GP Aserbaidschan 2026: Russell hält Verstappen knapp in Schach
George Russell gewinnt den GP Aserbaidschan 2026 von der Pole vor Max Verstappen und Isack Hadjar. Zwei Safety Cars, McLaren geht leer aus.
GP Aserbaidschan 2026: Russell siegt von der Pole
George Russell hat den GP Aserbaidschan 2026 gewonnen, ohne die Führung auch nur eine Runde abzugeben. Der Mercedes-Pilot startete von der Pole, überstand zwei Safety-Car-Phasen und rettete sich knapp vor Max Verstappen ins Ziel. Verstappen war von Startplatz 8 bis auf Rang zwei nach vorn gefahren. Isack Hadjar machte das Doppelpodium für Red Bull perfekt.
Entschieden wurde das Rennen in der chaotischen Phase zwischen Runde 31 und 39. In dieser Zeit stoppte ein Unfall in Kurve 1 Lando Norris und beide Alpine, und McLaren ging am Ende ohne Punkte nach Hause. Alle Positionen, Stopps und Safety-Car-Phasen kannst du auf unserer Rennseite zum GP Aserbaidschan 2026 in 3D nacherleben.
Rennverlauf in Baku: Start, Safety Cars und Verstappens Schlussangriff
Auf dem Baku City Circuit war es trocken, bei 26 bis 26,6 Grad Lufttemperatur und bis zu 48,1 Grad auf dem Asphalt. Russell kam sauber vom Start weg und behielt die Spitze. Dahinter schob sich laut formula1.com Oscar Piastri an Charles Leclerc vorbei auf Rang zwei. Verstappen holte gleich zu Beginn Plätze gegen Pierre Gasly und Lewis Hamilton. Andrea Kimi Antonelli hatte im Qualifying einen Abflug in Kurve 1 gehabt, musste von Platz 16 starten und verlor in der Startphase sogar noch eine Position.
Danach blieb es an der Spitze lange ruhig. Vor den Stopps in Runde 31 lautete die Reihenfolge Russell, Piastri, Verstappen, Hadjar, Leclerc und Hamilton. Dann schlug Alexander Albon nach einem Verbremser mit seinem Williams in die Begrenzung ein. Um sein Auto zu bergen, kam von Runde 31 bis 36 das erste Safety Car auf die Strecke.
Beim Neustart folgte der Knall in Kurve 1. Franco Colapinto verbremste sich und traf seinen Alpine-Teamkollegen Gasly. Der konnte Norris nicht mehr ausweichen, und alle drei Autos waren aus dem Rennen. Wegen der Trümmer gab es von Runde 36 bis 39 die zweite Safety-Car-Phase. In der Neustartphase ging Verstappen an Piastri vorbei auf Platz zwei.
Für Piastri kam es noch schlimmer: Nach dem letzten Restart verbremste er sich in Kurve 1 unter dem Druck von Hadjar und fiel aus den Punkterängen. Antonelli kämpfte sich derweil weiter nach vorn und schnappte sich acht Runden vor Schluss Hamilton. Verstappen setzte Russell bis zum Ende unter Druck und zog auf der letzten Geraden neben ihn, kam aber nicht mehr vorbei. Russell fuhr außerdem die schnellste Rennrunde. Spät im Rennen sorgte Valtteri Bottas mit einem Einschlag in Kurve 15 noch für Gelbe Flaggen. Russell selbst sprach danach vom Gefühl, wieder ganz oben zu stehen: „It's amazing to be back on the top step of the podium.“ (formula1.com)
Ausfälle beim GP Aserbaidschan: Sieben Autos auf der Strecke geblieben
Sieben Fahrer haben die Zielflagge nicht gesehen. Bottas wurde trotzdem gewertet:
- Lance Stroll (Aston Martin), nach Runde 7: Das Team ließ ihn wegen eines Problems mit dem Wasserdruck abstellen.
- Fernando Alonso (Aston Martin), nach Runde 20: Er fiel laut formula1.com mit einem eigenen technischen Defekt aus. Für Aston Martin war es damit ein Doppelausfall.
- Alexander Albon (Williams), nach Runde 29: Er verbremste sich und schlug in die Begrenzung ein. Das war der Auslöser für das erste Safety Car.
- Lando Norris (McLaren) und Pierre Gasly (Alpine), jeweils nach Runde 35, sowie Franco Colapinto (Alpine), nach Runde 36: Kollision in Kurve 1 beim Neustart.
- Valtteri Bottas (Cadillac F1 Team), nach Runde 49: Einschlag in Kurve 15. Weil er 49 Runden absolviert hatte, wurde er als 16. gewertet.
Für Alpine war der Nachmittag besonders bitter. Gasly hatte beim Stopp in Runde 30 einen Platz gewonnen und lag drei Runden später auf Rang 7. Colapinto lag auf Platz 10. Beide wurden vom eigenen Teamkollegen beziehungsweise in dessen Unfall aus den Punkten gerissen.
Strafen und Untersuchungen der Rennkommissare in Baku
Die Kommissare gaben Colapinto eine Zeitstrafe von 10 Sekunden, weil er die Kollision in Kurve 1 verursacht hatte. Gasly und Norris kamen ohne Strafe davon. Eine Berührung zwischen Arvid Lindblad und Liam Lawson, ebenfalls in Kurve 1, blieb ohne weitere Folgen. Auch bei Verstappen wurde ein möglicher Verstoß gegen Anweisungen des Rennleiters geprüft, doch eine weitere Untersuchung gab es nicht.
