Rückblick · erstellt am · Rennen vom 26. Juli 2026

GP Ungarn 2026: Norris gewinnt, Piastri geht leer aus

Lando Norris gewinnt den GP Ungarn 2026 vor Verstappen und Antonelli. Piastri verliert nach Kontakt mit Sainz die Führung und fällt später aus.

Norris gewinnt den GP Ungarn 2026 vor Verstappen und Antonelli

Lando Norris hat den GP Ungarn 2026 gewonnen und McLaren damit den ersten Saisonsieg beschert. Hinter ihm kamen Max Verstappen (Red Bull) und Andrea Kimi Antonelli (Mercedes) aufs Podium. Entschieden wurde das Rennen in Runde 39. Da kollidierte Teamkollege Oscar Piastri, der das Rennen lange angeführt hatte, beim Überrunden mit einem Williams. Später schied er mit einem mutmaßlichen Getriebeschaden aus.

Auf unserer Rennseite zum GP Ungarn kannst du das ganze Rennen in 3D nacherleben, Runde für Runde und mit allen Positionen.

Rennverlauf am Hungaroring: Piastris Start und der Kampf um die Spitze

Gefahren wurde auf dem Hungaroring bei hochsommerlichen Bedingungen. Die Luft hatte 29,6 bis 31,6 °C, der Asphalt heizte sich auf bis zu 53,2 °C auf, Regen gab es keinen. Norris stand auf der Pole, neben ihm Charles Leclerc im Ferrari. Dahinter folgten Piastri auf Startplatz 3 und Verstappen auf 4. Antonelli startete nur als Siebter, denn er hatte eine Startplatzstrafe bekommen, weil er unter Gelb nicht genug verlangsamt hatte. Auch Lewis Hamilton war strafversetzt worden, weil er Piastri behindert hatte, und ging als Fünfter ins Rennen.

Der Start gehörte Piastri. Er schob sich an Leclerc vorbei, setzte sich in Kurve 2 neben Norris und holte sich mit einem Konter am Kurvenausgang die Führung. Ab Runde 1 lag der Australier vorne. George Russell erwischte es dagegen hart: Beim Start sprang das Anti-Stall-System an, und der Mercedes-Pilot fiel von Startplatz 6 bis ans Ende des Feldes zurück.

Nach den ersten Boxenstopps wechselte die Führung mehrmals. Als Piastri in Runde 16 an die Box ging, lag kurz Norris vorn. Von Runde 18 bis 22 führte Antonelli, der auf seinen Medium-Reifen länger draußen blieb. Danach übernahm wieder Piastri, von Runde 23 bis zu seinem zweiten Stopp in Runde 33. Bis dahin sprach alles für einen McLaren-Doppelsieg mit Piastri vorne.

Wendepunkt beim GP Ungarn: Piastris Kollision mit Sainz

Nach seinem zweiten Stopp in Runde 33 lag Piastri in der Rennabrechnung weiter vorne. Norris führte zu diesem Zeitpunkt nur, weil er seinen zweiten Stopp noch vor sich hatte. Dann kam die Szene, die das Rennen kippte. Beim Überrunden von Carlos Sainz (Williams) berührten sich die beiden Autos am Ausgang von Kurve 2, während die blauen Flaggen geschwenkt wurden. Die Rennleitung notierte den Vorfall in Runde 39 und leitete eine Untersuchung wegen Verursachens einer Kollision ein. In Runde 44 bekam Sainz dafür eine 5-Sekunden-Strafe.

Für Piastri kam die Strafe gegen Sainz zu spät. Der Kontakt kostete ihn viel Zeit, und Norris nutzte die freie Fahrt, um am Teamkollegen vorbeizuziehen. Nach dem Rennen sah Piastri die Schuld nicht bei seinem Team, sondern bei Sainz. Eine Strategie könne nicht einplanen, dass man von einem Überrundeten abgeschossen wird.

Danach ging für Piastri noch mehr schief. Er meldete ein Getriebeproblem, stellte seinen McLaren am Ausgang von Kurve 2 ab und war nach 55 Runden raus. Sein liegengebliebenes Auto löste in den Runden 56 und 57 die einzige virtuelle Safety-Car-Phase des Tages aus.

Strategie beim GP Ungarn: Norris' VSC-Stopp und Verstappens langer Soft-Stint

Die meisten Fahrer an der Spitze gingen auf Medium-Reifen ins Rennen und wechselten dann auf Hard. Am Ende war das Timing der letzten Stopps entscheidend.

Norris: Er stoppte dreimal. Nach dem ersten Stopp in Runde 17 fiel er von Platz 1 auf Platz 3 zurück, ging in Runde 39 zum zweiten Mal rein und führte ab Runde 46 durchgehend. Auf frischeren Reifen hatte er Antonelli überholt, der seit Runde 23 auf Hard unterwegs war. Den dritten Stopp machte Norris unter dem VSC in Runde 56. Er lag davor auf Platz 1 und drei Runden danach immer noch, mit Soft-Reifen bis ins Ziel. Der Stopp kostete ihn also keinen Platz und brachte ihm frische Reifen für die letzten 14 Runden.

Verstappen: Er wählte einen klassischen Zweistopper mit Medium, Hard und Soft. Seinen zweiten Stopp in Runde 41 machte er von der Führung aus und lag drei Runden später auf Platz 5. Die Soft-Reifen hielten aber 29 Runden bis ins Ziel, und am Ende sprang Platz 2 heraus. Dabei klagte Verstappen am Funk über Probleme mit der Dämpfung und beim Schalten.

