Rückblick · erstellt am · Rennen vom 9. April 2017

GP China 2017: Hamilton siegt, Verstappen stürmt von 16 aufs Podium

Lewis Hamilton gewann in Shanghai von der Pole und zog in der WM mit Sebastian Vettel gleich. Max Verstappen raste von Startplatz 16 aufs Podium.

GP China 2017: Hamilton siegt, Vettel Zweiter, Verstappen glänzt

Lewis Hamilton gewann den GP China 2017 für Mercedes von der Pole-Position. Er führte jede Runde an und fuhr die schnellste Rennrunde. Sebastian Vettel wurde im Ferrari Zweiter, Max Verstappen holte für Red Bull von Startplatz 16 aus Platz drei. Das Rennen auf dem Shanghai International Circuit entschied sich schon in den ersten Runden: Vettel ging unter dem virtuellen Safety-Car früh an die Box, kurz darauf kam das echte Safety-Car, und so konnte die Konkurrenz ihren Reifenwechsel deutlich billiger erledigen.

Start in Shanghai: Intermediates, VSC und Vettels früher Boxenstopp

Die Strecke war nach dem Regen am Morgen noch feucht. Fast das ganze Feld startete deshalb auf Intermediates, nur Carlos Sainz wagte es im Toro Rosso mit Slicks. Das ging zunächst schief: Sainz drehte sich in der ersten Runde und streifte später die Mauer. Jolyon Palmer kam schon nach der Einführungsrunde zum Wechsel auf Trockenreifen an die Box und startete aus der Boxengasse.

Hamilton verteidigte die Führung am Start ohne Probleme, Vettel hielt Valtteri Bottas hinter sich. Dahinter begann Verstappens Show. Er hatte im Qualifying Probleme mit Fehlzündungen am Motor gehabt und war schon in Q1 ausgeschieden. In der ersten Runde überholte er laut Wikipedia neun Autos.

Noch in der ersten Runde berührten sich Sergio Pérez und Lance Stroll. Der Williams-Pilot drehte sich ins Kiesbett und blieb dort stecken. Die Rennleitung schickte das virtuelle Safety-Car (VSC) auf die Strecke. Ferrari holte Vettel in Runde 2 zum Wechsel auf Slicks. Auf dem Papier war das ein mutiger Undercut, doch die Spitzengruppe um Hamilton blieb auf den Intermediates draußen.

Safety-Car nach Giovinazzis Unfall: Die Entscheidung im Rennen

In Runde 4 kippte das Rennen. Antonio Giovinazzi, der bei Sauber als Ersatzfahrer im Auto saß, verlor am Ausgang der letzten Kurve die Kontrolle. Er geriet auf der noch nassen Start-Ziel-Geraden ins Aquaplaning und schlug in die Boxenmauer ein. Für die Bergung kam das richtige Safety-Car. Hamilton, Bottas, Daniel Ricciardo, Kimi Räikkönen und Verstappen holten sich nun ihre Slicks fast ohne Zeitverlust und behielten ihre Plätze. Vettel fiel dadurch von Platz zwei auf Platz sechs zurück.

Der Tag von Bottas war damit schon fast gelaufen. In Runde 7 wollte er hinter dem Safety-Car seine kalten Reifen aufwärmen, drehte sich dabei und fiel von Platz fünf auf zwölf zurück. Er selbst sprach von einem „stupid mistake“ (Wikipedia). Nico Hülkenberg bekam für Renault zwei Zeitstrafen. Die erste über fünf Sekunden gab es, weil er Romain Grosjean unter VSC überholt hatte. Die zweite über zehn Sekunden folgte für ein Überholmanöver gegen Marcus Ericsson unter Safety-Car.

Vettels Aufholjagd und Verstappens Kampf ums Podium

Nach dem Restart lag Verstappen auf weicheren Supersofts und schob sich an Räikkönen und Ricciardo vorbei auf Platz zwei. Er wurde damit zum ersten Verfolger von Hamilton. Vettel startete aber jetzt seine Aufholjagd. In Runde 20 überholte er Teamkollege Räikkönen, zwei Runden später ging er in Kurve 6 außen an Ricciardo vorbei. Laut formula1.com war Verstappen in Runde 28 dran: Der Niederländer verbremste sich in der Haarnadel Kurve 14 und machte Vettel so den Weg auf Platz zwei frei.