Einige Fälle bleiben zunächst offen. Hadjar und Carlos Sainz sollen nach dem Rennen wegen eines Verstoßes beim Übungsstart untersucht werden. Gleiches gilt für Gabriel Bortoleto, der in Kurve 7 Gelbe Flaggen missachtet haben soll, und für den Unfall von Bottas in Kurve 15. Norris war außerdem schon in Runde 30 eine Rundenzeit gestrichen worden, weil er in Kurve 1 die Streckenbegrenzung überschritten hatte.
Strategie: Doppelstopp unter Safety Car und die Frage Soft oder Medium
Die beiden Safety-Car-Phasen haben alle Strategiepläne über den Haufen geworfen. Fast das gesamte Feld fuhr zweimal kurz hintereinander an die Box. Die Spitze stoppte zum ersten Mal in Runde 31 unter Safety Car und dann noch einmal in Runde 36. Für Russell war das ideal. Er lag vor und drei Runden nach beiden Stopps auf Platz 1. Seine Zeit in der Boxengasse betrug 20,6 und 15,1 Sekunden, Verstappen brauchte 20,8 und 15,2 Sekunden.
Aufschlussreich war die Reifenwahl. Russell und Verstappen starteten auf Medium und fuhren am Ende Soft. Russell hatte dabei neue Reifen, Verstappen einen Satz, der schon 5 Runden alt war. Hadjar, Leclerc, Hamilton und Piastri starteten auf Soft und beendeten das Rennen auf Medium. Am Ende standen die beiden Soft-Fahrer ganz vorn. Antonelli überholte auf 6 Runden alten Softs Hamilton, der auf Medium unterwegs war. Die weichere Mischung war im Schlussstint also klar im Vorteil.
Antonelli und ein großer Teil des Mittelfelds hatten schon in Runde 30 gestoppt, eine Runde vor dem Safety Car. Ein Nachteil war das nicht: Antonelli ging von Platz 9 auf 8 und nach dem zweiten Stopp in Runde 36 auf 7. Für das Mittelfeld war der Stopp in Runde 36 ein Volltreffer. Esteban Ocon machte sich mit frischen Medium-Reifen von Platz 13 auf 8 auf, Lindblad von 14 auf 10. Sainz war als einziger Fahrer dreimal an der Box und verbesserte sich dabei von 18 auf 12. Ein Teil dieser Gewinne ging allerdings auf die drei Autos zurück, die nach dem Crash in Kurve 1 ausgeschieden waren.
Weniger Glück hatte Lawson. Bei seinem zweiten Stopp stand er 23,6 Sekunden in der Boxengasse, deutlich länger als die Konkurrenz mit rund 15 bis 16 Sekunden. Er fiel von Platz 12 auf 14 zurück und kam am Ende als 12. ins Ziel.
Gewinner und Verlierer beim GP Aserbaidschan
Gewinner:
- Andrea Kimi Antonelli: Er machte 11 Plätze gut, von Startplatz 16 auf Rang 5, und holte nach dem Fehler im Qualifying noch 10 Punkte.
- Max Verstappen: Er fuhr von Platz 8 auf Platz 2 (plus 6). Zusammen mit Hadjars Rang 3 bescherte das Red Bull 33 Punkte.
- Arvid Lindblad: Für das RB F1 Team ging es von Startplatz 15 auf Rang 7 (plus 8).
- Nico Hülkenberg: Mit seinem Audi gewann er 7 Plätze, als 11. verpasste er die Punkte nur knapp.
- Haas F1 Team: Ocon (plus 5) und Oliver Bearman (plus 1) holten auf den Plätzen 8 und 9 zusammen 6 Punkte.
- Sergio Pérez: Er fuhr von Platz 20 auf 14, für Cadillac gab es aber weiterhin keine Punkte.
Verlierer:
- McLaren: Norris fiel aus, Piastri stürzte von Startplatz 3 auf Rang 13 ab (minus 10). Das Team holte null Punkte.
- Alpine: Beide Autos fielen nach der Kollision zwischen den Teamkollegen aus. Colapinto bekam obendrein die Zeitstrafe.
- Aston Martin: Beide Autos schieden mit technischen Problemen aus.
- Charles Leclerc: Er startete als Zweiter und wurde Vierter. Zusammen mit Hamilton auf Rang 6 holte Ferrari 20 Punkte, für einen Platz in der ersten Startreihe ist das zu wenig.
WM-Stand nach dem GP Aserbaidschan 2026
Durch seinen Sieg verkürzte Russell den Rückstand auf seinen Teamkollegen. Antonelli führt die Fahrer-WM mit 302 Punkten an, Russell folgt mit 236 Punkten und liegt damit 66 Punkte zurück. Dahinter liegen Hamilton (199), Norris (186), Leclerc (179) und Verstappen (163). Norris ging leer aus und konnte seinen vierten Platz deshalb nicht ausbauen. Verstappen liegt nach seinen 18 Punkten nur noch 16 Zähler hinter Leclerc.
In der Konstrukteurs-WM baute Mercedes seine Führung auf 538 Punkte aus, vor Ferrari (378), McLaren (306) und Red Bull (263). Weiter hinten hat Haas jetzt 27 Punkte, Cadillac steht weiter bei null.