Rückblick · erstellt am · Rennen vom 25. Mai 2026

GP Kanada 2026: Antonelli siegt, Russell scheidet in Führung aus

Andrea Kimi Antonelli gewinnt in Montreal vor Hamilton und Verstappen. Russell fällt nach Mercedes-Duell mit Antriebsproblem aus, McLaren erlebt Debakel.

GP Kanada 2026: Antonelli gewinnt in Montreal vor Hamilton und Verstappen

Andrea Kimi Antonelli hat den GP Kanada 2026 auf dem Circuit Gilles Villeneuve gewonnen. Für den Mercedes-Piloten war es der vierte Sieg in Folge. Hinter ihm kamen Lewis Hamilton im Ferrari und Max Verstappen im Red Bull ins Ziel. Entschieden wurde das Rennen, als Polesetter George Russell nach einem harten teaminternen Duell um die Führung mit einem Antriebsproblem ausrollte. Danach hatte Antonelli freie Fahrt und fuhr zusätzlich die schnellste Runde.

Auf unserer Rennseite zum GP Kanada 2026 kannst du das komplette Rennen in 3D nacherleben, Runde für Runde und mit allen Positionen.

Start in Montreal: Intermediates werden für McLaren zum Bumerang

Bei Lufttemperaturen zwischen 12,1 und 13,7 Grad war die Strecke vor dem Start noch leicht feucht. Regen war angesagt, fiel aber nie. Schon vor dem Start ging der erste Fahrer verloren: Der RB F1 Team-Wagen von Arvid Lindblad blieb in der Startaufstellung stehen. Deshalb wurden zwei zusätzliche Einführungsrunden gefahren, und der Neuling, der von Startplatz 9 losfahren sollte, ging gar nicht erst ins Rennen. Was genau am Auto defekt war, wurde nicht mitgeteilt.

Bei der Reifenwahl lag McLaren daneben. Beide Autos standen auf Intermediates in der Startaufstellung. Lando Norris ging von Startplatz 3 aus sogar in Führung, kam aber nach Runde 2 an die Box, um auf Slicks zu wechseln. Drei Runden nach dem Stopp war er nur noch 14. Oscar Piastri war schon nach der ersten Runde zum Reifenwechsel gekommen und lag danach auf Platz 15. Auch Carlos Sainz, Nico Hülkenberg, Gabriel Bortoleto, Sergio Pérez und Valtteri Bottas waren auf Intermediates gestartet und mussten früh wechseln. Hülkenberg fiel dadurch von Platz 10 auf Platz 17 zurück. Die Spitze um Antonelli, Russell, Hamilton und Verstappen war dagegen auf gebrauchten Soft-Reifen gestartet und lag damit richtig.

Mercedes-Duell: Antonelli gegen Russell um die Führung

Nach den McLaren-Stopps übernahm Antonelli ab Runde 2 die Führung. Dahinter entwickelte sich ein Stallduell, wie Mercedes es lieber nicht gesehen hätte. Russell ging ab Runde 6 in Führung, Antonelli holte sie sich ab Runde 22 zurück, ab Runde 25 lag wieder Russell vorn. Beide Fahrer verbremsten sich mehrfach. Nach Antonellis Führungsphase kam es an der Schlussschikane (Kurve 13) zum Rad-an-Rad-Kontakt. Antonelli wurde über das Gras gedrängt, kam vor Russell zurück auf die Strecke und musste die Position auf Anweisung wieder abgeben. Am Funk machte er seinem Ärger Luft: „Why mate?! He pushed me off, and I was ahead!“ (The Race). Die Rennkommissare sahen sich den Zwischenfall an, ermittelten aber nicht weiter. Mercedes ermahnte daraufhin beide Fahrer, sauber zu fahren.

Aufgelöst wurde das Duell durch die Technik. Nach 29 Runden verlor Russell an Leistung, rollte nach der Schikane aus und warf beim Aussteigen seine Kopfstütze aus dem Cockpit. Ab Runde 30 führte Antonelli und gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr her. Einen weiteren Zwischenfall mit Russell notierte die Rennleitung kurz darauf. Er wird erst nach dem Rennen untersucht.

Strategie beim GP Kanada: VSC-Stopp und Hamiltons Angriff auf Verstappen

Russells Ausfall löste das erste virtuelle Safety Car aus (Runden 31 bis 32). Diese Gelegenheit nutzte die gesamte Spitze und wechselte in Runde 31 von Soft auf Medium. Für die ersten fünf ging es danach als Einstopper bis ins Ziel. Antonelli brauchte 25,1 Sekunden für die Fahrt durch die Boxengasse und blieb vorn. Verstappen (25,1 s) behielt Platz 2, Hamilton (25,9 s) Platz 3. Verlierer der VSC-Phase war Charles Leclerc: Er war bei der Auslösung schon an der Boxeneinfahrt vorbei, deshalb musste Ferrari beide Autos direkt hintereinander abfertigen. Leclerc brauchte 30,1 Sekunden und fiel von Platz 4 auf 5 zurück. Davon profitierte Isack Hadjar, der nach 24,9 Sekunden als Vierter zurück auf die Strecke kam.

Da die ersten vier exakt dieselbe Strategie fuhren, fiel der Kampf um das Podium auf der Strecke. Verstappen klagte, die Medium-Reifen kämen nicht auf Temperatur. Hamilton saß ihm im Nacken und ging in der Schlussphase außen herum in Kurve 1 an ihm vorbei. Am Ende hatte Hamilton von Startplatz 5 drei Plätze gutgemacht. Verstappen, der von Startplatz 6 kam, holte auf Platz 3 den ersten Red-Bull-Podestplatz der Saison.

