Robert Kubica (BMW Sauber). Das Rennen gewann Schumacher beim ersten Boxenstopp. Für die WM fiel die Entscheidung des Tages aber in Runde 44, als im Renault von Fernando Alonso der Motor platzte. Im Autodromo Nazionale di Monza war es Schumachers 90. Grand-Prix-Sieg. Nach dem Rennen kündigte er an, dass er zum Saisonende zurücktritt.
Start in Monza: Räikkönen führt, Kubica stürmt nach vorn
Räikkönen kam von der Pole besser weg und bog als Erster in die erste Schikane ein. Hinter ihm wäre Schumacher beinahe auf Platz 3 gefallen: Nick Heidfeld war in der Kurve schon vorn, nahm dann aber Gas weg und ließ den Ferrari vorbei. Den besten Start hatte Kubica. Er war von Startplatz 6 losgefahren und lag nach der ersten Runde auf Rang 3. Von dort führte er fast das ganze Rennen die Verfolger an.
Danach setzten sich Räikkönen und Schumacher vom Feld ab. Laut grandprix.com waren die beiden über weite Strecken gleich schnell. Die Fahrer hinter ihnen hatten keine Chance, das Tempo der beiden mitzugehen.
Boxenstopps: Wie Schumacher an Räikkönen vorbeikam
Den Unterschied machte der Sprit. McLaren holte Räikkönen zuerst an die Box, Schumacher blieb länger draußen. Unser Faktenpaket zeigt, dass Schumacher ab Runde 15 vorn lag. Mit den schnellen Runden vor seinem eigenen Stopp holte er so viel Zeit heraus, dass er danach vor dem McLaren auf die Strecke zurückkam. Wie viele Runden länger Schumacher fuhr, geben die Quellen unterschiedlich an. Wikipedia nennt zwei Runden.
In Runde 18 übernahm Kubica die Führung. Der Pole hatte deutlich mehr Benzin an Bord und führte das Rennen bis Runde 23 an, also in seinem erst dritten Grand Prix. Laut grandprix.com hielt er dabei die schnelleren Alonso und Felipe Massa hinter sich. Danach lag wieder Schumacher vorn und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab.
Räikkönen blieb auch nach dem zweiten Stopp nah dran. Er fuhr die schnellste Runde des Rennens, die grandprix.com als Zeichen für McLarens Fortschritte wertete. Ganz am Ende nahm der Finne Tempo raus, um den Wagen zu schonen, und sicherte Platz 2.
Alonso: Strafe, Aufholjagd und Motorschaden
Für Alonso begann das Wochenende schon am Samstag schlecht. Die Rennkommissare warfen ihm vor, Massa im Qualifying behindert zu haben, und strichen seine drei schnellsten Zeiten aus Q3. Statt von Platz 5 musste der WM-Führende deshalb von Platz 10 starten. Renault beschwerte sich danach heftig über die Strafe.
Im Rennen kämpfte sich Alonso nach vorn. Laut Autosport war er nach der ersten Runde Siebter und ging in Runde 2 an Heidfeld vorbei, wobei er die erste Schikane abkürzte. Danach hing er lange hinter einem Honda fest. Nach den zweiten Boxenstopps kam er vor Kubica auf die Strecke zurück und war damit Dritter.
Viel Zeit blieb ihm auf diesem Platz nicht. In Runde 44 platzte sein Renault-Motor in einer Rauchwolke vor der ersten Schikane, und auf der Strecke lag danach Öl. Laut unserem Ergebnis hatte Alonso 43 Runden absolviert, offizieller Ausfallgrund: Motor. Kubica rückte dadurch wieder auf Platz 3 vor.
Ausfälle und Pech: Massa, Heidfeld, Rosberg
Alonsos Ölspur kostete auch Massa die Punkte. Der Brasilianer war direkt hinter dem Renault, verlor auf dem Öl fast die Kontrolle und bremste sich am rechten Vorderreifen einen Platten. Er musste noch einmal an die Box und kam als Neunter ohne Punkte ins Ziel. Schon vorher hatte er viel Zeit hinter Kubica verloren.
Heidfeld war von Platz 3 gestartet und lag zwischenzeitlich wieder auf Platz 5. Dann fuhr er in der Boxengasse zu schnell und bekam eine Durchfahrtsstrafe. Am Ende reichte es nur für Platz 8 und einen Punkt.
Diese Fahrer fielen aus:
- Nico Rosberg (Williams): nach 9 Runden, Antriebswelle. Laut Wikipedia war es sein vierter Ausfall in Folge.
