GP Großbritannien 2026: Leclerc siegt nach Antonelli-Drama
Charles Leclerc gewinnt in Silverstone vor Russell und Hamilton. Polesetter Antonelli verliert Platz zwei durch ein loses Bauteil und wird nur 15.
Leclerc gewinnt den GP Großbritannien 2026
Charles Leclerc hat den GP Großbritannien 2026 gewonnen und Ferrari einen Sieg in Silverstone beschert. Laut formula1.com war es sein neunter Karrieresieg und der erste auf der britischen Traditionsstrecke. Auf das Podium kamen außerdem George Russell im Mercedes und Lewis Hamilton. Entschieden wurde das Rennen in Runde 41: Polesetter Andrea Kimi Antonelli lag auf Platz zwei und meldete ein loses Teil am linken Vorderrad. Am Ende reichte es nur für Rang 15.
Alle Positionen, Stints und Boxenstopps findest du auf unserer Rennseite zum GP Großbritannien 2026. Dort kannst du das Rennen auch in 3D nacherleben. Alles zur Strecke steht auf der Seite zum Silverstone Circuit.
Rennverlauf in Silverstone: Ferrari-Blitzstart, Frühstart-Strafe und Antonellis Führung
Das Rennen blieb trocken, bei 22,8 bis 26,1 Grad Luft- und bis zu 43,8 Grad Asphalttemperatur. Beide Ferrari kamen besser weg als der Mercedes auf der Pole. Leclerc ging von Startplatz zwei in Führung, Hamilton schob sich an Antonelli vorbei auf Rang zwei. Lange freuen konnte er sich nicht. Die Rennleitung stellte einen Frühstart fest, und in Runde 7 verhängten die Kommissare fünf Sekunden Zeitstrafe. Antonelli holte sich Platz zwei zurück. Vor allem in Copse wechselten im Feld oft die Positionen.
Weiter hinten krachte es schon in der ersten Runde. Oscar Piastri von McLaren berührte Liam Lawson vom RB F1 Team und brauchte einen neuen Frontflügel. Nach seinem Stopp in Runde 2 mit 40,5 Sekunden in der Boxengasse fiel er von Platz 14 auf 21 zurück. Alexander Albon traf in Turn 6 den Haas von Oliver Bearman und drehte ihn um. Der Williams-Pilot bekam dafür zehn Sekunden Zeitstrafe, die er in Runde 18 absaß.
In Runde 22 gab es eine kurze virtuelle Safety-Car-Phase. Laut formula1.com musste ein Streckenposten einen Regenschirm vom Streckenrand holen. Nach Leclercs Stopp in Runde 25 übernahm Antonelli ab Runde 26 die Spitze und hielt sie bis zu seinem eigenen Reifenwechsel in Runde 35. Ab Runde 36 führte wieder Leclerc, und das blieb bis zur Zielflagge so.
Strategie beim GP Großbritannien: Warum Antonellis Overcut nicht aufging
Fast das ganze Feld startete auf Medium und wechselte dann auf Hard. Den Unterschied machte das Timing. Leclerc kam in Runde 25 an die Box und rutschte kurz auf Platz zwei. Antonelli fuhr dagegen 35 Runden auf seinem ersten Medium-Satz. Der Overcut brachte ihm nichts: Drei Runden nach seinem Stopp in Runde 35 lag er wieder auf Platz zwei hinter Leclerc. Mit den Hard-Reifen war der Ferrari schnell genug, um die Führung über die Boxenphase zu retten.
Hamilton verlor mit seiner Strafe viel Boden. Er saß sie bei seinem Stopp in Runde 23 ab, war 34,8 Sekunden in der Boxengasse und lag danach auf Platz sechs statt drei. Zum Vergleich: Leclerc brauchte für seinen Stopp 28,4 Sekunden. Russell plante eigentlich mit einem Stopp auf Hard in Runde 23. Ein schleichender Plattfuß zwang ihn aber in Runde 34 zu einem weiteren Stopp, durch den er von Platz vier auf sechs zurückfiel. Danach fuhr er die letzten 18 Runden auf bereits sechs Runden alten Medium-Reifen. Mit Hamilton lieferte er sich Positionskämpfe: Laut formula1.com ging Hamilton in Runde 30 vorbei, Russell holte sich den Platz aber zurück.
Lando Norris stoppte dreimal, in den Runden 28, 38 und 48, und machte von Startplatz sechs zwei Plätze gut. Red Bull holte beide Autos laut RaceFans während der Neutralisation nach dem Ausfall von Hülkenberg herein. Bei Isack Hadjar dauerte der zweite Stopp in Runde 38 aber 36,4 Sekunden. Er kam wie gestartet als Fünfter ins Ziel. Im Mittelfeld zahlte sich ein VSC-Stopp aus: Franco Colapinto vom Alpine F1 Team wechselte in Runde 22 unter VSC und ging von Platz 12 auf 11. Das war der Grundstein für sein starkes Rennen.
Antonelli-Drama, Safety Car und Strafen in Silverstone
Bis Runde 41 baute Antonelli Druck auf Leclerc auf. Dann löste sich laut formula1.com die Radabdeckung vorne links, und der Mercedes ließ sich kaum noch lenken. Beim ersten außerplanmäßigen Stopp verbrachte er 41,2 Sekunden in der Boxengasse und fiel von Platz zwei auf zehn. Behoben war das Problem damit nicht, deshalb kam er in Runde 43 noch einmal herein (33,6 Sekunden). Weil er durch den Defekt immer wieder die Streckenbegrenzung überfuhr, bekam er in Runde 47 außerdem fünf Sekunden Strafe. Am Ende stand Platz 15. Als kleiner Trost blieb die schnellste Runde. Antonelli fasste seinen Nachmittag so zusammen: „It was going from bad to worse“ (formula1.com).
