GP USA 2017: Hamilton siegt, Mercedes holt den Konstrukteurstitel
Lewis Hamilton gewann in Austin vor Sebastian Vettel, Mercedes sicherte den Teamtitel. Max Verstappen fuhr von Platz 16 aufs Podium – und verlor es wieder.
GP USA 2017 in Austin: Hamilton gewinnt, Mercedes ist Konstrukteursweltmeister
Lewis Hamilton gewann den Großen Preis der USA 2017 auf dem Circuit of the Americas von der Pole-Position aus. Zweiter wurde sein Titelrivale Sebastian Vettel, Dritter Kimi Räikkönen, beide für Ferrari. Entschieden war das Rennen schon in Runde 6, als Hamilton an Vettel vorbeizog. Für die meisten Schlagzeilen sorgte aber das Ende: Max Verstappen kämpfte sich von Startplatz 16 bis auf Rang drei nach vorn. Weil er beim letzten Überholmanöver die Strecke verlassen hatte, bekam er eine Zeitstrafe und fiel noch auf Platz vier zurück. Mit Hamiltons Sieg stand Mercedes bereits drei Rennen vor Saisonende als Konstrukteursweltmeister fest.
Start und Führungswechsel: Vettel überrascht, Hamilton schlägt zurück
Hamilton hatte die Pole-Position, doch Vettel kam auf der Außenseite der ersten Startreihe besser weg und bog als Erster in Kurve 1 ein. Dahinter folgten Hamilton, Valtteri Bottas, Daniel Ricciardo und Esteban Ocon. Räikkönen war von Startplatz 5 aus losgefahren und holte sich bald Rang fünf von Ocon. Bottas und Ricciardo lieferten sich in den ersten Runden einen engen Kampf durch die schnellen S-Kurven.
Vettels Führung hielt nicht lange. Hamilton fuhr schnelle Runden in Serie und lag nach den Angaben von grandprix.com in Runde 5 weniger als eine Sekunde hinter dem Ferrari. In Runde 6 stach er innen hinein und übernahm die Spitze, Vettel konnte nicht kontern. Danach fuhr Hamilton stetig davon. Laut grandprix.com hatte er in Runde 10 schon 2,4 Sekunden Vorsprung. Ferrari hatte bald noch ein zweites Problem: Vettel meldete Blasenbildung am linken Vorderreifen.
Strategie in Austin: Mercedes mit einem Stopp, Ferrari mit zwei
Vettel kam als einer der ersten Spitzenfahrer an die Box, nämlich in Runde 16. Mercedes reagierte und holte Bottas in Runde 18 und Hamilton in Runde 19 herein. Als der Weltmeisterschaftsführende zurück auf die Strecke kam, klebte Vettel ihm laut dem offiziellen F1-Rennbericht fast am Getriebe. Hamilton setzte sich aber schnell wieder ab. Weil Räikkönen und Verstappen ihren Boxenstopp noch nicht gemacht hatten, wechselte die Führung kurz hintereinander: Räikkönen führte ab Runde 20, Verstappen ab Runde 21. Ab Runde 23 lag wieder Hamilton vorn und gab die Spitze nicht mehr ab.
Mercedes kam mit Hamilton bei einem Stopp. Ferrari setzte bei Vettel dagegen auf zwei und holte ihn in Runde 38 noch einmal an die Box. Er fiel damit auf Rang vier zurück, hatte aber frischere Reifen. Damit holte er Bottas ein, der um Platz zwei mit Räikkönen kämpfte. Bottas und Räikkönen waren beide nur einmal gestoppt. Laut F1-Bericht überholte Vettel den Mercedes in Runde 51. Ferrari tauschte danach die Plätze seiner Fahrer, damit Vettel möglichst wenige Punkte auf Hamilton verlor. Am Ende fehlten Vettel rund zehn Sekunden auf den Sieger. Er fuhr aber die schnellste Runde des Rennens. Bottas musste in Runde 52 ein zweites Mal an die Box und fiel bis auf Rang fünf zurück.
Verstappens Aufholjagd und die umstrittene Strafe
Red Bull hatte bei Verstappens Auto Teile der Antriebseinheit getauscht. Dafür bekam er eine Strafe von 15 Startplätzen und musste von Rang 16 ins Rennen gehen. Danach fuhr er eines der stärksten Rennen der Saison. Kurz nach dem Start war er schon im vorderen Feld, und durch die späten Boxenstopps führte er zwischenzeitlich sogar. Red Bull holte ihn in Runde 24 und Runde 37 an die Box. Mit frischen Reifen machte er im letzten Drittel Jagd auf die Ferraris.