In Runde 29 holte Red Bull Verstappen für einen zweiten Satz Supersofts herein. Er kam hinter Bottas wieder auf die Strecke, überholte den Finnen aber schnell. Ricciardo folgte derselben Strategie und stoppte in Runde 33. Die Spitze setzte auf Soft-Reifen und nur einen Stopp nach dem Safety-Car. Vettel kam in Runde 34 an die Box, Hamilton zwei Runden später, und der Mercedes-Pilot blieb vorn. Räikkönen fuhr am längsten draußen und stoppte erst in Runde 39. Laut crash.net ging diesem Stopp ein Funkstreit mit seinen Ingenieuren voraus. Danach lag Vettel wieder auf Platz zwei, Verstappen auf drei.

In der Schlussphase setzten sich Hamilton und Vettel immer wieder gegenseitig schnellste Runden vor die Nase, aber Hamilton konterte jedes Mal. Laut formula1.com lagen am Ende 6,2 Sekunden zwischen den beiden. Weiter hinten wehrte Verstappen Ricciardo bis in die letzte Runde ab. Räikkönen kam nur als Fünfter ins Ziel, Bottas als Sechster.

Ausfälle beim GP China 2017: Stroll, Giovinazzi und McLaren

Fünf Fahrer kamen nicht ins Ziel:

  • Lance Stroll (Williams): Kollision mit Pérez, keine Runde beendet.
  • Antonio Giovinazzi (Sauber): Unfall nach 3 Runden, auf der Start-Ziel-Geraden.
  • Stoffel Vandoorne (McLaren): Stoffel Vandoorne fiel nach 17 Runden mit Problemen beim Kraftstoffdruck aus.
  • Daniil Kvyat (Toro Rosso): Daniil Kvyat stellte das Auto nach 18 Runden mit einem Hydraulikdefekt ab.
  • Fernando Alonso (McLaren): Antriebswelle nach 33 Runden. Besonders bitter, denn Fernando Alonso war in Runde 7 schon auf Platz sechs gewesen und lag auf Punktekurs.

Für McLaren war es damit ein Rennen ohne ein einziges Auto im Ziel.

Gewinner und Verlierer des Rennens in Shanghai

Gewinner: Verstappen machte 13 Plätze gut, mehr als jeder andere, und die Fans wählten ihn zum Driver of the Day. Grosjean war nach einer Rückversetzung um fünf Plätze von Startplatz 19 losgefahren und gewann acht Positionen. Am Ende fehlte ihm als Elfter nur knapp ein Punkt. Esteban Ocon (+7) holte für Force India als Zehnter einen Punkt. Sainz machte seinen Reifenpoker am Start mehr als wett und brachte mit Platz sieben das beste Ergebnis für Toro Rosso nach Hause. Auch Kevin Magnussen gewann vier Plätze und fuhr für das Haas F1 Team als Achter die ersten Punkte der Saison ein.

Verlierer: Neben Stroll (-10) erwischte es vor allem Felipe Massa. Er startete von Platz sechs, verlor acht Positionen und kam nur als 14. ins Ziel. Hülkenberg fiel wegen seiner Strafen von Startplatz sieben auf Rang zwölf zurück. Bottas verlor mit seinem Dreher hinter dem Safety-Car drei Plätze gegenüber seinem Startplatz und wohl auch die Chance auf das Podium.

WM-Stand nach dem GP China 2017: Gleichstand an der Spitze

Mit seinem Sieg zog Hamilton im WM-Stand 2017 mit Vettel gleich, beide hatten jetzt 43 Punkte. Verstappen schob sich mit 25 Punkten auf Rang drei vor Bottas (23) und Räikkönen (22). Bei den Konstrukteuren lag Mercedes mit 66 Punkten jetzt einen Zähler vor Ferrari (65). Red Bull folgte mit 37 Punkten schon mit deutlichem Abstand.

Für Hamilton war es der 54. Sieg in der Formel 1 und sein fünfter in China. Mit Pole, Sieg, schnellster Runde und Führung in jeder Runde gelang ihm zudem der dritte Grand Slam seiner Karriere. Schon im zweiten Rennen zeigte die Saison damit, wohin sie lief: Ferrari war in der Lage, Mercedes auf Augenhöhe herauszufordern. Vettel sagte zum Titelkampf nur kurz, wer gewinne, habe es auch verdient (formula1.com).

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP China 2017 – formel-1-livestream.de
  2. Race: Hamilton wins in China to draw level with Vettel – Formula 1
  3. Hamilton controls Chinese GP as Verstappen stars – Crash.net
  4. 2017 Chinese Grand Prix – Wikipedia

Weitere News

Alle News