- Sakon Yamamoto (Super Aguri): nach 18 Runden, Hydraulik
- Pedro de la Rosa (McLaren): nach 20 Runden, Motor
- Fernando Alonso (Renault): nach 43 Runden, Motor
- Tiago Monteiro (Spyker MF1): nach 44 Runden, Bremsen
Gewinner und Verlierer des GP Italien 2006
Gewinner:
- Robert Kubica: Er holte im dritten Grand Prix seiner Karriere seinen ersten Podestplatz. Er war damit der erste Pole überhaupt auf einem Formel-1-Podium.
- Giancarlo Fisichella: Mit nur einem Stopp fuhr er von Startplatz 9 auf Rang 4 vor, also fünf Plätze nach vorn.
- Mark Webber: Er machte die meisten Plätze gut. Von Startplatz 19 kam er auf Rang 10, als letzter Fahrer ohne Überrundung.
- Honda: Jenson Button fuhr mit zwei Stopps auf Platz 5, laut Crash.net nur 0,6 Sekunden hinter Fisichella. Rubens Barrichello wurde mit einem Stopp Sechster. Für Toyota holte Jarno Trulli Platz 7 und hielt dabei Heidfeld und Massa hinter sich.
Verlierer:
- Fernando Alonso: Erst die Strafe, dann der Motorschaden auf Platz 3.
- Felipe Massa und Nick Heidfeld: Beide starteten aus den ersten beiden Reihen und verloren je fünf Plätze.
- Pedro de la Rosa und Nico Rosberg: Beide schieden früh mit Defekt aus.
WM-Stand nach Monza und Schumachers Rücktritt
Durch den Sieg schmolz Alonsos Vorsprung in der Fahrer-WM von zwölf auf zwei Punkte. Drei Rennen vor Schluss führte Alonso mit 108 Punkten vor Schumacher mit 106. Dahinter lagen Massa mit 62 sowie Fisichella und Räikkönen mit je 57 Punkten. Bei den Konstrukteuren übernahm Ferrari mit 168 Punkten die Führung vor Renault mit 165. Den kompletten Stand findest du in unserem WM-Stand 2006.
Noch mehr Aufsehen als das Ergebnis erregte, was nach dem Rennen kam. Schon bei seiner langsamen Fahrt durch die Boxengasse und beim Gruß an die Tifosi ahnten viele eine große Ankündigung. In der Pressekonferenz gab Schumacher dann bekannt, dass er zum Ende der Saison 2006 aus der Formel 1 zurücktritt. Am selben Tag bestätigte Ferrari Räikkönen als seinen Nachfolger. Den zweiten Platz an diesem Tag holte also der Mann, der Schumachers Cockpit übernehmen sollte. Für den Rekordsieger war es sein letzter Grand Prix in Monza als Ferrari-Fahrer. Im Kampf um den Titel war er nach diesem Sonntag wieder voll dabei.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Mark Webber | 19 | 10 | +9 |
| Giancarlo Fisichella | 9 | 4 | +5 |
| Christian Klien | 16 | 11 | +5 |
| Takuma Sato | 21 | 16 | +5 |
| Jarno Trulli | 11 | 7 | +4 |
| Robert Kubica | 6 | 3 | +3 |
| Vitantonio Liuzzi | 17 | 14 | +3 |
| Rubens Barrichello | 8 | 6 | +2 |
| David Coulthard | 14 | 12 | +2 |
| Scott Speed | 15 | 13 | +2 |
| Michael Schumacher | 2 | 1 | +1 |
| Christijan Albers | 18 | 17 | +1 |
| Jenson Button | 5 | 5 | 0 |
| Kimi Räikkönen | 1 | 2 | −1 |
| Ralf Schumacher | 13 | 15 | −2 |
| Nick Heidfeld | 3 | 8 | −5 |
| Felipe Massa | 4 | 9 | −5 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Fernando Alonso | 1 (108) | 108 |
| 2 | Michael Schumacher | 2 (96) | 106 |
| 3 | Felipe Massa | 3 (62) | 62 |
| 4 | Giancarlo Fisichella | 4 (52) | 57 |
| 5 | Kimi Räikkönen | 5 (49) | 57 |
| 6 | Jenson Button | 6 (36) | 40 |
| 7 | Juan Pablo Montoya | 7 (26) | 26 |
| 8 | Rubens Barrichello | 8 (22) | 25 |
| 9 | Nick Heidfeld | 9 (19) | 20 |
| 10 | Ralf Schumacher | 10 (18) | 18 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Italien 2006 – formel-1-livestream.de
- 2006 Italian Grand Prix – Wikipedia
- Italian GP 2006 – Race report: Schumacher's high and goodbye – grandprix.com
- Italy 2006: Schumacher rides emotion to 90th win – Crash.net
- Schumacher wins, Alonso retires at Monza – Autosport


