GP Abu Dhabi 2015: Rosberg siegt, Hamiltons Reifenpoker scheitert
Nico Rosberg gewann den GP Abu Dhabi 2015 von der Pole vor Hamilton, dessen Reifenpoker scheiterte. Vettel fuhr von Platz 15 auf Rang 4.
GP Abu Dhabi 2015 im Überblick: Rosbergs dritter Sieg in Folge
Nico Rosberg gewann das Saisonfinale 2015 auf dem Yas Marina Circuit von der Pole-Position. Zweiter wurde sein Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton, Dritter Kimi Räikkönen im Ferrari. Entschieden wurde das Rennen in der zweiten Rennhälfte: Hamilton fuhr seinen zweiten Stint extrem lang, um mit frischeren Reifen am Ende anzugreifen. Die Rechnung ging nicht auf, Rosberg lag im Ziel laut Autosport 8,271 Sekunden vorn. Alle Ergebnisse und Daten findest Du auf unserer Rennseite zum GP Abu Dhabi 2015.
Qualifying und Start in Yas Marina: Vettels teurer Fehler, Chaos in Kurve 1
Rosberg holte laut Wikipedia seine sechste Pole-Position in Folge. Hamilton startete neben ihm, dahinter folgten Räikkönen und Sergio Pérez im Force India. Für Sebastian Vettel war das Qualifying schon in Q1 vorbei. Ferrari hielt seine erste Runde auf den Soft-Reifen für ausreichend und ließ ihn den schnelleren Versuch auf Supersoft abbrechen. Danach rutschte er aus den Top 15, unter anderem weil Jenson Button ihn noch verdrängte. Durch Strafen anderer Fahrer ging er als 15. ins Rennen. Auch Romain Grosjean startete wegen eines außerplanmäßigen Getriebewechsels und fünf Plätzen Strafe weit hinten, auf Platz 18.
Beim Start blieb Rosberg vorn. In der ersten Kurve krachte es im Mittelfeld: Fernando Alonso berührte erst Felipe Nasr und fuhr dann in den Lotus von Pastor Maldonado. Für Maldonado war das Rennen sofort beendet, offizieller Ausfallgrund war die Kollision. Alonso brauchte in der ersten Runde einen neuen Frontflügel. Für das Verursachen der Kollision bekam er außerdem eine Durchfahrtsstrafe. Der McLaren-Pilot kam schließlich mit zwei Runden Rückstand als 17. ins Ziel.
Rennverlauf: Rosberg kontrolliert, Hamilton pokert mit den Reifen
Die Reifenwahl war ein Duell Soft gegen Supersoft. Die meisten Fahrer starteten auf der weicheren Mischung, Vettel und Grosjean dagegen auf Soft. Rosberg baute in der ersten Phase einen Vorsprung auf und kam in Runde 10 zum ersten Reifenwechsel. Hamilton blieb eine Runde länger draußen, führte damit kurz in Runde 11 und lag nach seinem Stopp wieder hinter dem Teamkollegen.
Die entscheidende Phase begann mit Rosbergs zweitem Stopp in Runde 31. Hamilton blieb draußen, übernahm die Führung und fuhr auf gebrauchten Softs weiter. Über Funk wollte er wissen, ob er damit bis ins Ziel kommen würde. Das Team riet davon ab. Als Hamilton in Runde 41 schließlich wechselte, bekam er laut Autosport noch einmal Softs und keine Supersofts. Er lag danach 12,5 Sekunden hinter Rosberg. Auf den frischeren Reifen holte er zwar auf und fuhr die schnellste Runde des Rennens, aber Rosberg führte ab Runde 42 wieder und brachte den Sieg sicher nach Hause. Nach dem Rennen räumte Hamilton ein, dass er die Reifen im zweiten Stint wohl noch länger hätte halten können.
Ferrari-Duo und Mittelfeld: Vettels Aufholjagd, Räikkönens Podium
Vettel zeigte die stärkste Aufholjagd des Tages. Mit der umgekehrten Reifenstrategie fuhr er seinen ersten Stint bis Runde 23. Seine zweiten Reifen holte er in Runde 39, und auf den Supersofts überholte er am Ende noch Daniel Ricciardo und Pérez. Räikkönen verlor beim zweiten Stopp Zeit, und Vettel schob sich kurzzeitig auf Platz drei. Räikkönen holte sich die Position aber zurück und sicherte sich das Podium.
Force India fuhr ein starkes Rennen: Pérez wurde Fünfter, Nico Hülkenberg Siebter. Dazwischen landete Ricciardo im Red Bull. Felipe Massa holte als Achter Punkte für Williams. Grosjean fuhr in seinem letzten Rennen für Lotus wie Vettel eine abweichende Strategie und überholte in den Schlussrunden noch Carlos Sainz und Daniil Kvyat. Kvyat sicherte als Zehnter den letzten Punkt, Sainz ging im Toro Rosso als Elfter leer aus.
Gewinner und Verlierer: Bottas, Verstappen und die Strafen
Laut Faktenpaket gewann Vettel die meisten Plätze, nämlich elf, vor Grosjean mit neun. Marcus Ericsson machte im Sauber drei Plätze gut und wurde 14.
Der größte Verlierer war Valtteri Bottas. Bei den ersten Boxenstopps fuhr er aus seiner Box direkt vor Buttons McLaren. Bei der Berührung wurde sein Frontflügel beschädigt, und er musste in Runde 9 gleich noch einmal an die Box. Die Rennkommissare werteten das als unsicheres Herausfahren und gaben ihm eine Fünf-Sekunden-Strafe. Von Startplatz 6 fiel Bottas bis auf Rang 13 zurück, mit einer Runde Rückstand und ohne Punkte.
Max Verstappen verlor fünf Plätze. Nach einem Verbremser hatte er Bremsplatten an den Reifen und musste öfter an die Box. Beim Überholen von Button verließ er die Strecke und kassierte dafür ebenfalls eine Fünf-Sekunden-Strafe. Am Ende wurde er 16. Für Will Stevens und Roberto Merhi bei Manor Marussia blieb es bei den Plätzen 18 und 19.
WM-Stand 2015 und Einordnung: Rekordsaison für Mercedes
Der Weltmeister stand vor dem Finale längst fest. Nach dem Rennen lag Hamilton mit 381 Punkten vor Rosberg (322) und Vettel (278). Räikkönen kam auf 150 Punkte und verdrängte Bottas (136) noch von Platz vier. In der Teamwertung hatte Mercedes 703 Punkte vor Ferrari (428) und Williams (257). Den kompletten WM-Stand 2015 findest Du bei uns.
Mercedes schloss eine historische Saison ab: Laut Autosport war es der zwölfte Doppelsieg des Jahres und damit ein neuer Formel-1-Rekord. Grandprix.com zählte 16 Siege in 19 Rennen, die übrigen drei holte Vettel. Rosberg feierte seinen sechsten Saisonsieg und den 14. seiner Karriere. Nach den Erfolgen beim GP Mexiko und beim GP Brasilien war es sein dritter Sieg in Folge. Damit beendete er das Jahr mit deutlichem Rückenwind. Außerdem war es laut Wikipedia das letzte Rennen des Teams unter dem Namen Lotus, denn Renault bestätigte danach die Übernahme.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Abu Dhabi 2015 – formel-1-livestream.de
- Abu Dhabi GP: Nico Rosberg ends 2015 F1 season with another win – Autosport
- Abu Dhabi GP 2015 – Race notes: Rosberg wins third race in a row – GrandPrix.com
- 2015 Abu Dhabi Grand Prix – Wikipedia