GP Malaysia 2001: Schumachers Regenpoker mit Intermediates
Michael Schumacher siegte in Sepang trotz Ausrutscher auf Öl und 72-Sekunden-Boxenstopp – dank Intermediates im Monsunregen. Doppelsieg für Ferrari.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Malaysia 2001 im Überblick: Ferrari-Doppelsieg nach Regenchaos
Michael Schumacher gewann den Großen Preis von Malaysia 2001 vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello und holte damit für Ferrari den Doppelsieg. Dritter wurde David Coulthard im McLaren. Entschieden wurde das Rennen auf dem Sepang International Circuit in der Regenphase: Anders als die meisten Konkurrenten setzte Ferrari auf Intermediates statt auf Regenreifen. Damit holte Schumacher nach einem Ausrutscher und einem verpatzten Boxenstopp den Rückstand auf und übernahm in Runde 16 die Führung, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab.
Abgebrochener Start und Rempler in Kurve 1
Schon vor dem eigentlichen Start ging einiges schief. Laut Crash.net stand Giancarlo Fisichella im Benetton beim Neuformieren in der falschen Startbox. Der Start wurde abgebrochen, und der Benetton-Pilot musste vom Ende des Feldes losfahren. Kimi Räikkönen kam in seinem erst zweiten Grand Prix nicht weit: Sein Sauber blieb mit einem Defekt an der Antriebswelle liegen, bevor er eine Runde absolviert hatte.
Von der Pole-Position aus ging Schumacher sauber in Führung. Hinter ihm kam es in Kurve 1 zur Berührung zwischen Barrichello und Ralf Schumacher, und der Williams drehte sich. Laut Grandprix.com geriet dabei auch Eddie Irvine im Jaguar in einen halben Dreher. Ein Mann nutzte das Durcheinander perfekt: Jos Verstappen schob seinen Arrows laut Wikipedia in der ersten Runde von Startplatz 18 auf Rang sechs nach vorn.
Runde 3: Öl, Monsunregen und Ausfälle in Sepang
Dann brach das Chaos los. Der Honda-Motor im BAR von Olivier Panis gab auf, laut offiziellem Ergebnis wegen eines Öllecks nach nur einer Runde. Das Öl blieb auf der Strecke liegen. Gleichzeitig zog ein heftiger Regenschauer über einen Teil der Strecke. Beide Ferrari rutschten in derselben Kurve von der Bahn und kehrten über das Kiesbett auf die Strecke zurück. Für eine Runde lag plötzlich Jarno Trulli im Jordan in Führung.
Für viele war das Rennen nach drei Runden zu Ende:
- Jacques Villeneuve, BAR: von der Strecke gerutscht
- Nick Heidfeld, Sauber: von der Strecke gerutscht
- Enrique Bernoldi, Arrows: von der Strecke gerutscht
- Juan Pablo Montoya, Williams: von der Strecke gerutscht
- Eddie Irvine, Jaguar: Wasserleck
Laut Grandprix.com rutschten in dieser Phase neben den vier Ausfällen elf weitere Autos von der Strecke. Daraufhin kam das Safety Car heraus, und laut Wikipedia gab die Rennleitung das Rennen in Runde 11 wieder frei.
Strategie: Ferraris Intermediates-Poker und der 72-Sekunden-Stopp
Während der Safety-Car-Phase holten sich viele Fahrer frische Reifen. Die meisten Konkurrenten entschieden sich für volle Regenreifen, Ferrari dagegen für Intermediates. Laut Crash.net ging Schumacher davon aus, dass die Sonne die Strecke schnell abtrocknen würde. Zunächst lief der Plan aber gründlich schief. Beide Ferrari kamen gemeinsam an die Box, und Barrichellos Stopp zog sich in die Länge. Schumacher musste hinter ihm warten und verlor laut Grandprix.com und Wikipedia insgesamt rund 72 Sekunden. Zur Ursache gibt es unterschiedliche Angaben: Crash.net nennt eine Diskussion über die Reifenwahl und das Beseitigen von Trümmern, Wikipedia ein Kommunikationsmissverständnis im Team. Laut Grandprix.com fielen die beiden Roten auf die Plätze zehn und elf zurück.
An der Spitze lag nun Coulthard. Er war laut Crash.net als Erster zum Reifenwechsel gekommen und führte seit Runde 4.
Schumachers Aufholjagd: Führung in Runde 16
Nach dem Neustart zeigte sich, wie stark Ferraris Wahl war. Auf der langsam abtrocknenden Strecke war Schumacher laut Grandprix.com zeitweise rund fünf Sekunden pro Runde schneller als Coulthard. In Runde 14 fuhr er demnach 1:53,807 Minuten, Coulthard nur 1:57,701. Laut Wikipedia kürzte Schumacher beim Überholen von Barrichello über den Rand der Strecke ab und schnappte sich danach Heinz-Harald Frentzen, seinen Bruder Ralf und Mika Häkkinen. Anschließend ging er an Verstappen vorbei, der zwischenzeitlich sogar Zweiter war. In Runde 16 überholte er schließlich Coulthard und übernahm die Führung. Barrichello folgte ihm durch das Feld auf Rang zwei.
