GP San Marino 2004: Schumacher kontert Buttons erste Pole
Michael Schumacher gewann in Imola seinen vierten Saisonsieg. Jenson Button stand auf der Pole, verlor die Führung aber beim ersten Boxenstopp.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP San Marino 2004 in Kürze: Schumacher siegt vor Button und Montoya
Michael Schumacher gewann den GP San Marino 2004 in Imola vor Jenson Button und Juan Pablo Montoya. Button war von der Pole gestartet und führte die ersten acht Runden. Entschieden wurde das Rennen in der ersten Boxenstopp-Phase: Schumacher fuhr nach Buttons Stopp zwei sehr schnelle Runden und lag danach vorn. Für den Ferrari-Piloten war es im vierten Rennen der vierte Sieg.
Qualifying in Imola: Buttons erste Pole für BAR-Honda
Schon am Samstag gab es eine Überraschung auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari. Button holte in 1:19,753 Minuten die erste Pole seiner Karriere. Für BAR war es ebenfalls die erste Pole. Ein Werksmotor von Honda hatte zuletzt beim GP Kanada 1992 mit Ayrton Senna auf der Pole gestanden. Schumacher hatte bis dahin in dieser Saison jede Pole geholt, übertrieb es diesmal aber an den Randsteinen der Variante Alta und musste sich mit Platz zwei begnügen. Dahinter standen Montoya, Rubens Barrichello und Ralf Schumacher.
Das Rennen fand zehn Jahre nach den tödlichen Unfällen von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna in Imola statt. Laut Wikipedia war es sonnig.
Ganz hinten stand Kimi Räikkönen. Nach technischen Problemen im Qualifying und einem Motorwechsel startete der McLaren-Pilot als Letzter. Giancarlo Fisichella ging für Sauber von Platz 18 ins Rennen.
Start und erste Runde: Zoff zwischen Schumacher und Montoya in der Tosa
Button kam gut weg und führte in die ersten Kurven. Dahinter wurde es hektisch. In der Tosa versuchte Montoya, außen an Schumacher vorbeizugehen. Der Ferrari-Pilot drängte ihn dabei auf das Gras, und die Autos berührten sich. Montoya nannte das Manöver unfair. Schumacher sagte später, er habe den Williams neben sich nicht gesehen. Weil Montoya Schwung verlor, musste auch sein Teamkollege Ralf Schumacher über das Gras ausweichen und verlor dabei einen Platz an Sato.
Davon profitierte Takuma Sato: Der zweite BAR-Pilot lag nach der ersten Runde von Startplatz sieben aus auf Rang vier. In der ersten Schikane bremste David Coulthard zu spät und fuhr Fernando Alonso ins Heck. Coulthard musste außerplanmäßig an die Box, um den Frontflügel zu tauschen, und kam am Ende nur als Zwölfter ins Ziel.
Rennentscheidung beim Boxenstopp: Schumachers zwei schnelle Runden
Button und Schumacher setzten sich schnell vom Feld ab. Der Ferrari blieb dabei im Getriebe des BAR. Beide fuhren mit drei Stopps. Laut Wikipedia kam Button in Runde 9 zum ersten Mal an die Box, Schumacher erst in Runde 11. Diese Lücke nutzte der Weltmeister: Mit zwei sehr schnellen Runden holte er nach Angaben von grandprix.com rund zwei Sekunden heraus und lag nach seinem Stopp vor Button. In Runde 10 fuhr er mit 1:20,411 Minuten die schnellste Runde des Rennens.
Danach baute Schumacher seinen Vorsprung stetig aus, zeitweise auf etwa eine halbe Minute. Auch bei seinem zweiten und dritten Stopp, laut Wikipedia in Runde 27 und 46, gab er die Führung nicht mehr ab. Im Ziel lag er 9,702 Sekunden vor Button. Bei Ferrari mit Bridgestone-Reifen fiel auf, dass die Reifen Zeit brauchten, um auf Temperatur zu kommen, dann aber sehr stark waren.
Duelle im Mittelfeld: Alonso gegen Ralf Schumacher, Trulli gegen Barrichello
Montoya fuhr nach dem Ärger in der ersten Runde ein sauberes Rennen und wurde Dritter. Ralf Schumacher lag spät im Rennen auf Rang vier, doch laut Wikipedia griff Alonso ihn in Runde 51 innen in der Tosa an. Die Autos berührten sich, Ralf drehte sich und fiel auf Platz sieben zurück. Die Rennkommissare kündigten an, den Vorfall nach dem Rennen zu untersuchen. Alonso wurde Vierter.
