GP San Marino 2002: Schumacher führt Ferrari-Doppelsieg an
Michael Schumacher gewann in Imola vor Rubens Barrichello. Der Brasilianer schob sich beim ersten Stopp an Ralf Schumacher vorbei. Nur elf Autos im Ziel.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP San Marino 2002 im Überblick: Ferrari-Doppelsieg in Imola
Beim GP San Marino 2002 gewann Michael Schumacher für Ferrari von der Pole-Position aus. Teamkollege Rubens Barrichello wurde Zweiter vor Ralf Schumacher im Williams. Entschieden wurde das Rennen beim ersten Boxenstopp: Barrichello blieb eine Runde länger draußen als Ralf Schumacher und kam vor dem Williams-Piloten auf die Strecke zurück. Damit hatte Ferrari vor den Tifosi auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari den ersehnten Doppelsieg sicher.
Start in Imola: Ralf Schumacher schnappt sich Barrichello
Etwa eine halbe Stunde vor dem Start zog ein kurzer Schauer über Imola, die Strecke blieb aber trocken. Gestartet wurde bei 16 bis 17 Grad Lufttemperatur. In der Qualifikation hatte Michael Schumacher seinem Teamkollegen die Pole erst ganz am Ende abgenommen, mit 0,064 Sekunden Vorsprung. Seine Zeit von 1:21,091 Minuten bedeutete einen neuen Rundenrekord für Imola und war seine 45. Pole-Position.
Am Start behauptete Schumacher die Führung bis Tamburello. Dahinter erwischte Barrichello auf der schmutzigen Seite der Startaufstellung einen schwachen Start. Ralf Schumacher zog innen vorbei und musste in der ersten Kurve sogar die Räder blockieren, um seinem Bruder nicht ins Heck zu fahren. „I had no way to close the door any more because he was by my side“, sagte Barrichello später. Juan Pablo Montoya kam ebenfalls schlecht weg und lag nur auf Platz vier.
Weiter hinten zogen Jarno Trulli und Jenson Button im Renault dank ihrer starken Launch Control an den beiden Sauber vorbei. Für Allan McNish war das Rennen dagegen schon an der Ampel vorbei: Sein Toyota blieb stehen, laut offiziellem Ergebnis wegen eines Elektrikdefekts.
Vorne fuhr Michael Schumacher sofort davon. Nach zehn Runden hatte er acht Sekunden Vorsprung auf seinen Bruder.
Boxenstopps und Strategie: Die entscheidende Extrarunde
Viele Teams hatten ihre Autos vor dem Start mit viel Sprit für einen langen ersten Stint betankt, weil Regen drohte. Als der Regen ausblieb, wechselten Ferrari und Williams auf zwei Stopps, und zwar mit fast gleicher Strategie.
In Runde 31 kamen die Brüder Schumacher gleichzeitig an die Box. Barrichello übernahm für eine Runde die Führung. Diese Runde nutzte er voll aus: Laut grandprix.com war er auf seiner letzten Runde vor dem Stopp anderthalb Sekunden schneller als Ralf Schumacher auf dessen Inlap. Nach seinem Stopp in Runde 32 kam Barrichello vor dem Williams zurück auf die Strecke. Ab Runde 33 führte wieder Michael Schumacher, und die Ferraris lagen auf den Plätzen eins und zwei.
Beim zweiten Stopp lief es ähnlich. Michael Schumacher kam in Runde 46 an die Box, Barrichello führte in Runde 47 noch einmal kurz. Bei seinem Stopp am Ende dieser Runde klemmte eine Radmutter, trotzdem behielt er Platz zwei. Ab Runde 48 lag Michael Schumacher wieder in Führung und gab sie nicht mehr ab. Im Ziel hatte er 17,907 Sekunden Vorsprung auf Barrichello, Ralf Schumacher folgte 19,755 Sekunden zurück. Montoya wurde Vierter. „The Ferraris were clearly stronger than we were today so we had no chance“, räumte Ralf Schumacher ein.
Ausfälle beim GP San Marino 2002: Zehn Autos kamen nicht ins Ziel
Nur elf der 21 Starter sahen die Zielflagge. Die Ausfälle in der Reihenfolge des Rennens:
- Allan McNish (Toyota): Elektrik, keine Runde absolviert
- Takuma Sato (Jordan): Getriebe nach 5 Runden. Sein Auto ließ sich nur noch im ersten Gang fahren.
- Giancarlo Fisichella (Jordan): Hydraulik nach 19 Runden
- Heinz-Harald Frentzen (Arrows): Leistungsverlust nach 25 Runden, laut Quellen wegen zu wenig Benzindruck
- Mika Salo (Toyota): Getriebe nach 26 Runden
- Pedro de la Rosa (Jaguar): Antriebswelle nach 30 Runden
- Kimi Räikkönen (McLaren): Auspuff nach 44 Runden. Heiße Abgase strömten auf die Hinterradaufhängung, deshalb holte McLaren ihn vorsichtshalber rein.
