GP Monaco 2017: Vettel siegt per Overcut, Ferrari-Doppelsieg
Sebastian Vettel gewann den GP Monaco 2017 vor Pole-Mann Kimi Räikkönen, weil er später an die Box kam. Es war Ferraris erster Monaco-Sieg seit 2001.
GP Monaco 2017: Vettel gewinnt, Ferrari feiert Doppelsieg
Sebastian Vettel gewann den GP Monaco 2017 vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen, der von der Pole Position gestartet war. Dritter wurde Daniel Ricciardo im Red Bull. Ein Überholmanöver gab es an der Spitze nicht. Entschieden wurde das Rennen in der Boxengasse: Vettel kam fünf Runden nach Räikkönen zum Reifenwechsel und war danach vorn. Für Ferrari war es der erste Sieg im Fürstentum seit 2001, laut FIA zugleich ein Doppelsieg. Für Vettel war es nach 2011 mit Red Bull der zweite Sieg in Monaco.
Start im Fürstentum: Räikkönen führt, Hamilton von hinten
Räikkönen hatte die Pole mit 0,043 Sekunden Vorsprung auf Vettel geholt. Laut Motor Sport Magazine war es seine erste Pole seit über acht Jahren und 129 Grands Prix. Beim Start behielt der Finne die Führung bis Sainte Devote. Dahinter berührten sich die Red-Bull-Fahrer Max Verstappen und Ricciardo leicht mit den Reifen. Carlos Sainz beschädigte dabei die Frontflügel-Endplatte von Sergio Pérez im Force India.
Lewis Hamilton ging nur von Platz 13 ins Rennen. Im Q2 war Stoffel Vandoorne am Ausgang der Schwimmbad-Passage verunfallt. Die gelben Flaggen kosteten den Mercedes-Piloten seine schnelle Runde. Sein Teamkollege Valtteri Bottas startete als Dritter.
Jenson Button startete aus der Boxengasse. Er fuhr in Monaco für McLaren anstelle von Fernando Alonso. Button und Pascal Wehrlein kamen schon nach der ersten Runde an die Box. Wehrlein erhielt laut FIA wegen einer unsicheren Freigabe eine Fünf-Sekunden-Strafe.
Im ersten Stint baute Räikkönen seinen Vorsprung laut Autosport auf rund 2,1 Sekunden aus. Dann wurde er langsamer, und Vettel kam bis auf unter eine Sekunde heran. Früh ausgefallen war Nico Hülkenberg: Sein Renault lag auf Platz zehn, als das Getriebe Öl verlor. Nach 15 Runden war Schluss.
Boxenstopps in Monaco: Der Overcut entscheidet das Rennen
Die erste Welle der Stopps begann bei den Verfolgern. Verstappen versuchte in Runde 32, Bottas per Undercut zu überholen. Mercedes holte Bottas in der Runde danach an die Box und hielt ihn so vor dem Niederländer. Laut Motor Sport Magazine verlor Verstappen beim Stopp etwa eine Sekunde, weil er eine weite Linie fuhr und langsam aus der Box kam.
In Runde 34 holte Ferrari den führenden Räikkönen herein. Das Team erklärte später, man habe ihm als Führendem den Vortritt gelassen. Doch an diesem Tag war es schneller, mit alten Reifen draußen zu bleiben. Vettel fuhr auf seinen gebrauchten Ultrasofts eine Reihe schneller Runden und kam erst in Runde 39 an die Box. Er kam laut Autosport rund eine Sekunde vor Räikkönen auf die Strecke zurück. Räikkönen widersprach der Darstellung, er habe selbst früher stoppen wollen: „No, I was called in.“ Hamilton urteilte nach dem Rennen: „It's pretty clear to me that Ferrari has chosen their number one driver.“ (beide Zitate laut Motor Sport Magazine)
Auch Ricciardo profitierte vom Overcut. Er blieb bis Runde 38 draußen. Seine alten Ultrasofts waren laut Motor Sport Magazine bis zu 1,7 Sekunden pro Runde schneller als die neuen Supersofts von Bottas und Verstappen. So sprang er an beiden vorbei auf Platz drei. Verstappen sprach laut Autosport von einer verkorksten Strategie und kam bis zum Schluss nicht an Bottas vorbei.
Hamilton nutzte dieselbe Taktik. Er stoppte als Letzter in Runde 46 und überholte so Kevin Magnussen, Daniil Kvyat und Romain Grosjean.
Safety Car und Ausfälle: Chaos an Portier und Sainte Devote
In der Schlussphase war im Mittelfeld viel los. Button und Wehrlein waren laut Autosport fast das ganze Rennen hintereinander gefahren. Dann wagte Button an Portier einen optimistischen Angriff, und die beiden Autos berührten sich. Wehrleins Sauber kippte an der Leitplanke auf die Seite. Der Deutsche konnte aussteigen, nachdem das Auto wieder auf die Räder gestellt worden war, und ließ sich vorsorglich im Medical Center untersuchen. Wehrlein nannte Buttons Manöver laut Eurosport einen „silly move“. Beide schieden nach 57 Runden aus, Button mit Schäden vorn links.