Antonelli: Er hatte Pech mit dem Zeitpunkt. In Runde 53 stoppte er von Platz 2 aus und war drei Runden später nur noch Fünfter. Zwei Runden danach kam das VSC, unter dem die Konkurrenz deutlich billiger hätte wechseln können. Trotzdem holte er von Startplatz 7 aus Platz 3. Dabei half ihm auch, dass Hamilton ihm den Platz nach dem VSC-Stopp zurückgeben musste.

Ferrari: Leclerc und Hamilton starteten auf Soft und stoppten dreimal. Das ging nicht auf. Leclerc fiel bei seinen Stopps in Runde 16 und 36 jeweils von Platz 3 auf Platz 6 zurück, Hamilton verlor nach dem Stopp in Runde 13 drei Plätze. Am Ende standen die Plätze 4 und 5. Leclerc fuhr immerhin die schnellste Rennrunde.

Weiter hinten zeigte sich, dass auch ein einziger Stopp funktionieren konnte. Arvid Lindblad (RB F1 Team) fuhr nach seinem Stopp in Runde 20 ganze 49 Runden auf Hard und holte als Zehnter einen Punkt.

Ausfälle, Strafen und Vorfälle beim GP Ungarn

Drei Autos kamen nicht ins Ziel, zwei davon von Cadillac:

  • Valtteri Bottas schied als Erster aus, nach 13 Runden. Er hatte Rauch im Cockpit gemeldet, und Cadillac vermutete überhitzte Bremsen als Ursache.
  • Sergio Pérez fiel nach 48 Runden mit einem Problem vorne links aus. Die genaue Ursache wollte das Team nach dem Rennen untersuchen. Außerdem wollten die Kommissare nach dem Rennen einen Verstoß von Pérez gegen das Startprozedere prüfen.
  • Oscar Piastri blieb nach 55 Runden mit einem mutmaßlichen Getriebeschaden stehen (siehe oben).

Die Strafen im Überblick:

  • Carlos Sainz: 5 Sekunden, weil er die Kollision mit Piastri verursacht hatte. Sein Boxenstopp in Runde 43 dauerte 28,6 Sekunden, und die Rennleitung meldete die Strafe später als abgesessen. Sainz wurde Achtzehnter.
  • Oliver Bearman (Haas F1 Team): 5 Sekunden, weil er blaue Flaggen ignoriert hatte. Er wurde Neunzehnter.
  • Lewis Hamilton: 5 Sekunden wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse. Nach dem VSC-Stopp lag er zunächst vor Antonelli. Weil Antonelli aber die VSC-Linie zuerst erreicht hatte, musste Hamilton den Platz zurückgeben. Durch die Zeitstrafe fiel er dann auch noch hinter Leclerc auf Platz 5.

Ohne Folgen blieben ein Duell zwischen Fernando Alonso und Bearman in Kurve 3 in Runde 3 sowie mögliche Gelbflaggen-Verstöße von Leclerc und Lance Stroll.

Gewinner und Verlierer am Hungaroring

Gewinner:

  • Lando Norris: Er holte den ersten McLaren-Sieg der Saison und kassierte 25 Punkte.
  • Lance Stroll: Er machte die meisten Plätze gut. Von Startplatz 20 fuhr er auf Platz 13 und gewann damit sieben Positionen für Aston Martin.
  • Andrea Kimi trotz Strafe: Antonelli kam von Startplatz 7 aufs Podium und gewann damit vier Plätze.
  • George Russell: Nach dem Anti-Stall-Problem am Start lag er ganz hinten und kämpfte sich noch auf Platz 7 nach vorn.
  • Liam Lawson (RB F1 Team) wurde von Startplatz 11 aus Achter. Gabriel Bortoleto (Audi) fuhr einen Einstopper und verbesserte sich um drei Plätze auf Rang 11. Sein Teamkollege Nico Hülkenberg holte als Neunter zwei Punkte.
  • Isack Hadjar blieb im ersten Stint lange draußen, lag vor seinem Stopp in Runde 19 sogar auf Platz 2 und wurde von Startplatz 8 aus Sechster.

Verlierer:

  • Oscar Piastri: Er führte, verlor durch die Kollision viel Zeit, fiel dann aus und ging ohne Punkte nach Hause.
  • Charles Leclerc: Er startete als Zweiter und kam nur als Vierter ins Ziel, weil Ferraris Dreistopp-Strategie nicht aufging.
  • Cadillac: Beide Autos fielen mit technischen Problemen aus.

WM-Stand nach dem GP Ungarn 2026: Antonelli baut Vorsprung aus

Antonelli holte 15 Punkte, Hamilton 10. Damit wuchs der Vorsprung des Mercedes-Piloten im WM-Stand. Er hat jetzt 219 Punkte, Hamilton 169. Das sind 50 Punkte Abstand. Dahinter folgen Russell (160), Leclerc (138) und Norris (128). Verstappen rückte mit 109 Punkten auf Platz 6 vor und verdrängte Piastri (94) auf Rang 7.

Bei den Teams führt Mercedes mit 379 Punkten vor Ferrari mit 307. Dahinter liegen McLaren mit 222 und Red Bull mit 180 Punkten. Cadillac hat nach dem nächsten doppelten Ausfall weiterhin keinen Punkt.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Ungarn 2026 – formel-1-livestream.de
  2. Norris beats Verstappen and Antonelli to victory in dramatic Hungarian GP – formula1.com
  3. Piastri reacts to ‘getting taken out by a backmarker’ in unusual Hungarian GP incident – formula1.com
  4. F1 – Norris wins in Hungary as Piastri retires and Verstappen claims second ahead of Antonelli – FIA

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