Rückblick · erstellt am · Rennen vom 14. September 2003

GP Italien 2003: Schumacher gewinnt Rekordrennen in Monza

Michael Schumacher hielt Montoya in Monza auf Distanz und baute seine WM-Führung auf drei Punkte aus, mit 247,585 km/h im bis dahin schnellsten GP.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Italien 2003 in Monza: Schumacher siegt vor Montoya und Barrichello

Michael Schumacher gewann den GP Italien 2003 im Ferrari von der Pole-Position aus. Er lag 5,294 Sekunden vor Juan Pablo Montoya im Williams, Dritter wurde Rubens Barrichello. Entschieden wurde das Rennen schon in der ersten Runde: Montoya kam in der Roggia-Schikane neben den Ferrari, doch Schumacher behielt die Führung. Bis ins Ziel gab er sie nur in der Phase der ersten Boxenstopps für eine Runde ab. Gefahren wurde mit einem Schnitt von 247,585 km/h, so schnell war bis dahin kein Grand Prix gewesen.

Vor dem Rennen: WM-Dreikampf, Reifenstreit und Gené statt Ralf Schumacher

Vor dem 14. von 16 Saisonläufen war der Titelkampf so eng wie selten. Schumacher hatte 72 Punkte, Montoya 71 und Kimi Räikkönen im McLaren 70. Dazu kam ein Streit um die Reifen. Nach dem GP Ungarn hieß es, die Vorderreifen von Michelin seien zu breit. Die FIA legte fest, dass die Laufflächenbreite künftig auch nach dem Rennen gemessen wird. Michelin musste deshalb für Monza überarbeitete Reifen bauen und testen. Laut Crash.net fiel die Entscheidung nach einem Treffen mit Bridgestone und Ferrari.

Bei Williams fehlte Ralf Schumacher. Er war in der Woche davor bei Testfahrten in Monza schwer verunglückt. Er fuhr zwar noch am Freitag, wurde aber ab Samstag von Testfahrer Marc Gené ersetzt. Im Qualifying lagen nur 0,051 Sekunden zwischen Schumachers Ferrari und Montoyas Williams. Fernando Alonso startete im Renault nur von Platz 20: Wegen eines Problems mit der Traktionskontrolle hatte er sich in der ersten Kurve gedreht.

Start in Monza: Duell Schumacher gegen Montoya in der Roggia

Am Start bremste Schumacher vor der ersten Schikane fast zu spät und blockierte die Räder, schaffte die Kurve aber noch. Montoya nutzte das und fuhr in die Roggia-Schikane neben den Ferrari, kurzzeitig sogar etwas vor ihn. Montoya kam aber langsamer aus der Kurve, und Schumacher blieb vorn. Nach dem Rennen sprach Schumacher selbst von seinem Verbremser vor der ersten Schikane.

Dahinter wurde es eng. Der von Platz sechs gestartete Jarno Trulli drängte Barrichello nach der zweiten Kurve auf den Rasen und setzte Montoya unter Druck. Noch in der ersten Runde fiel der Hydraulikdruck seines Renault ab, in der zweiten Lesmo ging der Motor aus. Justin Wilson bekam im Jaguar auf der Einführungsrunde den ersten Gang nicht hinein. Im Gewühl am Start verlor Alonso beim Ausweichen vor dem Jaguar seinen Frontflügel. Nach dem Reparaturstopp lag er eine Runde zurück, und Renault stellte auf eine Ein-Stopp-Strategie um.

Rennverlauf und Boxenstopps: Montoya bleibt dran, aber nie vorbei

Montoya blieb in den ersten Stints dicht hinter Schumacher, kam aber nie nah genug für einen Angriff. In der Phase der ersten Boxenstopps lag Montoya in Runde 16 für eine Runde vorn, danach führte wieder Schumacher. Nach seinem zweiten Stopp sah Schumacher einen Williams direkt hinter sich, gab Vollgas und kam dabei fast von der Strecke ab. Dann merkte er, dass es Gené war, der noch nicht an der Box gewesen war.

Zu Beginn des letzten Stints war Montoya nah dran, verlor aber Zeit hinter Überrundeten, darunter Heinz-Harald Frentzen und Zsolt Baumgartner. Am Ende entschied er sich, Platz zwei sicher nach Hause zu fahren. Er habe ja nur zwei Punkte auf Schumacher verloren, sagte er. Barrichello hatte Probleme mit dem Grip an der Hinterachse, hielt Räikkönen aber knapp hinter sich. Er kam 11,835 Sekunden nach dem Sieger ins Ziel. Räikkönen sagte, McLaren sei an diesem Tag nicht schnell genug fürs Podium gewesen. Die ersten fünf kamen genau in ihrer Startreihenfolge an.

