Rückblick · erstellt am · Rennen vom 27. September 2015

GP Japan 2015: Hamilton schlägt Rosberg und zieht mit Senna gleich

Lewis Hamilton gewann in Suzuka vor Nico Rosberg und Sebastian Vettel. Kurve 2 entschied das Rennen, sein 41. Sieg egalisierte Sennas Marke.

GP Japan 2015 im Überblick: Hamilton siegt, Senna-Marke egalisiert

Lewis Hamilton gewann den Großen Preis von Japan 2015 auf dem Suzuka Circuit vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg und Sebastian Vettel im Ferrari. Entschieden war das Rennen praktisch schon in der ersten Runde: Hamilton startete von Platz 2 und verdrängte den Polesetter Rosberg in Kurve 2. Danach führte er alle 53 Runden an. Mit seinem achten Saisonsieg zog er bei den Grand-Prix-Siegen mit seinem Idol Ayrton Senna gleich, beide hatten nun 41.

Der Start in Suzuka: Kurve 2 entscheidet das Mercedes-Duell

Rosberg stand auf der Pole, doch Hamilton kam besser weg. Durch Kurve 1 fuhren die beiden Silberpfeile Seite an Seite. In Kurve 2 hielt Hamilton auf der Innenseite die Ideallinie, und Rosberg musste außen über die Randsteine und neben die Strecke ausweichen. Das kostete ihn gleich mehrere Plätze: Nach der ersten Runde lag er nur auf Rang 4, hinter Vettel und Valtteri Bottas im Williams.

Hamilton sah darin einen normalen Rennzweikampf. Er sei selbst an der Grenze der Haftung gewesen, und wer außen fahre, dem gehe eben manchmal der Platz aus. Rosberg sah es später als den Moment, der ihn das Rennen gekostet hatte. Hamilton fuhr danach einen ungefährdeten Vorsprung heraus: Nach Runde 10 lag er laut FIA-Bericht sechs Sekunden vor Vettel. Am Ende hatte er 18,9 Sekunden Vorsprung auf Rosberg und fuhr zusätzlich die schnellste Rennrunde.

Chaos in Kurve 1: Massa, Ricciardo und Pérez verlieren alles

Hinter der Spitze ging es auf dem Weg zur ersten Kurve eng zu. Daniel Ricciardo im Red Bull wollte zwischen Kimi Räikkönen und Felipe Massa hindurch, hatte aber keinen Platz und berührte den Williams. Ricciardo bekam einen Plattfuß hinten links und einen beschädigten Unterboden. Massa fuhr mit beschädigtem rechten Vorderreifen weiter. Beide mussten am Ende der ersten Runde an die Box. Massa brauchte lange, um überhaupt an den Manor-Autos vorbeizukommen.

Auch Sergio Pérez im Force India war früh aus dem Spiel. In Kurve 1 geriet er mit Carlos Sainz und seinem Teamkollegen Nico Hülkenberg aneinander, rutschte von der Strecke und fiel ans Ende des Feldes zurück. Auch er kam nach Runde 1 an die Box.

Die Bilanz der drei: Massa kam von Startplatz 5 nur als 17. ins Ziel, mit zwei Runden Rückstand. Mit zwölf verlorenen Plätzen war er der große Verlierer des Tages. Ricciardo fiel von Platz 7 auf Rang 15 zurück, Pérez von 9 auf 12.

Boxenstopp-Strategie: Rosberg kämpft sich auf Platz 2 zurück

In der ersten Rennphase hing Rosberg hinter Bottas fest. Laut FIA bekam er sogar mehr Motorleistung freigegeben, kam aber vor den Boxenstopps nicht vorbei. Bei allen Spitzenfahrern lief es auf zwei Stopps hinaus. Bottas kam in Runde 11 als Erster der Spitzengruppe an die Box, Vettel in Runde 13, Rosberg in Runde 15 und Hamilton in Runde 16. Rosberg kam hinter Bottas wieder auf die Strecke, ging dann aber vor der Schikane an ihm vorbei. Laut FIA wehrte sich der Finne dabei kaum.

Die Entscheidung um Platz 2 fiel bei den zweiten Stopps. Rosberg kam in Runde 29 herein und war auf frischen Reifen deutlich schneller als Vettel. Ferrari ließ Vettel eine Runde später stoppen, und die Crew arbeitete schnell. Trotzdem fuhr Rosberg an der Boxenausfahrt vorbei. Entscheidend war offenbar Rosbergs starke Outlap auf den frischen Reifen. Danach kam Vettel bis auf etwa zwei Sekunden an Rosberg heran, eine Chance zum Angriff bekam er aber nicht mehr.