Sein Renault-Teamkollege Jarno Trulli verteidigte Platz fünf in der letzten Runde gegen Barrichello. Im Ziel lagen weniger als eine halbe Sekunde zwischen den beiden. Trulli sagte, er habe hinter den überrundeten Minardi etwa fünf Sekunden verloren. Für Barrichello blieben im zweiten Ferrari nur drei Punkte.
Ausfälle in Imola: Sato, Heidfeld, da Matta und Co.
- Giorgio Pantano (Jordan) schied nach 6 Runden mit einem Defekt an der Hydraulik aus.
- Gianmaria Bruni (Minardi) stellte sein Auto nach 22 Runden wegen Problemen mit den Bremsen ab. Laut grandprix.com war das eine Vorsichtsmaßnahme.
- Cristiano da Matta (Toyota) musste zuerst eine Durchfahrtsstrafe antreten, weil er blaue Flaggen missachtet hatte. Nach 32 Runden schied er durch einen Unfall aus. Laut grandprix.com hatte er an der ersten Schikane versehentlich die Traktionskontrolle abgeschaltet und sich gedreht.
- Nick Heidfeld (Jordan) fiel nach 48 Runden mit einem Schaden an der Antriebswelle aus.
- Takuma Sato (BAR) erwischte es am bittersten: Sechs Runden vor Schluss ging nach 56 Runden sein Honda-Motor kaputt. Er wurde trotzdem als 16. gewertet.
Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP San Marino 2004
Der größte Gewinner des Tages war Räikkönen. Er fuhr vom letzten Startplatz auf Rang acht, machte damit zwölf Plätze gut und holte seinen ersten WM-Punkt der Saison. Fisichella verbesserte sich von Platz 18 auf Platz neun. Trulli und Zsolt Baumgartner machten jeweils vier Plätze gut. Auf der Verliererseite stehen Sato, der nach Rang vier in der ersten Runde ohne Punkte blieb, und Mark Webber. Der Jaguar-Pilot verlor durch einen zeitweisen Elektrikfehler Leistung und fiel von Startplatz acht auf Rang 13 zurück.
Im WM-Stand 2004 hatte Michael Schumacher nach vier Rennen die maximal möglichen 40 Punkte. Barrichello folgte mit 24 Punkten, Button mit 23 Punkten, dahinter Montoya (18) und Alonso (16). Bei den Teams führte Ferrari mit 64 Punkten klar vor Renault (31), BAR und Williams (je 27).
Das Rennen zeigte, dass BAR-Honda in eigener Kraft um Pole und Podium kämpfen konnte. Trotzdem fehlte noch das Tempo, um Ferrari über eine ganze Renndistanz zu schlagen. Den nächsten Anlauf hatten die Gegner zwei Wochen später beim GP Spanien 2004 in Barcelona.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Kimi Räikkönen | 20 | 8 | +12 |
| Giancarlo Fisichella | 18 | 9 | +9 |
| Jarno Trulli | 9 | 5 | +4 |
| Zsolt Baumgartner | 19 | 15 | +4 |
| Fernando Alonso | 6 | 4 | +2 |
| Felipe Massa | 12 | 10 | +2 |
| Olivier Panis | 13 | 11 | +2 |
| Michael Schumacher | 2 | 1 | +1 |
| Juan Pablo Montoya | 3 | 3 | 0 |
| Christian Klien | 14 | 14 | 0 |
| Jenson Button | 1 | 2 | −1 |
| David Coulthard | 11 | 12 | −1 |
| Rubens Barrichello | 4 | 6 | −2 |
| Ralf Schumacher | 5 | 7 | −2 |
| Mark Webber | 8 | 13 | −5 |
| Takuma Sato | 7 | 16 | −9 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (30) | 40 |
| 2 | Rubens Barrichello | 2 (21) | 24 |
| 3 | Jenson Button | 3 (15) | 23 |
| 4 | Juan Pablo Montoya | 4 (12) | 18 |
| 5 | Fernando Alonso | 5 (11) | 16 |
| 6 | Jarno Trulli | 6 (11) | 15 |
| 7 | Ralf Schumacher | 7 (7) | 9 |
| 8 | Takuma Sato | 8 (4) | 4 |
| 9 | David Coulthard | 9 (4) | 4 |
| 10 | Felipe Massa | 10 (1) | 1 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP San Marino 2004 – formel-1-livestream.de
- 2004 San Marino Grand Prix – Wikipedia
- San Marino GP 2004 – Race notes: Schumacher wins fourth consecutive GP – grandprix.com
- San Marino GP 2004 – Race report – grandprix.com
- Qual: Button first pole – Autosport