Danach fuhr Schumacher einem einsamen Sieg entgegen. Laut Grandprix.com blieb er bis Runde 30 auf den profilierten Reifen und kam dann zum Tanken. Im Ziel hatte er 23,660 Sekunden Vorsprung auf Barrichello. Dahinter kam es zu einem engen Duell: Ralf Schumacher verlor laut Crash.net durch einen späten Boxenstopp die Chance auf Platz drei und wurde Fünfter vor Häkkinen. Frentzen wurde Vierter. Fisichella schied nach 31 Runden wegen fehlenden Benzindrucks aus.
Gewinner und Verlierer des GP Malaysia 2001
Gewinner:
- Jos Verstappen: Er machte elf Plätze gut, von Startplatz 18 auf Rang sieben, mehr als jeder andere. Laut Crash.net warf ihn ein unglücklich getimter Boxenstopp zwölf Runden vor Schluss aus den Punkten.
- Fernando Alonso: Der Minardi-Neuling kam als 13. ins Ziel und gewann damit acht Plätze.
- Coulthard und Frentzen: Beide machten fünf Plätze gut. Coulthard holte sein zweites Podium in Folge, Frentzen startete als Neunter und wurde Vierter.
Verlierer:
- Juan Pablo Montoya: Er rutschte von Startplatz sechs aus dem Rennen und verlor 13 Plätze.
- Jarno Trulli: Der Italiener führte kurz, fiel dann zurück und kam mit einer Runde Rückstand als Achter ins Ziel.
- BAR: Beide Autos fielen in den ersten drei Runden aus.
Die übrigen Fahrer im Ziel: Jean Alesi wurde für Prost Neunter, Luciano Burti (Jaguar) Zehnter. Danach folgten Jenson Button (Benetton), Gastón Mazzacane (Prost) und Tarso Marques (Minardi).
WM-Stand 2001 nach Malaysia und Einordnung
Nach zwei Rennen führte Schumacher den WM-Stand 2001 mit 20 Punkten an. Barrichello und Coulthard folgten mit je 10 Punkten, Frentzen hatte 5 und Heidfeld 3 Punkte. Bei den Konstrukteuren lag Ferrari mit 30 Punkten klar vor McLaren mit 11. Dahinter folgten Jordan (5), Sauber (4) und Williams (2). Ralf Schumachers fünfter Platz brachte Williams laut Wikipedia die ersten Punkte der Saison.
Auch historisch war der Sieg bedeutsam. Nach dem Erfolg beim GP Australien 2001 war es Schumachers sechster Sieg in Serie, laut Grandprix.com ein Rekord der modernen Formel 1. Laut Wikipedia war es zudem der 46. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Vor allem zeigte das Rennen, wie souverän Ferrari zu Saisonbeginn auftrat: Die Scuderia traf im Chaos die mutigere Entscheidung und machte damit selbst einen 72-Sekunden-Rückstand an der Box wett.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Jos Verstappen | 18 | 7 | +11 |
| Fernando Alonso | 21 | 13 | +8 |
| Gastón Mazzacane | 19 | 12 | +7 |
| Jenson Button | 17 | 11 | +6 |
| Tarso Marques | 20 | 14 | +6 |
| David Coulthard | 8 | 3 | +5 |
| Heinz-Harald Frentzen | 9 | 4 | +5 |
| Luciano Burti | 15 | 10 | +5 |
| Jean Alesi | 13 | 9 | +4 |
| Michael Schumacher | 1 | 1 | 0 |
| Rubens Barrichello | 2 | 2 | 0 |
| Ralf Schumacher | 3 | 5 | −2 |
| Mika Häkkinen | 4 | 6 | −2 |
| Jarno Trulli | 5 | 8 | −3 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (10) | 20 |
| 2 | Rubens Barrichello | 3 (4) | 10 |
| 3 | David Coulthard | 2 (6) | 10 |
| 4 | Heinz-Harald Frentzen | 5 (2) | 5 |
| 5 | Nick Heidfeld | 4 (3) | 3 |
| 6 | Ralf Schumacher | – | 2 |
| 7 | Mika Häkkinen | – | 1 |
| 8 | Kimi Räikkönen | 6 (1) | 1 |
| – | Fernando Alonso | – | 0 |
| – | Jenson Button | – | 0 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Malaysia 2001 – formel-1-livestream.de
- 2001 Malaysian Grand Prix – Wikipedia
- Malaysian GP 2001 – grandprix.com
- Malaysian GP 2001: Michael pours it on – Crash.net


