Rückblick · erstellt am · Rennen vom 16. April 2017

GP Bahrain 2017: Vettel siegt per Undercut, Hamilton bestraft

Sebastian Vettel gewann den GP Bahrain 2017 mit einem frühen Stopp und übernahm die WM-Führung. Hamilton wurde nach einer Zeitstrafe Zweiter, Bottas Dritter.

GP Bahrain 2017: Vettel gewinnt, Mercedes patzt

Sebastian Vettel gewann den GP Bahrain 2017 für Ferrari mit 6,660 Sekunden Vorsprung vor Lewis Hamilton. Polesetter Valtteri Bottas machte das Podium für Mercedes als Dritter komplett. Entschieden wurde das Rennen im ersten Stoppfenster: Vettel kam früh an die Box, Mercedes verlor dann während einer Safety-Car-Phase Zeit, und Hamilton handelte sich auch noch eine Fünf-Sekunden-Strafe ein. Mit seinem 44. Grand-Prix-Sieg übernahm Vettel die WM-Führung.

Start in Sakhir: Bottas führt, Vettel schnappt sich Hamilton

Auf dem Bahrain International Circuit war Bottas von seiner ersten Pole-Position in der Formel 1 gestartet. Im Qualifying hatte er Hamilton um zwei Hundertstelsekunden geschlagen (Quelle 4). Den Start verteidigte er. Vettel kam von Platz drei besser weg als Hamilton und ging vor der ersten Kurve an ihm vorbei.

Glücklich war Bottas an der Spitze trotzdem nicht. Weil ein Generator ausgefallen war, ging er mit zu hohem Reifendruck ins Rennen. Sein Mercedes hatte deshalb wenig Traktion und eine unausgewogene Balance (Quellen 2, 3). Vettel blieb ihm dicht im Nacken, Hamilton fuhr dahinter auf Platz drei.

Undercut und Safety-Car: Hier fiel die Entscheidung

Ferrari griff früh an: Vettel bog schon nach Runde 10 als Zweiter zum ersten Stopp ab. Mercedes-Teamchef Toto Wolff nannte diesen Schritt später „einen mutigen Zug“, der Ferrari das Rennen gewonnen habe (Quelle 3). Eine Runde später kam auch Max Verstappen im Red Bull an die Box. Kurz darauf versagten seine Bremsen, und er schlug in Kurve 4 in die Begrenzung ein (Quelle 2). Für den Niederländer war das Rennen nach elf Runden vorbei.

Kurz danach fiel die Vorentscheidung. Carlos Sainz kam im Toro Rosso aus der Boxengasse und versuchte, Lance Stroll im Williams in Kurve 1 innen auszubremsen. Er traf Strolls Auto an der Seite, und beide schieden aus. Weil der Williams auf der Strecke stand, kam das Safety-Car heraus. Die Spitze nutzte die Neutralisation für ihre Stopps. Mercedes musste dabei beide Autos direkt hintereinander abfertigen.

Für die Silberpfeile ging dabei viel schief. Die Schlagschrauber verloren Leistung, und beide Stopps dauerten lange (Quelle 3). Das zeigen auch unsere Daten: Hamilton verbrachte bei seinem ersten Stopp 30,7 Sekunden in der Boxengasse, Bottas 28,4 Sekunden. Vettel brauchte nur 24,7 Sekunden. Außerdem wusste Hamilton, dass er hinter Bottas warten musste. Er rollte deshalb sehr langsam in die Boxeneinfahrt und hielt so Daniel Ricciardo auf. Die Rennkommissare verhängten dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe (Quelle 2). Ab Runde 14 führte Vettel das Rennen an.

Hamiltons Aufholjagd und die Stallorder bei Mercedes

Beim Neustart setzte Bottas Vettel stark unter Druck, doch der Ferrari-Pilot blieb vorn. Vettel sagte danach knapp: „Das war haarig.“ (Quelle 2). Hamilton ging nach dem Neustart an Ricciardo vorbei und war im Mercedes-Duell klar schneller. Das Team ließ Bottas Platz machen. Noch vor Bottas' zweitem Stopp in Runde 30 lag Hamilton deshalb vor seinem Teamkollegen.