Das Safety Car löschte alle Abstände. Unter Neutralisation wollte Marcus Ericsson das Safety Car überholen, um sich zurückzurunden. Dabei war er zu schnell für Sainte Devote und schlug in die Mauer ein (Aus nach 63 Runden). Nach dem Restart rutschte Vandoorne in Sainte Devote in die Begrenzung, als Pérez innen angriff (Aus nach 66 Runden). Laut Autosport hätte er auf Platz zehn McLarens ersten Punkt der Saison holen können. Auch Ricciardo berührte nach dem Restart in Sainte Devote die Mauer, konnte aber weiterfahren.
Pérez attackierte danach Kvyat in der Rascasse um Platz neun, und es kam zur Kollision. Kvyat schied mit Unfallschaden aus (Aus nach 71 Runden). Pérez musste erneut einen Frontflügel holen, sein dritter Stopp in Runde 72. Damit endete laut Autosport seine Serie von 15 Rennen in Folge mit Punkten. Ebenfalls nach 71 Runden stellte Lance Stroll seinen Williams mit Bremsproblemen ab.
An der Spitze baute Vettel nach dem Restart seinen Vorsprung wieder aus. Er siegte laut Autosport mit 3,145 Sekunden vor Räikkönen.
Gewinner und Verlierer des GP Monaco 2017
Gewinner:
- Sebastian Vettel: Er nutzte das Zeitfenster vor seinem Stopp perfekt und machte aus Startplatz zwei den Sieg.
- Daniel Ricciardo: Er machte zwei Plätze gut und stand dank der späten Strategie auf dem Podium.
- Lewis Hamilton: Mit sechs gewonnenen Plätzen machte er die meisten Positionen gut und fuhr von Rang 13 auf Platz sieben. In den letzten Runden setzte er Sainz unter Druck, kam aber nicht vorbei.
- Carlos Sainz: Er brachte seinen Toro Rosso auf Platz sechs ins Ziel und rückte in der WM auf Rang acht vor.
- Felipe Massa und Jolyon Palmer machten je fünf Plätze gut. Massa holte als Neunter zwei Punkte, Palmer blieb als Elfter knapp ohne Zähler.
Verlierer:
- Kimi Räikkönen: Er verlor als Führender durch den Stopp den möglichen Sieg und wirkte laut Motor Sport Magazine auf dem Podium sichtlich verärgert.
- Max Verstappen: Er startete als Vierter und wurde nach dem frühen Stopp nur Fünfter.
- Sergio Pérez: Er fiel von Startplatz sieben auf Rang 13 zurück, nach zwei Frontflügelwechseln und der Kollision mit Kvyat. Immerhin fuhr er die schnellste Rennrunde.
- Nico Hülkenberg: Mit zehn verlorenen Plätzen hatte er durch den Getriebeschaden die schlechteste Bilanz.
Das Haas F1 Team holte mit Grosjean auf Platz acht und Kevin Magnussen auf Platz zehn beide Autos in die Punkte.
WM-Stand nach Monaco 2017: Vettel baut Führung aus
Nach dem sechsten Lauf der Saison führte Vettel die Fahrer-WM mit 129 Punkten an. Hamilton hatte als Zweiter 104 Punkte, der Rückstand wuchs also auf 25 Punkte. Bottas lag mit 75 Punkten auf Rang drei vor Räikkönen mit 67. In der Konstrukteurswertung zog Ferrari mit 196 Punkten an Mercedes mit 179 Punkten vorbei. Red Bull folgte mit 97 Punkten. McLaren stand nach sechs Rennen weiter ohne Punkte da.
In Monte Carlo war es für Ferrari ein historischer Tag: das Ende einer Durststrecke von 16 Jahren auf dem Circuit de Monaco. Gleichzeitig begann die Debatte über die Rollenverteilung bei der Scuderia. Ferraris Strategie hatte klar Vettel geholfen, der im Titelkampf gegen Hamilton jeden Punkt brauchte. Alle Ergebnisse und Daten zum Rennen findest du auf der Rennseite zum GP Monaco 2017.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Monaco 2017 – formel-1-livestream.de
- 2017 Monaco Grand Prix report – Motor Sport Magazine
- Sebastian Vettel wins 2017 Formula 1 Monaco Grand Prix – Autosport
- F1 – Vettel wins Monaco to take 25-point championship lead over Hamilton – FIA
- Pascal Wehrlein hits out at Jenson Button for 'silly move' – Eurosport