In der Schlussphase lag Max Verstappen auf Platz drei, bis Hamilton auf der Wellington-Geraden an ihm vorbeiging. Kurz darauf drehte sich Verstappen in Stowe ins Kiesbett, und die Rennleitung schickte in Runde 48 das Safety Car auf die Strecke. Ferrari holte Leclerc und Hamilton zu Soft-Reifen herein, McLaren tat dasselbe mit Norris. Leclerc blieb vorn, Hamilton fiel von Platz zwei auf drei. Russell blieb draußen und erbte damit Rang zwei. Zum Neustart kam es nicht mehr, denn das Rennen endete hinter dem Safety Car.
Dazu die Entscheidungen der Rennkommissare:
- Russell/Verstappen: Den Zwischenfall in Turn 15 sahen sich die Kommissare an, ermittelten aber nicht weiter.
- Hamilton: Nach dem Rennen wurde eine Gelbflaggen-Verletzung untersucht. Laut formula1.com gab es nur eine Verwarnung, Platz drei blieb.
- Carlos Sainz: Er hatte sich in der Safety-Car-Phase unerlaubt zurückgerundet und bekam dafür eine seltene Strafrunde. Damit rutschte er laut formula1.com von Platz 12 auf 17.
- Lance Stroll: Der Aston Martin-Pilot bekam für wiederholte Verstöße gegen die Streckenbegrenzung in den Runden 38, 40 und 42 jeweils fünf Sekunden Strafe.
Ausfälle beim GP Großbritannien 2026
Drei Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Max Verstappen (Red Bull), nach 46 Runden: Er drehte sich in Stowe ins Kiesbett, was das Safety Car auslöste. Als Ursache nannte er laut formula1.com dasselbe Heckflügelproblem, das schon seinen Crash im Qualifying in Österreich verursacht hatte. Vorher hatte er sich mit Stopps in den Runden 17 und 38 bis auf Platz drei nach vorn gearbeitet.
- Alexander Albon (Williams), nach 43 Runden: Durch den Unfall mit Bearman in der ersten Runde fiel er ans Ende des Feldes zurück. Laut formula1.com ließ Williams ihn danach vor allem zum Datensammeln weiterfahren, bevor er aufgab. Insgesamt kam er fünfmal an die Box.
- Nico Hülkenberg (Audi), nach 36 Runden: Laut formula1.com stellte er seinen Wagen mit einem technischen Problem neben der Strecke ab. Die folgende Gelbphase ging in eine virtuelle Safety-Car-Phase über (Runde 39). Was genau defekt war, gab das Team am Renntag nicht bekannt.
Gewinner und Verlierer in Silverstone
Gewinner: Franco Colapinto holte von Startplatz 19 noch Rang neun und machte damit zehn Plätze gut, so viele wie kein anderer. Sein Teamkollege Pierre Gasly fuhr von Platz 15 auf zehn, und so punktete Alpine doppelt. Das RB F1 Team kam mit Lawson (von 10 auf 6) und Arvid Lindblad (von 9 auf 7) ebenfalls mit beiden Autos in die Punkte. Gabriel Bortoleto fuhr von Platz 11 auf acht und holte vier Punkte für Audi. Sergio Pérez vom Cadillac F1 Team machte von ganz hinten sechs Plätze gut und wurde 14. Russell bekam für ein Rennen mit einem ungeplanten Reifenschaden immerhin 18 Punkte.
Verlierer: Antonelli verlor von der Pole aus 14 Plätze. Kein anderer Fahrer büßte so viel ein. Für Verstappen gab es nach einem langen Lauf auf Podiumskurs nur einen Ausfall. Piastri hatte nach dem Frontflügelschaden in der ersten Runde keine Chance mehr und wurde Elfter ohne Punkte. Bei Hamilton kamen Frühstart und Stopp unter Safety Car zusammen. Am Ende reichte es nur für Platz drei, obwohl er kurz vor Schluss noch Zweiter war. Und bei Haas ging trotz guter Startplätze leer aus: Bearman wurde Zwölfter, Esteban Ocon Dreizehnter.
WM-Stand nach dem GP Großbritannien 2026
Antonelli ging zwar leer aus, führt die Fahrer-WM mit 179 Punkten aber weiter an. Russell kommt jetzt auf 154 Punkte, der Abstand zur Spitze ist damit auf 25 Zähler geschrumpft. Hamilton liegt mit 147 Punkten als Dritter in Schlagdistanz zu seinem früheren Teamkollegen. Am meisten profitierte Leclerc: Er hat 108 Punkte und kletterte um zwei Plätze auf Rang vier. Dahinter folgen Norris (97) und Piastri (84), der zwei Positionen verlor. Verstappen bleibt mit 76 Punkten Siebter.
Bei den Konstrukteuren führt Mercedes mit 333 Punkten vor Ferrari (255) und McLaren (181). Den kompletten WM-Stand 2026 findest du bei uns, die Details zum Rennen auf der Seite zum GP Großbritannien.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Großbritannien 2026 – formel-1-livestream.de
- Leclerc wins dramatic British Grand Prix from Russell and Hamilton as Antonelli suffers issue – formula1.com
- Silverstone lowdown: All the key moments as Leclerc returns to the top and Antonelli's challenge unravels – formula1.com
- 'It was going from bad to worse' – British Grand Prix problems tough to swallow for Antonelli – formula1.com
- Rare Sainz penalty for Safety Car infringement confirmed after British Grand Prix – formula1.com
- Leclerc wins British Grand Prix in Safety Car finish after disaster strikes Antonelli – RaceFans