Vettel hielt sich an seine Zwei-Stopp-Strategie und stoppte in Runde 33 ein zweites Mal. Hamilton blieb länger draußen und führte von Runde 34 bis 41. Bei seinem zweiten Stopp in Runde 41 musste er die Strafe absitzen. Er verbrachte wieder 30,7 Sekunden in der Boxengasse und kam als Dritter zurück auf die Strecke. Auf frischen Reifen holte er gewaltig auf. Er fuhr mit 1:32,798 Minuten in Runde 46 die schnellste Runde (Quelle 4) und verkürzte den Rückstand auf Vettel von rund 20 Sekunden deutlich (Quelle 2). Näher als fünf Sekunden kam er aber nie heran. Gerade die Strafe hatte ihn also den möglichen Sieg gekostet. Bottas fiel nach seinem zweiten Stopp kurz auf Platz sechs zurück und wurde am Ende Dritter, 20,397 Sekunden hinter Vettel.

Ausfälle: Bremsen, Kollision und McLaren-Frust

Sieben Fahrer erreichten das Ziel nicht:

  • Stoffel Vandoorne, McLaren: Er ging wegen eines Defekts an der Power Unit gar nicht erst ins Rennen. Laut Autosport lag es vermutlich an der MGU-H (Quelle 2).
  • Kevin Magnussen, Haas F1 Team: Er gab nach 8 Runden mit einem elektrischen Problem auf.
  • Max Verstappen, Red Bull: Nach 11 Runden war Schluss. Seine Bremsen versagten, und er verunfallte in Kurve 4.
  • Carlos Sainz und Lance Stroll: Beide schieden nach 12 Runden nach ihrer Kollision aus. Die Kommissare gaben Sainz die Hauptschuld und versetzten ihn beim nächsten Rennen in Russland um drei Startplätze nach hinten (Quelle 5). Stroll nannte die Aktion „lächerlich“. Sainz sagte, er habe den Williams schlicht nicht gesehen (Quelle 5).
  • Marcus Ericsson, Sauber: Er schied nach 50 Runden mit einem Getriebeschaden aus.
  • Fernando Alonso, McLaren: Nach 54 Runden streikte die Power Unit. Er hatte sich vorher schon am Funk über die fehlende Leistung beschwert. Weil er mehr als 90 Prozent der Distanz geschafft hatte, wurde er noch als 14. gewertet (Quelle 4).

Gewinner und Verlierer des Tages

Gewinner: Vettel und Ferrari wagten mit dem frühen Stopp etwas und wurden belohnt. Im Mittelfeld fuhr Sergio Pérez am stärksten: Er startete von Platz 18 und wurde Siebter. Das waren elf gewonnene Plätze, der beste Wert des Tages. Sein Force India-Teamkollege Esteban Ocon machte vier Plätze gut und holte als Zehnter einen Punkt. Romain Grosjean fuhr als Achter die ersten Saisonpunkte für Haas ein (Quelle 2). Felipe Massa war als Sechster bester Fahrer hinter den drei Topteams. Kimi Räikkönen wurde Vierter.

Verlierer: Mercedes hatte das schnellste Auto im Qualifying und die erste Startreihe, verlor das Rennen aber mit Reifendruck-Problemen, langsamen Stopps und Hamiltons Strafe. Verstappen fiel von Startplatz 6 aus und verlor so am meisten Plätze. Bei McLaren kam keines der beiden Autos regulär ins Ziel, das Team stand nach drei Rennen weiter ohne Punkte da. Nico Hülkenberg wurde für Renault Neunter, obwohl er von Platz 7 gestartet war.

WM-Stand nach dem GP Bahrain 2017

Mit dem Sieg eroberte Vettel die Spitze der Fahrer-WM zurück. Er lag jetzt mit 68 Punkten vor Hamilton (61), Bottas (38) und Räikkönen (34). Verstappen fiel mit 25 Punkten auf Platz fünf zurück. Bei den Konstrukteuren führte Ferrari mit 102 Punkten knapp vor Mercedes (99). Red Bull folgte mit 47 Punkten schon weit dahinter. Alle Tabellen findest du im WM-Stand 2017.

Nach Vettels Sieg in Australien und Hamiltons Erfolg in China war Bahrain das dritte Rennen der Saison. Es bestätigte, dass Ferrari mit dem neuen Reglement 2017 wieder siegfähig war. Erstmals seit Jahren zeichnete sich ein echter Titelkampf zwischen Maranello und Mercedes ab.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Bahrain 2017 – formel-1-livestream.de
  2. Bahrain Grand Prix: Sebastian Vettel beats Lewis Hamilton to win – Autosport
  3. Bahrain GP 2017 – Race report: Vettel's keys to victory in Bahrain – GrandPrix.com
  4. 2017 Bahrain Grand Prix – Wikipedia
  5. Sainz hit with three-place grid drop for Stroll clash – Formula1.com

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