- Olivier Panis (BAR): Gasgestänge nach 44 Runden
- Eddie Irvine (Jaguar): Antriebswelle nach 45 Runden
- Enrique Bernoldi (Arrows): Leistungsverlust nach 50 Runden. Er hatte Wasserdruck verloren.
Auch Nick Heidfeld erlebte ein schwieriges Rennen. Bei seinem ersten Stopp versagte der Tankstutzen, deshalb musste er wenige Runden später erneut an die Box. Dazu kam eine Durchfahrtsstrafe, weil er in der Boxengasse zu schnell gefahren war. Am Ende wurde er Zehnter, eine Runde zurück.
Gewinner und Verlierer: Button stark, Räikkönen mit Pech
Jenson Button war einer der Gewinner des Tages. Er startete von Platz neun und wurde Fünfter, als letzter Fahrer in der Runde des Siegers. Rund um seinen Boxenstopp ging er an David Coulthard vorbei und lieferte sich danach bis zum Schluss ein Duell mit seinem Landsmann. Coulthard holte als Sechster mit einer Runde Rückstand den letzten WM-Punkt für McLaren.
Die meisten Plätze gewann Mark Webber: Er startete als 19. und wurde Elfter. Er war der einzige Minardi im Feld, denn Teamkollege Alex Yoong hatte die 107-Prozent-Hürde verpasst. Jacques Villeneuve machte drei Plätze gut und wurde Siebter. Ebenfalls drei Plätze gewann Rookie Felipe Massa, der als Achter ins Ziel kam.
Der größte Verlierer war Kimi Räikkönen. Der Finne war von Platz fünf gestartet und lag auf Punktekurs, bis ihn der Auspuffschaden stoppte. Auch Jordan erlebte einen bitteren Tag, denn beide Autos fielen mit Technikdefekten aus.
WM-Stand 2002 nach Imola und Einordnung
In der Fahrer-WM 2002 baute Michael Schumacher seine Führung aus. Er hatte nun 34 Punkte, sein Bruder Ralf 20 und Montoya 17. Button folgte mit 8 Punkten auf Rang vier. Barrichello holte seine ersten 6 Punkte der Saison, nachdem er in den ersten drei Rennen jedes Mal ausgefallen war, und lag damit auf Platz fünf. Bei den Konstrukteuren führte Ferrari mit 40 Punkten knapp vor Williams mit 37. Mit großem Abstand folgten McLaren mit 9 und Renault mit 8 Punkten.
Für Michael Schumacher war es der 56. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, sein dritter Sieg im vierten Saisonrennen und sein vierter Triumph in Imola. Außerdem wurde er an diesem Wochenende laut Team zum Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Starts für Ferrari. Der neue F2002 hatte seit seinem Debüt beim GP Brasilien jedes Rennen gewonnen und fuhr in Imola seinen ersten Doppelsieg ein. Schumacher überrundete alle Fahrer außer den vier nächsten im Ziel. Das zeigte schon früh in der Saison, wie groß der Vorsprung der Roten war. Barrichello schwärmte nach dem Rennen: „The F2002 is a wonderful car.“
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Mark Webber | 19 | 11 | +8 |
| Jenson Button | 9 | 5 | +4 |
| Jacques Villeneuve | 10 | 7 | +3 |
| Felipe Massa | 11 | 8 | +3 |
| Michael Schumacher | 1 | 1 | 0 |
| Rubens Barrichello | 2 | 2 | 0 |
| Ralf Schumacher | 3 | 3 | 0 |
| Juan Pablo Montoya | 4 | 4 | 0 |
| David Coulthard | 6 | 6 | 0 |
| Jarno Trulli | 8 | 9 | −1 |
| Nick Heidfeld | 7 | 10 | −3 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (24) | 34 |
| 2 | Ralf Schumacher | 2 (16) | 20 |
| 3 | Juan Pablo Montoya | 3 (14) | 17 |
| 4 | Jenson Button | 4 (6) | 8 |
| 5 | Rubens Barrichello | – | 6 |
| 6 | David Coulthard | 6 (4) | 5 |
| 7 | Kimi Räikkönen | 5 (4) | 4 |
| 8 | Eddie Irvine | 7 (3) | 3 |
| 9 | Nick Heidfeld | 9 (2) | 2 |
| 10 | Mark Webber | 8 (2) | 2 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP San Marino 2002 – formel-1-livestream.de
- 2002 San Marino Grand Prix – Wikipedia
- San Marino GP 2002: Schu in a class of his own – Crash.net
- San Marino GP 2002 – grandprix.com
- Ferrari finishes 1-2 at San Marino Grand Prix – Lawrence Journal-World (AP)