Im Mittelfeld ging die Strategie des Alpine F1 Team auf. Franco Colapinto und Pierre Gasly starteten auf Medium und wechselten in Runde 30 auf Hard. Beide gewannen dabei einen Platz (Colapinto von 7 auf 6, Gasly von 9 auf 8) und kamen ohne zweiten Stopp ins Ziel. Liam Lawson stoppte in derselben Runde, ging aber auf Soft und verbesserte sich von 8 auf 7. Teuer wurde der Stopp für Oliver Bearman: Er brauchte 44,9 Sekunden für die Boxendurchfahrt und rutschte von Platz 10 auf 11. Den letzten Punkt holte er sich trotzdem noch.

Ausfälle beim GP Kanada 2026: Russell, Norris, Pérez, Alonso und Albon

Sechs Autos sahen die Zielflagge nicht:

  • Alexander Albon (Williams), Aus nach 11 Runden: Piastri verbremste sich und fuhr Albon in der Haarnadel (Kurve 10) ins Heck. Für Albon war das Rennen damit vorbei. Piastri musste sich einen neuen Frontflügel holen und bekam 10 Sekunden Strafe wegen Verursachens einer Kollision.
  • Fernando Alonso (Aston Martin), Aus nach 23 Runden: Laut Aston Martin gab es ein Problem mit seinem Sitz. Ein möglicher Verstoß gegen Gelbe Flaggen wurde geprüft, die Kommissare ermittelten aber nicht weiter.
  • George Russell (Mercedes), Aus nach 29 Runden: Problem mit der Antriebseinheit, und das in Führung liegend. Von Startplatz 1 aus war das der größte Rückschlag des Tages.
  • Lando Norris (McLaren), Aus nach 38 Runden: Er kämpfte sich nach dem verpatzten Start durchs Feld, bis er mit vermutetem Getriebeschaden stehen blieb. Von Startplatz 3 ging es auf Platz 18 der Wertung, 15 Positionen verloren.
  • Sergio Pérez (Cadillac F1 Team), Aus nach 39 Runden: An seinem Cadillac brach die Aufhängung. Die Rennkommissare untersuchen nach dem Rennen außerdem, ob er Blaue Flaggen ignoriert hat.
  • Arvid Lindblad (RB F1 Team), nicht gestartet: Sein Auto blieb in der Startaufstellung stehen. Die genaue Ursache ist bisher nicht bekannt.

Strafen beim GP Kanada: Hadjar trotz zwei Strafen Fünfter

Den ereignisreichsten Nachmittag erlebte Hadjar. Er verteidigte sich gegen Leclerc in der Schikane mit mehr als einem Richtungswechsel und kassierte dafür 10 Sekunden. Später kam eine Stop-and-Go-Strafe dazu, weil er Gelbe Flaggen missachtet hatte. Bei seinen zusätzlichen Stopps in Runde 52 und 62 brauchte er jeweils rund 35 Sekunden für die Boxengasse (34,7 und 34,8 s). Weil sein Vorsprung auf das Mittelfeld groß genug war, blieb ihm trotzdem Platz 5, eine Runde zurück. Leclerc hatte ihn zuvor überholt und rettete Platz 4 trotz eines späten Halbdrehers.

Weitere Strafen der Rennkommissare:

  • Piastri: 10 Sekunden für die Kollision mit Albon. Am Ende Platz 11 statt Punkte, 7 Positionen hinter seinem Startplatz.
  • Hülkenberg und Bottas: jeweils 5 Sekunden wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse.
  • Bortoleto: 5 Sekunden wegen eines Verstoßes unter VSC, ausgesprochen in der letzten Runde.

Offen sind noch die Untersuchungen nach dem Rennen gegen Bortoleto, Bottas und Gasly (Überschreiten der vorgeschriebenen Delta-Zeit), gegen Lawson und Hülkenberg (falsche Position an der Safety-Car-Linie beim Startvorgang), gegen Russell und gegen Pérez.

Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Kanada

Gewinner des Tages ist neben Antonelli das Alpine-Duo: Colapinto fuhr von Startplatz 10 auf Platz 6, Gasly von 14 auf 8. Die meisten Plätze unter den Fahrern in den Punkten machten Gasly, Sainz (von 15 auf 9) und Bearman (von 16 auf 10) gut, jeweils sechs. Lawson verbesserte sich um fünf Positionen auf Platz 7. Insgesamt am weitesten nach vorn kam Lance Stroll, der vom letzten Startplatz 22 auf Platz 15 fuhr. Verlierer sind Russell und McLaren: kein einziger Punkt nach Startplätzen 3 und 4.

Im WM-Stand führt Antonelli jetzt mit 131 Punkten, 43 Zähler vor Russell (88). Leclerc bleibt mit 75 Punkten Dritter. Hamilton schob sich mit 72 Punkten an Norris (58) vorbei auf Platz 4. Piastri (48) und Verstappen (43) folgen. Bei den Teams baute Mercedes die Führung auf 219 Punkte aus, vor Ferrari (147), McLaren (106) und Red Bull (57). Wie es in der Fahrerwertung nach jedem Rennen aussah, siehst du in unserem WM-Stand. Alle Runden aus Montreal kannst du auf der Rennseite in 3D nachverfolgen.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Kanada 2026 – formel-1-livestream.de
  2. F1 – Antonelli wins thrilling Canadian Grand Prix ahead of Hamilton and Verstappen as Russell retires – FIA
  3. Antonelli wins Canadian GP after another fraught fight and Russell DNF – The Race
  4. Canadian GP: Kimi Antonelli wins as George Russell retires after thrilling Mercedes battle in Montreal – Sky Sports
  5. Mercedes teen star Kimi Antonelli wins the Canadian GP for his 4th straight F1 victory – Associated Press (via KTLA)

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