Rückblick · erstellt am · Rennen vom 13. Mai 2001

GP Österreich 2001: Coulthards Taktik schlägt beide Ferrari

David Coulthard gewann in Spielberg von Startplatz 7 dank längerem Stint. Dahinter ließ Barrichello auf Ferrari-Befehl Schumacher auf Rang 2.

Start-Ziel-Gerade und Tribünen der Strecke Red Bull Ring in unserer 3D-Umgebung, ohne Fahrzeuge
Bild: Szene aus unserer 3D-Wiedergabe

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Österreich 2001: Coulthard siegt vor zwei Ferrari

Beim GP Österreich 2001 auf dem A1-Ring in Spielberg, dem heutigen Red Bull Ring, fuhr David Coulthard im McLaren von Startplatz 7 zum Sieg. Hinter ihm kamen die beiden Ferrari von Michael Schumacher und Rubens Barrichello ins Ziel. In dieser Reihenfolge allerdings nur, weil Barrichello auf Anweisung seines Teams kurz vor der Ziellinie Platz machte.

Entschieden hat sich das Rennen bei den Boxenstopps: Coulthard blieb drei Runden länger draußen als Barrichello und kam vor beiden Ferrari zurück auf die Strecke.

Start-Chaos am A1-Ring: Launch Control legt vier Autos lahm

Schumacher stand auf der Pole-Position, neben ihm Juan Pablo Montoya und dahinter Ralf Schumacher. Beide Williams kamen besser vom Fleck. Montoya übernahm die Führung, und auch Ralf schob sich in der ersten Kurve an seinem Bruder vorbei. Coulthard schoss von Rang 7 nach vorn, wäre beinahe Dritter geworden und lag nach der ersten Kurve auf Platz 5.

Weiter hinten zeigte die Launch Control in dieser Saison ihre Tücken: Mika Häkkinen im zweiten McLaren, beide Jordan von Heinz-Harald Frentzen und Jarno Trulli sowie Nick Heidfeld im Sauber blieben in der Startaufstellung stehen. Die Streckenposten konnten die Autos nicht schnell genug wegschieben, also kam am Ende der ersten Runde das Safety Car.

Frentzen kam nicht ins Rennen, offizieller Grund war das Getriebe. Häkkinen fuhr später noch eine einzige Runde und stellte den McLaren dann ab, laut Wertung wegen der Kraftübertragung. Trulli und Heidfeld starteten aus der Boxengasse. Profitieren konnte unter anderem Jos Verstappen: Mit wenig Sprit im Arrows lag er zeitweise sogar auf Platz 2.

Montoya gegen Schumacher: das Duell in Runde 16

Montoya hielt die Spitze, und das in seiner ersten Saison. Dahinter war Ralf Schumachers Rennen früh vorbei: Sein Williams verlor nach und nach hinten den Bremsdruck, nach Runde 10 gab er auf.

Michael Schumacher saß dem Kolumbianer danach im Nacken. In Runde 16 kam es in Kurve 2 zum Showdown: Schumacher war fast neben Montoya, der bremste extrem spät, die Hinterräder blockierten, und beide rutschten weit nach außen neben die Strecke. Aus Platz 1 und 2 wurden die Plätze 7 für Montoya und 6 für Schumacher. Lachender Dritter war Barrichello, der ab Runde 16 führte. Schumacher war sichtlich verärgert: „Be sure I will have a word with him.“ (Quelle 3)

Für Montoya gab es danach nichts mehr zu holen. Nach 41 Runden fiel er mit einem Hydraulikschaden aus.

Boxenstopps und Strategie: So gewann Coulthard das Rennen

Barrichello führte von Runde 16 bis 46, doch Coulthard lauerte. Der Schotte hatte nach eigener Aussage Sprit gespart und konnte deshalb besonders lange draußen bleiben. Mit leer werdendem Tank wurde der McLaren immer schneller.

Schumacher kam am Ende der 46. Runde zu seinem einzigen Stopp, Barrichello folgte in Runde 47. Damit übernahm Coulthard die Führung. Er drehte noch einige schnelle Runden und kam erst in Runde 50 an die Box. Die Rechnung ging auf: Er kehrte knapp vor den beiden Ferrari auf die Strecke zurück und gab die Führung bis zum Ende nicht mehr ab.

Auch Kimi Räikkönen hatte in der Boxengasse Pech: Das linke Hinterrad saß beim Stopp nicht sofort richtig. Trotzdem rettete er Platz 4 vor Olivier Panis im BAR. Verstappen musste wegen seiner Zwei-Stopp-Taktik früh an die Box und fiel zurück.

