Rückblick · erstellt am · Rennen vom 9. Oktober 2016

GP Japan 2016: Rosberg siegt, Mercedes ist Konstrukteursmeister

Nico Rosberg gewann in Suzuka von der Pole, Max Verstappen hielt Hamilton ab. Mercedes sicherte den dritten Konstrukteurstitel in Folge.

Rosberg gewinnt den GP Japan 2016 in Suzuka

Nico Rosberg gewann den GP Japan 2016 auf dem Suzuka Circuit von der Pole-Position. Mit Mercedes holte er damit den 17. WM-Lauf des Jahres. Hinter ihm kam Max Verstappen im Red Bull ins Ziel, er lag 4,978 Sekunden zurück. Lewis Hamilton wurde Dritter, nachdem er schon am Start auf Platz acht zurückgefallen war. Entschieden wurde das Rennen also gleich in den ersten Metern. Spannend blieb es aber bis zum Schluss: In der vorletzten Runde machte Verstappen die Lücke gegen Hamilton in der Schikane zu. Der Sieg brachte Mercedes außerdem den dritten Konstrukteurstitel in Folge.

Start in Suzuka: Hamilton fällt auf Platz acht zurück

Rosberg kam beim Start sauber weg und setzte sich an die Spitze. Verstappen ging vom dritten Startplatz auf Rang zwei, dahinter folgte zunächst Sergio Pérez im Force India. Hamilton dagegen erwischte einen schlechten Start. Laut Motorsport Magazine ließ er die Kupplung zu abrupt kommen, der Motor ging in die Knie und mehrere Autos fuhren an ihm vorbei. Ein feuchter Fleck auf dem Startplatz könnte ihn zusätzlich irritiert haben. Am Ende der ersten Runde lag er auf Platz acht.

Daniel Ricciardo verlor beim Angriff auf Hamilton Schwung. Dadurch kamen Pérez und Sebastian Vettel im Ferrari an ihm vorbei, und Vettel überholte bald auch Pérez. Vettel war wegen der Kollision mit Rosberg beim GP Malaysia um drei Plätze zurückversetzt worden und startete deshalb nur von Platz sechs. Kimi Räikkönen musste nach einem außerplanmäßigen Getriebewechsel fünf Plätze zurück und ging von Rang acht ins Rennen. Er arbeitete sich schnell nach vorn: In Runde 6 überholte er Nico Hülkenberg, in Runde 7 auch Hamilton.

Boxenstopps und Strategie: Mercedes überlistet Ferrari

Fast alle Spitzenfahrer stoppten zweimal und wechselten von den Soft- auf die harten Reifen. Red Bull holte Verstappen und Ricciardo beide in Runde 10 an die Box, um sich gegen einen Undercut von Ferrari abzusichern. Rosberg, Vettel, Räikkönen und Pérez kamen in Runde 12, Hamilton eine Runde später. Für Hamilton zahlte sich das aus: Räikkönen und Pérez steckten hinter Jolyon Palmer im Renault fest, der nur einmal stoppte. So kam Hamilton an beiden vorbei. Danach überholte er auch die Williams, die mit älteren Reifen unterwegs waren.

In der zweiten Stoppserie reagierte Mercedes auf Verstappens Stopp in Runde 28 und holte Rosberg in Runde 29 rein. Laut Motorsport Magazine kam der Spitzenreiter etwa vier Sekunden vor dem Red Bull wieder auf die Strecke. Vettel fuhr einen langen Mittelstint und übernahm dadurch von Runde 30 bis 34 die Führung. Hamilton hatte seinen Rückstand auf den Ferrari zwischen Runde 26 und seinem zweiten Stopp in Runde 33 von 12,9 auf 4,2 Sekunden verkürzt. Mit dem Undercut ging er dann an Vettel vorbei, der erst in Runde 34 stoppte. Ferrari setzte für den letzten Stint auf Soft-Reifen, doch die bauten ab. Vettel wurde Vierter mit 20,269 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Immerhin fuhr er mit 1:35,118 Minuten die schnellste Runde. Über den Funk beklagte er sich hörbar über Überrundete, die nicht Platz machten. Auch Verstappen und Räikkönen ärgerten sich über die blauen Flaggen.

