Rückblick · erstellt am · Rennen vom 28. September 2003

GP USA 2003: Schumacher meistert den Regen von Indianapolis

Michael Schumacher gewann den Regenpoker von Indianapolis vor Räikkönen und Frentzen – und brauchte in Suzuka nur noch einen Punkt zum sechsten Titel.

Illustration (KI-generiert): Indianapolis Motor Speedway um 2003 mit Rennwagen
KI-generierte Illustration

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP USA 2003 im Überblick: Schumachers Sieg im Wetterchaos

Beim GP USA 2003 auf dem Indianapolis Motor Speedway fuhr Michael Schumacher im Ferrari von Startplatz 7 zum Sieg. Hinter ihm kamen Kimi Räikkönen im McLaren und Heinz-Harald Frentzen im Sauber ins Ziel. Entschieden wurde das Rennen durch mehrere Regenschauer: Wer zur richtigen Zeit den passenden Reifen wählte, gewann. Schumacher und die Bridgestone-Regenreifen kamen damit am besten zurecht.

Start und Kollision: Montoya gegen Barrichello

Räikkönen ging von der Pole-Position in Führung. Hinter ihm herrschte sofort Unruhe. Olivier Panis im Toyota überholte Rubens Barrichello, der laut Wikipedia mit einem Problem beim Schalten kämpfte. Schumacher machte schon in der ersten Runde drei Plätze gut und lag danach auf Rang vier.

In der dritten Runde fuhren Juan Pablo Montoya im Williams und Barrichello Seite an Seite auf Kurve zwei zu. Montoyas Vorderrad berührte das Heck des Ferrari, und Barrichello landete im Kies. Für ihn war das Rennen nach zwei Runden vorbei, offiziell wegen einer Kollision. Die Rennkommissare sahen sich die Szene an und gaben Montoya eine Durchfahrtsstrafe. Laut Wikipedia trat er sie in Runde 22 an. Das war besonders bitter, weil Montoya noch um den Titel kämpfte. Zusätzlich verlor er Zeit, weil die Tankanlage bei seinem ersten Stopp klemmte und die Ersatzanlage einspringen musste.

Regenpoker in Indianapolis: Bridgestone gegen Michelin

Schon vor dem Start hatte es geregnet, und einmal ging sogar Hagel nieder. Alle Fahrer starteten trotzdem auf Trockenreifen. Ab der zweiten Runde setzte leichter Regen ein und wurde stärker, ab Runde 8 trocknete die Strecke wieder ab. Panis wechselte als erster Spitzenfahrer auf Intermediates, doch der Wechsel kam zu früh.

In dieser Phase lagen die Michelin-Teams vorne. Räikkönen führte die ersten 18 Runden an. Ab Runde 18 regnete es wieder und diesmal kräftiger, erst um Runde 28 ließ der Regen nach. Jetzt waren die Bridgestone-Regenreifen klar überlegen. Von diesem Vorteil profitierten neben Schumacher vor allem Jenson Button im BAR und Frentzen, die beide rechtzeitig auf Regenreifen gewechselt hatten. Schumacher war dagegen zunächst auf Trockenreifen geblieben und holte sich in Runde 22 Intermediates. Michelins Motorsportchef räumte später ein, dass der Hersteller bei den Regenreifen nachbessern musste.

Durch die vielen Boxenstopps wechselte die Führung ständig. Schumacher führte eine Runde lang, danach Mark Webber im Jaguar zwei Runden und David Coulthard eine Runde. Ab Runde 23 lag Button vorne. Laut Crash.net war es das erste Mal, dass er einen Grand Prix anführte.

Die Entscheidung: Schumacher übernimmt, Räikkönen kämpft sich zurück

Schumacher arbeitete sich auf dem nassen Asphalt an Frentzen und Button vorbei und übernahm in Runde 38 die Führung. Kurz danach war das Rennen für Button vorbei. Er hatte Hydraulikdruck verloren, und es folgte ein Motorschaden. Button nannte das laut Wikipedia das „schlimmste Gefühl“ seiner Karriere.

Als die Strecke wieder abtrocknete, holte sich Schumacher Benzin und Trockenreifen. Während dieses Stopps führte Frentzen eine Runde lang, dann lag wieder der Ferrari vorne, und zwar bis ins Ziel. Räikkönen hatte durch den Regen viel Boden verloren. Auf der trockenen Strecke war er wieder schnell, überholte Nick Heidfeld und in Runde 55 auch Frentzen. An Schumacher kam er nicht mehr heran: Wikipedia zufolge betrug der Rückstand im Ziel 18,258 Sekunden. Frentzen wurde mit 37,964 Sekunden Rückstand Dritter. Für Schumacher war es der sechste Saisonsieg.