Ferrari-Stallorder in der letzten Runde

Coulthard fuhr dem Sieg entgegen, doch die meisten Blicke gingen auf das Duell der beiden Ferrari um Platz 2. Teamchef Jean Todt verlangte per Funk von Barrichello, Schumacher wegen der WM vorbeizulassen, und das gleich mehrmals. Der Funkverkehr lief sogar live im italienischen Fernsehen. Barrichello ignorierte die Anweisung lange. Erst am Ende der letzten Runde ging er vor der Ziellinie vom Gas und ließ Schumacher passieren.

Der Tausch hatte einen klaren Wert: Schumacher bekam 6 statt 4 Punkte. Die Meinungen dazu gingen auseinander. Niki Lauda fand den Schritt richtig, weil Schumacher in der WM vorne lag. Andere schüttelten den Kopf. Coulthard gewann mit gut zwei Sekunden Vorsprung, Barrichello lag im Ziel nur Bruchteile einer Sekunde hinter seinem Teamkollegen.

Ausfälle, Strafen, Gewinner und Verlierer

Die Ausfälle im Überblick (Runde laut Wertung):

  • Heinz-Harald Frentzen (Jordan): Getriebe, ohne gefahrene Runde
  • Mika Häkkinen (McLaren): Kraftübertragung, nach Runde 1
  • Giancarlo Fisichella (Benetton): Motor, nach Runde 3
  • Ralf Schumacher (Williams): Bremsen, nach Runde 10
  • Enrique Bernoldi (Arrows): Hydraulik, nach Runde 17
  • Tarso Marques (Minardi): Getriebe, nach Runde 25
  • Fernando Alonso (Minardi): Getriebe, nach Runde 38
  • Juan Pablo Montoya (Williams): Hydraulik, nach Runde 41
  • Pedro de la Rosa (Jaguar): Kraftübertragung, nach Runde 48
  • Jenson Button (Benetton): Motor, nach Runde 60. Sein Renault-Motor ging in der letzten Kurve in Flammen auf, und Button drehte sich auf seinem eigenen Öl.

Trulli wurde nach 14 Runden disqualifiziert. Er hatte die Boxenausfahrt während der Safety-Car-Phase bei Rot verlassen und bekam dafür die schwarze Flagge. Jacques Villeneuve stieß in Runde 10 in der ersten Kurve mit Eddie Irvine zusammen und drehte sich. Später bekam er wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse eine Stop-and-Go-Strafe und wurde Achter.

Gewinner des Tages waren Verstappen und Jean Alesi im Prost: Beide machten zehn Plätze gut. Verstappen holte als Sechster den ersten Punkt der Saison für Arrows, Alesi kam von Startplatz 20 auf Rang 10. Räikkönen und Panis machten je fünf Plätze gut. Irvine fuhr im Jaguar von Startplatz 13 auf Rang 7.

Verlierer waren Ralf Schumacher (16 Plätze verloren), Häkkinen (13) und Montoya (12). Einen Nachspann gab es auch: BAR legte Protest ein, weil Räikkönen unter Gelb überholt haben soll. Die Rennkommissare wiesen den Protest ab. Später bestätigte das FIA-Berufungsgericht das Ergebnis.

WM-Stand nach dem GP Österreich 2001 und Einordnung

Mit dem Sieg kam Coulthard nah an Schumacher heran. Im WM-Stand 2001 führte Schumacher nach dem sechsten Lauf mit 42 Punkten, Coulthard folgte mit 38. Dahinter lagen Barrichello mit 18 und Ralf Schumacher mit 12 Punkten. Bei den Konstrukteuren hatte Ferrari 60 Punkte, McLaren 42 und Williams 18.

Für Coulthard war es der zweite Saisonsieg und der elfte seiner Karriere. Dass der Titelkampf vor dem GP Monaco so eng blieb, lag auch an den zwei Punkten, die Ferraris Stallorder Schumacher gebracht hatte. Auf dem Podium gab es keinen Champagner: Coulthard verzichtete aus Respekt vor Paul Morgan. Der Mitgründer von Ilmor war am Tag vor dem Rennen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Alle Rundenzahlen, Startplätze und Punkte findest du auf unserer Seite mit Ergebnis und Daten zum GP Österreich 2001.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
11020304050607071RundeCOUMSCBARRAIOlivier PanisJos VerstappenEddie IrvineVILHEIJean Alesi

Gewonnene und verlorene Plätze

WM-Stand vorher und nachher

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Österreich 2001 – formel-1-livestream.de
  2. 2001 Austrian Grand Prix – Wikipedia
  3. Austrian GP 2001 – grandprix.com (Grand Prix Encyclopedia)
  4. Austrian GP 2001: Coulthard's seventh heaven – crash.net

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