Verstappen gegen Hamilton: Duell in der Schikane und Protest von Mercedes

Auf den harten Reifen holte Hamilton schnell auf Verstappen auf. Laut Motorsport Magazine schrumpfte der Abstand in rund fünf Runden von etwa vier auf unter eine Sekunde. In Runde 52, der vorletzten Runde, griff Hamilton innen in der Schikane an. Verstappen zog spät nach rechts und schloss die Tür, Hamilton musste über den Notausgang ausweichen. Der Red-Bull-Pilot rettete Platz zwei mit 0,8 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Die Fans wählten ihn zum Driver of the Day.

Nach dem Rennen protestierte Mercedes. Das Team warf Verstappen vor, in Kurve 16 gegen Artikel 27.5 des Sportlichen Reglements verstoßen zu haben, also unberechenbar und gefährlich gefahren zu sein. Beide Fahrer hatten die Strecke da schon verlassen. Die Kommissare wollten den Fall deshalb erst beim GP USA verhandeln. Kurz darauf zog Mercedes den Protest zurück, und Hamilton unterstützte die Entscheidung öffentlich per Twitter. Damit blieb das Ergebnis, wie es auf der Strecke herausgefahren worden war.

Gewinner und Verlierer des GP Japan 2016

Bemerkenswert: Alle 22 Autos sahen die Zielflagge, es gab keinen einzigen Ausfall.

Gewinner des Tages:

  • Max Verstappen: Er gewann einen Platz, hielt den Weltmeister im Mercedes ab und holte 18 Punkte.
  • Kimi Räikkönen: Von Startplatz acht fuhr er auf Rang fünf, das sind drei gutgemachte Plätze.
  • Felipe Massa: Mit nur einem Stopp kam er von Startplatz zwölf auf Rang neun und holte zwei Punkte. Teamkollege Valtteri Bottas wurde Zehnter.
  • Jolyon Palmer und Jenson Button: Beide gewannen je vier Plätze. Button war nach einer Strafe für zu viele Antriebskomponenten ans Ende des Feldes versetzt worden. Er kam im McLaren als 18. ins Ziel.

Verlierer des Tages:

  • Esteban Gutiérrez: Er verlor zehn Plätze, von Startplatz zehn auf Rang 20. Unter anderem drehte er sich im Zweikampf mit Carlos Sainz in der Schikane.
  • Romain Grosjean: Von Startplatz sieben fiel er im zweiten Auto des Haas F1 Team auf Rang elf zurück, knapp hinter den Punkterängen.
  • Daniel Ricciardo: Nach dem verpatzten Start fuhr er ein unauffälliges Rennen und wurde nur Sechster.
  • Carlos Sainz: Im Toro Rosso verlor er drei Plätze und wurde 17. Fast das ganze Rennen lieferte er sich ein Duell mit Fernando Alonso, der 16. wurde.

WM-Stand nach dem GP Japan 2016: Mercedes ist Konstrukteursmeister

Mit seinem Sieg baute Rosberg die Führung im WM-Stand 2016 aus. Er hatte jetzt 313 Punkte, Hamilton 280. Bei noch vier ausstehenden Rennen lag Rosberg also 33 Punkte vorn. Selbst mit vier zweiten Plätzen hätte er den Titel nun aus eigener Kraft holen können. Dahinter blieb Ricciardo mit 212 Punkten Dritter, vor Räikkönen mit 170. Verstappen und Vettel hatten beide 165 Punkte. Der Niederländer schob sich damit auf Rang fünf vor. Massa rückte auf Platz zehn vor.

In der Konstrukteurswertung machte Mercedes mit 40 Punkten aus diesem Rennen alles klar. Das Team kam auf 593 Punkte, Red Bull auf 385 und Ferrari auf 335. Für Mercedes war es der dritte Konstrukteurstitel in Folge. Rosberg feierte außerdem seinen ersten Sieg in Suzuka. Zur Einordnung: Am Saisonende wurde Rosberg mit fünf Punkten Vorsprung auf Hamilton Weltmeister.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Japan 2016 – formel-1-livestream.de
  2. Rosberg wins in Japan as Mercedes seal constructors' crown – Formula1.com
  3. 2016 Japanese Grand Prix report – Motor Sport Magazine
  4. Mercedes withdraw Verstappen protest – Formula1.com
  5. 2016 Japanese Grand Prix – Wikipedia
  6. Japanese GP 2016 – Race notes: Rosberg wins in Japan – GrandPrix.com

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