Rückblick · erstellt am · Rennen vom 9. Oktober 2005

GP Japan 2005: Räikkönen siegt von Platz 17 in letzter Runde

Kimi Räikkönen gewann den GP Japan 2005 von Startplatz 17 und überholte Giancarlo Fisichella erst in der letzten Runde. Alonso wurde Dritter.

GP Japan 2005: Räikkönens Sieg in der letzten Runde

Kimi Räikkönen startete im McLaren nur von Platz 17. Trotzdem gewann er den GP Japan 2005 auf dem Suzuka Circuit. Die Führung holte er sich erst in der 53. und letzten Runde, als er in Kurve 1 an Giancarlo Fisichella im Renault vorbeizog. Den Weltmeister Fernando Alonso hatte die Regen-Qualifikation auf Startplatz 16 verbannt. Er komplettierte das Podium als Dritter.

Regen im Qualifying: Favoriten am Ende der Startaufstellung

Damals fuhr jeder Fahrer seine Qualifikationsrunde allein. Mitten in der entscheidenden Session setzte Regen ein, und je später ein Fahrer auf die Strecke ging, desto nasser war sie. So stand Ralf Schumacher mit einer 1:46,106 Minuten für Toyota auf der Pole. Neben ihm startete Jenson Button im BAR, Fisichella war Dritter. Die Topfahrer dagegen standen weit hinten: Michael Schumacher (Ferrari) auf 14, Alonso auf 16, Räikkönen auf 17 und Juan Pablo Montoya auf 18. Fisichella meinte laut Motor Sport trocken: „We have two McLarens at the back.“

Jarno Trulli hatte sich in der Qualifikation gedreht und startete im zweiten Toyota nur von Platz 19.

Rennverlauf: Safety-Car, Montoya-Unfall und Ralfs Strategie

Ralf Schumacher behielt am Start die Führung. Doch schon in der ersten Runde war Montoyas Rennen vorbei. Er wollte vor der Start-Ziel-Geraden an Jacques Villeneuve im Sauber vorbei, wurde abgedrängt und schlug heftig ein. Für McLaren war das im engen Kampf um den Konstrukteurstitel ein schwerer Rückschlag. Die Rennkommissare bestraften Villeneuve später mit 25 Sekunden Zeitstrafe.

Die Safety-Car-Phase nach dem Unfall dauerte lange und machte Ralf Schumachers Plan zunichte. Toyota setzte bei ihm auf drei Stopps. Er sollte also mit wenig Sprit davonfahren, aber hinter dem Safety-Car konnten die schwer betankten Gegner mithalten. Nach seinem ersten Stopp kam er im Verkehr wieder heraus. Laut unseren Daten lag ab Runde 13 Fisichella in Führung. Danach wechselte die Spitze durch die versetzten Boxenstopps mehrmals: Button übernahm ab Runde 21, David Coulthard im Red Bull ab Runde 23 und Michael Schumacher ab Runde 24. Ab Runde 27 führte wieder Fisichella.

Auch im Mittelfeld gab es Ausfälle. Takuma Sato versuchte an der Schikane, an Trulli vorbeizukommen, und traf dabei den Toyota seitlich. Für Trulli war das Rennen nach 9 Runden beendet. Antônio Pizzonia schied im Williams ebenfalls nach 9 Runden mit einem Unfall aus.

Alonsos Aufholjagd: 130R und der Ärger mit Klien

Alonso war nach der ersten Runde laut Wikipedia schon Siebter. Danach verlor er aber Zeit. Beim Überholen von Christian Klien kürzte er die Schikane ab und musste die Position zurückgeben. Laut grandprix.com bremste er in Runde 11 stark ab, nachdem ihn die Rennleitung angewiesen hatte, Klien wieder vorbeizulassen. Renault-Teamchef Flavio Briatore war später überzeugt, dass diese verlorene Zeit Alonso den Sieg gekostet hatte.

Dafür gelang Alonso das spektakulärste Manöver des Tages. In Runde 19 überholte er Michael Schumacher außen in der schnellen 130R. Laut Renault-Telemetrie fuhr er dort 206 mph, also rund 330 km/h. In Runde 32 verbremste sich Schumacher in der Schikane, und Alonso ging auf der Start-Ziel-Geraden erneut an ihm vorbei. Am Ende von Runde 49 lag Alonso auf Platz 3. Dafür hatte er Mark Webber überholt und war dabei mit den Rädern im Gras.