Ausfälle beim GP Italien 2003: Trulli, Button und Coulthard

Sieben Fahrer schieden aus, Frentzen blieb zusätzlich kurz vor Schluss liegen, wurde aber noch gewertet:

  • Jarno Trulli (Renault): ohne gewertete Runde, Hydraulik.
  • Justin Wilson (Jaguar): nach 2 Runden, Getriebe.
  • Cristiano da Matta (Toyota): nach 3 Runden, Reifen. Laut Toyota verlor ein Hinterreifen in der Parabolica Luft, wahrscheinlich wegen Karbonteilen von einem Zwischenfall am Ende des Feldes beim Start. Da Matta rutschte ins Kiesbett.
  • Jenson Button (BAR): nach 24 Runden, Getriebe. Nach und nach fielen mehrere Gänge aus.
  • Jos Verstappen (Minardi): nach 27 Runden, Ölleck am Ölkühler.
  • Olivier Panis (Toyota): nach 35 Runden, Bremsen. Er lag zeitweise auf Platz sechs und war noch in den Punkten, als sich kurz nach dem zweiten Stopp ein Lager an der Bremsbalance löste.
  • David Coulthard (McLaren): nach 45 Runden, Benzindruck. Er lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang fünf.

Frentzen bekam im Sauber kurz vor Schluss Probleme mit der Kraftübertragung. Mit 50 Runden wurde er noch als 13. gewertet.

Gewinner und Verlierer: Alonso, Gené und Villeneuve

Die meisten Plätze machte Alonso gut: von Startplatz 20 auf Rang acht, also zwölf Positionen. Den letzten Punkt holte er sich erst in der letzten Runde mit einem Überholmanöver gegen Nick Heidfeld. Heidfeld kam von Platz 16 auf neun nach vorn. Gené wurde als Ersatzmann Fünfter und holte damit seine ersten Punkte seit dem GP Europa 1999. Er nannte es das beste Ergebnis seiner Formel-1-Karriere. Jacques Villeneuve wurde im BAR Sechster und Mark Webber im Jaguar Siebter, beide hatten vier Plätze gutgemacht. Webber hatte nach der ersten Schikane vergessen, die Traktionskontrolle wieder einzuschalten. Giancarlo Fisichella verpasste als Zehnter im Jordan die Punkte, Nicolas Kiesa kam als Zwölfter ins Ziel.

Der größte Verlierer war Trulli, der von Startplatz sechs aus nicht einmal eine Runde schaffte. Button hatte nach einem guten Qualifying auf Platz sieben gestanden und fiel mit Getriebeschaden aus. Coulthard verlor wegen seines Defekts kurz vor Schluss seinen fünften Platz.

WM-Stand nach Monza 2003 und Einordnung des Rekordrennens

Mit dem Sieg hatte Schumacher drei Punkte Vorsprung. Laut WM-Stand 2003 führte er mit 82 Punkten vor Montoya (79) und Räikkönen (75). Ralf Schumacher (58) und Barrichello (55) hatten nach diesem Rennen keine Titelchance mehr, ebenso Alonso (55). Bei den Teams lag Williams mit 141 Punkten vor Ferrari (137) und McLaren (120). Die Entscheidung fiel also erst beim GP USA und beim GP Japan.

Für Schumacher war es der erste Sieg seit dem GP Kanada im Juni und sein fünfter in dieser Saison. Zugleich war es sein 50. Grand-Prix-Sieg für Ferrari. Mit 247,585 km/h übertraf das Rennen in Monza den Rekord von Peter Gethin, der 1971 ebenfalls in Monza im BRM 242,616 km/h gefahren war. Diese Bestmarke hatte 32 Jahre gehalten. Zum Vergleich aus heutiger Sicht: Schumachers Rekord sollte 22 Jahre halten, bis zum GP Italien 2025.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405053RundeMSCMONBARRAIMarc GenéVILWEBALOHEIFIS

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (72)82
2Juan Pablo Montoya2 (71)79
3Kimi Räikkönen3 (70)75
4Ralf Schumacher4 (58)58
5Rubens Barrichello6 (49)55
6Fernando Alonso5 (54)55
7David Coulthard7 (45)45
8Jarno Trulli8 (24)24
9Mark Webber9 (15)17
10Jenson Button10 (12)12

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Italien 2003 – formel-1-livestream.de
  2. 2003 Italian Grand Prix – Wikipedia
  3. Italian GP 2003 – Race notes: Schumacher wins Italian GP – grandprix.com
  4. Rd.14 Italian Grand Prix 2003 – Toyota Gazoo Racing
  5. Monza 2003: Schumacher, Montoya and record speed excitement – Pirelli
  6. Preview: Italian Grand Prix 2003 – Crash.net

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