In der letzten Runde schob sich Verstappen in Kurve 17 innen an Räikkönen vorbei und holte sich Platz drei. Dabei schnitt er die Kurve ab und war mit allen vier Rädern neben der Strecke. Die Rennkommissare werteten das als unerlaubten Vorteil und gaben ihm eine Zeitstrafe von fünf Sekunden. Davon erfuhr er erst, als er schon auf die Siegerehrung wartete. Dadurch fiel er auf Platz vier zurück, laut F1 nur 0,9 Sekunden hinter dem Podium. Räikkönen durfte mit aufs Podest. Er hatte wenig Verständnis für den Ärger, den die Strafe auslöste: Wer beim Überholen über die weißen Linien fahre, wisse, „dass du danach Probleme bekommst“ (übersetzt nach ESPN). Red Bull sprach dagegen von uneinheitlichen Entscheidungen der Kommissare. Die Fans wählten Verstappen trotzdem zum Fahrer des Tages.
Ausfälle, Debüts und das Mittelfeld
Nur vier Fahrer kamen nicht ins Ziel, drei davon wegen Motorschäden:
- Nico Hülkenberg (Renault) startete nach einer Strafe für Teiletausch an der Antriebseinheit weit hinten und war schon nach Runde 3 mit Motorschaden draußen.
- Pascal Wehrlein (Sauber) hatte in der ersten Runde eine Kollision mit Kevin Magnussen (Haas F1 Team). Der Sauber war dabei beschädigt worden, nach Runde 5 war Schluss.
- Daniel Ricciardo (Red Bull) fuhr auf Rang vier, bis ihn nach Runde 14 ein Motorschaden stoppte. Er hatte von Startplatz 4 aus mit Bottas um Platz drei gekämpft.
- Fernando Alonso (McLaren) fiel nach Runde 24 ebenfalls mit Motorschaden aus.
Auch Marcus Ericsson hatte einen Zwischenfall mit Magnussen: Er drehte den Haas um und bekam dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe. Mit dem Ergebnis hatten beide nichts zu tun, sie landeten auf den Rängen 15 und 16.
Ocon holte für Force India wie schon beim Start Platz sechs. Gleich dahinter fuhr Carlos Sainz auf Rang sieben, und das in seinem ersten Rennen für Renault. Die weiteren Punkte gingen an Sergio Pérez als Achten, Felipe Massa (Williams) als Neunten und Daniil Kvyat als Zehnten. Kvyat war zu Toro Rosso zurückgekehrt und übernahm dort das Auto von Sainz. Sein neuer Teamkollege Brendon Hartley gab sein Formel-1-Debüt. Er musste wegen einer Motorstrafe von weit hinten starten und kam als 13. ins Ziel.
Gewinner und Verlierer des GP USA 2017
Gewinner: Kein Fahrer machte mehr Plätze gut als Verstappen. Er fuhr von Startplatz 16 auf Rang vier, das sind zwölf Positionen, und das trotz Strafe. Stoffel Vandoorne hatte wegen Teiletauschs vom letzten Startplatz aus beginnen müssen und kam als Zwölfter an, also acht Plätze weiter vorn. Hartley gewann bei seinem Debüt sechs Plätze, Lance Stroll im Williams vier. Und natürlich Hamilton: Er holte laut grandprix.com seinen sechsten Sieg beim Großen Preis der USA, seinen neunten in der Saison 2017 und den 62. seiner Karriere.
Verlierer: Ricciardo traf es am härtesten. Er kam aus aussichtsreicher Position und schied mit Motorschaden aus. Bottas verlor zwei Plätze gegenüber dem Start und landete nach seinem späten zweiten Stopp nur auf Rang fünf. Für McLaren war es der gewohnt schwierige Tag: Alonso fiel mit Motorschaden aus, Vandoorne blieb ohne Punkte. Auch Romain Grosjean im Haas büßte zwei Positionen ein und wurde 14.
WM-Stand nach Austin: Hamilton hat den Titel in Mexiko fast sicher
Im WM-Stand hatte Hamilton jetzt 331 Punkte, Vettel 265. Das sind 66 Punkte Vorsprung bei noch drei Rennen. Dahinter lagen Bottas mit 244 und Ricciardo mit 192 Punkten. Laut F1 reichte Hamilton beim nächsten Rennen, dem GP Mexiko, schon ein fünfter Platz zum Titel, egal wie Vettel abschneiden würde.
Bei den Konstrukteuren war die Entscheidung schon gefallen: Mercedes hatte 575 Punkte und konnte von Ferrari (428) nicht mehr eingeholt werden. Es war der vierte Konstrukteurstitel in Folge für die Silberpfeile. Red Bull blieb mit 315 Punkten Dritter, Force India mit 159 Vierter. Im Mittelfeld ging es noch um viel: Renault zog mit 48 Punkten wieder an Haas (43) vorbei und hatte nur noch fünf Punkte Rückstand auf Toro Rosso (53). In Austin zeigte sich, wie die Saison 2017 lief: Ferrari war über weite Strecken konkurrenzfähig, aber Mercedes und Hamilton machten im Herbst weniger Fehler.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP USA 2017 – formel-1-livestream.de
- United States GP 2017 – Race notes: Hamilton wins at Austin – grandprix.com
- Hamilton's win, as Vettel keeps title hopes alive – Formula 1
- 2017 United States Grand Prix – Wikipedia
- Kimi Raikkonen: We all know where track limits are – ESPN