Rückblick · erstellt am · Rennen vom 25. März 2018

GP Australien 2018: Vettel siegt dank VSC-Coup gegen Hamilton

Sebastian Vettel gewann in Melbourne 2018 vor Hamilton – eine virtuelle Safety-Car-Phase nach dem Haas-Boxendrama entschied das Rennen für Ferrari.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Australien 2018: Vettel gewinnt den Saisonauftakt in Melbourne

Sebastian Vettel gewann den Saisonauftakt 2018 im Albert Park für Ferrari, obwohl er nur von Startplatz drei losgefahren war. Hinter ihm kamen Polesetter Lewis Hamilton im Mercedes und Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari ins Ziel. Entschieden wurde das Rennen nicht auf der Strecke, sondern in der Boxengasse: Eine virtuelle Safety-Car-Phase nach dem doppelten Boxendrama bei Haas spielte Vettel die Führung zu. Alle Ergebnisse und Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Australien 2018.

Rennverlauf: Hamilton enteilt, Haas glänzt zunächst

Hamilton nutzte die Pole Position und setzte sich von den beiden Ferraris ab. Die erste Überraschung kam in Kurve eins: Kevin Magnussen schnappte sich im Haas den vierten Platz von Max Verstappen. Der Niederländer hatte danach einen schwierigen Tag. Laut Motor Sport Magazine beschädigte er in der sechsten Runde seinen Diffusor an einem Randstein in Kurve zwölf. Ohne den vollen Abtrieb an der Hinterachse drehte er sich in der zehnten Runde in Kurve eins. Dadurch kamen Romain Grosjean, sein Teamkollege Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg vorbei.

Vorne verlief der Rennverlauf nach Plan für Mercedes. Räikkönen kam in Runde 18 an die Box, Hamilton reagierte eine Runde später. Damit übernahm Vettel ab Runde 19 die Führung und blieb auf seinen ersten Reifen draußen. Für den Moment sah das nach einer Strategie ohne große Erfolgsaussichten aus.

Die Entscheidung: Haas-Boxenpanne, VSC und Mercedes' Rechenfehler

Dann kam das Drama bei Haas. Die beiden Autos waren auf den Plätzen vier und fünf unterwegs. Magnussen kam in Runde 22 zum Reifenwechsel, Grosjean in Runde 24. Beide schieden kurz nach dem Verlassen der Box aus, der offizielle Status lautet „Wheel“. Teamchef Günther Steiner erklärte später, dass bei beiden Stopps die Radmutter verkantet aufgeschraubt worden war: bei Magnussen hinten links, bei Grosjean vorne links. Die Stewards bestraften Haas wegen unsicherer Freigabe mit einer Geldstrafe.

Grosjeans Auto blieb kurz hinter Kurve zwei stehen und löste die virtuelle Safety-Car-Phase (VSC) aus. Weil die Streckenposten das Auto nicht schnell bergen konnten, wurde daraus eine echte Safety-Car-Phase. Ferrari reagierte sofort. Vettel bog in Runde 26 an die Box und kam knapp vor Hamilton wieder auf die Strecke.

Bei Mercedes saß der Schock tief. Laut Motor Sport Magazine hatte die Strategiesoftware errechnet, dass Hamilton bei einer VSC höchstens etwa 13,6 Sekunden hinter Vettel liegen durfte. Tatsächlich lag die Grenze bei rund zehn Sekunden. Hamilton lag mit 11,4 Sekunden Rückstand also nicht weit genug vorne. Außerdem war Vettels Stopp etwas schneller als der von Hamilton.

Schlussphase: Hamilton jagt Vettel vergeblich

Das Safety Car kam laut Motor Sport Magazine am Ende der 31. Runde an die Box. Beim Restart behauptete Vettel die Spitze. Hamilton hängte sich an das Heck des Ferrari, doch im Albert Park ist Überholen schwer. Vettel sagte danach über den Restart: „I knew it was going to be very difficult for him to pass.“ Hamilton verbremste sich in Runde 47 in Kurve neun und verlor dabei 1,7 Sekunden. Weil seine Reifen im Windschatten überhitzten, nahm er danach Tempo heraus und sicherte sich Platz zwei.