Auch das Duell zwischen Ferrari und Williams wurde in der Boxengasse entschieden. Räikkönen stoppte in Runde 28 zum zweiten Mal, Bottas erst in Runde 29. Laut grandprix.com kam Bottas damit zu spät, denn seine Reifen bauten am Ende jedes Stints ab. Räikkönen fuhr an der Boxenausfahrt vorbei, holte sich Platz 4 und machte zwei Plätze gegenüber seinem Startplatz gut. Bottas fiel von Startplatz 3 auf Rang 5 zurück.

Mittelfeld: Hülkenberg und Verstappen sind die Gewinner des Tages

Die meisten Plätze im Rennen gewann Max Verstappen im Toro Rosso: Er fuhr von Startplatz 17 auf Rang 9, also acht Plätze nach vorn. Im ersten Qualifying hatte er seinen Wagen an einer gefährlichen Stelle abgestellt und dafür eine Rückversetzung um drei Startplätze bekommen. Lange steckte der Rookie hinter Felipe Nasr, Daniil Kvyat und Fernando Alonso fest. Laut FIA überholte er Alonso in Runde 26 mit DRS. Teamkollege Sainz lag lange vor ihm, traf aber in Runde 27 bei der Einfahrt zum zweiten Stopp einen Poller an der Boxeneinfahrt. Die neue Nase kostete ihn viel Zeit, und in Runde 45 ging Verstappen vor der Schikane an ihm vorbei. Sainz rettete als Zehnter noch einen Punkt.

Hülkenberg gewann sieben Plätze, von 13 auf 6. Er musste wegen seiner Kollision mit Massa beim GP Singapur drei Startplätze zurück, kam aber gut los. Mit einem frühen Stopp in Runde 10 ging er an den beiden Lotus vorbei und fuhr ihnen danach davon. Romain Grosjean und Pastor Maldonado brachten als Siebter und Achter trotzdem zehn Punkte für Lotus F1 nach Hause.

Auch Kvyat machte sieben Plätze gut. In Q3 war er in Kurve 10 heftig verunglückt, bekam ein neues Chassis und musste deshalb aus der Boxengasse starten. Mit nachlassenden Bremsen kam er aber nur auf Rang 13, vor Marcus Ericsson im Sauber.

Ausfall und Frust: Nasr, Alonso und McLaren-Honda

Es gab nur einen Ausfall: Felipe Nasr lag im Sauber mitten im Geschehen, stellte den Wagen aber nach 49 Runden ab. Der offizielle Status lautet nur „Retired“, und formula1.com nannte keinen Grund. Laut Wikipedia war es ein technischer Defekt, eine zweite Quelle dafür haben wir nicht gefunden. In der Ergebnisliste wird er als Ausfall geführt.

Beim Heimrennen von Motorenpartner Honda erlebte McLaren einen bitteren Tag. Alonso kam als Elfter ins Ziel und schimpfte über Funk über den fehlenden Topspeed. Laut formula1.com verglich er die Leistung mit einem GP2-Motor. Jenson Button kam abgeschlagen als 16. an. Bei Manor Marussia beendete Alexander Rossi das Rennen als 18. vor Will Stevens, der sich gedreht hatte.

WM-Stand nach dem GP Japan 2015 und Einordnung

Im WM-Stand 2015 hatte Hamilton nach dem 14. von 19 Saisonrennen 277 Punkte. Rosberg hatte 229, der Vorsprung betrug also 48 Punkte. Vettel folgte als Dritter mit 218 Punkten, dahinter lagen Räikkönen (119) und Bottas (111). Bei den Teams baute Mercedes mit 506 Punkten den Vorsprung auf Ferrari (337) und Williams (208) aus. Weiter hinten zog Grosjean mit 44 Punkten an Pérez (39) vorbei auf Rang 9.

Das Rennen hatte einen ernsten Hintergrund. Es war der erste Grand Prix in Suzuka seit dem schweren Unfall von Jules Bianchi 2014, an dessen Folgen er im Juli 2015 gestorben war. Manor erinnerte im kleinen Kreis an ihn. Die Veranstalter hatten an der Unfallstelle einen größeren Kran aufgestellt, statt wie damals einen Traktor. Sportlich war es ein weiterer Schritt Hamiltons zu seinem dritten Titel: Mit seinem dritten Sieg in Japan und Sieg Nummer 41 stand er jetzt mit Senna gleichauf, der in Suzuka alle drei WM-Titel geholt hatte.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Japan 2015 – formel-1-livestream.de
  2. Hamilton wins at Suzuka to equal Senna's record – FIA
  3. Japanese GP 2015 – Race report: Sailing in the window of happiness and light – grandprix.com
  4. Winners and Losers – Japan – Formula 1
  5. 2015 Japanese Grand Prix – Wikipedia

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