Das Finale: Räikkönen gegen Fisichella

Räikkönen hatte viel Sprit an Bord und kämpfte sich gut durchs Feld, auch am Ferrari von Michael Schumacher vorbei. Durch seine späten Stopps übernahm er ab Runde 41 die Führung. Am Ende von Runde 45 kam er zum letzten Mal an die Box. Laut Mail & Guardian lag er danach rund 5,4 Sekunden hinter Fisichella, der ab Runde 46 wieder vorn war.

Dann begann die Jagd. In Runde 44 fuhr Räikkönen mit 1:31,540 Minuten die schnellste Runde des Rennens. In Runde 49 nahm er Fisichella laut Wikipedia allein 1,3 Sekunden ab. In der vorletzten Runde fuhr der Italiener an der Schikane auf der Innenlinie, um sich zu verteidigen. Dadurch kam er langsamer auf die Gerade. Räikkönen ging in seinen Windschatten und überholte ihn zu Beginn der 53. Runde außen in Kurve 1. Im Ziel lag Fisichella 1,633 Sekunden hinter ihm. Die McLaren-Box feierte ausgelassen, und Ron Dennis nannte es laut The Race Räikkönens besten Sieg.

Gewinner und Verlierer in Suzuka

Gewinner:
- Kimi Räikkönen: Er gewann 16 Plätze, holte den Sieg und fuhr die schnellste Runde.
- Fernando Alonso: Er kam von Startplatz 16 auf das Podium, also 13 Plätze nach vorn.
- Michael Schumacher und Tiago Monteiro (Jordan): Beide gewannen je 7 Plätze. Schumacher wurde Siebter, Monteiro Dreizehnter.
- Mark Webber: Er fuhr von Startplatz 7 auf Platz 4, das beste Ergebnis für Williams an diesem Tag.

Verlierer:
- Ralf Schumacher: Von der Pole wurde er nur Achter und verlor 7 Plätze, weil ihm die Safety-Car-Phase die Drei-Stopp-Strategie verdarb.
- Christian Klien: Er startete als Vierter und kam als Neunter ins Ziel.
- Takuma Sato: Er sah beim Heimrennen die Zielflagge, wurde aber disqualifiziert. Laut Wikipedia geschah das wegen der Kollision mit Trulli.
- Juan Pablo Montoya: Für ihn war schon in der ersten Runde Schluss.

WM-Stand 2005 nach Japan: Konstrukteurstitel wird in China entschieden

Den Fahrertitel hatte Alonso schon beim GP Brasilien gewonnen. Im WM-Stand 2005 führte er nach Suzuka mit 123 Punkten vor Räikkönen mit 104. Michael Schumacher schob sich mit 62 Punkten auf Platz 3, vor Montoya mit 60.

Offen blieb dagegen der Kampf um den Konstrukteurstitel. Vor dem Rennen hatte McLaren laut Wikipedia zwei Punkte Vorsprung. Weil Montoya keine Punkte holte und beide Renault aufs Podium fuhren, drehte sich das Bild: Renault ging mit 176 Punkten vor McLaren mit 174 ins Finale beim GP China. Dahinter folgten Ferrari mit 100 und Toyota mit 82 Punkten.

Das Rennen gilt bis heute als eines der besten der Formel-1-Geschichte. Motor Sport führt es in seiner Liste der 75 größten Grands Prix. Rückblickend: Laut Wikipedia blieb es für Räikkönen und McLaren der letzte Sieg bis zur Saison 2007.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Japan 2005 – formel-1-livestream.de
  2. 2005 Japanese Grand Prix – Wikipedia
  3. 17. 2005 Japanese GP: final lap drama as Räikkönen completes comeback – Motor Sport Magazine
  4. Grand Prix of Japan 2005 – Report – Toyota Gazoo Racing
  5. When Alonso and Raikkonen both hit their F1 peaks at Suzuka – The Race
  6. Race incidents from Suzuka – grandprix.com
  7. Räikkönen: It's one of my best wins – Mail & Guardian

Weitere News

Alle News