Um Platz drei ging es dagegen spannender zu. Ricciardo war wegen einer Strafe um drei Startplätze nur von Platz acht gestartet: Im zweiten freien Training hatte er bei roter Flagge nicht genug verlangsamt. Er kämpfte sich nach vorne und griff Räikkönen in den letzten Runden an. Mit frischeren Reifen fuhr er die schnellste Runde des Rennens, laut grandprix.com eine 1:25,945 min in Runde 54. An dem Finnen kam er aber nicht vorbei und wurde Vierter.

Ausfälle beim GP Australien 2018

Neben den beiden Haas-Piloten erreichten drei weitere Fahrer das Ziel nicht:

  • Sergey Sirotkin (Williams) gab nach vier Runden auf, Status „Brakes“. Laut Motor Sport Magazine verstopfte eine Plastiktüte einen hinteren Bremsschacht. Dadurch überhitzte der Bremssattel und die Bremsflüssigkeit begann zu kochen. Damit war sein erstes Formel-1-Rennen früh vorbei.
  • Marcus Ericsson (Sauber) fiel nach fünf Runden mit einem Problem an der Servolenkung aus.
  • Pierre Gasly (Toro Rosso) musste nach 13 Runden aufgeben, Status „Engine“. Laut Motor Sport Magazine war die MGU-H defekt.
  • Magnussen (nach 22 Runden) und Grosjean (nach 24 Runden) schieden wegen der verkanteten Radmuttern aus.

Brendon Hartley erreichte das Ziel zwar als 15., musste aber schon nach der ersten Runde an die Box und lag am Ende eine Runde zurück.

Gewinner und Verlierer: Bottas, Alonso und das Pech von Haas

Die meisten Plätze gewann Valtteri Bottas. Er war im ersten Versuch in Q3 abgeflogen und musste nach einem Getriebewechsel von Platz 15 starten. In der VSC- und Safety-Car-Phase machte er Boden gut und wurde noch Achter, sieben Plätze vor seiner Startposition.

Fernando Alonso holte im McLaren mit Platz fünf ein starkes Ergebnis, ausgehend von Startplatz zehn. Wie Vettel stoppte er in Runde 26 und profitierte vom günstigen Zeitpunkt seines Boxenstopps. Danach hielt er Verstappen über viele Runden hinter sich. Auch Charles Leclerc gewann im Sauber fünf Plätze und wurde 13. Stoffel Vandoorne auf Platz neun und Carlos Sainz im Renault auf Platz zehn holten die restlichen Punkte. Hülkenberg wurde Siebter. Force India ging mit Sergio Pérez (11.) und Esteban Ocon (12.) leer aus, ebenso Williams mit Lance Stroll auf Platz 14.

Die großen Verlierer waren Haas. Magnussen war von Platz fünf und Grosjean von Platz sechs gestartet, gemessen an den Startplätzen verloren sie 12 und 10 Positionen. Für Verstappen blieb nach dem Dreher nur Platz sechs, zwei Positionen hinter seinem Startplatz.

WM-Stand nach dem GP Australien 2018 und Einordnung

Vettel führte die Fahrerwertung 2018 nach dem ersten Rennen mit 25 Punkten an, vor Hamilton (18) und Räikkönen (15). Dahinter folgten Ricciardo (12) und Alonso (10). In der Konstrukteurswertung lag Ferrari mit 40 Punkten klar vor Mercedes (22) und Red Bull (20).

Für Vettel war es laut grandprix.com sein 47. Grand-Prix-Sieg und sein 100. Podium. Ferrari feierte den 230. Sieg der Teamgeschichte. Mercedes war zwar das schnellere Team gewesen, verlor aber durch einen Rechenfehler. Das zeigte schon beim Auftakt, wie viel im Duell zwischen Vettel und Hamilton von Strategie und Timing abhängen würde. Weiter ging die Saison mit dem GP Bahrain.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405058RundeVETHAMRAIRICALOVERHULBOTVANSAI

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Australien 2018 – formel-1-livestream.de
  2. 2018 F1 Australian Grand Prix report – Motor Sport Magazine
  3. Australian GP 2018 – Race notes – grandprix.com
  4. Cross-threaded wheel nuts caused Haas double DNF – Formula 1

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