Ausfälle beim GP USA 2003: Nur elf Fahrer im Ziel

Von 20 Startern sahen nur elf die Zielflagge. Die wichtigsten Ausfälle:

  • Rubens Barrichello (Ferrari), nach 2 Runden: Kollision mit Montoya.
  • Ralf Schumacher (Williams), nach 21 Runden: Unfall. Laut Wikipedia und Crash.net kam er auf Trockenreifen ins nasse Gras und schlug in die Reifenstapel ein.
  • Mark Webber (Jaguar), nach 21 Runden: Unfall. Laut Wikipedia war sein Visier beschlagen, und er rutschte auf Trockenreifen in Kurve acht ab.
  • Olivier Panis (Toyota), nach 27 Runden: Unfall in den Reifenstapeln von Kurve sieben.
  • Jenson Button (BAR), nach 41 Runden: Motorschaden in aussichtsreicher Position.
  • Fernando Alonso (Renault), nach 44 Runden: Motorschaden.
  • David Coulthard (McLaren), nach 45 Runden: Getriebeschaden.
  • Ralph Firman (Jordan), nach 48 Runden: drehte sich von der Strecke.
  • Jacques Villeneuve (BAR), nach 63 Runden: Motorschaden, laut Crash.net mit weißem Rauch aus dem Heck.

Gewinner und Verlierer des Tages

Der große Gewinner war Sauber. Frentzen machte zwölf Plätze gut und fuhr von Startplatz 15 aufs Podium. Heidfeld kam von Startplatz 13 auf Rang fünf. Frentzens rechtzeitiger Wechsel auf Regenreifen zahlte sich aus. Es war sein erstes Podium seit dem GP USA 2000. Rückblickend sollte es sein letztes in der Formel 1 bleiben.

Gut lief es auch für Giancarlo Fisichella (Jordan), der sich von Startplatz 17 auf Rang sieben vorarbeitete, also zehn Plätze. Justin Wilson (Jaguar) fuhr als Achter seinen ersten WM-Punkt ein. Jarno Trulli (Renault) kam als Vierter ins Ziel, sechs Plätze vor seinem Startplatz. Cristiano da Matta (Toyota) beendete das Rennen genau auf seinem Startplatz neun. Bei Minardi erreichten Jos Verstappen und Nicolas Kiesa als Zehnter und Elfter das Ziel.

Zu den Verlierern gehörten Barrichello, der von Startplatz 2 schon nach zwei Runden ausschied, und Panis, der von Startplatz 3 zu früh auf Intermediates wechselte und später verunfallte. Montoya traf es im Titelkampf am härtesten: Er startete als Vierter und wurde mit einer Runde Rückstand nur Sechster.

WM-Stand nach dem GP USA 2003: Ein Punkt fehlt zum sechsten Titel

Im WM-Stand 2003 führte Schumacher nach dem Rennen mit 92 Punkten vor Räikkönen mit 83 und Montoya mit 82. Vor dem letzten Rennen in Japan gab es für einen Sieg zehn Punkte. Damit reichte Schumacher in Suzuka schon ein einziger Punkt für seinen sechsten Titel. Montoya hatte keine Chance mehr: Selbst mit einem Sieg wäre er nur auf 92 Punkte gekommen, und bei Gleichstand hätte Schumacher wegen der größeren Zahl an Siegen vorne gelegen. Ralf Schumacher (58), Barrichello (55) und Alonso (55) gingen leer aus.

In der Konstrukteurswertung übernahm Ferrari mit 147 Punkten wieder die Spitze, drei Punkte vor Williams. McLaren folgte mit 128 Punkten. Mit dem dritten und fünften Platz schob sich Sauber auf 19 Punkte und lag damit auf Rang fünf vor BAR und Jaguar mit je 18 Punkten.

So endete der Regentag von Indianapolis: Ferrari ging wieder als WM-Favorit in das Finale. Schumacher brauchte nur noch einen Punkt, um den Rekord von fünf WM-Titeln zu übertreffen, den Juan Manuel Fangio damals allein hielt.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
11020304050607073RundeMSCRAIHeinz-Harald FrentzenTRUHEIMONFISJustin WilsonCristiano da MattaJos Verstappen

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (82)92
2Kimi Räikkönen3 (75)83
3Juan Pablo Montoya2 (79)82
4Ralf Schumacher4 (58)58
5Rubens Barrichello5 (55)55
6Fernando Alonso6 (55)55
7David Coulthard7 (45)45
8Jarno Trulli8 (24)29
9Mark Webber9 (17)17
10Heinz-Harald Frentzen13 (7)13

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP USA 2003 – formel-1-livestream.de
  2. 2003 United States Grand Prix – Wikipedia
  3. US GP 2003: Schumacher left to make a point – Crash.net
  4. 2003 United States Grand Prix – Formula One History

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